Turkish Airlines, myair und Wind Jet aus Italien, die russische Aeroflot, die lettische Air Baltic, die griechische Olympic Airlines, Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die US-Northwest und die marokkanische Royal Air Maroc: Diese Fluglinien täuschen die Verbraucher beim Ticketkauf im Internet. Nach Angaben der Europäischen Kommission gibt  es aber mit weiteren Gesellschaften, darunter der deutschen Germanwings und Niki aus Österreich, "andauernde Diskussionen", um Missstände zu beheben.

So sind die auf den Internetseiten dieser Fluglinien die ursprünglich angebotenen Preise weit niedriger als die Tarife, die der Kunde am Ende zahlen muss. Das geschieht vor allem, wenn die Steuern oder zusätzliche Gebühren wie für Kreditkartenzahlungen nicht von vorneherein mit eingerechnet werden.  Von vornherein angeklickte Versicherungsangebote, die der Kunde aktiv wegklicken muss, um für den – oft unnötigen – zusätzlichen Schutz nicht bezahlen zu müssen.

Erst in letzter Sekunde hatte die Brüsseler Behörde die beiden Luftfahrtriesen Air France/KLM und British Airways von der Schwarzen Liste gestrichen. Insgesamt knapp 40 Fluggesellschaften – darunter Lufthansa, Ryanair, Air Berlin und EasyJet – hatten der Kommission noch am Morgen zugesichert, ihre Webseiten entsprechend dem europäischen Verbraucherrecht zu ändern. Sie haben dafür bis Juli Zeit.

Die Kommission hatte bereits im Juli 2006 angekündigt, gegen die irreführenden Niedrigpreise vorzugehen. Die genannten Fluglinien hätten auf den Vorstoß leider gar nicht oder unzureichend reagiert. "Das ist ein Signal, dass sie sich nicht um ihre Kunden scheren", sagte Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva.

Sie forderte die nationalen Aufsichtsbehörden auf, die EU-Standards notfalls gerichtlich durchzusetzen. Die Brüsseler Behörde selbst kann die Fluglinien nicht zwingen, aber die Mitgliedstaaten verklagen, wenn auf nationaler Ebene nichts geschieht. "Davor wird die Kommission nicht zurückschrecken".