ZEIT ONLINE: Vor zwei Jahren haben Sie in Berlin in Kreuzberg einen Astronauten ebenfalls auf einen Bunker gemalt. Wie reagieren die Leute auf Ihre Kunst?

Ash: Eher positiv. Viele fotografieren ihn und Souvenir-Shops verkaufen T-Shirts mit dem Motiv. Das ist cool, und ich fände es gut, wenn er ein Icon würde. Aber natürlich verstehen es auch einige Menschen nicht. Einer sprayte ans Ende der Wand sogar: "Also ist das Streetart?"

ZEIT ONLINE: Das Motto des Kirchentags ist Sign Seeing. Auf der Suche nach dem Menschen. Wie greift Ihre Arbeit dieses Motto auf?

Ash: Ganz einfach. Die Charaktere schauen mit ihren Ferngläsern zum Horizont, als ob sie etwas suchten. Die Tatsache, dass sie etwas suchen, stellt die Verbindung zum Motto her. Ich stelle mehr oder weniger eine Familienstruktur her. Männer, Frauen, Kinder und ältere Leute, die alle durch Ferngläser schauen und auf der Suche sind. Andersherum können die Figuren aufgrund ihrer Größe von überall aus gesehen werden. Ihre Größe ist übrigens auch ein Symbol für unsere Zeit: Jeder möchte wahrgenommen werden.

ZEIT ONLINE: Werden Sie noch andere Veranstaltungen des Kirchentags besuchen?

Ash: Ich halte am 21. Mai von 15 bis 17 Uhr einen Workshop für junge Leute. Aber dann muss ich für eine Ausstellung nach New York reisen.

ZEIT ONLINE: Halten Sie den Kirchentag für eine wichtige Veranstaltung?

Ash: Wenn die Botschaft Akzeptanz und Offenheit gegenüber anderen und Zuhören und Kommunizieren ist und er den Teilnehmern Freude bereitet, dann denke ich, ist es wichtig, dass der Kirchentag existiert.

Die Fragen stellte Julia Mohr