Die Präsidentin des Repräsentantenhauses sagte, sie sei vom Geheimdienst nur ungenau und unvollständig über das umstrittene Waterboarding informiert worden. Die CIA habe in Beratungen mit ihr nur erwähnt, dass die als Folter geltende Methode nicht angewendet werde. Sie beschuldigte den Geheimdienst und die Bush-Regierung, den Kongress angelogen und darüber irregeleitet zu haben, was mit den Häftlingen wirklich passiere. Pelosi wird vorgeworfen, vom Waterboarding gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben.

Die CIA hat Pelosis Kritik zurückgewiesen. Der Demokratin sei im September 2002 als Mitglied des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses eine Beschreibung der im Anti-Terror-Kampf angewandten Befragungstechniken vorgelegt worden. Mitglieder der Republikaner hatten in der vergangenen Woche die Demokraten beschuldigt, von den brutalen Verhörmethoden der Bush-Regierung gewusst zu haben.

Im April hatte US-Präsident Obama gegen den Willen der CIA interne Papiere über Verhörmethoden veröffentlicht, die unter Bush angewendet wurden. Darunter ist auch das so genannte Waterboarding, bei der der Gefolterte zu ertrinken glaubt.

Obama hat diese Praxis verboten, wenig später zugleich aber eine Bestrafung der Folterer ausgeschlossen. Dies hatte ihm harsche Kritik von Menschenrechtsgruppen eingebracht. Das Waterboarding wurde zum Sinnbild für US-Exzesse in der Bekämpfung des internationalen Terrorismus nach den Anschlägen vom 11. September 2001.