Frieden auf Sri Lanka Das Schwerste kommt erst noch

Der Bürgerkrieg in Sri Lanka ist zu Ende, doch zum Frieden ist es noch ein weiter Weg. Zu viel Hass wurde in den vergangenen Jahrzehnten zwischen den Ethnien geschürt

Proteste gegen die tamilischen Rebellen in Sri Lanka

Militärisch ist der Kampf wohl entschieden. Ein führender Vertreter der sogenannten Befreiungstiger LTTE verkündete "das bittere Ende" der Schlacht auf Sri Lanka. Natürlich nicht, ohne zu behaupten, sie ließen ihre Waffen nur schweigen, weil sie nicht länger ertragen könnten, dass die Regierung mit ihren Angriffen das Blut unschuldiger Tamilen vergieße. Welche Lüge!

Soll die Welt wirklich glauben, dass sie nach Jahrzehnten des Krieges mit der Erklärung auf einer tamilenfreundlichen Webseite kapitulieren? Einen Kampf beenden, der in seiner Rücksichtslosigkeit gegen Zivilisten von beiden Seiten seinesgleichen sucht? Es ist wohl eher der letzte Versuch, sich selbst am Ende noch als Handelnde zu präsentieren. Wenn der Krieg zu Ende ist, kommt jetzt Frieden für Tamilen und Singhalesen?

So sehr sich das die meisten Sri Lanker wünschen dürften – der Weg dahin ist weit. Furcht und Hass prägen das Land. Die Regierung hat daran genauso ihren Anteil wie die LTTE. Nach all der Gewalt und der Propaganda haben viele vor ihren Landsleuten der jeweils anderen Ethnie Angst.

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Das ist im Osten der Insel gut zu sehen. Den hat die Regierung vor fast zwei Jahren von der LTTE befreit, wie sie es nennt. Ein normales Leben gibt es dort bis heute nicht. Soldaten und Checkpoints prägen das Bild. Nicht zuletzt, weil auch die Regierung Angst hat. Nicht nur vor Attentätern, auch vor jeglicher Kritik. Wer sich nicht einschüchtern lässt, wird umgebracht, unabhängige Beobachter lässt die Regierung im Norden längst nicht mehr zu.

Präsident Rajapakse und die singhalesisch geprägte Regierung werden jetzt keine Friedensgespräche mit den verbliebenen Kadern führen, sondern ihren Sieg auskosten wollen. Doch der militärische Erfolg wird den Herren in Colombo nichts nützen, wenn sie nicht auf die Tamilen zugehen. Sie müssen der Volksgruppe Mitsprache gewähren, sonst endet die Spaltung nie.

Allerdings macht der Umstand, dass die Regierung bei ihrer blutigen Offensive nicht einmal an die Versorgung der Flüchtlinge gedacht hatte, wenig Hoffnung, dass sie sich Gedanken über den politischen Prozess gemacht hat. Der aber wird schwieriger, als Bomben zu werfen. Eine Versöhnung wird wohl so lange dauern wie der Krieg. Das wären zwei Generationen.

 
Leser-Kommentare
    • Zaru
    • 18.05.2009 um 13:13 Uhr

    Jede Ungerechtigkeit war den Amerikanern wert sich einzumischen, warum diese nicht?
    Warum schauen alle Länder weg? Ist es nicht auch ihre Aufgabe, stutzig zu werden, wo solche Menschenrechte wie Pressefreiheit, Hilfeleistung und Freiheit einem ganzem Volk verwehrt wird?

    Sollten sie nicht Hilfestellung leisten? Der Regierung bebringen was Gleichberechtigung heißt und den Tamilen beibringen, was Demokratie heißt? Sollten Sie nicht den Ethnien die Angst von einander nehmen?

    Wenn nicht sie, wer dann?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Realistischer wäre eventuell...: Jede profitable/rentable/strategische Ungerechtigkeit war den Amerikanern wert sich einzumischen, warum diese nicht?

    Aehnliches würde ich mal vermuten bei "..warum schauen alle Länder weg...?"

    Seltsam auch, das überall Photoserien vom "feudalen" Leben des Guerillaführers in diversen Medien auftauchen... Dies soll wohl die Gräueltaten der Singalesischen Regierung irgendwie einfacher zum rechtfertigen vorbereiten...

    Das die Pressefreiheit, Hilfeleistung und Freiheit in allen, aber speziell den "vorbildlichen" Industrienationen schon seit jahren verächtlich und arogant mit Füssen getreten wird ist leider ein Teil usneres normalen täglichen Lebens...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • ela01
    • 18.05.2009 um 14:47 Uhr

    könnte man auch über Somalia u.a. stellen. Warum tut da keiner was? Wie Morgenrot schon sagte: da gibt es nichts zu holen, es ist nicht rentabel. Die Kosten-Einnahme-Rechnung zeigt ein dickes fettes Minus. Also sieht man einfach zu, wie autokrate Regierungen Völker umkommen lässt und hofft, dass sich das Problem von alleine löst, oder wenigstens nicht so oft in den Medien gebracht wird, damit die westlichen Bevölkerungen auch ja nichts davon mitbekommen. Wäre ja schlecht fürs Image und für das Gewissen. Traurig!

    _______________________________

    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    Realistischer wäre eventuell...: Jede profitable/rentable/strategische Ungerechtigkeit war den Amerikanern wert sich einzumischen, warum diese nicht?

    Aehnliches würde ich mal vermuten bei "..warum schauen alle Länder weg...?"

    Seltsam auch, das überall Photoserien vom "feudalen" Leben des Guerillaführers in diversen Medien auftauchen... Dies soll wohl die Gräueltaten der Singalesischen Regierung irgendwie einfacher zum rechtfertigen vorbereiten...

    Das die Pressefreiheit, Hilfeleistung und Freiheit in allen, aber speziell den "vorbildlichen" Industrienationen schon seit jahren verächtlich und arogant mit Füssen getreten wird ist leider ein Teil usneres normalen täglichen Lebens...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • ela01
    • 18.05.2009 um 14:47 Uhr

    könnte man auch über Somalia u.a. stellen. Warum tut da keiner was? Wie Morgenrot schon sagte: da gibt es nichts zu holen, es ist nicht rentabel. Die Kosten-Einnahme-Rechnung zeigt ein dickes fettes Minus. Also sieht man einfach zu, wie autokrate Regierungen Völker umkommen lässt und hofft, dass sich das Problem von alleine löst, oder wenigstens nicht so oft in den Medien gebracht wird, damit die westlichen Bevölkerungen auch ja nichts davon mitbekommen. Wäre ja schlecht fürs Image und für das Gewissen. Traurig!

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    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

  1. Realistischer wäre eventuell...: Jede profitable/rentable/strategische Ungerechtigkeit war den Amerikanern wert sich einzumischen, warum diese nicht?

    Aehnliches würde ich mal vermuten bei "..warum schauen alle Länder weg...?"

    Seltsam auch, das überall Photoserien vom "feudalen" Leben des Guerillaführers in diversen Medien auftauchen... Dies soll wohl die Gräueltaten der Singalesischen Regierung irgendwie einfacher zum rechtfertigen vorbereiten...

    Das die Pressefreiheit, Hilfeleistung und Freiheit in allen, aber speziell den "vorbildlichen" Industrienationen schon seit jahren verächtlich und arogant mit Füssen getreten wird ist leider ein Teil usneres normalen täglichen Lebens...

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Wir, Tamilen, brauchen nicht über die Demokratie belehrt zu werden.
    Die Regierung muss über das Fundament der Demokratie unterrichtet werden. Die Welt weiß nicht ,was die Regierung mit den Tamilen seit der Unabhängigkeit gemacht hat. Welche demokratischer Staat begeht denn Vökermord ? Erklären Sie mir mal bitte das!

    • ela01
    • 18.05.2009 um 14:47 Uhr

    könnte man auch über Somalia u.a. stellen. Warum tut da keiner was? Wie Morgenrot schon sagte: da gibt es nichts zu holen, es ist nicht rentabel. Die Kosten-Einnahme-Rechnung zeigt ein dickes fettes Minus. Also sieht man einfach zu, wie autokrate Regierungen Völker umkommen lässt und hofft, dass sich das Problem von alleine löst, oder wenigstens nicht so oft in den Medien gebracht wird, damit die westlichen Bevölkerungen auch ja nichts davon mitbekommen. Wäre ja schlecht fürs Image und für das Gewissen. Traurig!

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    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    • Gyaur
    • 18.05.2009 um 15:20 Uhr
    5. Und

    Hauptsache, der Frieden wird gedeihen.
    Ausserdem man erlebte in letzten Tagen, wie die "Revolutionäre" kämpfen...
    Sie treiben unbewaffnette Massen zusammen, um sich hinter ihnen zu verstecken und mit Vorsatz deren tausendfachen Tod zu verursachen, um später dies dem Gegner als Massenmord anzulasten. Dabei lässt man beflissentlich aus, dass man aus dieser Masse heraus, an die Soldaten schoß. Sri Lankas Killing Fields.

    Interessant wäre allerdings zu belichten, wer die Waffen den Kontrahenten lieferte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ela01
    • 18.05.2009 um 15:29 Uhr

    Lords of War gibt es überall, lieber Gyaur. Waffenschmuggel ist also kein Problem. Wie die Tamilen den Militärhubschrauber - in Einzelteilen natürlich - in das Kampfgebiet geschmuggelt hatten finde ich hingegen beachtenswert.

    _______________________________

    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    • ela01
    • 18.05.2009 um 15:29 Uhr

    Lords of War gibt es überall, lieber Gyaur. Waffenschmuggel ist also kein Problem. Wie die Tamilen den Militärhubschrauber - in Einzelteilen natürlich - in das Kampfgebiet geschmuggelt hatten finde ich hingegen beachtenswert.

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    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    • ela01
    • 18.05.2009 um 15:29 Uhr

    Lords of War gibt es überall, lieber Gyaur. Waffenschmuggel ist also kein Problem. Wie die Tamilen den Militärhubschrauber - in Einzelteilen natürlich - in das Kampfgebiet geschmuggelt hatten finde ich hingegen beachtenswert.

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    Ich weiß, dass ich nichts weiß.

    Antwort auf "Und"
  3. Meiner (in der BRD lebender Tamile) Einschätzung zu Folge war die breite Masse der Bevölkerung des Krieges müde.
    Der Krieg hat der tamilischen Minderheit noch vor einigen Jahren eine gute Ausgangsposition für Verhandlungsgespräche gehabt. Diese Chance wurde jedoch nicht genutzt, weil ich persönlcih denke, dass auch die LTTE kein Interessen an einen Frieden hatte, denn da hätte dazu geführt, dass die Spenden der Diaspora nicht mehr in dieser Dimension geflossen wären.
    Diese Regierung wird kein großes Interesse daran haben, auf die Tamilen zu zugehen. Sollte die Regierung nämlich die Tamilen im Norden in Ruhe lassen, dann weiß sie auch, dass der Norden sehr viel schneller aufgebaut werden wird, als irgend ein anderes Gebiet in Srilanka. Die Diaspora hat nicht nur eine enorme finanzielle Kraft, sondern auch das technische Know-How, diese Gebiete in kurzer Zeit aufzubauen. Dies wird die Regierung verhindern wollen. Ihr ist es relativ egal, was die UN oder Amerika dazu sagt, sie wird ihr Plan durchziehen, weil sie genau weiss, dass die Länder, die sie öffentlich kritisieren, nach kurzer Zeit, diese Grauen vergessen werden; so wie immer.

    Die Regierung wird wahrscheinlich wieder den Fehler machen, den sie vor 40-50 Jahren bereits gemacht hat. Sie sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass heute die Diaspora andere Optionen hat, wie vor 40 Jahren; dies sollte sie nicht unterschätzen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
  • Kommentare 7
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  • Schlagworte Frieden | Colombo | Sri Lanka | Regierung | Siegen
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