Bürgerkrieg Todeszone im Norden von Sri Lanka
Die Armee Sri Lankas beschießt Krankenhäuser, die tamilischen Rebellen nehmen Zivilisten als menschliche Schutzschilde: Die Menschen im Kriegsgebiet erleben eine Katastrophe

© STR/AFP/Getty Images
Bürgerkriegsopfer in einem Krankenhaus der Stadt Vavuniya im Norden Sri Lankas, 7.Mai
2. Mai: 68 Tote im Mullavaikkal Hospital durch Artilleriebeschuss. 28. April: Mindestens sechs Tote in der Ambulanz von Mullavaikkal nach Luftangriffen. 9. April: 22 Tote nach Artilleriebeschuss auf das Krankenhaus von Putumattalan....
Allein in den vergangenen fünf Monaten hat Human Rights Watch dreißig Angriffe der Armee Sri Lankas auf Krankenhäuser in der Region Vanni recherchiert. Dort hat das Militär die Rebellen der "Tamil Tigers" (LTTE) auf einem kleinen Küstenstreifen zusammengetrieben, dort halten letztere immer noch mehrere zehntausend Zivilisten als menschliche Schutzschilde fest.
"No Fire Zone" – so nennt die Regierung in Colombo offiziell das Kampfgebiet. "Gefechtsfreie Zone". Satellitenbilder zeigen die Realität hinter dieser Orwellschen Sprachregelung: Eine von Bombenkratern und Granatenlöchern übersäte Todeszone. 70.000 Menschenleben hat dieser Bürgerkrieg zwischen der Armee und den "Tamil Tigers" gekostet, ein Vierteljahrhundert dauert er nun schon an. Die Rebellengruppe kämpfte für einen tamilischen Staat, bis vor kurzem noch hatte sie fast ein Drittel des Landes unter Kontrolle.
Am Donnerstag versuchten mehrere tausend Tamilen im Kugelhagel durch eine Lagune dem Krieg zu entkommen. Nach Berichten von Augenzeugen schossen die Rebellen gezielt auf die Flüchtenden. Das Kalkül der Armee in dieser "finalen Schlacht" gegen die LTTE ist ebenso schlicht wie brutal: Irgendwann müssen den Rebellen die menschlichen Schutzschilde ausgehen. Entweder durch Massensterben oder Massenflucht. Oder durch beides.
Tatsächlich reißt der Flüchtlingsstrom in die Auffanglager der Armee nicht ab. Dort allerdings werden die Überlebenden eher wie Kriegsgefangene denn wie Notleidende behandelt. Die deutsche Hilfsorganisation medico international, deren lokale Partner derzeit medizinische Nothilfe im Krisengebiet leisten, berichtet, dass die Armee Männer von Frauen und Kindern trennt. Erstere stünden unter dem Generalverdacht, Rebellen zu sein. Die folgenden Verhöre, so medico international, seien oft brutal, sexuelle Übergriffe gegen Frauen an der Tagesordnung.
Drei Journalisten des britischen Fernsehsenders Channel Four, die über die Zustände in den Lagern berichtet hatten, wurden vergangene Woche festgenommen und ausgewiesen. Ausländische Helfer berichten von horrenden Zuständen in den Auffanglagern. Es fehle an Zelten, Trinkwasser, Medikamenten, die Menschen seien ausgehungert und schwer traumatisiert. "Manche haben buchstäblich ihre Sprache verloren und verharren in Schockstarre“, sagt ein Helfer. „Ich verstehe nicht, warum man im Ausland vor einer drohenden Katastrophe in Sri Lanka warnt. Die Katastrophe ist längst da.“
Der UN-Sicherheitsrat hat sich nun erstmals zu einer gemeinsamen Erklärung aufgerafft. Die LTTE solle umgehend die Waffen niederlegen und die Zivilisten freilassen, die Regierung müsse endlich den Einsatz schwerer Waffen stoppen. In Colombo wertet man diese Aufforderung als politischen Rückschlag. China und Russland, beide aus bekannten Gründen erklärte Gegner von diplomatischen Interventionen dieser Art, hatten bislang eine geschlossene Position des Sicherheitsrats verhindert.
Schmerzhafter als die Botschaft aus New York könnte die Regierung in Colombo der Druck aus Washington treffen. Dort hat erstmals US-Präsident Barack Obama öffentlich gefordert, dass der Beschuss der Zivilbevölkerung sofort aufhören müsse. In Washington sitzt auch der Internationale Währungsfonds (IWF). Die sri-lankische Regierung – durch Militärausgaben und Wirtschaftskrise in prekärer finanzieller Lage – wartet dringend auf einen Nothilfekredit in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar.
- Datum 16.05.2009 - 11:25 Uhr
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"Deutsche NGOs beklagen, dass aufgrund der spärlichen Berichterstattung nur wenig Spenden für Sri Lanka eingehen."
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Zynismus. Die Redaktion/jk)
Das stellt alles in den Schatten, was im Nahen Osten passiert und für die Tamilen werden die Folgen bitterer sein, als sie für die Palästinenser jemals waren, aber es gibt halt eine Hierarchie von Opfergruppen ...
Ich kann mich noch gut an den letzten Krieg im Gazastreifen erinnern. Da wurden jeden Tag Artikeln zu hauf geschrieben und die Menschen übertrafen sich gegenseitig mit Kommentaren in diversen Zeitungen. Der Großteil schimpfte natürlich auf die bösen Israelis. Die total unschuldig Hamas kam gut und gern als politisch gewählte Instanz weg. Man bemühte Vergleiche von Konzentrationslagern mit dem Gazastreifen und fragt sich, wie die Israelis zu so etwas fähig seien. Da gab es Demos in diversen Großstädten mit zum Teil bedenklichen Parolen und der UNO-Menschenrechtsrat verabschiedet ja schon seit geraumer Zeit massenhaft israelkritische Resolutionen (allein 2007 beschäftigte sich der Rat 120 Mal mit dem Nahostkonflikt; Quelle wikipedia).
Davon merke ich bei diesem Konflikt nichts. Eigentlich eigenartig, denn bei 1000 Toten innerhalb von nur einer Woche, bei Hunderttausenden auf der Flucht und bei ca. 50000 weiterhin eingeschlossenen, könnte man doch eigentlich meinen, dass es einen ebenso großen Aufschrei unter den Kommentatoren geben müsste oder nicht? Krankenhäuser werden beschossen, Rebellen schießen auf flüchtende Zivilisten und die Armee beschießt ein Krankenhaus und weitere 50000 Zivilisten befinden sich nach wie vor zwischen den Fronten. Humanitäre Organisationen haben sowieso keinen Zugang und Aufrufe der UNO und diverser Staaten zu einer Ruhepause interessieren offensichtlich keinen. Aber haben Sie jemals eine Demo bemerkt in einer Großstadt? Gibt es empörte Aufschreie unter den Onlinekommentatoren? Das hier ist der zweite Eintrag, wo bleiben die ansonsten so motivierten und schnell zur Stelle eilenden Kommentatoren, die während des letzten Gazakrieges unzählige Kommentare abgefasst haben? Ist dieser Konflikt denn weniger schrecklich? Sind diese Gräueltaten weniger verurteilenswert oder warum bleiben sie aus?
Liegt es vielleicht daran, dass Israel gegenüber eine feindliche Stimmung herrscht und somit jede Aktion auf der Goldwaage landet? Es scheint fast so, denn kein anderer Konflikt erhält so viel Aufmerksamkeit wie der im Nahen Osten. Wen interessiert schon der Sudan? Was kümmert uns Somalia?
Natürlich, Kritik an Israel ist legitim und ich möchte nicht behaupten, dass Israel die Unschuld in Person ist, oder dass der Nahostkonflikt nicht genauso seine Berechtigung zur Beachtung hat, doch die Frage ist aus welcher Motivation heraus dies geschieht? Liegt es wirklich nur daran, dass man die Vorgänge im Nahen Osten so schrecklich findet, oder nimmt man einfach jeden Anlass, um ein bisschen Israel-Bashing zu betreiben? Eigentlich müssten sich doch genauso viele Kommentatoren zu diesem Thema äußern, wenn die Motivation einfach nur in der Kritik der Vorgänge liegt, oder nicht?
"Besser eine handvoll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind"
und Ihr noch bemerkenswerterer Kommentar eine zusätzliche Zuschrift erhalten:
Ja, wo bleiben die Kommentatoren von vor ein paar Wochen, als es um Israel und den Gaza-Streifen ging?
Diesen Artikel hier werde ich mir als Favoriten abspeichern und zu gegebener Zeit in eine dann womöglich wieder heftige Debatte Israel/Gaza einfließen lassen.
und Ihr noch bemerkenswerterer Kommentar eine zusätzliche Zuschrift erhalten:
Ja, wo bleiben die Kommentatoren von vor ein paar Wochen, als es um Israel und den Gaza-Streifen ging?
Diesen Artikel hier werde ich mir als Favoriten abspeichern und zu gegebener Zeit in eine dann womöglich wieder heftige Debatte Israel/Gaza einfließen lassen.
Herr Kuhn, Sie sind immer schnell, wenn es darum geht, Kommentare zu entfernen, die den Antisemitismus bloß stellen. Bei antisemitischen Kommentaren zeigen Sie so gut wie nie eigene Initiative und, selbst wenn man Sie auf solche Kommentare hinweist, warten Sie fast so lange, bis Sie den Staatsanwalt am Hals haben.
Steckt ein System dahinter?
Zu meinem zensierten Kommentar:
1. Wie erklären Sie denn, dass die Berichterstattung über Sri Lanka so spärlicher und auch vom Ton her sachlicher ist, als über Israel?
2. Wie erklären Sie, dass es hier keine Leserkommentare zu dem Thema gibt, wo zu Gaza derer Zahl nahezu Tausend erreicht hat?
Sehr geehrter Anfaenger,
es gibt Themen, bei denen wir es niemandem recht machen können. Nahost ist so eines: Ersetzen Sie "antisemitisch" mit "das Leiden der Palästinenser leugnende" und Sie haben der Vorwurf, der uns von der anderen Seite des Meinungsspektrums erreicht.
Zu Ihren Fragen:
1. Der Nahost-Konflikt ist uns nicht nur geographisch viel näher, er ist durch die unübersichtliche Gemengelage auch emotional aufgeladener. Zudem gehört er zu den Konflikten, welche die Entwicklung einer ganzen Region maßgeblich bestimmen.
2. Hier könnte ich Ihnen auch Antwort 1) nochmals aufschreiben. Ergänzend: Zum Thema Israel-Palästina hat fast jeder eine Meinung. Die Tamilen kennen viele Menschen nur aus den Nachrichten im hinteren Drittel der Tagesschau. Das ist zu bedauern, wir können daran aber nur etwas ändern, indem wir auch über Sri Lanka berichten und diskutieren. Deshalb finde ich es schade, dass Sie den Nahost-Konflikt ins Spiel bringen. Denn die Situation im Norden Sri Lankas hätte es ebenfalls verdient, von unseren Usern genauer analyisert zu werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
Sehr geehrter Anfaenger,
es gibt Themen, bei denen wir es niemandem recht machen können. Nahost ist so eines: Ersetzen Sie "antisemitisch" mit "das Leiden der Palästinenser leugnende" und Sie haben der Vorwurf, der uns von der anderen Seite des Meinungsspektrums erreicht.
Zu Ihren Fragen:
1. Der Nahost-Konflikt ist uns nicht nur geographisch viel näher, er ist durch die unübersichtliche Gemengelage auch emotional aufgeladener. Zudem gehört er zu den Konflikten, welche die Entwicklung einer ganzen Region maßgeblich bestimmen.
2. Hier könnte ich Ihnen auch Antwort 1) nochmals aufschreiben. Ergänzend: Zum Thema Israel-Palästina hat fast jeder eine Meinung. Die Tamilen kennen viele Menschen nur aus den Nachrichten im hinteren Drittel der Tagesschau. Das ist zu bedauern, wir können daran aber nur etwas ändern, indem wir auch über Sri Lanka berichten und diskutieren. Deshalb finde ich es schade, dass Sie den Nahost-Konflikt ins Spiel bringen. Denn die Situation im Norden Sri Lankas hätte es ebenfalls verdient, von unseren Usern genauer analyisert zu werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
und Ihr noch bemerkenswerterer Kommentar eine zusätzliche Zuschrift erhalten:
Ja, wo bleiben die Kommentatoren von vor ein paar Wochen, als es um Israel und den Gaza-Streifen ging?
Diesen Artikel hier werde ich mir als Favoriten abspeichern und zu gegebener Zeit in eine dann womöglich wieder heftige Debatte Israel/Gaza einfließen lassen.
Sehr geehrter Anfaenger,
es gibt Themen, bei denen wir es niemandem recht machen können. Nahost ist so eines: Ersetzen Sie "antisemitisch" mit "das Leiden der Palästinenser leugnende" und Sie haben der Vorwurf, der uns von der anderen Seite des Meinungsspektrums erreicht.
Zu Ihren Fragen:
1. Der Nahost-Konflikt ist uns nicht nur geographisch viel näher, er ist durch die unübersichtliche Gemengelage auch emotional aufgeladener. Zudem gehört er zu den Konflikten, welche die Entwicklung einer ganzen Region maßgeblich bestimmen.
2. Hier könnte ich Ihnen auch Antwort 1) nochmals aufschreiben. Ergänzend: Zum Thema Israel-Palästina hat fast jeder eine Meinung. Die Tamilen kennen viele Menschen nur aus den Nachrichten im hinteren Drittel der Tagesschau. Das ist zu bedauern, wir können daran aber nur etwas ändern, indem wir auch über Sri Lanka berichten und diskutieren. Deshalb finde ich es schade, dass Sie den Nahost-Konflikt ins Spiel bringen. Denn die Situation im Norden Sri Lankas hätte es ebenfalls verdient, von unseren Usern genauer analyisert zu werden.
Mit freundlichen Grüßen,
Johannes Kuhn, Redaktion ZEIT ONLINE
"Ersetzen Sie "antisemitisch" mit "das Leiden der Palästinenser leugnende" und Sie haben der Vorwurf, der uns von der anderen Seite des Meinungsspektrums erreicht."
Das sich pro-arabische Propagandisten bei Ihnen beschweren, kann ich Ihnen gerne glauben---ich habe so manche Beschwerde auch selbst gelesen. Trotzdem sehe ich Ihre Aufgabe, als eines Organs der Presse das mit gewissen, im Grundgesetz verbrieften, Rechten und Pflichten ausgestattet ist, nicht daran, alle Seiten zu befriedigen, sondern objektiv zu berichten.
Konkret:
- können Sie mir ein Beispiel eines "das Leiden der Palästinenser leugnendes" Kommentars geben? Ich kann Ihnen auf Anhieb Dutzende antisemitische Kommentare auflisten, bis zur Holokaustleugnung, die bei Ihnen stehen.
- wieviele Menschen (meinetwegen Palästinenser) sind an Folgen der "Leugnung des Leidens der Palästinenser" schon gestorben? Wie hat sich die palästinensiche Bevölkerung seit ihrer Entstehung etwickelt?
- wenn sich Nazis beschweren, Kommentare würden Leiden der Deutschen leugnen, löschen Sie auch von ihnen beanstandete Kommentare?
Zu ihren Antworten:
"Der Nahost-Konflikt ist uns nicht nur geographisch viel näher"
Spielt es in der heutigen Welt eine Rolle? Über Guantanamo wird auch mehr berichtet als über syrische oder ägyptische Foltergefängnisse, obwohl diese uns geographisch näher sind. Außerdem ist Kurdistan ungefähr gleich so weit wie Gaza, trotzdem gab es über die türkische Aktion auf irakischem Boden kaum Berichterstattung.
"er ist durch die unübersichtliche Gemengelage"
Araber wollen Juden ins Meer werfen. Juden wehren sich. Was soll hier unübersichtlich sein?
"emotional aufgeladener"
Eine Nicht-Antwort. Denn warum ist er emotional aufgeladener?
"Zudem gehört er zu den Konflikten, welche die Entwicklung einer ganzen Region maßgeblich bestimmen."
Sie meinen, würde man einen weiteren Staat für Palästinenser gründen, würden sich auf einmal Marokkaner und Algerier lieben, so wie Algerier mit Libyer, Ägypten und Sudan würden ihre Grenzstreitigkeiten lösen, genauso wie Libya ihre mit Niger, Jordan und Saudi-Arabien würde beste Freunde werden, überschattet nur noch durch kuweitisch-irakische Freundschaf, Syrien würde alle Macht- und Landsprüche im Libanon aufgeben und der Iran würde seinen Anspruch als Regionalmacht und Führer des islamischen Blocks aufgeben? Uvm.
"Zum Thema Israel-Palästina hat fast jeder eine Meinung."
Schon wieder eine Nicht-Antwort. Warum ist es so?
"Die Tamilen kennen viele Menschen nur aus den Nachrichten im hinteren Drittel der Tagesschau."
Und noch eine. Das war gerade meine Frage, warum berichtet man über Tamilen so wenig?
"Das ist zu bedauern, wir können daran aber nur etwas ändern, indem wir auch über Sri Lanka berichten und diskutieren."
Wenn Sie mein Kommentar gelesen haben, müssen Sie verstanden haben, dass ich gerade das fordere. Wieviele Artikel hat Die Zeit über Sri Lanka im letzten Monat veröffentliche, und wieviele über Eretz Israel im Januar? Nur zur Korrelation: wieviele Juden gibt es in Sri Lanka, und wieviele in Eretz Israel?
"Deshalb finde ich es schade, dass Sie den Nahost-Konflikt ins Spiel bringen."
Wieso? Weil ich durch diesen Vergleich gerade zeige, dass Sie Ihren eigenen Maßstäben nicht gerecht werden?
"Ersetzen Sie "antisemitisch" mit "das Leiden der Palästinenser leugnende" und Sie haben der Vorwurf, der uns von der anderen Seite des Meinungsspektrums erreicht."
Das sich pro-arabische Propagandisten bei Ihnen beschweren, kann ich Ihnen gerne glauben---ich habe so manche Beschwerde auch selbst gelesen. Trotzdem sehe ich Ihre Aufgabe, als eines Organs der Presse das mit gewissen, im Grundgesetz verbrieften, Rechten und Pflichten ausgestattet ist, nicht daran, alle Seiten zu befriedigen, sondern objektiv zu berichten.
Konkret:
- können Sie mir ein Beispiel eines "das Leiden der Palästinenser leugnendes" Kommentars geben? Ich kann Ihnen auf Anhieb Dutzende antisemitische Kommentare auflisten, bis zur Holokaustleugnung, die bei Ihnen stehen.
- wieviele Menschen (meinetwegen Palästinenser) sind an Folgen der "Leugnung des Leidens der Palästinenser" schon gestorben? Wie hat sich die palästinensiche Bevölkerung seit ihrer Entstehung etwickelt?
- wenn sich Nazis beschweren, Kommentare würden Leiden der Deutschen leugnen, löschen Sie auch von ihnen beanstandete Kommentare?
Zu ihren Antworten:
"Der Nahost-Konflikt ist uns nicht nur geographisch viel näher"
Spielt es in der heutigen Welt eine Rolle? Über Guantanamo wird auch mehr berichtet als über syrische oder ägyptische Foltergefängnisse, obwohl diese uns geographisch näher sind. Außerdem ist Kurdistan ungefähr gleich so weit wie Gaza, trotzdem gab es über die türkische Aktion auf irakischem Boden kaum Berichterstattung.
"er ist durch die unübersichtliche Gemengelage"
Araber wollen Juden ins Meer werfen. Juden wehren sich. Was soll hier unübersichtlich sein?
"emotional aufgeladener"
Eine Nicht-Antwort. Denn warum ist er emotional aufgeladener?
"Zudem gehört er zu den Konflikten, welche die Entwicklung einer ganzen Region maßgeblich bestimmen."
Sie meinen, würde man einen weiteren Staat für Palästinenser gründen, würden sich auf einmal Marokkaner und Algerier lieben, so wie Algerier mit Libyer, Ägypten und Sudan würden ihre Grenzstreitigkeiten lösen, genauso wie Libya ihre mit Niger, Jordan und Saudi-Arabien würde beste Freunde werden, überschattet nur noch durch kuweitisch-irakische Freundschaf, Syrien würde alle Macht- und Landsprüche im Libanon aufgeben und der Iran würde seinen Anspruch als Regionalmacht und Führer des islamischen Blocks aufgeben? Uvm.
"Zum Thema Israel-Palästina hat fast jeder eine Meinung."
Schon wieder eine Nicht-Antwort. Warum ist es so?
"Die Tamilen kennen viele Menschen nur aus den Nachrichten im hinteren Drittel der Tagesschau."
Und noch eine. Das war gerade meine Frage, warum berichtet man über Tamilen so wenig?
"Das ist zu bedauern, wir können daran aber nur etwas ändern, indem wir auch über Sri Lanka berichten und diskutieren."
Wenn Sie mein Kommentar gelesen haben, müssen Sie verstanden haben, dass ich gerade das fordere. Wieviele Artikel hat Die Zeit über Sri Lanka im letzten Monat veröffentliche, und wieviele über Eretz Israel im Januar? Nur zur Korrelation: wieviele Juden gibt es in Sri Lanka, und wieviele in Eretz Israel?
"Deshalb finde ich es schade, dass Sie den Nahost-Konflikt ins Spiel bringen."
Wieso? Weil ich durch diesen Vergleich gerade zeige, dass Sie Ihren eigenen Maßstäben nicht gerecht werden?
Zwei Armeen gehen aufeinander los und die leidtragenden sind wie immer die Zivillisten. Ich bin dafür, irgendwo im Meer eine neue Insel aufzuschütten. Da können sie sich dann gegenseitig umbringen. Es ist so schade für Sri Lanka, immerhin wurde dort so viel neu aufgebaut (auch durch deutsche Gelder) und jetzt wird das wegen irgendwelchen lächerlichen Streitigkeiten kaputtgebombt. Und der Rest wird von verzweifelten Flüchtlingen überflutet. So schade für die Touristikbranche und den Rest der Bevölkerung.
Im Ansatz finde ich Ihre Idee herrlich...allerdings etwas zu teuer und auch nicht wirklich tiefrgreifend. Ein Gladiatorenring im guten alten Stil würde doch ausreichen. Dort können sich die Kriegstreiber dieser Welt dann mit Morgensternen und lustigen Helmen ausrüsten und sich gegenseitig mal nach Herzenslust das antun, was sie den ihnen anvertrauten (?) Menschen aufzuzwingen gedenken. Ich bin überzeugt, solch eine Lifeübertragung würde Formate wie DSDS locker aus dem Feld schlagen...
Optional könnten diese Herren sich ja auch einfach am Vorbild ihrer "Ahnen" orientieren und ihre Truppen "von vorne" führen. Würde ja reichen...
Fakt ist: wer dort nicht zum Täter wird (sprich Soldat) wird automatisch zum Opfer!
Die wahren Verbrecher werden (wie üblich) nicht ernsthaft zur Rechenschaft gezogen werden. Das Leben wird weitergehen, als wäre nichts geschehen. Woher die Waffen stammen, mit denen dort geknüppelt wird, wage ich gar nicht erst zu fragen...
Im Ansatz finde ich Ihre Idee herrlich...allerdings etwas zu teuer und auch nicht wirklich tiefrgreifend. Ein Gladiatorenring im guten alten Stil würde doch ausreichen. Dort können sich die Kriegstreiber dieser Welt dann mit Morgensternen und lustigen Helmen ausrüsten und sich gegenseitig mal nach Herzenslust das antun, was sie den ihnen anvertrauten (?) Menschen aufzuzwingen gedenken. Ich bin überzeugt, solch eine Lifeübertragung würde Formate wie DSDS locker aus dem Feld schlagen...
Optional könnten diese Herren sich ja auch einfach am Vorbild ihrer "Ahnen" orientieren und ihre Truppen "von vorne" führen. Würde ja reichen...
Fakt ist: wer dort nicht zum Täter wird (sprich Soldat) wird automatisch zum Opfer!
Die wahren Verbrecher werden (wie üblich) nicht ernsthaft zur Rechenschaft gezogen werden. Das Leben wird weitergehen, als wäre nichts geschehen. Woher die Waffen stammen, mit denen dort geknüppelt wird, wage ich gar nicht erst zu fragen...
Die Tamil Tigers werden in der deutschen Presse immer wieder als Rebellen oder Widerstandskämpfer bezeichnet. Für die Menschen in Sri Lanka - sowohl für die Singhalsen als auch für die Mehrheit der Tamilien - handelt es sich bei dieser Gruppe eindeutig um eine Terrororganisation.
Ich denke, dass eine Organisation, die wiederholt Busse, Schulen und andere zivile Ziele in die Luft sprengt und dabei hunderte Unschuldige ermordet, auch als Terrororganisation bezeichnet werden sollte.
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