Steuerschätzung Es kommen magere Jahre

Die Zahlen der Steuerschätzer zeigen: Es wird bald weniger zu verteilen geben. Nun büßen die Deutschen für die fehlerhafte Politik eines ganzen Vierteljahrhunderts

Nun also ist sie raus, die Schreckenszahl. Um geschätzte 316 Milliarden Euro werden die Steuereinnahmen des Bundes in den kommenden fünf Jahren sinken. Die Finanzkrise reißt ein tiefes Loch in den Bundeshaushalt; allein in diesem Jahr fehlen noch einmal Steuereinnahmen von 45 Milliarden Euro. Um dieses Loch zu stopfen, wird die Neuverschuldung dramatisch steigen.

Um einem populären Missverständnis vorzubeugen: Staatsschulden sind nicht per se schlecht. Es gibt Situationen, in denen der Staat in finanzielle Vorleistung gehen kann – und muss. Dann nämlich, wenn Unternehmen und Bürger nicht mehr investieren. So wie jetzt. Hinzu kommt: Die Bundesregierung war nahe dran, zum ersten Mal seit 40 Jahren überhaupt wieder ohne neue Schulden auszukommen. Unter der Großen Koalition ist die Neuverschuldung deutlich gesunken. Wenn der Schuldenstand jetzt steigt, dann geschieht dies von einem international vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau.

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Und dennoch werden die kommenden Jahre dieses Land verändern. Das hat zwei Gründe.

Erstens: Die Spielräume im Haushalt werden so eng wie nie. Die Krise ist ja nicht zu Ende, sie wird erst in den kommenden Monaten zu deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen führen. Dann gerät der Finanzminister gleich von zwei Seiten unter Druck. Er muss mehr Zinsen bezahlen (für die neuen Schulden) – und mehr für die Arbeitslosen. Schon heute sind das die beiden größten Ausgabenblöcke im Etat. Vor Ausbruch der Krise hatte Peer Steinbrück den Begriff von der "gestaltenden Finanzpolitik" geprägt. In der Krise wird der Gestaltungsspielraum immer kleiner.

Das zweite Problem: Das Gesellschaftsmodell der Bundesrepublik ist auf Wirtschaftswachstum aufgebaut. Gut ging es dem Land immer dann, wenn es mehr zu verteilen gab. Das haben die Jahre 2006 und 2007 gezeigt. Deutschland profitierte vom weltweiten Aufschwung, die Exporte stiegen und die Arbeitslosigkeit sank. Die Regierung konnte die Mehrwertsteuer erhöhen und die Mehreinnahmen dazu nutzen, um die Neuverschuldung zu senken und gleichzeitig zu investieren – etwa in den Ausbau von Kindertagesstätten oder ins Elterngeld. Nur einmal musste eine Bundesregierung bislang in einem Abschwung harte Einschnitte vornehmen: 2003 war das, als Gerhard Schröder die Agenda 2010 durchsetzte. Das Resultat: soziale Widerstände, Schröders Abwahl – vor allem aber: mehr Ungleichheit in der Gesellschaft.

Was also passiert, wenn es absehbar auf Jahre hinweg kaum Wachstum geben wird? Steuersenkungen jedenfalls, wie sie Union und FDP jetzt propagieren, werden sich auf keinen Fall finanzieren lassen. Im Gegenteil: Für Spitzenverdiener und Teile der Mittelschicht werden die Steuern sogar steigen. Die Politik wird dazu eine Kraft aufbringen müssen, die sie bisher nicht hatte. Sie wird das Sozialsystem erhalten müssen, auch wenn die Wirtschaft stagniert – und sie muss finanzielle Prioritäten setzen: Wofür gibt es noch Geld? Und, vor allem, wofür nicht?

Jetzt, in der Finanzkrise, büßen die Deutschen nicht für die Fehler der vergangenen drei Jahre. Sie büßen für die fehlerhafte Politik eines ganzen Vierteljahrhunderts. Viel zu lange hat man in Deutschland versäumt, auf die absehbar sinkenden Geburtenzahlen zu reagieren. Viel zu lange wurde zu wenig in Bildung und Forschung investiert. Und viel zu lange haben sich deutsche Regierungen und Wirtschaftslobbyisten auf dem vermeintlichen Ehrentitel des Exportweltmeisters ausgeruht statt die Binnennachfrage zu stärken. Auch deswegen gehört Deutschland im internationalen Vergleich zu den großen Verlieren der Krise.

Es wird also weniger zu verteilen geben. Allerdings: In der Regierung hat man das offenbar noch nicht verstanden. In den aktuell laufenden Haushaltsverhandlungen fordern alle Kabinettsmitglieder mehr Geld. Als ob es überhaupt nicht nötig wäre, bei knapper Haushaltslage Prioritäten zu setzen.

 
Leser-Kommentare
  1. Keynes !? Schulden machen um zu investieren wenn die Unternehmen keine Profite mehr sehen und die Bürger nicht's mehr ausgegen wollen...

    Soweit so klar...

    Was da hingegen die Schuldenbremse soll bleibt schleierhaft... aber nur solange wie man sich die Globaliserung nicht mehr anschaut bzw. diese vergisst. Dort gilt es nach wie vor als Vorteil so tiefe Steuern zu haben wie nur möglich (einige wollen Unternehmen gerne komplett davon befreien) so das diese tieferen Kosten in die Preise einfliessen können.

    Wettbewerb um des Wettbewerbs willen. Was aus etwaigen negativen Konsequenzen wird ist dabei völlig egal. Die Kosten werden ja Schritt für Schritt externalisiert... oder anders, sozialisiert. Die Renditen, Profite und Dividenden fleissen Steuerbefreit oder -erleichtert zu den Aktionären und anderen Investoren.

    Das Kapital will nicht verlieren. Nie...

    Eigenverantwortung ist angesagt. Auch dies so konsequent wie nur möglich... bei einigen bereits bis zur Selbstaufgabe... Hartz gibt die Regeln vor. Möglichst Hart, Konsequent, Eigenverantwortlich

    IchAG...

    Andere Massnahmen um global noch Ware loszuwerden sind tiefste Löhne. Die 1 Eurojobs kommen diesem Neoliberalen Ideal schon sehr nahe. Aber bleiben wir erstmal bei den sogenannten "working poor" speziell in den "reichen" Industrienationen. Auch hier wieder... Humankapital als möglichst endlose Ressource die es zu verbrauchen gilt...

    Hauptsache man kann aus einem konstanten Bestand an genügend Arbeitslosen auswählen.

    Die Krankheitskosten die sich aus diesen übelsten Arbeitsverhältniseen ergeben bezahlen ja dann andere. Am liebsten hätte man auch hier keinerlei Restriktionen was Arbeitnehmerschutz anbelangt. Also kranke am besten vor die Türe setzen so das die entstehdnen Kosten sozialisiert werden.

    Zeitarbeit... Minijobs... Flexibilität... Eigenverantwortung... Wie war das nochmal, Schmarotzer schrie man denen hinterher... Faule,

    Es sind aber immer noch Mitmenschen über die man geredet und geurteilt hat... schon bald dürfte es mehr davon geben. Nachbarn halt und plötzlich gleichgesinnte. Wie dann die Propaganda wohl aussehen wird ... und wieviele machen dann noch mit bei diesem Hinterhältigen Spiel um Profite für ein % Anteil de bevölkerung?

    Alles flexibel, billig, kostenarm- oder befreit...

    Menschlich, Natürlich, Unabdingbar, ohne Alternative, Naturgesetz, Logischm Zukunftsfähig, Zukunftweisend, Modern,

    Nur bezahlen dafür, das müssen immer die anderen... Nicht die auf den Kapitalfuchtoasen von denen es nach wie vor mehr als 40 Weltweit gibt.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  2. Das Problem ist weniger, dass magere Jahre kommen. Das Problem ist, dass in den letzten Jahren, in denen etlich Milliarden mehr als die Steuerschätzungen eingenommen wurden, das Geld schnell verplant und der Bundeshaushalt kräftig erhöht wurde.

    Die Wirtschaftsleistung ist von 2005 bis 2008 um 0,8%, 3%, 2,5%, 1,3% gestiegen, 2009 wird es vorraussichtlich um 6% fallen. Die Steuern lagen nach Aussage des Finanzministeriums 2007 bei 540 Mrd. Euro und sind in 2006 und 2007 um jeweils 8-10% gestiegen. Es passiert also nichts weiter, als dass die in den letzten Jahren überproportional stark gestiegenen Einnahmen auf Normalmaß zurückfallen.

    Es ist beim Staat wie bei Unternehmen. Steigen die Einnahmen mal zufällig eine Weile stark, so wird so getan, als sei dies der Normalzustand. Fallen sie danach mal wieder, ist es ein Riesendrama. Es war doch eigentlich vorhersehbar, dass der Boom in den letzen Jahren nicht ewig dauert.

    Leider unterliegen wir insgesamt immer mehr einer Zockermentalität wie an der Börse. Übertreibungen werden als normale Entwicklung betrachtet, mit allen Folgen, die das hat. Wenn ich privat einen Lottogewinn von 10% meines Einkommens sofort in einer Ausgabe in Form einer größeren Wohnung mit höherer Miete verplanen würde, ware ich längst zahlungsunfähig. Was beim Staat nicht so schlimm ist, denn das werden wir alle irgendwann mit Geldentwertung bezahlen.

    • politz
    • 14.05.2009 um 16:52 Uhr

    Um die Haushaltslöcher zu schließen, sollte man nicht wie von Marc Brost vorgeschlagen wird die Steuern für Spitzenverdiener und Teile der Mittelschicht erhöhen. Selbst Spitzenverdiener zählen nicht zu den Verursachern der hohen Staatsverschuldung. Besteuert werden müssen vielmehr die großen Vermögen, in denen sich unter anderem die Staatsanleihen befinden. Weil "künftige Generationen" die Schuldenlast finanzieren müssen, ist außerdem eine Erhöhung der Erbschaftsteuer notwendig. Denn sowohl die Staatsschulden als auch die Staatsanleihen werden weitervererbt.

    Noch besser wäre es indes, wenn der Staat zur Finanzierung der Konjunkturprogramme und der Bankenkapitalisierung einfach sein eigenes Geld druckt. Wir müssen einmal aus dieser Verengung der Realitätswahrnehmung herauskommen, dass der Staat irgendwo unter seinen Schulden zu leiden hätte. Die Fed kauft gerade 300 Mrd. $ an US-Staatsanleihen auf – noch ein bisschen mehr und wir hätten die Summe die laut Steuerschätzung den deutschen öffentlichen Haushalten bis 2013 fehlen wird. Die EZB sollte dasselbe tun, und dann gibt es wieder mehr "zu verteilen".

  3. Führen wir doch einfach den Kapitalismus ein. Oder besser gesagt: Ignorieren wir ihn nicht länger.

    Verabschieden wir uns von dem Gedanken, daß Arbeit von Wachstum komme - denn es ist genau umgekehrt. Verabschieden wir uns von dem Gedanken, daß Wohlstand vom Gelddrucken komme - denn Wohlstand kommt vom Sparen und von Investitionen. Verabschieden wir uns von dem Gedanken, daß Werte durch Umverteilung entstünden, denn vor der Umverteilung kommt die Verteilung, also die Wertschöpfung.

    Ich weiß ich weiß - in einer Gesellschaft, in der auf einen Unternehmer drei Politologen und zwei Beamte kommen, ist das nicht vermittelbar. Aber ich versuchs trotzdem immer wieder mal.

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    Deutschland hat der Welt nach 1945 zwei Beispiele geliefert, wie man eine total ruinierte Wirtschaft von Grund auf neu aufbaut, wir nannten sie BRD und DDR. Jeder kann sich aussuchen, welche ihm besser zusagt.

    ...war das nun einfach noch nicht konsequent genug, man also hätte die Dosis erhöhen müssen (gern verwendetes Argument wenn mal wieder was schief gelaufen ist) oder ist die Richtung die man ja nun + 20 Jahre lang verfolgt hat einfach die falsche gewesen?

    Soll man die "natürliche" Akkumulation von Kapital verhindern oder wie sieht das aus wenn sich das Zeug in immer weniger Händen kummuliert? Alles einfach richtig und unabwendbar... oder sogar wünschbar? Uebrigens ganz das Gegenteil dessen was immer behauptet wird...

    ...übrigens, haben sie bei den Unternehmern usw. noch die Arbeiter vergessen zu erwähnen ohne die ja nicht ausgesprochen viele Unternehmerische Ideen verwirklicht werden können... ...dann aber wieder, die sind ja in den vergangenen Jahren schon so oft vergessen worden...

    Aber, bevor ich hier noch weiterschreibe... Ihre Definition vom Kapitalismus interesseriert mich. Gab es da mal was das erfolgreich war und wenn ja, für wen genau und für wieviele?

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • RalphS
    • 14.05.2009 um 20:22 Uhr

    Dieses Instrument wurde besonders erfolgreich in den deutschen 30er Jahren eingesetzt und führte nach der ersten Weltwirtschaftskrise und einer katastrophalen Arbeitslosigkeit zum ersten Wirtschaftswunder Deutschlands und zur Vollbeschäftigung.
    Wenn alles nichts hilft, muss wieder die Gelddruckmaschine angestellt werden, denn anders ist dem Problem der derzeitigen desaströsen Geldhortung im gigantischen Stil nicht beizukommen. Geld ist in Wirklichkeit genug da für einen neuen Aufschwung. Die es haben, trauen es sich aber nicht es einzusetzen, denn der erste der es wagt, könnte der Verlierer sein. Diesen Menschen und diesem Denken muss ordentlich eingeheizt und Feuer unter dem Hintern gemacht werden und das geht nur mit Fiat-Money.
    .
    Vorteile

    - wirtschaftliches Wachstum und Auslastung der industriellen und der Arbeitsressourcen
    das Ende von "unter unseren Verhältnissen leben"
    - Sicherung teurer industrieller und wirtschaftlicher Strukturen
    die durch den Wirtschaftsabschwung ganz schnell zerstört werden können und damit auch gleichzeitig den Wert des im Umlauf befindlichen Geldes nach unten reißen.
    Frage : Warum werden immer mehr Kredite faul ?
    Antwort : Weil die Wirtschaft sich in einem Strudel nach unten befindet und gesunde Unternehmen in den Abgrund reist. Bei dieser Talfahrt gehen Unternehmen zu Bruch. Gehen Unternehmen in Konkurs, dann werden auch die Kredite die auf diesen Unternehmen lasten wertlos. Die deutsche Wirtschaft ist mit 2 Billionen Euro verschuldet. Ein großer Teil dieser Kredite kann unwiederbringlich verloren gehen und nach derzeitigem Stand, wird dies durch die Ideologie von Leuten wie Westerwelle und Konsorten auch geschehen.
    .
    Bis 5% Inflation sind gut
    denn durch Inflation kann sich der Staat entschulden.
    Arbeitnehmer, Angestellte, Beamte und Rentner wären von einer Inflation nicht betroffen, denn die würden dann wie in den 1970er Inflationsjahren automatisch höhere Gehälter bekommen. Die Renten würden automatisch steigen, da sie an den Einkommen gekoppelt sind. Ein Vorwurf an die Gewerkschaften in den 70er Jahren war, zu hohe Einkommenssteigerungen verursacht zu haben. Vor Inflation brauchen wir uns also nicht fürchten. Wichtig ist nur, dass der Staat in solchen Zeiten auf die Banken einwirkt und für erträgliche Kreditzinsen sorgt. Dies kann er durch die eigenen Landesbanken, Sparkassen und last but not least, durch die neuste Staatsbeteiligung an Großbanken. Zum Vollständigen Glück fehlt dann nur noch eine größere Einflussnahme der Regierung auf die Bundesbank und eine Änderung der Bundesbank bzw. EZB-Gesetze.
    .
    Arbeitsplatzvernichter Bundesbank und EZB
    Diese Institutionen haben im Gegensatz zur amerikanischen FED die Vorteile von Fiat-Money überhaupt nicht verstanden. Die Bundesbank hat schon so manchen Aufschwung zu Nichte gemacht. Das schlimmste aber machte sie nach der Wiedervereinigung. Die Konjunktur lief rund und die Bundesbank machte das, was sie unter keinen Umständen machen durfte : Sie steuerte mit knappem Geld gegen die Konjunktur, nur um die Inflation besonders niedrig zu halten. Das Ergebnis war wirtschaftliche Stagnation und zusätzliche Millionen Arbeitslose. Die Verantwortlichen Banker waren noch stolz darauf.
    Diese Badboys sind noch immer ganz im Sinne der wohlhabenden Bourgeoisie nur der Geldwertstabilität verpflichtet. Ein Handeln im Sinne einer guten Wirtschaft und in Richtung eines Wirtschaftsaufschwungs, kommt ihnen nicht in den Sinn. Diesem Treiben auf dem Rücken der Normalbürger muss ein Ende bereitet werden. Darum weg mit diesen Einrichtungen und ihren Bewohnern. An ihrer Stelle muss etwas treten, dass im Sinne des ganzen Volkes handelt und nicht nur der Bourgeoisie verpflichtet ist.
    .
    25% Rendite Versprechen
    Diese Rendite Versprechen sind etwas, das nur auf Kosten der normalen Arbeitnehmer, also durch Ausbeutung oder besser Versklavung der deutschen Arbeitnehmer erreicht werden kann. Oberster Ausbeuter : Ackermann (und VERDI hat für seinen Verbleib gestimmt -> Verräter !)
    Gewinn und Rendite von Unternehmen muss staatlich gedeckelt werden. Es kann und darf nicht sein, dass Firmen durch Ausbeutung bzw. Enteignung des deutschen Arbeitnehmers riesige Gewinne einfahren. Die Renditen sind auf einen vernünftigen Wert zu deckeln, höchstens auf die durchschnittliche Gehaltserhöhung aller Arbeitnehmer.
    .
    Alternativen zu diesen Vorschlägen

    sehe ich nur einen und der kommt von Che Guevara : Sozialismus oder Tod

    Deutschland hat der Welt nach 1945 zwei Beispiele geliefert, wie man eine total ruinierte Wirtschaft von Grund auf neu aufbaut, wir nannten sie BRD und DDR. Jeder kann sich aussuchen, welche ihm besser zusagt.

    ...war das nun einfach noch nicht konsequent genug, man also hätte die Dosis erhöhen müssen (gern verwendetes Argument wenn mal wieder was schief gelaufen ist) oder ist die Richtung die man ja nun + 20 Jahre lang verfolgt hat einfach die falsche gewesen?

    Soll man die "natürliche" Akkumulation von Kapital verhindern oder wie sieht das aus wenn sich das Zeug in immer weniger Händen kummuliert? Alles einfach richtig und unabwendbar... oder sogar wünschbar? Uebrigens ganz das Gegenteil dessen was immer behauptet wird...

    ...übrigens, haben sie bei den Unternehmern usw. noch die Arbeiter vergessen zu erwähnen ohne die ja nicht ausgesprochen viele Unternehmerische Ideen verwirklicht werden können... ...dann aber wieder, die sind ja in den vergangenen Jahren schon so oft vergessen worden...

    Aber, bevor ich hier noch weiterschreibe... Ihre Definition vom Kapitalismus interesseriert mich. Gab es da mal was das erfolgreich war und wenn ja, für wen genau und für wieviele?

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • RalphS
    • 14.05.2009 um 20:22 Uhr

    Dieses Instrument wurde besonders erfolgreich in den deutschen 30er Jahren eingesetzt und führte nach der ersten Weltwirtschaftskrise und einer katastrophalen Arbeitslosigkeit zum ersten Wirtschaftswunder Deutschlands und zur Vollbeschäftigung.
    Wenn alles nichts hilft, muss wieder die Gelddruckmaschine angestellt werden, denn anders ist dem Problem der derzeitigen desaströsen Geldhortung im gigantischen Stil nicht beizukommen. Geld ist in Wirklichkeit genug da für einen neuen Aufschwung. Die es haben, trauen es sich aber nicht es einzusetzen, denn der erste der es wagt, könnte der Verlierer sein. Diesen Menschen und diesem Denken muss ordentlich eingeheizt und Feuer unter dem Hintern gemacht werden und das geht nur mit Fiat-Money.
    .
    Vorteile

    - wirtschaftliches Wachstum und Auslastung der industriellen und der Arbeitsressourcen
    das Ende von "unter unseren Verhältnissen leben"
    - Sicherung teurer industrieller und wirtschaftlicher Strukturen
    die durch den Wirtschaftsabschwung ganz schnell zerstört werden können und damit auch gleichzeitig den Wert des im Umlauf befindlichen Geldes nach unten reißen.
    Frage : Warum werden immer mehr Kredite faul ?
    Antwort : Weil die Wirtschaft sich in einem Strudel nach unten befindet und gesunde Unternehmen in den Abgrund reist. Bei dieser Talfahrt gehen Unternehmen zu Bruch. Gehen Unternehmen in Konkurs, dann werden auch die Kredite die auf diesen Unternehmen lasten wertlos. Die deutsche Wirtschaft ist mit 2 Billionen Euro verschuldet. Ein großer Teil dieser Kredite kann unwiederbringlich verloren gehen und nach derzeitigem Stand, wird dies durch die Ideologie von Leuten wie Westerwelle und Konsorten auch geschehen.
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    Bis 5% Inflation sind gut
    denn durch Inflation kann sich der Staat entschulden.
    Arbeitnehmer, Angestellte, Beamte und Rentner wären von einer Inflation nicht betroffen, denn die würden dann wie in den 1970er Inflationsjahren automatisch höhere Gehälter bekommen. Die Renten würden automatisch steigen, da sie an den Einkommen gekoppelt sind. Ein Vorwurf an die Gewerkschaften in den 70er Jahren war, zu hohe Einkommenssteigerungen verursacht zu haben. Vor Inflation brauchen wir uns also nicht fürchten. Wichtig ist nur, dass der Staat in solchen Zeiten auf die Banken einwirkt und für erträgliche Kreditzinsen sorgt. Dies kann er durch die eigenen Landesbanken, Sparkassen und last but not least, durch die neuste Staatsbeteiligung an Großbanken. Zum Vollständigen Glück fehlt dann nur noch eine größere Einflussnahme der Regierung auf die Bundesbank und eine Änderung der Bundesbank bzw. EZB-Gesetze.
    .
    Arbeitsplatzvernichter Bundesbank und EZB
    Diese Institutionen haben im Gegensatz zur amerikanischen FED die Vorteile von Fiat-Money überhaupt nicht verstanden. Die Bundesbank hat schon so manchen Aufschwung zu Nichte gemacht. Das schlimmste aber machte sie nach der Wiedervereinigung. Die Konjunktur lief rund und die Bundesbank machte das, was sie unter keinen Umständen machen durfte : Sie steuerte mit knappem Geld gegen die Konjunktur, nur um die Inflation besonders niedrig zu halten. Das Ergebnis war wirtschaftliche Stagnation und zusätzliche Millionen Arbeitslose. Die Verantwortlichen Banker waren noch stolz darauf.
    Diese Badboys sind noch immer ganz im Sinne der wohlhabenden Bourgeoisie nur der Geldwertstabilität verpflichtet. Ein Handeln im Sinne einer guten Wirtschaft und in Richtung eines Wirtschaftsaufschwungs, kommt ihnen nicht in den Sinn. Diesem Treiben auf dem Rücken der Normalbürger muss ein Ende bereitet werden. Darum weg mit diesen Einrichtungen und ihren Bewohnern. An ihrer Stelle muss etwas treten, dass im Sinne des ganzen Volkes handelt und nicht nur der Bourgeoisie verpflichtet ist.
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    25% Rendite Versprechen
    Diese Rendite Versprechen sind etwas, das nur auf Kosten der normalen Arbeitnehmer, also durch Ausbeutung oder besser Versklavung der deutschen Arbeitnehmer erreicht werden kann. Oberster Ausbeuter : Ackermann (und VERDI hat für seinen Verbleib gestimmt -> Verräter !)
    Gewinn und Rendite von Unternehmen muss staatlich gedeckelt werden. Es kann und darf nicht sein, dass Firmen durch Ausbeutung bzw. Enteignung des deutschen Arbeitnehmers riesige Gewinne einfahren. Die Renditen sind auf einen vernünftigen Wert zu deckeln, höchstens auf die durchschnittliche Gehaltserhöhung aller Arbeitnehmer.
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    Alternativen zu diesen Vorschlägen

    sehe ich nur einen und der kommt von Che Guevara : Sozialismus oder Tod

  4. nachdem herr brost wieder ein paar pinselstriche in seinem düsteren gemälde untergebracht hat (nur der grosse schrecken bleibt beharrlich seit monaten aus -- das leben als kassandra ist schon schwer *seufz*), bleiben doch immer noch fragen offen.
    frage 1:
    wie verhält sich der grausige einbruch zur aussage däkes, dass "die aktuellen Zahlen belegten, dass der Staat in diesem Jahr immer noch die dritthöchsten Einnahmen in der Geschichte der Bundesrepublik verzeichne"?
    frage 2:
    unmittelbar daraus folgend -- herr brost, verbietet es journalistisches ethos, schreckenszahlen in relation zu setzen?
    können sie mal ausnahmsweise vom trog der tränen zurückkommen und uns erzählen, wie hoch das steuereinkommen trotzdem sein wird, in welchem verhältnis also der _prognostizierte_ einbruch zum aufkommen steht und wie die entwicklung in den letzten jahrzehnten aussah?

    sie geben sich sicherlich seit vielen monaten mühe, uns zu heulen und zähneklappern zu bringen und ich fühl mich auch ganz schlecht, dass ich es einfach nicht kann -- aber an fakten bin ich denn doch interessiert ...

    • Daaje
    • 14.05.2009 um 17:19 Uhr

    Wir müssen also viele, viele neue Schulden aufnehmen und saftige Zinsen dafür bezahlen. An wen eigentlich? Bei wem nehmen wir diese Schulden auf?

    Das ist etwas unklar, man kann aber wohl mit Sicherheit sagen, dass wir einen Großteil der Schulden bei Banken aufnehmen. Das Geld verwenden wir, um selbige zu retten, und zahlen es ihnen dann mit Zinsen zurück.

    Ein weiterer großer Teil leiht sich der Staat bei seinem Volk etwa in Form von Bundesschatzbriefen. Der größere Teil davon entstammt wohl wohlhabenderen Haushalten. Die Schulden samt Zinsen zahlen die einkommenschwächeren Haushalte via Steuern wieder zurück. Eine Umverteilungsmaßnahme also.

    Ja, es kommen magere Jahre - für einige aber sicher magerer als für andere.

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    Da haben Sie völlig Recht.
    Es gilt die Parole:
    Wir sitzen alle in einem Boot!
    Die einen angeln - die anderen rudern...

    Da haben Sie völlig Recht.
    Es gilt die Parole:
    Wir sitzen alle in einem Boot!
    Die einen angeln - die anderen rudern...

  5. Deutschland hat der Welt nach 1945 zwei Beispiele geliefert, wie man eine total ruinierte Wirtschaft von Grund auf neu aufbaut, wir nannten sie BRD und DDR. Jeder kann sich aussuchen, welche ihm besser zusagt.

  6. Wenn schlimme Dinge passiert sind oder passieren, muss man doch fragen:
    wer hat dies verschuldet - wer hat dies ausgelöst??

    Danach muss man handeln.

    Alle inkompetenten Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte rauswerfen!
    Ohne goldenen Handschlag!
    Und dann das Strafgesetzbuch anwenden!

    Wer sich an fremdem Geld vergreift, veruntreut!

    Damit besteht ein Ansatz, diese Leute zu "packen".......

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wer sich an fremdem Geld vergreift, veruntreut!"

    Ich schlage vor, mit dieser Maxime im Rücken beim Finanzminister anzufangen.

    Diese Sichtweise ist etwas verkürzt, auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass hier Verantwortung zu tragen ist - ohne goldene Handschläge.
    Inkompetente Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Politiker tragen kein Schild auf der Stirn. Und völlig außer acht lassen darf man nicht, dass jeder von uns sein Geld da hin gebracht hat, wo es die meisten Zinsen gab. Zum Teil sicher auch, ohne lange nachzufragen.
    Die Gier war überall, und sie ist es immer noch.

    "Wer sich an fremdem Geld vergreift, veruntreut!"

    Ich schlage vor, mit dieser Maxime im Rücken beim Finanzminister anzufangen.

    Diese Sichtweise ist etwas verkürzt, auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass hier Verantwortung zu tragen ist - ohne goldene Handschläge.
    Inkompetente Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und Politiker tragen kein Schild auf der Stirn. Und völlig außer acht lassen darf man nicht, dass jeder von uns sein Geld da hin gebracht hat, wo es die meisten Zinsen gab. Zum Teil sicher auch, ohne lange nachzufragen.
    Die Gier war überall, und sie ist es immer noch.

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