US-Opposition Das Debakel der US-Republikaner
Amerika hat keine richtige Opposition mehr. Die politische Rechte ist in einem desolaten Zustand

© FILIPPO MONTEFORTE/AFP/Getty Images
Bei den US-Republikanern gewinnen die ideologischen Scharfmacher wieder die Oberhand, zum Beispiel Ex-Vizepräsident Dick Cheney
Das hat Barack Obama nicht verdient – und für das Land ist es sogar schädlich: Der neue Präsident regiert ohne Opposition. Natürlich sind die Republikaner, wenn auch in gestutzter Zahl, immer noch da. Sie sind auch nicht verstummt. Im Gegenteil, irgendeiner von ihnen meldet sich ständig zu Wort. Aber diejenigen, die im Augenblick viel reden, sind nicht wichtig. Und was sie zu sagen haben, ist noch unwichtiger.
Es ist auch nicht so, dass Obama durchregieren könnte. Stets muss er den einen oder anderen Republikaner auf seine Seite ziehen. Doch es fehlt das intellektuelle, das inhaltliche Gegengewicht.
Die Partei Abraham Lincolns ist völlig von der Rolle. Und das in einer Zeit, da die Regierung Billionen von Dollar ausgibt, so viel Geld wie noch keine andere Regierung zuvor. Ausgerechnet in einer Zeit, da Amerika völlig umgekrempelt wird – von der Gesundheitsversorgung bis zur Außenpolitik. So notwendig waren Kontrolleure, also eine kräftige Opposition, selten.
Wo sind die neuen Reagans und McCains? Personell und inhaltlich schaut man derzeit in ein großes, tiefes Loch. Einen kurzen Moment lang waren die Republikaner zwar unglaublich stolz. Nachdem die Demokraten mit einem schwarzen Kandidaten die Präsidentschaftswahl gewonnen hatten, konnten sie wenigstens mit einem Schwarzen als neuem Parteivorsitzenden aufwarten. Das war immerhin ein kleiner Coup, wenn auch reichlich verspätet für die Sklavenbefreier-Partei.
Nur haben es die Republikaner leider versäumt, sich ihren neuen Vorturner zuvor genauer anzuschauen. Dann hätten sie vielleicht festgestellt, dass der nicht das Zeug für diesen Job hat. Jetzt haben sie den Salat. Mr. Steele redet sich derart um Kopf und Kragen, dass er einem schon fast wieder Leid tut. Er beschäftigt die Comedyshows wie weiland Sarah Palin.
Inhaltlich herrscht auch Chaos. Seit der herben Wahlschlappe am 4. November wissen die Konservativen nicht mehr, was sie denken sollen. Das liegt vor allem daran, dass sie selber nicht mehr wissen, wer sie sind. Die einen wollen am Liebsten genauso weitermachen wie vor dem 4. November – nur ohne Bush. Die anderen wollen die Partei komplett verändern, für Minderheiten öffnen, sozialer ausrichten, mitfühlender machen. Sie wünschen sich sozusagen die Republikaner als "Democrats light".
Letztere sind in der Minderheit und sie werden, solange es die Obama-Demokraten und die Obama-Republikaner gibt, keinen Boden gewinnen. Aber weitermachen wie bisher ist auch keine Alternative. Die Wähler mögen zwar ein kurzes Gedächtnis haben. Aber so kurz ist es wiederum nicht, dass sie vergessen könnten, wer ihnen die Wirtschaftskrise, Krieg und Folter und den schlechten Ruf im Ausland beschert hat. Die Republikaner!
- Datum 12.07.2009 - 10:42 Uhr
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- Serie opi
- Quelle ZEIT ONLINE
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Joffe fragen.
Wobei sollen die Republikaner bremsen ?
Beim Aufbau einer Krankenversicherung, die ihren Namen verdient ?
Bei der Neuausrichtung der Nahost-Politik, die erkannt hat, dass die islamischen Länder fürdie USA wichtiger sind als das winzigkleine Israel ?
Bei der Neustrukturierung des Steuersystems, das Gewinne von US-Konzernen in den USA lässt statt sie in die Karibik zu transferieren ?
Bei einer Schuldenpolitik, deren gigantische Neuverschuldung auf die miserable Politik eben jener Republikaner zurückgeht ?
Das Problem der Republikaner : Sie begegnen überall dem Geruch ihres eigenen, völligen Versagens.
Was waere gegen eine Opposition einzuwenden, die kritisch und differnziert die eventuellen Schwaechen und Fehler der Obama-Regierung offen diskutiert?
Nur weil die neue Regierung vielleicht in vieler Hinsicht die richtigen Ideen hat, heisst das nicht, sie wuerden keine neuen Fehler begehen. Dafuer waere ein Opposition wuenschenswert, die unbefangen und sachlich Kritik aeussern koennte, um zu verhindern, das diesen Fehlern aus mangelnder Selbstkritik bei den Demokraten nicht genug Beachtung geschenkt wuerde.
Leider sind die Republikaner im MOment nicht dazu in der Lage...
Was waere gegen eine Opposition einzuwenden, die kritisch und differnziert die eventuellen Schwaechen und Fehler der Obama-Regierung offen diskutiert?
Nur weil die neue Regierung vielleicht in vieler Hinsicht die richtigen Ideen hat, heisst das nicht, sie wuerden keine neuen Fehler begehen. Dafuer waere ein Opposition wuenschenswert, die unbefangen und sachlich Kritik aeussern koennte, um zu verhindern, das diesen Fehlern aus mangelnder Selbstkritik bei den Demokraten nicht genug Beachtung geschenkt wuerde.
Leider sind die Republikaner im MOment nicht dazu in der Lage...
Wenn die Aussage tatächlich stimmt...
"....Die politische Rechte ist in einem desolaten Zustand...."
dann, ja dann könnte man sich ja schon ohne schlechtes Gewissen freuen... Ein Tag zum jubeln und feiern... All die Bewohner dieser Welt die von diesen seltsamen Gesellschaftlichen Vorstellungen und deren Konsequenzen aus +20 jahren Neoliberaler Politik und Filz beraubt wurden können nun aufatmen...
Währe schön wenn in diesem speziellen Fall tatsächlich auch was über den Atlantik daher kommt...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Was waere gegen eine Opposition einzuwenden, die kritisch und differnziert die eventuellen Schwaechen und Fehler der Obama-Regierung offen diskutiert?
Nur weil die neue Regierung vielleicht in vieler Hinsicht die richtigen Ideen hat, heisst das nicht, sie wuerden keine neuen Fehler begehen. Dafuer waere ein Opposition wuenschenswert, die unbefangen und sachlich Kritik aeussern koennte, um zu verhindern, das diesen Fehlern aus mangelnder Selbstkritik bei den Demokraten nicht genug Beachtung geschenkt wuerde.
Leider sind die Republikaner im MOment nicht dazu in der Lage...
Sie haben recht mit Ihrer Meinung über das momentane politische Feld in den USA.
Es gibt leider zu viele Republikaner die von der linken Presse geliebt werden möchte und dabei Ihre core identity verloren haben. Die 40 Jahre auf der Hinterbank im Congress hat sie dahingebracht, daß sie nichts mit der "Macht" anfangen konnten als sie sie endlich unter Newt erreichten.
Es ist außerdem etwas verzerrt, wenn im Artikel steht, daß nur 31% der Bevölkerung sich als Republikaner sieht ohne anzugeben wieviele sich als Demokraten sehen, welcher Poll es ist und von wann die Daten sind.
Ich könnte Polls nennen die ein anderes Bild geben, aber eins steht fest, daß sehr viel Konservative glauben, das die Republikaner out of touch sind mit der Basis.
Gerd, Chicago
Sie haben recht mit Ihrer Meinung über das momentane politische Feld in den USA.
Es gibt leider zu viele Republikaner die von der linken Presse geliebt werden möchte und dabei Ihre core identity verloren haben. Die 40 Jahre auf der Hinterbank im Congress hat sie dahingebracht, daß sie nichts mit der "Macht" anfangen konnten als sie sie endlich unter Newt erreichten.
Es ist außerdem etwas verzerrt, wenn im Artikel steht, daß nur 31% der Bevölkerung sich als Republikaner sieht ohne anzugeben wieviele sich als Demokraten sehen, welcher Poll es ist und von wann die Daten sind.
Ich könnte Polls nennen die ein anderes Bild geben, aber eins steht fest, daß sehr viel Konservative glauben, das die Republikaner out of touch sind mit der Basis.
Gerd, Chicago
es auch schaffen ein anständige Opposition auf die Beine zu stellen?
Schließlich haben sie es in acht Jahren nicht geschafft eine anständige Regierung zu bilden.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Danke für den Kommentar!
Knüppel
Vorab, Regierungsbildung ist kein Prozess, sondern eine einmalige Entscheidung die punktuell ausgebessert werden kann.
Ausserdem muss man der Bush Regierung zugestehen, dass sie ihre Absichten groesstenteils effektiv durchgesetzt hat, was auch immer man von diesen Entscheidungen halten mag.
Daher kommt es fuer mich doch ueberraschend, dass die Republikaner derzeit so orientierungslos sind.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Danke für den Kommentar!
Knüppel
Vorab, Regierungsbildung ist kein Prozess, sondern eine einmalige Entscheidung die punktuell ausgebessert werden kann.
Ausserdem muss man der Bush Regierung zugestehen, dass sie ihre Absichten groesstenteils effektiv durchgesetzt hat, was auch immer man von diesen Entscheidungen halten mag.
Daher kommt es fuer mich doch ueberraschend, dass die Republikaner derzeit so orientierungslos sind.
Sie haben recht mit Ihrer Meinung über das momentane politische Feld in den USA.
Es gibt leider zu viele Republikaner die von der linken Presse geliebt werden möchte und dabei Ihre core identity verloren haben. Die 40 Jahre auf der Hinterbank im Congress hat sie dahingebracht, daß sie nichts mit der "Macht" anfangen konnten als sie sie endlich unter Newt erreichten.
Es ist außerdem etwas verzerrt, wenn im Artikel steht, daß nur 31% der Bevölkerung sich als Republikaner sieht ohne anzugeben wieviele sich als Demokraten sehen, welcher Poll es ist und von wann die Daten sind.
Ich könnte Polls nennen die ein anderes Bild geben, aber eins steht fest, daß sehr viel Konservative glauben, das die Republikaner out of touch sind mit der Basis.
Gerd, Chicago
Solange dieser geifernde Irre in der amerikanischen Öffentlichkeit als DIE Stimme der Partei wahrgenommen wird, dürfte uns ein weiterer republikanischer Präsident erspart bleiben.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Danke für den Kommentar!
Knüppel
...weshalb fügen Sie dem was hinzu?
Ein Klick auf die Bewertungssternchen genügt ;-)
...weshalb fügen Sie dem was hinzu?
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