FDP-Parteitag Westerwelle - zwischen Rüpel und ChefdiplomatSeite 2/2
Auch seine Passagen zur Bürgerrechtspolitik und Außenpolitik liest Westerwelle ab. Es klingt weniger schneidig als noch zuvor, wenn er Heinrich Böll zitiert und von Freiheitsrechten spricht. Die Große Koalition habe den gläsernen Bankkunden, den gläsernen Steuerzahler, den gläsernen Patient und den gläsernen Computer geschaffen. Man müsse den Bürgern mehr Freiheit geben, mehr Respekt zollen. Ähnlich sei es mit den kleinen Ländern, die der deutsche Finanzminister rhetorisch mit der "Peitsche" bedroht.
Überhaupt, Steinbrück ist der Anti-Held der FDP derzeit. Auch der stellvertretende Parteichef Rainer Brüderle schimpfte in seinem Grußwort am Vormittag auf den Finanzminister, auf dessen "diplomatischen Irrlauf" und Schulden anhäufende, Steuer erhöhende Finanzpolitik. Bezeichnenderweise wird der Kanzlerkandidat der SPD, Frank-Walter Steinmeier, fast gar nicht gescholten. Auch die Kanzlerin wird nur selten frontal angegriffen. Die FDP will sich alle Optionen offen halten.
Am Ende spricht Westerwelle fast salbungsvoll. Er beschwört eine "Renaissance der Abrüstungspolitik". So wie der Ex-Außenminister Dietrich Genscher und US-Präsident Barack Obama es taten und tun. Ihnen beiden möchte er nachfolgen.
Die im Vorfeld eifrig diskutierte Koalitionsfrage schneidet der FDP-Chef am Ende seiner 100-minütigen Rede nur kurz an. Gerade war er noch bei der "Abrüstung", nun warnt noch einmal der Oppositionspolitiker Westerwelle vor einer linken Regierung in Deutschland.
Auch das Publikum ist plötzlich wieder da. In den vorgelesenen Bürgerrechtsminuten drohte es fast einzudämmern. Obwohl er gegen eine linke Regierung kämpfe, ruft Westerwelle auf dem Podium, er möchte keinen Lagerwahlkampf machen. Dennoch seien natürlich "die Schnittmengen" mit der Union "immer noch am größten". Das zuletzt so heiß diskutierte Wort "Ampel" nahm er nicht in den Mund.
Westerwelles Rede folgt ein routinierter, kein frenetischer Applaus. Die Delegierten loben ihren Parteichef in der anschließenden Aussprache, dass er der Union keinen "Blankoscheck" für eine Koalition gegeben habe. Schließlich habe der "Kurs der Eigenständigkeit" die FDP in der Vergangenheit erst stark gemacht.
Es ist eine leichte Kritik, wenn auch nur angedeutet: Westerwelle möchte bitteschön nicht zu schnell in die Arme der Union überlaufen. Es bleibt aber bei der leichten Mahnung. Die FDP ist schließlich eine disziplinierte Partei, kein Chaos-Klub. Hinzu kommt: Das Publikum und Westerwelle sind eingespielt. Die Delegierten kennen ihren Guido seit Jahrzehnten, seinen Rhythmus, seine Pointen, seine Lieblingsthemen. Nur als künftigen Vizekanzler kennen sie ihn noch nicht.
- Datum 24.09.2009 - 10:53 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 30
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Zitat:
"Obwohl er gegen eine linke Regierung kämpfe, ruft Westerwelle auf dem Podium, er möchte keinen Lagerwahlkampf machen."
Sie haben die Quadratur des Kreises perfekt hinbekommen!
Herr Westerwelle scheint sich nicht gern an seine Mitverantwortung für das Desaster der "Marktliberalen "erinnern zu lassen!Stattdessen heiße Luft und ein dümmliches Getöse bei dem das Zuhören eine Strafe ist!Seit Westerwelle liebe ich meine Fernbedienung.
Keine auch nur ansatzweise ernstzunehmende Anwort auf die drängenden Fragen!
Stattdessen sollen die Steuern gesenkt werden.Es ist keine Frage wer das später bezahlen soll.Für Arbeitnehmer kann das nur heißen:keine Stimme für die "Liberalen"!Westerwelle und Niebel sind so ziemlich das Peinlichste was diese Republik an Politikern hervorgebracht hat!Das will schon etwas heißen.
im Lande der Blinden ist Einauge Koenig !arno-cote d'azur
Viel schlimmer finde ich, dass Westerwelle sich von der Versicherungswirtschaft kaufen lässt.
Die deutsche Vermögensberatung ließ einen Tag nach der Wahl rausplatzen, dass Westerwelle bei ihnen unter Vertrag steht.
Die DVAG hatte dann auch Westerwelle in ihrer öffentlichen Gratulation die politischen Vorgaben mit auf den Weg gegeben:
"Und das zum Teil inzwischen nicht mehr erträgliche Ausmaß bürokratischer Regelungen, gerade auch in unserem Berufsstand, muss abgebaut werden. Dazu gehört auch, den Vermögensberater-Beruf nicht durch gesetzliche Regelungen zu diskreditieren, sondern ihn als gesamtwirtschaftlich dringend notwendig so gut wie möglich zu fördern"
So heißt es in dem Blog der DVAG, dieser Beitrag wurde inzischen wegen seiner Peinlichkeit gelöscht. Nachzulesen ist das alles unter
www.handelsvertreter-blog.de . Dort wurde es aufgedeckt.
Interessant dazu auch der Beitrag unter http://www.heise.de/tp/r4... .
im Lande der Blinden ist Einauge Koenig !arno-cote d'azur
Viel schlimmer finde ich, dass Westerwelle sich von der Versicherungswirtschaft kaufen lässt.
Die deutsche Vermögensberatung ließ einen Tag nach der Wahl rausplatzen, dass Westerwelle bei ihnen unter Vertrag steht.
Die DVAG hatte dann auch Westerwelle in ihrer öffentlichen Gratulation die politischen Vorgaben mit auf den Weg gegeben:
"Und das zum Teil inzwischen nicht mehr erträgliche Ausmaß bürokratischer Regelungen, gerade auch in unserem Berufsstand, muss abgebaut werden. Dazu gehört auch, den Vermögensberater-Beruf nicht durch gesetzliche Regelungen zu diskreditieren, sondern ihn als gesamtwirtschaftlich dringend notwendig so gut wie möglich zu fördern"
So heißt es in dem Blog der DVAG, dieser Beitrag wurde inzischen wegen seiner Peinlichkeit gelöscht. Nachzulesen ist das alles unter
www.handelsvertreter-blog.de . Dort wurde es aufgedeckt.
Interessant dazu auch der Beitrag unter http://www.heise.de/tp/r4... .
Wagenknechte spannt ein! Errichtet einen Deich gegen die Hochflut des Wahnsinns mit Methode. Schon da? Na gut, mal schauen ...
Herr Westerwelle hat es doch tatsächlich geschafft einen Schlüßel für Europa in der Kooperation der Staaten zu sehen während er gleichzeitig Herrn Steibrück rüffelte weil in dessen Wortschatz Wörter wie Peitsche oder Kavallerie usw. fielen. Dabei ging es doch um mangelnde Kooperation, weshalb doch so böse Wörter dem Bundesfinanzminister aus dem Munde schlüpften meinte man doch bisher. Ja ja das hat anscheinend Herrn Westerwelle die Haare zu Berge stehen lassen, weil man doch nicht so respektlos mit kleineren Staaten umgehen darf. Ob manche nichts aus der Geschichte gelernt hätten wollte Herr Westerwelle wissen, nein wußte er. Ja dachte ich mir, dem scheint so.
Da bleibt doch einem nichts anderes mehr übrig als die Schublade mit der Aufschrift liberales Geschwätz aufzuziehen um das Gehörte darin verschwinden zu lassen.
Für mich war das Thema erledigt, aber nein das mußte nochmal aufgewärmt werden auf einem Parteitag - wie einfallslos.
Für mich war das Thema erledigt, aber nein das mußte nochmal aufgewärmt werden auf einem Parteitag - wie einfallslos.
Für mich war das Thema erledigt, aber nein das mußte nochmal aufgewärmt werden auf einem Parteitag - wie einfallslos.
Bisher konnte ich bei Herrn Westerwelle einen Chefdiplomaten auch ansatzweise nicht erkennen, einen Rüpel ja.
Die Vorstellung, das dieser Mann einmal ein Regierungsamt übertragen bekommt, verursacht mir großes Unbehagen und wenn er gar noch als Außenminister Deutschland in aller Welt repräsentieren sollte, sehe ich das Ansehen dieses Landes in der Welt gefährdet.
Seine stereotyp wiederholten Aussagen zur Finanz-, Wirtschafts- und Steuerpolitik entbehren jeder volkswirtschaftlichen Grundlage und sind völlig absurd.
Das seine abstrusen Wirtschaftsvorstellungen die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskriese befördert und unterstützt haben, ist ihm bis heute noch nicht einmal aufgefallen. Alles in Allem, dieser Mann ist für ein Regierungsamt nicht geeignet. Als Vorsitzender einer nach wie vor Splitterpartei (das derzeitige Hoch bei den Wählerstimmen beginnt ja schon wieder abzuflachen) mag er zur allgemeinen Belustigung beitragen, dafür reicht sein Potential allemal.
"Das seine abstrusen Wirtschaftsvorstellungen die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskriese befördert und unterstützt haben, ist ihm bis heute noch nicht einmal aufgefallen."
Seinen potentiellen Wählern ist das ja auch noch nicht aufgefallen.
Schauen Sie mal bei der F.A.Z. im Forum vorbei: Da herrscht großer Jubel über die Rede von Guido Westerwelle. (u.a. "Der einzige Politiker mit KANZLER-Niveau!")
Eine Menge Leute glauben wirklich und wahrhaftig die FDP werde nach der Wahl im September die Steuern senken, so sie denn in die Regierung kommt.
Das schöne an einer Demokratie ist halt immer noch, dass die Politiker nie so dumm sind wie ihre Wähler.
Wenn man die 14% der FDP sieht, muss man dieser These wohl zustimmen.
"Das seine abstrusen Wirtschaftsvorstellungen die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskriese befördert und unterstützt haben, ist ihm bis heute noch nicht einmal aufgefallen."
Seinen potentiellen Wählern ist das ja auch noch nicht aufgefallen.
Schauen Sie mal bei der F.A.Z. im Forum vorbei: Da herrscht großer Jubel über die Rede von Guido Westerwelle. (u.a. "Der einzige Politiker mit KANZLER-Niveau!")
Eine Menge Leute glauben wirklich und wahrhaftig die FDP werde nach der Wahl im September die Steuern senken, so sie denn in die Regierung kommt.
Das schöne an einer Demokratie ist halt immer noch, dass die Politiker nie so dumm sind wie ihre Wähler.
Wenn man die 14% der FDP sieht, muss man dieser These wohl zustimmen.
Er ist einer vom Schlage derer, die reden und reden und reden, aber nicht das meinen, was sie sagen.
Weshalb dreht sich mir immer der magen um, wenn Westerwelle das Wort Bürger in den Mund nimmt ?
Etwa deshalb, weil ich im Innersten fest spüre, dass Bürger für ihn eine andere Klientel sind.
Herzlichst
Orpheus
und Sprechblasenproduzent hätte all das, was er
propagiert und ankündigt unter Kohl umsetzen
können: STEUERSENKUNGEN, einfacheren STEUERTARIF.
Nein, diese Partei unterstützte die Steuerlüge des
größten Kanzlers aller Zeiten.
und Sprechblasenproduzent hätte all das, was er
propagiert und ankündigt unter Kohl umsetzen
können: STEUERSENKUNGEN, einfacheren STEUERTARIF.
Nein, diese Partei unterstützte die Steuerlüge des
größten Kanzlers aller Zeiten.
"Das seine abstrusen Wirtschaftsvorstellungen die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskriese befördert und unterstützt haben, ist ihm bis heute noch nicht einmal aufgefallen."
Seinen potentiellen Wählern ist das ja auch noch nicht aufgefallen.
Schauen Sie mal bei der F.A.Z. im Forum vorbei: Da herrscht großer Jubel über die Rede von Guido Westerwelle. (u.a. "Der einzige Politiker mit KANZLER-Niveau!")
Eine Menge Leute glauben wirklich und wahrhaftig die FDP werde nach der Wahl im September die Steuern senken, so sie denn in die Regierung kommt.
Das schöne an einer Demokratie ist halt immer noch, dass die Politiker nie so dumm sind wie ihre Wähler.
Wenn man die 14% der FDP sieht, muss man dieser These wohl zustimmen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren