Kindheits-Traumata Grusel-GerichteSeite 2/2

Heidespargel mit Schinken
Alles an diesem Essen war zu lang für einen kurzen Kinderhals. Der Schinken ließ sich nicht gut beißen und schlang sich um meine Zunge. Die Fasern des Spargels krochen in meinen Rachen. Pfui! Ich würgte solange, bis ich nur noch Spargelspitzen mit Nussbutter bekam. Die waren genießbar.
Rabea Weihser, Redakteurin Musik

Lungenhaschee
Ich erinnere mich noch gut, wie meine Großeltern die frische Lunge durch den Wolf drehten: Meine Oma stopfte die blutigen Teile hinein und mein Opa fing die “Brocken” in einer Schüssel auf. Meine Schwester war überzeugt davon, dass es sich dabei um Menschenfleisch handelte. Und auch ich muss schon wieder würgen, während ich das schreibe. Serviert wurde das Ganze im Übrigen mit Quetschkartoffeln...
Gaby Große, Sekretariat ZEITmagazin

 
Leser-Kommentare
  1. Ladykrabben, an deren Panzeroberkante sich ein kleines Scharnier befand.
    Klappte man die Ladykrabbe auf, so quietschte es und man blickte auf etwas, das wie Hirn zurück starrte. Nur das die Laydkrabbe, wie natürlich auch die Herren Krabbe, kaum Gehirn hat. Es musste sich also um den Krabbenmotor handeln.

    Ich klappte als kleiner Junge den Deckel wieder zu. Dann gab es Ärger.

    "Kind, in der dritten Welt verhungern die Kinder und du ißt nicht deine Ladykrabbe, findest du das etwa richtig?"

    "Ja." , antwortete ich.

    _________________________________________________________________
    nec fasces, nec opes, sola artis sceptra perennant.

  2. Wirsing. Ich kann ihn bis heute nicht ausstehen.

  3. Kartoffelpüree, richtig und dazu Senfsoße...
    Selbst heute kann ich dieses Zeug nicht mehr sehen - und vor allem riechen - Senfsoße ist für mich das schlimmste aller Verbrechen. Gegessen habe ich es damals trotzdem, der Hunger trieb mich - es hieß dann immer: "Du magst doch nichts, sag doch was du lieber magst" und wenn ich es sagte... nützte es auch nichts.
    Bereits damals bemerkte ich, dass man nur wenn man selbst einkaufen ging auch das richtige auf den Tisch kam! Von den anderen schrecklichen Kochversuchen meiner Mutter will ich gar nicht erst anfangen (alles bio - aber bio heißt bestimmt nicht, dass es gut schmeckt).... selbst heute noch unbegreiflich!
    Und der typische Spruch aus der dritten Welt - richtig da war doch was... Wenigstens gab es da meinen Vater, der konnte kochen - da schmeckte sogar fast die Möhrensuppe.

  4. Fett an Suppenrindfleisch
    Haut auf warmer Milch
    Rohkost - da war meine Mutter sehrsehr erfindungsreich *schüttel*
    Haferflockensuppe
    Griesbrei
    Milchreis
    zerkochte Nudeln
    Reis als Suppeneinlage
    absolut durchgebratene bröselige Leber

    Mir fällt auf, daß es weniger um Geschmack als um Konsistenz geht.
    Meine Eltern waren aber klug+gnädig mit mir - ich mußte alles probieren, wurde aber nie zum Aufessen gezwungen. Und esse heutzutage fast alles - außer schaurigen Rohkostkombinationen wie Sellerie(lecker!) mit Ananas(lecker!) mit Möhren(lecker!) mit Rosinen(naja..)(nur in der Kombi widerlich)

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    Bis auf den Milchreis (mit dem kann man mich allerdings heutzutage jagen!) stimme ich absolut zu!
    Alles Wabbelige fand ich dermaßen eklig, dass es einen Würgereiz bei mir auslöste. Mein Vater war der Ansicht, dass das, was sich auf dem Teller befand, gefälligst aufzuessen war; dem Himmel sei Dank vertrat meine Mutter die Meinung, man müsse nur probieren und wenn es absolut nicht schmeckte, musste ich auch nicht aufessen (bekam allerdings auch kein "Ersatzfutter").
    Noch heute bin ich froh, dass meine Mutter die durchsetzungsfähigere von beiden Elternteilen war!!
    Gruselige und prägende Kindheitsessenserfahrungen:

    - Rosenkohl (war bitter)
    - Geschmorte Nieren (rochen penetrant nach Urin)
    - Graupen (sahen/sehen aus wie kariöse Milchzähne)
    - Fleisch, in dem sich Knorpel/Sehen/Adern versteckten
    - Fisch mit Augen (ich wollte Fischstäbchen oder Filet!!!)
    - Hammelfleisch *schüttel*
    - Zungenwurst (es hat schon ein Rindvieh darauf rumgekaut)
    - H-Milch (kalt oder warm eine Zumutung!!)

    Probieren Sie mal folgende Variante:

    Butter und die Hälfte der erforderlichen Menge Zucker zu Karamel köcheln; Dann Honig dazugeben und Zimt, eventuell noch eine Nelke, wenn Sie mögen. Äpfel machen sich gut in Milchreis, weshalb ich deren Schalen im Karamel-Honig-Gebräu andünste. Dann wird das Ganze mit Milch abgelöscht und mit zwei Vanilleschoten (aufgeschnitten!) aufgekocht. Der Reis dazu und die Äpfel fein gewürfelt langsam köchelnd, geduldig rührend, immer wieder, langsam auf kleiner Hitze gegart. Das Ergebnis sollte sogar als solider Nachtisch durchgehen. Sie werden sehen...

    :-) grüßt das Stoffele

    Bis auf den Milchreis (mit dem kann man mich allerdings heutzutage jagen!) stimme ich absolut zu!
    Alles Wabbelige fand ich dermaßen eklig, dass es einen Würgereiz bei mir auslöste. Mein Vater war der Ansicht, dass das, was sich auf dem Teller befand, gefälligst aufzuessen war; dem Himmel sei Dank vertrat meine Mutter die Meinung, man müsse nur probieren und wenn es absolut nicht schmeckte, musste ich auch nicht aufessen (bekam allerdings auch kein "Ersatzfutter").
    Noch heute bin ich froh, dass meine Mutter die durchsetzungsfähigere von beiden Elternteilen war!!
    Gruselige und prägende Kindheitsessenserfahrungen:

    - Rosenkohl (war bitter)
    - Geschmorte Nieren (rochen penetrant nach Urin)
    - Graupen (sahen/sehen aus wie kariöse Milchzähne)
    - Fleisch, in dem sich Knorpel/Sehen/Adern versteckten
    - Fisch mit Augen (ich wollte Fischstäbchen oder Filet!!!)
    - Hammelfleisch *schüttel*
    - Zungenwurst (es hat schon ein Rindvieh darauf rumgekaut)
    - H-Milch (kalt oder warm eine Zumutung!!)

    Probieren Sie mal folgende Variante:

    Butter und die Hälfte der erforderlichen Menge Zucker zu Karamel köcheln; Dann Honig dazugeben und Zimt, eventuell noch eine Nelke, wenn Sie mögen. Äpfel machen sich gut in Milchreis, weshalb ich deren Schalen im Karamel-Honig-Gebräu andünste. Dann wird das Ganze mit Milch abgelöscht und mit zwei Vanilleschoten (aufgeschnitten!) aufgekocht. Der Reis dazu und die Äpfel fein gewürfelt langsam köchelnd, geduldig rührend, immer wieder, langsam auf kleiner Hitze gegart. Das Ergebnis sollte sogar als solider Nachtisch durchgehen. Sie werden sehen...

    :-) grüßt das Stoffele

  5. SPARGEL - 1965 - und ich als Zehnjährige
    Meine Großeltern hatten unendlich lange Spargeldämme entlang ihres Feldes hinter dem Haus. Das Edelgemüse wurde im Mai täglich gestochen und an einen Händler geliefert. Die Kunden lauerten schon auf den Schönen Bleichen. Der Bruch blieb im Hause und wurde hier verarbeitet.
    Zur Haupterntezeit gab es somit jeden Tag irgend ein Spargelgericht. Mit heller, dunkler, roter Soße, mit Semmelbrösel, pur, als Suppe, als Auflauf, gebacken, überbacken, gedünstet, mit Kräutern und ohne..........
    Habe sehr gern davon gegessen, aber irgendwann war es einfach zu viel. Urplötzlich verkrampfte sich meine Speiseröhre und lässt bis heute nicht mehr den kleinsten Schnipsel an Spargel durch. Selbst wenn ich das hier schreibe beginnt es in meinen Halslymphen zu krampfen und bitterer Geschmack überschwemmt meine Zunge. Armhaare stellen sich auf. HUHUHU
    und kaum einer kann mich verstehen!

    • A.S.
    • 26.05.2009 um 16:25 Uhr

    Nachdem meine Eltern aber merkten, dass ich wirklich einen Würgreiz hatte, wenn ich es probieren mußte, war ich befreit. Und obwohl ich ein begeisterter Esser war und bin, das geht immer noch nicht.

    • Quint
    • 26.05.2009 um 16:27 Uhr

    Schon allein welch furchtbarer Name. Den bekam ich allerdings "nur" zur Genesung: Mit Wasser und Salz aufgekochte Haferflocken. Es gab nichts, was meine Gesichtsmuskulatur derart massiv in die Ekelgrimasse trieb. Und sicher wäre ich ohne auch wieder gesund geworden.

    Einen positiven Nebeneffekt hat es wohl: ich kann mich an kein Essen sonst erinnern, bei dem es mich gegruselt hätte – doch jetzt fällt mir eines ein – Kartoffeln und Möhren "durcheinander", schön verkocht und mit einem Schuss Essig.

    Aber das Lieblingsgericht, haha: Kartoffeln und Makkaroni (!) und eine unerreichte Tomatenmarksoße, ganz ohne Knofi, Oregano etc.

  6. Früher gabs bei uns immer Kohlrabi, ich weiß nicht warum.
    Heute gibts seither niemehr Kohlrabi, ich weiß warm.
    Grausliches Zeug.

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