Nahost-Konflikt Der letzte Trumpf von Mahmud Abbas

Die israelischen Siedlungen im Westjordanland werden für den Palästinenserpräsidenten zur politischen Schlüsselfrage. Am Donnerstag trifft er in Washington den US-Präsidenten

Anders als sein Vorgänger hat US-Präsident Barack Obama dem dahinschwelenden Nahostkonflikt gleich hohe Priorität eingeräumt. Er will die Zweistaatenlösung auf Grundlage der Arabischen Friedensinitiative, das bedeutet die Schaffung eines palästinensischen Staates als Gegenleistung für volle diplomatische Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten. Gute Voraussetzungen also für Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, der am Donnerstag im Oval Office empfangen wird.

Doch in den palästinensischen Gebieten halten sich Pessimismus über die neue israelische Regierung und verhaltene Zuversicht mit Blick auf Washington die Waage. Für Schlagzeilen sorgen skeptische Meldungen über fortgesetzte israelische Siedlungsaktivitäten im Westjordanland, das palästinensische Massenblatt Al Ayyam verwies am Montag prominent auf das "Dreifache 'Nein' Netanjahus" zu amerikanischen Kompromissforderungen in Sachen Jerusalem, Rückgabe der Golanhöhen an Syrien und den Siedlungsbau.

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Gerade in der Siedlungsfrage zeigt sich aber aus palästinensischer Sicht, ob Obama sich von seinen Amtsvorgängern unterscheidet. Auch diese hatten sich offiziell stets gegen Siedlungen ausgesprochen, jedoch in der Sache Nachsicht walten lassen. Die Fakten vor Ort, so die einhellige Auffassung in den palästinensischen Gebieten, werden hier eine klarere Sprache sprechen als offizielle Verlautbarungen.

Der Palästinenserpräsident wird daher im Weißen Haus vor allem gezielt für die Umsetzung der Arabischen Friedensinitiative werben und zugleich vereinzelte US-Überlegungen zurückweisen, die in den vergangen Tagen in amerikanischen Leitartikeln laut wurden: die arabischen Staaten sollten zunächst ihre ablehnende Haltung gegenüber Israel revidieren und im Gegenzug politische Zugeständnisse der israelischen Seite abwarten.

Eine solche Verkehrung der Initiative in eine Vorauszahlung auf Treu und Glauben dürfte für Abbas unmöglich zu vermitteln sein – gerade nach den ernüchternden Erfahrungen des Oslo-Prozesses. Zumindest in diesem Punkt wird er sich auf die Unterstützung der Palästinenser berufen können. Eine im März vom Palestinian Center for Policy and Survey Research durchgeführte Umfrage zeigt, dass fast 60 Prozent der Palästinenser die Arabische Friedensinitiative in ihrer jetzigen Form unterstützen. In dieser Frage, so scheint es, verfügt Abbas durchaus über ein belastbares Mandat.

Abbas wird also den US-Präsidenten auf einen sofortigen Baustopp der Siedlungen und einen Abbau der auch nach israelischem Recht illegalen Siedlungs-Außenposten drängen. Für ihn zählen nur konkrete Ergebnisse. Um hier Fortschritte zu erzielen, dürfte Abbas in Washington Kompromissbereitschaft in der Frage der palästinensischen Flüchtlinge in Aussicht stellen. Am Dienstag verwies der palästinensische Chefunterhändler Ahmad Qurei in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Haaretz darauf, dass Abbas hier eine "ausgeglichene Formel" präsentieren werde – eine diplomatische Formulierung für eine Absage an eine allgemeine Rückkehr der Flüchtlinge nach Israel.

Abbas braucht Rückendeckung aus Washington, seine Position in der Heimat ist derzeit so schwach wie seit Jahren nicht und er kann auch nicht auf Zugeständnisse von Netanjahu hoffen. Vergangene Woche erst hatte er Premierminister Salam Fayyad und eine neue Regierung von Technokraten vereidigt, die 12. Regierungsumbildung in 14 Jahren und nicht zuletzt vor diesem Hintergrund alles andere als populär. Gerade einmal 16 Prozent der Palästinenser unterstützen den von Abbas eingesetzten Regierungschef, bemerkte am Montag die Nachrichtenagentur Maan. Sämtliche politische Parteien, aber auch palästinensische Gewerkschaften haben ihre Anerkennung bislang verweigert. Und nicht nur Hamas in Gaza hält die Regierung für illegal und für einen Erfüllungsgehilfen Israels, selbst die hauseigene Fatah zeigt sich gespalten, Teile der Bewegung haben offen einen Boykott der Regierung angekündigt.

Schwer überwindbar sind zudem die Gegensätze zwischen Fatah und Hamas. Unter ägyptischer Vermittlung hatten sie sich in den vergangenen Monaten vergeblich darum bemüht, zumindest eine Art Konsensregierung zu etablieren. Doch die politischen Differenzen sind in der Frage der Kontrolle der Sicherheitsdienste und in der Anerkennung der bislang mit Israel geschlossenen Abkommen unüberwindbar.

Das voraussichtlich endgültige Scheitern des inneren Dialogs schwächt jedoch nicht nur die Position der Palästinenser insgesamt, sondern auch das politische Gewicht von Mahmud Abbas nach außen. Dies zunächst, weil er ohne eine Einigung mit Hamas in Gaza nur für einen Teil der Palästinenser sprechen kann und somit als Gesprächspartner für Israel kaum relevant ist. Problematisch ist dies nicht zuletzt, weil ein Wiederaufbau des Gazastreifens ohne eine Einigung von Hamas und Fatah unmöglich ist. Dort leben immerhin 40 Prozent der Palästinenser – eine Bevölkerungsgruppe, die Abbas nicht ignorieren kann.

Problematisch ist auch die Lage in der Fatah selbst. Seit 1989 hat die von Yassir Arafat mitbegründete säkulare Bewegung keinen Parteitag mehr abgehalten. Als Folge dieser inneren Stagnation sind zahlreiche Schlüsselpositionen der Partei mittlerweile unbesetzt, während sich Reformer, Exilanten und alte Garden einen verdeckten Machtkampf um Posten und Positionen liefern. Nun soll ein Parteitag Anfang Juli in Bethlehem eine Parteiführung inthronisieren, die über tatsächlichen Rückhalt verfügt.

Ob dieser aber stattfinden wird, vermag derzeit niemand zu sagen, es wäre jedoch auch eine Spaltung der Fatah denkbar – eine Option, die Abbas’ Position weiter schwächen würde. Und nicht zuletzt müssen spätestens im Januar 2010 Präsidentschafts- und Parlamentswahlen durchgeführt werden. Ohne diese Wahlen verlören Abbas und die Hamas-Machthaber in Gaza jede politische Legitimation.

Angesichts dieser Rahmenbedingungen sind palästinensische Entscheidungsträger davon überzeugt, dass nur in Washington genügend Druck aufgebaut werden kann, einen erfolgreichen politischen Prozess in der Region durchzusetzen. Die Alternative dazu brachte ein hochrangiger Palästinenser unlängst mit einem simplen Vergleich auf den Punkt: "Wir verhandeln über die Aufteilung des Kuchens. Doch während wir verhandeln, wird er von den Israelis gegessen."

Wie dies konkret aussieht, wurde erst vergangene Woche deutlich: Auf amerikanischen Druck hin hatte die israelische Armee die Siedlung Maoz Esther östlich von Ramallah gewaltsam geräumt und dies öffentlich als Erfolg präsentiert. Doch noch am selben Nachmittag wurde der illegale Außenposten erneut von Siedlerfamilien bezogen – zum vierten Mal in Folge.

Michael Bröning leitet das Büro der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Ost-Jerusalem, Henrik Meyer ist dort wissenschaftlicher Mitarbeiter.

 
Leser-Kommentare
  1. Ist es in Der Zeit (und europäischen Medien allgemein) überhaupt möglich, eine ausgewogene und nich voreingenommene Meinung zum Konflikt zu lesen?

    "Eine solche Verkehrung der Initiative in eine Vorauszahlung auf Treu und Glauben dürfte für Abbas unmöglich zu vermitteln sein – gerade nach den ernüchternden Erfahrungen des Oslo-Prozesses."

    Fangen wir von vorne an:

    1. Der gesamte Terrorprozess (den Medien und Politiker weltweit nach bester orwellscher Tradion "Friedensprozess" nennen) hat damit angefangen, dass Palästinenser Gewalt abgeschwört haben. Im Gegenzug hat Israel, auf Treu und Glauben, Gebiete geräumt und 90% der palästinensische Population in Selbstverwaltung überlassen. Das Ergebnis waren doppelt so viele Tote pro Jahr, als vor dem "Friedensprozess".

    2. Die Road Map verlangt in der ersten Phase, einen Siedlungsstopp und eine Zerstörung der palästinensischen Terror-Infrastruktur. Israel ist über seine Verpflichtungen hinausgegangen und auf Treu und Glauben alle Siedlungen in Gaza und einige in Judäa und Samaria zerstört und mehrere Tausend Juden entwurzelt. Die palästinensische Antwort war nur noch mehr Terror.

    Wenn jetzt Israel verlangt, dass die arabische Seite etwas tut, ist das keine Erwartung einer Vorauszahlung, sondern, dass sie---endlich!---ihren Verpflichtungen zumindest ansatzweise nachkommt.

    • Gafra
    • 27.05.2009 um 21:39 Uhr

    Verzeihung, dass ich einen ganzen Artikel vom 25.5. aus der NZZ kopiere, denn er ist über NZZ online nicht zu finden, ich habe ihn aus der gedruckten Ausgabe, die nicht zu verlinken ist.:
    Israel sucht Gründe für weiteren Siedlungsbau
    Angebliche Abmachungen Olmerts mit Präsident Bush
    Laut einem israelischen Zeitungsbericht will Ministerpräsident Netanyahu geheime Abmachungen zur Siedlungstätigkeit in Cisjordanien, die die ehemaligen Regierungschefs George W. Bush und Ehud Olmert angeblich trafen, zu neuem Leben erwecken.

    gsz. Jerusalem, 24. Mai

    In Israel kursieren Gerüchte, wonach der Vorgänger des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Netanyahu(ich glaube, da hat sich der Schreiber etwas verhudelt, er meint sicherlich, dass Netanjahu die von Olmert gemachten Geheimabsprachen umsetzen will! Gafra) Abmachungen über israelische Siedlungsaktivitäten in Cisjordanien umsetzen wolle, die sein Vorgänger Olmert angeblich mit dem amerikanischen Präsidenten Bush getroffen hatte. Laut einem Bericht der gewöhnlich gutunterrichteten Tageszeitung «Haaretz» waren Bush und Olmert übereingekommen, dass Israel seine Bautätigkeit auf besetztem palästinensischem Gebiet in gewissem Rahmen zulassen kann, obwohl solche Aktivitäten internationalem Recht deutlich widersprechen.
    (Rest entfernt. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir das Urheberrecht wahren müssen. Die Redaktion/jk)

    Ich würde mal vermuten, dass Israel ein sehr großes Interesse an einer solch zerstrittenen Palästinenserführung hat und da sicherlich auch entsprechend mit- und einwirkt.
    Denn mit einem solch schwachen Gegner lässt sich dann natürlich leicht "verhandeln".

  2. Fangen wir von GANZ vorne an:

    1. Das gesamte Schlamassel begann mit der Gründung eines fremden Staates auf dem Grund und Boden eines dort ansässigen Volkes.

    Leider hatte man irgendwie vergessen, dieses Volk zu fragen, ob sie die neuen Nachbarn überhaupt haben wollten.

    Wollten sie nämlich nicht.

    2. Richtig übel wurde es mit der Ethnischen Säuberung, die die zugezogenen Nachbarn dann unter der einheimischen Bevölkerung durchführten.
    (Anmerkung: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl und tragen Sie zu einer sachbezogenen Debatte bei. Die Redaktion/jk)

    Die ursprünglichen Bewohner der Gegend (man nennt sie Palästinenser) wurden inzwischen von den zugezogenen Nachbarn in kleinen Homelands eingesperrt.

    Damit sie dort schön brav sind, passen die zugezogenen Nachbar immer ganz doll auf die Einheimischen in den Homelands auf. Und manchmal legen sie auch einige Städte und Dörfer der Einheimischen in Schutt und Asche und töten ein paar tausend von ihnen.

    Und das finden die nicht toll.

    Und nachdem die ursprünglichen Besitzer des ganzen Landes Jahrzehnte lang immer wieder belogen und betrogen wurden (auch von ihrer eignen Führung), fänden sie es echt Klasse, wenn die zugezogenen Nachbarn wieder gehen würden.

    Und das kann man ja auch irgendwie verstehen.

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    ...sind nach meinem Verständnis diejenigen, von denen schon antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde) reden; diejenigen, die Tausende von Jahren alte Inschriften lesen und verstehen können; diejenigen, derer Sprache sogar derer Besatzer benutzten, wenn sie sich an sie wendeten (Joh. 20:20).

    "Das gesamte Schlamassel begann mit der Gründung eines fremden Staates auf dem Grund und Boden eines dort ansässigen Volkes."

    Da soll mir jemand kommen und behaupten, niemand bestreite Israels Existenzrecht. Redaktion?

    In den Gebieten, die 1948-49 Juden halten konnten, leben heute, neben ihnen, noch eine Million Araber.

    In den Gebieten, die in diesen Jahren von britisch-arabischen Kräften erobert wurden, ist KEIN EINZIGER JUDE geblieben.

    Die erste ethnische Säuberung war 1929 die Auslöschung der bisher altesten jüdischen Gemeinde der Welt---durch die Araber und unter Augen der Briten (interessanterweise kommt keiner auf die Idee, damaligen britischen Kriegsminister, oder Kolonienminister, oder wen auch immer, als "Schlachter von Hebron" zu nennen).

    ...sind nach meinem Verständnis diejenigen, von denen schon antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde) reden; diejenigen, die Tausende von Jahren alte Inschriften lesen und verstehen können; diejenigen, derer Sprache sogar derer Besatzer benutzten, wenn sie sich an sie wendeten (Joh. 20:20).

    "Das gesamte Schlamassel begann mit der Gründung eines fremden Staates auf dem Grund und Boden eines dort ansässigen Volkes."

    Da soll mir jemand kommen und behaupten, niemand bestreite Israels Existenzrecht. Redaktion?

    In den Gebieten, die 1948-49 Juden halten konnten, leben heute, neben ihnen, noch eine Million Araber.

    In den Gebieten, die in diesen Jahren von britisch-arabischen Kräften erobert wurden, ist KEIN EINZIGER JUDE geblieben.

    Die erste ethnische Säuberung war 1929 die Auslöschung der bisher altesten jüdischen Gemeinde der Welt---durch die Araber und unter Augen der Briten (interessanterweise kommt keiner auf die Idee, damaligen britischen Kriegsminister, oder Kolonienminister, oder wen auch immer, als "Schlachter von Hebron" zu nennen).

  3. ...sind nach meinem Verständnis diejenigen, von denen schon antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde) reden; diejenigen, die Tausende von Jahren alte Inschriften lesen und verstehen können; diejenigen, derer Sprache sogar derer Besatzer benutzten, wenn sie sich an sie wendeten (Joh. 20:20).

    "Das gesamte Schlamassel begann mit der Gründung eines fremden Staates auf dem Grund und Boden eines dort ansässigen Volkes."

    Da soll mir jemand kommen und behaupten, niemand bestreite Israels Existenzrecht. Redaktion?

    Antwort auf "Treu und Glauben 2"
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    Da die Vorfahren der heutigen Bewohner Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch diese Gegend kamen und ebenso wahrscheinlich längere Zeit dort gewohnt haben dürften, haben sie also auch irgendwie einen Anspruch auf das Land ?

    Immerhin kamen die eine ganze Weile vor der Erstausgabe der Bibel dort durch.

    Aber ich gestehe, dass solche historisch-esotherischen Besitzansprüche auf bizarre Art erheiternd sind.

    Man mag es gar nicht zuende denke: Indianer, Vandalen, Goten...

    Na, dass gäbe ein Durcheinander wenn die alle anfangen, "antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde)" herumzuwedeln.

    Wie gesagt: Bizarr....

    Da die Vorfahren der heutigen Bewohner Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch diese Gegend kamen und ebenso wahrscheinlich längere Zeit dort gewohnt haben dürften, haben sie also auch irgendwie einen Anspruch auf das Land ?

    Immerhin kamen die eine ganze Weile vor der Erstausgabe der Bibel dort durch.

    Aber ich gestehe, dass solche historisch-esotherischen Besitzansprüche auf bizarre Art erheiternd sind.

    Man mag es gar nicht zuende denke: Indianer, Vandalen, Goten...

    Na, dass gäbe ein Durcheinander wenn die alle anfangen, "antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde)" herumzuwedeln.

    Wie gesagt: Bizarr....

  4. In den Gebieten, die 1948-49 Juden halten konnten, leben heute, neben ihnen, noch eine Million Araber.

    In den Gebieten, die in diesen Jahren von britisch-arabischen Kräften erobert wurden, ist KEIN EINZIGER JUDE geblieben.

    Die erste ethnische Säuberung war 1929 die Auslöschung der bisher altesten jüdischen Gemeinde der Welt---durch die Araber und unter Augen der Briten (interessanterweise kommt keiner auf die Idee, damaligen britischen Kriegsminister, oder Kolonienminister, oder wen auch immer, als "Schlachter von Hebron" zu nennen).

    Antwort auf "Treu und Glauben 2"
    • eras
    • 27.05.2009 um 22:29 Uhr

    ...am eigentlichen Thema vorbei diskutiert. Es ist völlig nebensächlich, wer wann und wieso in der Geschichte durch welche Siedlungsperiode ein angebliches Anrecht auf das Land hat. Weil die Situation heute nun mal ist wie sie ist. Und weder Israelis noch Palästinenser werden auf die Argumente der Gegenseite hin die Koffer packen und woanders hinziehen.

    Die Frage ist also: Wie kann ein Kompromiss aussehen, dem beide Seiten (wenn auch zähneknirschend) zustimmen? Und wie bekommt man es hin, dass die Gewalt durch die extremistischen Gruppen beider Seiten eingedämmt wird?

    Eine Klärung dieser Frage wäre im Sinne von geschätzten 95 Prozent der Bevölkerung des Landes, die einfach nur in Frieden leben wollen. Die 5 Prozent der "Unbelehrbaren" sind beiderseits der Grenze politisch deutlich überrepräsentiert.

    Man hätte sich 1948 vielleicht ein wenig auf die alten Weisheiten verlassen sollen: Eine Partei teilt das Land in zwei Stücke, die andere kann sich ihren Teil aussuchen. Dann kann sich nachher keiner beklagen. Heute würde vielleicht ein Derivat eine Lösung bieten: Wenn eine Seite tötet, muss sie zur Strafe ein Stück Land an die andere abtreten. Dann ist mit dem Morden schnell Schluss. Aber so einfach wird es wohl nicht werden...

  5. Da die Vorfahren der heutigen Bewohner Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch diese Gegend kamen und ebenso wahrscheinlich längere Zeit dort gewohnt haben dürften, haben sie also auch irgendwie einen Anspruch auf das Land ?

    Immerhin kamen die eine ganze Weile vor der Erstausgabe der Bibel dort durch.

    Aber ich gestehe, dass solche historisch-esotherischen Besitzansprüche auf bizarre Art erheiternd sind.

    Man mag es gar nicht zuende denke: Indianer, Vandalen, Goten...

    Na, dass gäbe ein Durcheinander wenn die alle anfangen, "antike Dokumente (nicht nur eigene, sondern auch ihrer Feinde)" herumzuwedeln.

    Wie gesagt: Bizarr....

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    "Da die Vorfahren der heutigen Bewohner Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch diese Gegend kamen und ebenso wahrscheinlich längere Zeit dort gewohnt haben dürften, haben sie also auch irgendwie einen Anspruch auf das Land ?"

    Erstens ist mir nicht bekannt, dass Chinesen einen Anspruch auf Eretz Israel erheben.

    Zweitens habe nicht ich, sonder Sie einen Anspruch der ursprünglichen Bevölkerung auf das Land formuliert. Ich habe lediglich klar gestellt, wer diese Bevölkerung ist.

    Und jetzt, wo das Ergebnis Ihren Vorstellung nicht entspricht, soll das ganze Argument bizarr sein? Dann hätten Sie es gar nicht ins Spiel bringen sollen...

    Im Übrigen verweise ich auf das Kommentar hier.

    "Da die Vorfahren der heutigen Bewohner Asiens aller Wahrscheinlichkeit nach auch durch diese Gegend kamen und ebenso wahrscheinlich längere Zeit dort gewohnt haben dürften, haben sie also auch irgendwie einen Anspruch auf das Land ?"

    Erstens ist mir nicht bekannt, dass Chinesen einen Anspruch auf Eretz Israel erheben.

    Zweitens habe nicht ich, sonder Sie einen Anspruch der ursprünglichen Bevölkerung auf das Land formuliert. Ich habe lediglich klar gestellt, wer diese Bevölkerung ist.

    Und jetzt, wo das Ergebnis Ihren Vorstellung nicht entspricht, soll das ganze Argument bizarr sein? Dann hätten Sie es gar nicht ins Spiel bringen sollen...

    Im Übrigen verweise ich auf das Kommentar hier.

  6. allen jüdischen siedlern die palestinensische staatsbürgerschaft verordnen.so wenig das jüdische israel sich der araber entledigen kann,kann dieses für die jüdischen bewohner des palestinensischen staates erlaubt werden.

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