Krebserkrankung Schauspielerin Barbara Rudnik ist gestorben

Sie wurde nur 50 Jahre alt: Am Morgen starb die Schauspielerin Barbara Rudnik im Kreise ihrer Familie. Sie erlag ihrem Krebsleiden.

Sie starb in einem Krankenhaus im Beisein ihrer Familie und von Freunden. Über den genauen Ort wurde zunächst Stillschweigen bewahrt. Seit den 70er Jahren lebte Rudnik in München.

Die beliebte Schauspielerin wurde durch zahlreiche Rollen im Fernsehen bekannt. Unter anderem spielte sie 1995 neben Götz George in dem Film "Der Sandmann". 2002 übernahm die kühle Blonde die Rolle der Kommissarin Simone Dreyer in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110".

Nach der mittleren Reife war Rudnik 1976 nach München gegangen. Filmhochschüler entdeckten sie dort und engagierten sie für ihre Werke. Auch in Münchner Off-Theatern trat sie immer wieder auf. Es folgten zahlreiche Film- und Fernseh-Produktionen. Im April vergangenen Jahres machte sie ihre Brustkrebserkrankung öffentlich. Trotz Chemotherapien konnte sie die Krankheit nicht besiegen.

Es war die Rolle der kühl-gefassten Frau in schwierigen Lebenslagen, die Barbara Rudnik nahezu perfekt beherrschte. Ob als abgearbeitete Festzelt-Bedienung im Kinofilm "Oktoberfest", als Willy Brandts Ehefrau Rut im ARD-Zweiteiler
"Schatten der Macht" oder als Polizeipsychologin in der ZDF-Krimi-Serie "Solo für Schwarz" - stets verlieh die Schauspielerin ihren Figuren Geradlinigkeit und Tiefe. Mit diesen Tugenden imponierte sie auch privat bis zuletzt, als sie schon schwer gezeichnet vom heimtückischen Krebs an die Öffentlichkeit ging.

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In das Klischee der mädchenhaften, gefühlvollen Frau passte sie äußerlich und auch innerlich nicht: "Schon als Kind war ich lieber auf dem Hof, wo die Autos repariert wurden, und nicht in der Küche bei den Frauen, die Speisen herrichteten", schrieb sie einmal in einem Beitrag für die Wochenzeitung DIE ZEIT.

Ihre Kinder- und Jugendjahre im Hessischen konnte Rudnik nicht verleugnen, trotz der vielen Jahre in Bayern. "Münchnerin werde ich nie", sagte sie einmal in einem Interview. Doch die Bayern haben sie trotzdem ins Herz geschlossen. Die Polizei des Freistaats verlieh ihr im April 2007 die Würde als Ehrenkommissarin und beschenkte sie mit Polizeimütze und Schulterklappen.

Wieviel Disziplin Rudnik bei der Arbeit aufbrachte, wurde im April vergangenen Jahres klar, als sie ihre Brustkrebserkrankung öffentlich machte. "Ich habe mir die bösartigste Krebsart ausgesucht, die es gibt", sagte sie damals der Illustrierten Bunte. Die Chemotherapie schlug an, doch drei Monate später kehrte die tückische Krankheit
zurück. Weitere Behandlungen folgten, die Rudnik schwer zu schaffen machten. Von der Arbeit ließ sie sich aber nicht abhalten.

So drehte sie trotz Krankheit Filme wie Til Schweigers Erfolgskomödie "Keinohrhasen", den ZDF-Psychothriller "Der fremde Gast" oder Folgen der ARD-Krimireihe "Commissario Laurenti". Auch öffentlich ließ sie sich nichts anmerken. Fast eineinhalb Jahre konnte sie ihre Krankheit geheim halten, von der sie Ende 2005 erfahren hatte. "Heute lebe ich bewusster und glücklicher als vor drei Jahren, weil ich jeden Tag genieße", vertraute sie Anfang 2008 der Bunten an.
"Ich habe in mir eine ungeheure Lebenslust entdeckt, die viel zu lange verschüttet war."

 
Leser-Kommentare
  1. Sie ist zurückgekehrt in eine bessere Welt und trotzdem macht sich große Trauer breit. Sie fehlt uns.

  2. ... einfach nur traurig :-(

    • Anonym
    • 23.05.2009 um 18:52 Uhr

    zu sich geholt.
    Wie AnaisAnais schon erwähnte hat es ja kurz davor auch Monika Bleibtreu getroffen und dazu kommt ja noch, dass der Eishockeytorwart der Bundesliga seinen Kampf gegen den Hirntumor auch verloren hat . Der junge Mann war nicht mal Dreißig.
    Nur wer sich auch mal mit dem Sterben beschäftigt, weiß welcher Seelenriß entstehen kann.
    Ich glaube zu wissen, wovon ich schreibe.
    http://www.georges-le-rou...

    Im Gedenken
    Georges H. Peters //////// Orpheus

  3. Ich habe sie sehr verehrt und habe großen Respekt vor Ihrem Umgang mit der Krankheit. Bei www.emorial.de kann man eine Kerze für sie anzünden.

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