Protest

Aufstand der Bauern

© Daniel Schlicht/Zeit Online

Etwa 6000 Bauern aus allen Regionen Deutschlands machten sich auf den Weg in die Hauptstadt. Sie beklagen gestiegene Produktionskosten und gleichzeitig niedrigere Preise für Milch, Fleisch und Getreide. Nach vielen Protesten in den letzten Monaten erzielten die Landwirte nun einen kleinen Erfolg: Die Große Koalition versprach ihnen weniger Kosten für Agrardiesel. Für die Bauern ein Tropfen auf den heißen Stein. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kündigte an, sich in Brüssel für die Landwirte starkzumachen.

Leser-Kommentare
  1. Wolfgang Schuckmann
    Solange der Mensch glaubt es gäbe die Milch in Tüten und wir bräuchten deshalb keine Kühe mehr und ergo auch keine Bauern,dem muß ins Stammbuch des Lebens geschrieben werden: vor dem Fernseher kommt das Lebensmittel,vor dem Lifestyl die Notwendigkeiten des Lebens generell. Wer glaubt die Reihenfolge verändern zu können, der wird sich schwer irren. Dies alles geht noch eine gewisse Weile, jedoch irgendwann wird auch dem letzten Landwirt der Hof geschlossen, wegen Unrentabilität, und dies nicht von irgendwem, sondern von seiner "Hausbank". Und wie wir ja alle wissen hat die generell das Sagen auf den Bauernhöfen. Wenn den Landwirten vorgeflunkert wurde es müsse nur die Grösse des Hofes nach oben korrigiert werden, dann werde sich die Rentabilität schon wieder einstellen, also der Strukturwandel werde die ganze Sache schon richten, dann war dies schlicht ein falscher Link. Kein Versprechen irgendwelcher Art hatte da jemals auch nur den ´Wahrheitsgehalt eines Märchens. Um ihre Existenz zu sichern sind die Landwirte immer höhere Risiken eingegangen. Jetzt wo das Kind im Brunnen liegt, werden Deckel geschmiedet. Doch diese Deckel haben einen zu kleinen Durchmesser. Sie werden neues Unglück nicht verhindern. Es sind nur Placebos. Wenn in Frankreich eine Dieselsteuer von weniger als einem Cent Tatsache ist, und dies nicht nur dort, dann darf man sich nicht darüber beschweren wenn die deutschen Landwirte diese Ungleichbehandlung bei der Mineralölsteuer für in Höhe von über 25 % mehr pro Liter anprangern. Auch Parteipolitik bleibt da aussen vor. Frau Merkel möchte sich auch nicht hinter dem Koalitionspartner SPD verstecken, mit dem eine vernünftige Steuersenkung in diesem Segment der Volkswirtschaft nicht zu machen sei. Nein, es geht um etwas ganz anderes, nähmlich für jedes "deutsche veredelte " volkswirtschaftliche Produkt erzielt man im Ausland so viel mehr, dass man zuhause auf die Bauern gut verzichten kann. Weil man dafür in den Billigstaaten das Mehrfache an Leistung geboten bekommt als man im Inland dafür bekäme, wäre man ja dumm die durch höhere Gestehungskosten teurer erwirtschafteten landwirtschaftlichen Produkte auf dem heimischen Markt zu ordern. Wer heute glaubt nach der altrömischen Methode "Brot u. Spiele" durchzukommen, wird die Rechnung bekommen. Sie wird sehr schmerzhaft sein. Man wird alles nachzahlen, was man früher so billig beim Discounter bekam. Aber noch ein kleiner Satz zur Erheiterung: Was brauchen wir noch Kühe es gibt schliesslich die Milch in Dosen, melken wir die Stalltür. Und Sonntags ? Da liegen dann die Landwirte mit der Hofaufgabeprämie dann endlich auch mal am warmen Strand an Ostern, Weihnachten oder sonst. Das Getreide wächst ja viel billiger ( wird den Landwirten dort wohl gestohlen) in den Entwicklungsländern. Und schlußendlich ist die Diskussion mit diesen hiesig ewig Unzufriedenen beendet.
    Was tolle Zeiten, die da kommem. Ich freue mich schon richtig darauf.
    Wolfgang Schuckmann

  2. Wolfgang Schuckmann
    Kein Echo? Aha, Volltreffer!

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