Katholische Uni Eichstätt Neugewählter Präsident sagt ab
Derzeit lehrt er noch in den USA, und dort will er auch bleiben: Der Theologe Reinhard Hütter wird überraschend doch nicht Präsident der Katholischen Uni Eichstätt
Vor drei Wochen erst war der Theologe Reinhard Hütter zum neuen Präsidenten der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) gewählt worden. Jetzt sagt Hütter, der derzeit an der Duke University in Durham (USA) Theologie lehrt, ab. Dies teilte die katholische Kirche in Bayern mit. Als Grund wurde Uneinigkeit über die Vertragsbedingungen genannt.
Die Krise an Deutschlands einziger katholischer Universität setzt sich fort. Im Frühjahr 2008 hatte Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke einen Eklat ausgelöst, als er sich weigerte, den damals bereits gewählten Theologen und Manager Ulrich Hemel zum Präsidenten der KU zu ernennen. Ob Hemels Privatleben, er ist in dritter Ehe verheiratet, oder seine freigeistigen Ansichten für die Kirche ein Problem waren, darüber wurde viel spekuliert.
Ein ähnliches Desaster wollte man dieses Mal vermeiden und stimmte die drei zur Wahl stehenden Kandidaten mit dem kirchlichen Träger der Hochschule, Bayerns Bischöfen, ab.
Dass nun auch Hütter sein Amt nicht antreten wird, kam überraschend. Er war am 6. Mai 2009 vom KU-Hochschulrat mit 13 von 16 Stimmen gewählt worden und hatte die Wahl umgehend angenommen. Am 1. August sollte er sein Amt antreten. Seine Absage sei ein "Desaster", sagte Eichstätts Bischof Hanke der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einer ersten Reaktion. "Die Gründe ergeben kein stimmiges Bild", sagte er weiter und verwies auf "exzellente" Referenzen für den Kandidaten.
Zum Grund für Hütters Rückzug teilte die Freisinger Bischofskonferenz - das ist das gemeinsame Gremium von Bayerns katholischen Bischöfen - mit, die Kirche habe die von Hütter verlangten Konditionen nicht akzeptieren können. Dabei habe es sich um weitgehende Pensionsforderungen gehandelt und um Details zur Errichtung eines Stiftungslehrstuhls, der Hütter auch nach einem Ablauf der Präsidentschaft bis zu seiner Emeritierung garantiert werden sollte. Dies hätte nicht akzeptable massive Auswirkungen auf die finanziellen Ressourcen der Universität gehabt.
Auf dem Eichstätter Uni-Campus sorgte die Nachricht für ungläubiges Kopfschütteln. Eigentlich, so hatten die rund 4000 Studenten und ihre Dozenten gehofft, sollte mit dem neuen Präsidenten endlich Ruhe einkehren an der krisengebeutelten Uni. Stattdessen treffen sich die Uni-Gremien nun erneut zu Krisensitzungen. Noch am Montagabend wollte der Vorstand des studentischen Konvents sein weiteres Vorgehen besprechen.
Am 4. Juni tagt der Hochschulrat und bespricht das weitere Vorgehen. An der KU muss nun ein neuer Präsident gewählt werden. Ob der bisherige Interimspräsident Rudolf Fisch die KU weiterhin leiten wird, ist bisher nicht bekannt.
- Datum 26.05.2009 - 12:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Gegen ihn hätte der Vatikan bestimmt keine Einwände. Man vermißt ihn richtig in den Talkshows. Seine Thesen über Hirnerkrankungen bei Kindern in Tagesstätten, Frauen nicht als Gebärmaschinen im Interesse der Wirtschaft mißbrauchen, seine "Sterbehilfedemonstration" bei der erschrockenen Maybritt Illner etc. waren doch wohl im Sinne der reinen katholischen Lehre. Ich selbst bin zwar katholisch, stehe aber leider wegen meines Lebenswandels nicht zur Verfügung.
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