E-Demokratie Online-Petitionen spielen kaum eine RolleSeite 2/2

Nicht, dass das deutsche System nicht fortschrittlich wäre. Das Petitionssystem des Bundestages gelte geradezu als innovativ und international "herausgehoben" und sei eine "bemerkenswerte Ausnahme", heißt es in der Studie. Immerhin können dort nicht nur Begehren öffentlich eingereicht werden, jeder, der will, kann sie mitzeichnen, und es wird auch öffentlich gemacht, ob sie angenommen oder abgelehnt werden.

Ein Beispiel für die Debatte zwischen Abgeordneten und Bürgern sei das System allerdings nicht. Einen "netzöffentlichen Dialog" könne man nicht beobachten.

Auch weckt es mehr Erwartungen, als es erfüllen kann: "Rund drei von fünf eingereichten öffentlichen Petitionen wurden nicht als solche zugelassen (62,7 Prozent im Jahr 2006, 61,5 Prozent im Jahr 2007). "Das ist eine hohe Ablehnungsrate, die durchaus zu Unmut bei den Petenten führte."

Die technische Beurteilung fällt ebenfalls nicht sehr gut aus. Es gebe einen hohen "Fortentwicklungs- und Anpassungsbedarf", wenn es den Bedürfnissen des Bundestages gerecht werden soll, heißt es als Fazit. Ein Schluss, zu dem die Nutzer desselben schon vor längerer Zeit gekommen sind.

Bislang also ist die Modernisierung der Demokratie noch nicht sehr weit fortgeschritten. Dabei könnten gerade die Parlamente davon profitieren, wie der Ausschuss für Technikfolgenabschätzung schreibt. Denn er hat auch das Petitionswesen in anderen Ländern betrachtet und kommt zu dem Schluss: "Historisch ging die Stärkung des parlamentarischen Petitionswesens häufig einher mit einer Stärkung der Kompetenzen und Machtpositionen des Parlaments insgesamt." Nicht nur die Bürger haben etwas von größerer Transparenz, auch die Abgeordneten.

 
Leser-Kommentare
  1. Die meisten Leute machen schaffen es nach der haarkleinen Analyse "was" sie alles stört eben nicht sich dann auch zu engagieren. Vielleicht weil das ausgiebige Jammern körperlich und mental so aufzehrend ist dass sie annehmen damit was "getan" zu haben. Ich weiss es nicht. Aber eine "Diskussion" (gemeinsamer Monolog in den meisten Fällen) sei ja schon ein "Wert an sich". Bei der Mentalität wundert auch der Stillstand nicht.

  2. "Mit anderen Worten: Die Bundestagsabgeordneten können die Diskussionen ihrer Bürger zwar nun live verfolgen, interessieren sich aber nicht dafür."

    ergänzt sich doch perfekt.
    auch die bürger können die diskussionen ihrer vertreter live verfolgen -- und interessieren sich nicht dafür.
    so kann jede partei der anderen ihre vorurteile vorwerfen und beide sind glücklich. eine wundervolle beziehung ...

  3. "...geleitet wird er von einer Abgeordneten der Linkspartei – der schwächsten Fraktion des Bundestages."

    Bündnis 90/Grüne haben 51 Sitze,
    Die Linke 53 Sitze im Bundestag.

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    Das stimmt schon so , denn man sollte bedenken das schwach/stark keine Begriffe sind die sich lediglich auf die Anzahl der Abgeordneten bezieht , sondern sich auch auf Einfluss und Durchsetzungsfähigkeit bezieht und die Linken mögen zwar mehr Sitze haben, sind aber schwächer weil es ihnen aufgrund der generellen Grundausrichtung der partei nicht möglich ist für ihre Vorhaben Mehrheiten zu finden .

    Das stimmt schon so , denn man sollte bedenken das schwach/stark keine Begriffe sind die sich lediglich auf die Anzahl der Abgeordneten bezieht , sondern sich auch auf Einfluss und Durchsetzungsfähigkeit bezieht und die Linken mögen zwar mehr Sitze haben, sind aber schwächer weil es ihnen aufgrund der generellen Grundausrichtung der partei nicht möglich ist für ihre Vorhaben Mehrheiten zu finden .

    • Pangea
    • 23.05.2009 um 0:18 Uhr

    Es mag ein wenig nach Stammtisch klingen, aber es scheint doch, als läge der Grund mangelnden Interesses der Politiker, am Amt der Politiker selbst.
    Sieht man einmal auf das öffentlich mitzuverfolgende Gehabe, so sind nicht der Wille oder das Bedürfnis des Volkes, sondern entweder persönliche oder parteiliche Machtspielchen der Antrieb.
    Die Meinung des Volkes zählt nur solange, wie es für Wahlen gebraucht wird.
    Wenn es aus dem Ufer läuft, dann treten Personen wie Wirtschaftsminister zu Guttenberg an den Tag, die versuchen Online-Petisten bloßzustellen.

  4. 5. Nene

    Das stimmt schon so , denn man sollte bedenken das schwach/stark keine Begriffe sind die sich lediglich auf die Anzahl der Abgeordneten bezieht , sondern sich auch auf Einfluss und Durchsetzungsfähigkeit bezieht und die Linken mögen zwar mehr Sitze haben, sind aber schwächer weil es ihnen aufgrund der generellen Grundausrichtung der partei nicht möglich ist für ihre Vorhaben Mehrheiten zu finden .

    Antwort auf "Kleiner Fehler"
  5. Nennen wir das Kind doch mal beim Namen. Petitionen zu Themen welche die Politik nicht angesprochen wissen will werden aufgrund irgendwelcher Phrasen immer abgelehnt. Dasselbe passiert auch mit Petitionen die sich gegen die einzelnen Parteilinien richten.
    Petitionen sind ein Witz und vollkommen sinnlos.

  6. Da es anscheinend eine Abschmetterungsquote von über 60% gibt - bleibt daraus nur ein Schluss:

    die Petition an sich benötigt einen höheren Stellenwert in der Politik!

    und zwar so dass:

    jeder (dazu fähige) der 82 Mio Bürger Lust bekommt sich daran zu beteiligen.

    Meine Ideen dazu:

    1. Auch alle Schriftlichen Petitionen (welche anscheinend über 90% ausmachen) - werden auch im Netz angeboten.

    2. Erreicht eine Petition eine Mindestanzahl an Stimmen (z.B. 50.000) vergrößert sich der Ausschuss der Politiker die sich damit beschäftigen

    3. oder aber einer Mindestanzahl (z.B. 100.000) gibt es zur Petition eine aktuelle Stunde im Bundestag, bei der jede Partei mind. einmal Stellung beziehen muss. Auch darf der Petent sich selber im Bundestag dazu äußern und seinen Standpunkt darlegen.

    4. ab 200.000 tritt ein Gesetzgebungsverfahren in Kraft, in dem das Gesetz natürlich vom Bundestag auch abgelehnt werden darf. Doch es gibt zumindest eine großflächige Diskussion über das Thema der Petition

    5. Die Homepage der Petition bekommt eine ansprechendere Gestaltung und eine modernere Software, damit zukünftige Überlastungen durch eine hohe Unterzeichnerzahl ausgeschlossen sind.

    Was sind Eure Ideen ?

    Meines Erachtens nach liegt die "Unbekanntheit der Petition" an:

    A) Sie hat momentan zu wenig Einfluss auf die "richtige" Politik im Bundestag und damit per se zu wenig Beachtung. Hätte die Petition eine größere Relevanz, würden sich Politiker eindringlicher darum kümmern.

    B) Wenn A) zutrifft, sagt sich so mancher Wähler :
    "Warum soll ich mich bemühen eine Petition unterzeichnen - ich kann ja damit eh nix ändern, ich bin ja nur Stimmvieh für die nächste Wahl. Ich als "kleiner Mann" - ich bin ja machtlos".

    (und das ist er eben nicht!-> Schneeballsystem+gute Argumente+ in zukunft wichtigere Petition)

    Schluss:
    Wir denken uns eine Petition aus, die dafür plädiert den Stellenwert der Petition zu verbessern! und sind ein Stück in weiter Richtung "direkte Demokratie (?)".

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    Die rege Beteiligung an der E-Petition gegen Zensur im Internet, die bereits knapp 92.000 Bürger unterzeichnet haben und die man noch bis 16. Juni hier unterzeichnen kann, ist freilich ein guter Anfang.

    Offen gestanden wusste ich bis vor kurzem nichts von E-Petitionen. Durch die E-Petition gegen Zensur im Internet aufmerkam geworden, habe ich mir auch die übrigen E-Petitionen angeschaut und mich auch einigen ausgewählten angeschlossen. Ich habe den Eindruck - ohne dass ich es zahlenmäßig belegen kann - dass es durchaus einen großen Anteil dieser Mitnahmeeffekte gab.

    Und je mehr sich daran beteiligen, um so stärker wird der Druck auf eine Reform des E-Petitionssystems im Sinne des Beitrags Nr. 7 von globalmarschall.

    Die rege Beteiligung an der E-Petition gegen Zensur im Internet, die bereits knapp 92.000 Bürger unterzeichnet haben und die man noch bis 16. Juni hier unterzeichnen kann, ist freilich ein guter Anfang.

    Offen gestanden wusste ich bis vor kurzem nichts von E-Petitionen. Durch die E-Petition gegen Zensur im Internet aufmerkam geworden, habe ich mir auch die übrigen E-Petitionen angeschaut und mich auch einigen ausgewählten angeschlossen. Ich habe den Eindruck - ohne dass ich es zahlenmäßig belegen kann - dass es durchaus einen großen Anteil dieser Mitnahmeeffekte gab.

    Und je mehr sich daran beteiligen, um so stärker wird der Druck auf eine Reform des E-Petitionssystems im Sinne des Beitrags Nr. 7 von globalmarschall.

  7. Die rege Beteiligung an der E-Petition gegen Zensur im Internet, die bereits knapp 92.000 Bürger unterzeichnet haben und die man noch bis 16. Juni hier unterzeichnen kann, ist freilich ein guter Anfang.

    Offen gestanden wusste ich bis vor kurzem nichts von E-Petitionen. Durch die E-Petition gegen Zensur im Internet aufmerkam geworden, habe ich mir auch die übrigen E-Petitionen angeschaut und mich auch einigen ausgewählten angeschlossen. Ich habe den Eindruck - ohne dass ich es zahlenmäßig belegen kann - dass es durchaus einen großen Anteil dieser Mitnahmeeffekte gab.

    Und je mehr sich daran beteiligen, um so stärker wird der Druck auf eine Reform des E-Petitionssystems im Sinne des Beitrags Nr. 7 von globalmarschall.

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