Frankreich Leinen los!
Lust auf abenteuerliche Schleusenmanöver, Angeln am Fluss oder Baden im Meer? Wer sich für eine Hausbootfahrt in Frankreich entscheidet, hat die Qual der Wahl. Drei Touren, die sich auch für Familien eignen.

© Peter Woeckel
An Schleusen ist Teamarbeit gefragt
„Schleuse!!!!“ Kaum hallt der Ruf übers Deck, kommt Bewegung an Bord. Gerade noch haben die Jungs auf dem Vorderdeck in der Sonne Karten gespielt, die Erwachsenen in Ruhe ein Buch gelesen. Jetzt greift alles ineinander. Das Boot erreicht den kleinen Haltesteg vor der Schleuseneinfahrt – und sofort sind die beiden 13-Jährigen von Bord gesprungen. Beherzt spurten sie die kleine Treppe hinauf, um die Leinen in Empfang zu nehmen, die ihre Väter mit einem Riesenschwung nach oben werfen. Schnell festgezurrt – und schon kann der Schleusenknopf betätigt werden. Perfekt.
Nun ja, zugegeben – So reibungslos funktioniert es nicht immer. Zumindest nicht am ersten Tag, wenn die frischgebackenen Freizeitschiffer ihre erste Schleuse erreichen. Und, na ja, auch das sei eingeräumt: Später kann auch noch manches schieflaufen.
Doch glauben Sie mir – schon nach ein paar Stunden an Bord, kann das niemanden mehr erschüttern. Das Navigieren eines Hausbootes ist schnell gelernt: Startautomatik, ein Hebel für Vorwärts- und Rückwärtsfahren, Steuerrad, Tacho. Fast wie im Auto. Einziger Unterschied: Es geht alles viel langsamer. Neben viel Einsatz ist also auch viel Geduld gefragt.
Mit 8000 Kilometern hat Frankreich das größte Binnenwassernetz Westeuropas, und sehr große Teile davon sind führerscheinfrei auch für Freizeitkapitäne offen. Da versteht es sich von selbst, dass nicht nur die Landschaften und touristischen Sehenswürdigkeiten sehr unterschiedlich sind, sondern auch die Anforderungen an die Schiffer.
Aquitanien gehört nicht unbedingt zu den einfachsten Gebieten. Zahlreiche Einzelschleusen säumen die Strecken. Je nach gewählter Tour werden Schleusentreppen passiert, Wasserbrücken, sogar ein Schiffslift und immer wieder Engstellen. Dennoch: Auch Anfänger schaffen das. Und mit Sicherheit gehört der sonnige Südwesten Frankreichs zu den schönsten Strecken.
Wer es übersichtlich mag, der entscheidet sich für eine Fahrt auf dem Canal latéral à la Garonne, entweder von Le Mas d’Agenais bis Montauban – oder umgekehrt. Montauban ist eine der ältesten befestigten Städte Südfrankreichs und hat den besten Bauernmarkt der Region. Fast schnurrgerade zieht sich der Kanal durch die Landschaft, Und wird dabei immer von einem Fahrradweg gesäumt. Das macht vor allem größeren Kindern Spaß, die so das Boot am Ufer begleiten können.
Wer sich traut, die eingefahrenen Wege zu verlassen, dem sei ein Abstecher in die Baise oder den Lot empfohlen. Wie Schlangen winden sich die Flüsse durch Blumenfelder und Weinhänge. Ihre Ufer sind wild bewachsen – und nicht wenige der engen Brücken fordern den Einsatz der ganzen Mannschaft. Aufgestellt am Bug und ausgerüstet mit Stäben, hilft sie beim Manövrieren.
- Datum 22.05.2009 - 11:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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