Managergehälter "Gesetze können nicht alles regeln"
Die Pläne der Bundesregierung taugen nur begrenzt dazu, Gehaltsexzesse zu begrenzen, sagt Expertin Marion Swoboda. Der sanfte Druck der Anteilseigner könne mehr bewegen
ZEIT ONLINE: Die deutsche Regierung will die Bezahlung von Managern per Gesetz stärker regulieren, Wirtschaftsvertreter kritisieren die Pläne scharf. Sie bewerten als Analystin, ob Unternehmen eine verantwortliche Gehaltspolitik betreiben. Worauf achten Sie besonders?
Marion Swoboda: Zum Beispiel auf die Boni. Variable Vergütungsbestandteile komplett abzuschaffen wäre falsch; sie sind wichtige Erfolgsanreize für Geschäftsführung und Management. Die Leistung eines Geschäftsführers kann zudem relativ gut anhand des Unternehmenserfolgs beurteilt werden. Auch das rechtfertigt Bonuszahlungen. Die entscheidende Frage ist: Wie hoch sollen Boni sinnvollerweise sein? Es ist schwer zu sagen, wo Gehaltsexzesse beginnen. Wir richten uns nach einer Faustregel: Der Boni-Anteil am Gesamtgehalt sollte die 60-Prozent-Grenze nicht übersteigen.
ZEIT ONLINE: Eine Begrenzung der Boni nützt aber nichts, wenn die Geschäftsleitung ausschließlich kurzfristige Ziele verfolgt. Die Bundesregierung will deshalb festlegen, dass Boni erst am Ende einer Mehrjahresperiode fließen dürfen.
Swoboda: Das halte ich auch für sinnvoll. Man kann "Erfolg" auch langfristig definieren, beispielsweise, indem man die Boni an die durchschnittliche Entwicklung des Aktienkurses oder des Gewinns über drei bis fünf Jahre hinweg koppelt, je nach Geschäftssituation oder volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sinnvoll ist auch, einen Großteil der variablen Vergütung in Form von Unternehmensaktien zu zahlen, die erst nach einer bestimmten Sperrfrist verkauft werden dürfen, etwa nach vier Jahren. Dadurch hat der Manager einen stärkeren Anreiz, nachhaltig zu wirtschaften.
ZEIT ONLINE: Wie viele Firmen tun das?
Swoboda: Wenige. In der internationalen Finanzbranche, die ich beobachte, haben etwa sechs Prozent eine solche Sperrfrist eingeführt. Aber ich beobachte, dass sich die Gehaltspolitik der Unternehmen ändert, auch ohne strengere Gesetze. Die Firmen, die langfristigere Anreize setzen, kommen aus ganz verschiedenen Ländern und unterliegen unterschiedlichen Gesetzen. Eine strengere Regulierung wird wenig Einfluss auf das Verhalten haben.
ZEIT ONLINE: Das heißt, strengere Gesetze nutzen nichts?
- Datum 26.05.2009 - 17:30 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Die Pläne der Bundesregierung taugen nur begrenzt dazu, Gehaltsexzesse zu begrenzen..." sagt Expertin Marion Swoboda [Analystin].
...ist schon klar, dass sie soetwas sagt....
Aber war da nicht mal was....Aktienkurse...Rating-Agenturen... Analysten...?
Das Interview mit der "Expertin" mutet ein wenig an wie:
"Gegen Feuersbrunst und gegen Feuerlöscher!"
die Gegenkoppelung der Wirtschaftslobbyisten auf die Entscheidungen der Bundesregierung völlig zu vernachlässigen und zu negieren, natürlich passiert nichts, wenn die meisten Abgeordneten auf der Gehaltsliste stehen, also, Prädikat: Wertlos.
schlägt vor, als Firmenmodell anstelle der AG vermehrt Stiftungen einzuführen.
Der Grund dafür sei die Tendenz, den Profit in eine AG zu reinvestieren, um einen zusätzlichen Anstieg der Aktien zu erreichen. Dies führe zwangsläufig zu Spekulation.
Stiftungen seien produkteorientiert, während eine AG gewinnorientiert sei.
Sowas wie z.b. die Lidl Stiftung? Die sind ja bekannt dafuer nicht gewinnorientiert zu arbeiten und die Arbeitsverhaeltnisse nach vorne zu bringen.....
Davon abgesehen finde ich es immer toll, wenn ich Leute nach ihrem Aktienpaket frage, natuerlich ist die deutsche Bank dabei, aber der Ackermann? Der ist nach Meinung des Befragten ein raffgieriges Monster... Aber ihm Geld geben und am Wochenende wird dann Fußballstars und Formel 1 Piloten zugejubelt, die noch mehr Geld bekommen fuer etwas im vergleich total triviales...
Sowas wie z.b. die Lidl Stiftung? Die sind ja bekannt dafuer nicht gewinnorientiert zu arbeiten und die Arbeitsverhaeltnisse nach vorne zu bringen.....
Davon abgesehen finde ich es immer toll, wenn ich Leute nach ihrem Aktienpaket frage, natuerlich ist die deutsche Bank dabei, aber der Ackermann? Der ist nach Meinung des Befragten ein raffgieriges Monster... Aber ihm Geld geben und am Wochenende wird dann Fußballstars und Formel 1 Piloten zugejubelt, die noch mehr Geld bekommen fuer etwas im vergleich total triviales...
Vor Jahren war von einer Deutschland AG die Rede? Unternehmensverflechtungen durch die Wahrnehmung einzelner Personen von vielen Aufsichtsratsmandaten. Ein Personenkreis, der die Wirtschaft in D. angeblich oder auch wirklich gesteuert hat. Ich weiß nicht, was daran wirklich Fakt war.
Aber wenn man sich die Unternehmen mit den Millionengagen und -boni anschaut, ist schon auffällig, dass die Sozialisierung von Unternehmensführungen und Management zumindest sehr ähnlich ist. Die Personen glauben, sich ihr Gehalt auch wirklich zu verdienen, weil sie eben nur mit Leuten in engerem Kontakt sind, die sich in einem ähnlichen Bereich bewegen. Vergleichspersonen im eigenen Umfeld zu suchen, ist normal.
Die Frage ist, ob diese Gehaltsauswüchse wirklich Ausdruck von Vertragsfreiheit und Besitzer-(Aktionärs-)willen sind. Handelt es sich hierbei tatsächlich ein Kampf um die besten Köpfe? Ich weiß es nicht, es konnte mir aber auch keiner bisher plausibel machen.
Was durch die Fixierung auf kurzfristiger Renditeziele angerichtet werden kann, erleben wir gerade - zum Teil. Denn die Finanzbranche ist doch nur der aus dem Wasser ragende Teil der Realwirtschaft. Unternehmen werden heruntergebrochen auf überschaubare Einheiten. In den verschiedenen Hierachieebenen geht es im Wesentlichen um die Renditeziele. Und dann nimmt man eine beliebige Produktionsstätte und vergleich mal die Investitionen in Wartung, Qualifizierung, etc. Faktoren, die in der Entscheidung des Betriebsleiters liegen.
Ohne Zwang passiert in diesen Bereichen - mit Entscheidern, die ihre Jahresziele erfüllen sollen, selbst die üblichen 3-5 Jahresverträge haben - wenig oder gar nichts. Und so werden wir sehen, während der Eisberg von oben zu schmilzen beginnt, wie von unten immer mehr Teile wegbröckeln.
Ich glaube nicht, dass ein Gesetz in D. daran etwas schnell ändern wird.
In der Bankenkrise haben wir gelernt, dass die Boni (begründet als Belohnung für gute Leistung) sogar bezahlt werden wenn die Firma pleite ist. Welche Funktion hat so ein Bonus dann überhaupt?
Warum glauben die Firmenlenker und Investmentbanker, dass ihre Leistung unendlich mal mehr wert ist, als die ihrer Angestellten. Früher hatten wir vor allem den Unternehmer, der mit seinem eigenen Vermögen gehaftet hat, wenn es der Firma schlecht ging und in guten Zeiten aber auch entsprechend viel verdiente. Das kann ich einsehen.
Warum bekommen unsere Top Manager ein Gehalt, als ob das ihr Geld und ihr Risiko wäre, mit dem der Laden läuft?
Wieso sollte sich irgendwer vorschreiben lassen wieviel er maximal zu verdienen hat?
Und wie soll man Beweisen das ein Manager fahrlässig falsch gehandelt hat?
Beispiel Madoff - Ist der Bankmanager Schuld der Geld von Kunden investiert hat ohne zu wissen das es ein Pyramidenspiel ist?
Und Lehmann - deren Anleihen hatten AAA Rating, galten als sicher.
Natürlich geht es mir auf den Sack das ein Banker x mal soviel verdient wie eine Krankenschwester, ein Sozialhelfer oder ein Lehrer (oder ich...)
Doch das ist nicht die Schuld der Manager, das ist die Schuld des Systems in dem wir Leben.
Das einzige das man mit diesen Gesetzen erreicht ist das gute Leute auswandern.
Und die verbliebenen Wirtschaftsbosse sind dann genauso kompetent wie unsere Politiker.
Gute Nacht Deutschland.
Sowas wie z.b. die Lidl Stiftung? Die sind ja bekannt dafuer nicht gewinnorientiert zu arbeiten und die Arbeitsverhaeltnisse nach vorne zu bringen.....
Davon abgesehen finde ich es immer toll, wenn ich Leute nach ihrem Aktienpaket frage, natuerlich ist die deutsche Bank dabei, aber der Ackermann? Der ist nach Meinung des Befragten ein raffgieriges Monster... Aber ihm Geld geben und am Wochenende wird dann Fußballstars und Formel 1 Piloten zugejubelt, die noch mehr Geld bekommen fuer etwas im vergleich total triviales...
"Es sollte aber im ureigensten Interesse der Unternehmen sein, darauf zu achten, dass die leitenden Angestellten ihre Arbeit sorgfältig verrichten. Ein Gesetz ist dafür nicht nötig."
Ab diesem Satz habe ich aufgehört zu lesen. Diese Frau hat wohl gar nichts begriffen! Denn, wie die aktuelle Krise zeigt ist es den meisten Unternehmen wohl doch eher sch...egal, ob ihre leitenden Angestellten (langfristig) gute Arbeit machen solange der Aktienkurs nur steigt. Schade, dass die Reformen des Finanzmarktes wohl in erster Linie genau den Lobbyisten anvertraut wird, die sie durch ihre selbstverliebte Selbstbedienungsmentalität verursacht haben.
Schade, aber wir können wohl weder von der politischen noch von der wirtschaftlichen "Elite" eine wirkliche Reform erwarten. Zu groß sind die eigennützigen Privatinteressen derer die entscheiden.
Üben wir uns also weiter im Lohnverzicht und in der Zeitarbeit, irgendjemand muß die Zocker und ihre Groupiers ja bezahlen...
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