Gesundheitssystem Der Patient als Geisel

Ärzte wollen mal wieder mehr Geld und fordern die Rationierung von Gesundheitsleistungen. Eine vom Staat gesteuerte Medizin lehnen sie ab – leider. Ein Kommentar.

Wenn Ärzte in Deutschland um ihre Pfründe kämpfen, dann sprechen sie gerne von der Therapiefreiheit und warnen vor einer quasi-sozialistischen Staatsmedizin. Jetzt hat der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, noch einen drauf gesetzt. Er fordert nicht nur mehr Geld, sondern plädiert auch für die "Priorisierung" von Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen und warnt vor der drohenden Mangelversorgung im deutschen Gesundheitssystem.

Sicher, scharfe Worte gehören dazu, wenn sich der oberste Ärztelobbyist auf dem Ärztetag an seine Standesgenossen wendet. Auch die anschließende Empörung der Politik gehört zu diesem Ritual. Und weil im September die Bundestagswahl ansteht, sind die Töne dieses Schlagabtausches in diesem Jahr besonders schrill.

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Andererseits verwundert es schon, wie dreist der Ärztepräsident die eigenen Interessen über das Patientenwohl stellt und wie offensichtlich er bereit ist, dafür den Patienten als Geisel zu nehmen, in dem die Ärzte den medizinischen Notstand heraufbeschwören.

Therapiefreiheit ist für viele Ärzte längst ein Synonym dafür, Patienten im Zweifel die teurere und lukrativere Behandlung zu verschreiben und nicht die medizinisch gebotene. Und wenn Ärzte vor Staatsmedizin warnen, dann wehren sie sich vor allem dagegen, dass das Selbstbedienungssystem namens Kassenärztliche Vereinigung in Frage gestellt wird. Auch das Gerede von der Priorisierung von Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hat vor allem das Ziel, sich über private Zusatzversicherungen zusätzliche Einnahmequellen zu sichern.

Dabei macht es tatsächlich Sinn, öffentlich über die Rationierung von Gesundheitsleistungen zu diskutieren. Schließlich ist sie in deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen längst Realität. In den Krankenhäusern zum Beispiel erwägen Ärzte regelmäßig, ob es sich lohnt einem Neunzigjährigen noch eine künstliche Hüfte einzusetzen oder wie viel ärztliche Betreuung einer Pflegebedürftigen sich ein Pflegeheim leisten kann. In den allermeisten Fällen geschieht dies klammheimlich, die Ärzte, die darüber entscheiden müssen, werden damit alleine gelassen.

Es ist aber eine Aufgabe der Politik und auch der Gesellschaft sich diesen gleichzeitig moralischen und ökonomischen Fragen zu stellen. "Gesundheit für alle" ist ein schönes politisches Versprechen, aber jeder Ökonom und jeder Arzt weiß, dass dieses Versprechen sowohl medizinische als auch wirtschaftliche Grenzen hat. Auch in den Praxen findet tagtäglich eine Rationalisierung von Gesundheitsleistungen statt, beispielsweise in dem Privatpatienten bevorzugt behandelt werden.

Natürlich muss die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gesteuert werden. Aber die Ärzte sind dazu nicht in der Lage, weil sie im Zweifelsfall das ökonomische Eigeninteresse über das Patientenwohl stellen. Die Steuerung des Systems ist vielmehr originäre Aufgabe des Gemeinwesens. Nicht weniger Staat muss es deshalb im Gesundheitssystem heißen, sondern mehr. Nicht mehr Therapiefreiheit, sondern weniger. Patienten können davon nur profitieren.

Für sie ist es erstens in aller Regel besser und es führt zu besseren Behandlungsergebnissen, wenn sie sich darauf verlassen können, dass sie beim Arzt und im Krankenhaus nach festen Richtlinien therapiert werden. Auf solche Regeln sollten sich Forscher, Ärzte und Krankenkassen nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen verständigen.

Zweitens sollten niedergelassene Ärzte endlich gezwungen werden, sich in Medizinischen Versorgungszentren zusammenzuschließen. So könnte man die Arzt- und Therapiewahl besser steuern und effektivieren als über die weitere Erhöhung der Praxisgebühren.

Drittens ist es besser, wenn Ärzte über die Krankenkassen direkt vom Staat bezahlt werden und das Geld nicht über ein völlig intransparentes System von den kassenärztlichen Vereinigungen, also von den organisierten Kassenärzten selbst untereinander verteilt wird. Mit Sozialismus hat das nichts zu tun – die Honorarordnung für die Privatversicherungen wird schon immer vom Staat festgelegt, ohne dass die Ärzte deshalb hier jemals dieses Schreckgespenst an die Wand gemalt hätten.

Doch bei allem Unverständnis über den plumpen Lobbyismus der Ärztekammer, müssen sich auch die Patienten ein paar unangenehme Fragen gefallen lassen.

Solange sie glauben, dass sie erst gesund werden, wenn sie auch den fünften Spezialisten konsultiert haben, müssen sie sich nicht wundern, wenn die Gesundheitskosten explodieren. Solange sie außerdem Vorbeugung für überflüssig halten und stattdessen der Illusion nachhängen, dass nur teure Medizin gute Medizin ist, müssen sie sich nicht wundern, dass die Ärzte die Honorarordnung als Selbstbedienungsladen betrachten. Und solange sie drittens bereit sind, sich im Wartezimmer von der organisierten Ärzteschaft in Geiselhaft nehmen zu lassen, müssen sie sich nicht wundern, dass sich die teuren, ineffektiven und intransparenten Strukturen im Gesundheitssystem nicht grundlegend ändern.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Dieser Artikel lenkt schon etwas von der Verantwortung der Politik ab.
    Man soll wohl wieder einmal den Eindruck gewinnen, jemand anderes, anonymes ist Schuld. Der böse Patient und der böse Arzt.

    Selbstgerechte nur ihr Eigeninteresse verfolgende, vom Kapital und Lobbyisten gesteuerte Politiker (Volksvertreter) tragen die Schuld.

    Wer sich beispielsweise schon einmal mit dem Thema Altenpflege, Krank werden im Alter auseinandersetzen musste, wird ihren Artikel zu werten wissen.

    Ein Arzt erhält pauschal pro Quartal 42,-- für einen Patienten. Ausschließlich dem will man die Schuld anlasten, dass er nicht besonders motiviert ist, mehrfach Hausbesuche im Altersheim zu machen weil sich dort ein wundgelegener alter Mensch quält?

    Erst wenn genügend Menschen dies, oder ähnliches bei ihren Angehörigen erlebt haben wird dieses Schafherden artige Verhalten wohl aufhören.

    Billionen um die Banken und Bonifikationen zu retten, aber Krank sein, Alt sein und Arm sein (Arbeiter und Arbeitnehmer) zur Hölle zu machen wird man nicht ewig durchgehen lassen.

  2. Der Kommentar hat gut angefangen:
    Ja es gibt einige Probleme – zu wenig Geld, und neue Therapien, die manchmal weitaus besser sind. Aber der erste Grund ist ja zum Haare raufen.
    Für sie ist es erstens in aller Regel besser und es führt zu besseren Behandlungsergebnissen, wenn sie sich darauf verlassen können, dass sie beim Arzt und im Krankenhaus nach festen Richtlinien therapiert werden. Auf solche Regeln sollten sich Forscher, Ärzte und Krankenkassen nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen verständigen.
    Um eine neue Therapie anzuerkennen gibt es tatsächlich dieses Gremium, aber das heißt nicht, dass es nicht unbedingt besser ist alles das zu nehmen, was man dort als richtig erachtet. Das soll kein Vorwurf sein, aber die Krankenkassen sehen sehr wohl den Preis mancher Therapien und streichen sie fristlos. Allein die Einsparungen mit dem – für manche schlechter zu vertragenden Insulin – zeigt doch, dass im wesentlichen nicht auf den Patienten geachtet wird, sondern auf die günstigste Therapiemöglichkeit. Auch werden Therapien, die in anderen Ländern lange schon anerkannt sind, oftmals hier als Scharlatanerie verschrieen. Es dauert manchmal Jahre bis sich diese Organisation dazu durchringt neue Therapiemöglichkeiten als richtig zu bewerten. Nein, vertrauen hab ich in das Gremium ganz sicher nicht.
    Der zweite Grund war ja wirklich amüsant „Zweitens sollten niedergelassene Ärzte endlich gezwungen werden, sich in Medizinischen Versorgungszentren zusammenzuschließen...“. Ich merke von freier Berufsausübung hält hier jemand gar nichts. Nicht jeder Arzt ist gleich, und jeder findet andere Therapien wichtiger als manch anderer. Ich will auf jeden Fall keinen Arzt, der mir sofort Antibiotika verschreibt, auch wenn es die theoretisch beste Therapie ist. Der Patient wird also nach Gutdünken anderer behandelt, und darf nicht mehr selbst entscheiden, das tut dann das „Medizinische Versorgungszentrum“ – ehrlich – nein danke!
    Zum dritten Grund möchte ich nur eins sagen. Ich finde die KV an sich theoretisch nicht schlecht – Verhandlungsführer zwischen Krankenkassen und Ärzten – leider überschreitet diese oft ihre Kompetenzen.
    Ansonsten scheinen alle Forderungen des Kommentators nur einen Grund zu haben. Das Gleichmachen von jedem Kranken. Sozialismus beschreibt das noch am Besten. Aber es gibt unterschiedliche Menschen, jeder will weniger oder mehr von den Krankenkassen verlangen – und jeder muss es manchmal tun. Es gibt so viele Krankheiten, und nicht jeder Arzt ist gleich gut. Auch das muss man akzeptieren. Wenn ich als Patient zu einem Arzt gehe und dieser mich nicht richtig ernstnimmt, bin ich weg. Hypochonder sind das eine, aber wenn der Arzt den Patienten nicht mehr ernstnehmen kann, weil andere Methoden angewandt werden bei den jeweiligen Symptomen, an den Ursachen vorbei, was soll ich als Patient dazu sagen? Die richtige Methode ist das für mich nicht.
    In Zukunft scheint die Zweiklassenmedizin eher noch stärker zuzunehmen als abzunehmen. Gleich machen – heißt nicht unbedingt gleich gut, sondern eher gleich schlecht machen.
    Und nochmal zu dem Kommentator. Ich als Patient habe mich eher was anderes gefragt. Wenn ich Rückenschmerzen habe, weshalb muss ich zuerst zum Hausarzt? Ich kann direkt zum Facharzt, der kann meinen Hausarzt wenn es so wichtig ist informieren. Wenn ein Arzt das nicht findet was mir fehlt, heißt das zudem nicht, dass da nichts ist. Ich hatte selbst einen Fall in der Familie wo 20 Jahre lang nichts gefunden wurde, Ohnmachtsanfälle immer stärker wurden, ganz plötzlich ohne Vorwarnung – man glaubte an das Herz, an den Blutdruck, an die Konstitution – letztendlich war es ein Halswirbel, ein Orthopäde fand es nachdem 5 verschiedene in all den Jahren es nicht gefunden hatten.
    Teurer wird die Medizin, dafür will ich aber auch bezahlen. Meine Gesundheit ist mir das wert. Dafür suche ich mir aber auch die Ärzte die ich für kompetent halte.

  3. knarzt die alte INSM-Platte ihr fröhlich Lied:
    Die Gesundheitskosten "explodieren" - dabei steigen sie nur parallel zum BIP.
    Gleichheitsgebot im Grundgesetz? Nein, noch mehr Ökonomie. Ein alter Mensch, der sich schon so weit ins unrentable Alter vorgewagt hat, soll nicht auch noch mit einer künstlichen Hüfte belohnt werden, da sei der Ökonom vor - und der Staat, der sich ja inzwischen zum Schuhputzer der Privatisierer entwickelt hat.

    "Natürlich muss die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gesteuert werden". Mit Massenheilungen durch den Messias? Mit Marketingmaßnahmen ("Du bist nicht krank, nur suboptimal gesund?") oder brutalen Hitzewellen? Nein, gemeint ist das Vorenthalten medizinischer Leistungen.
    Gibt es eine "Nachfrage" nach Gesundheit Herr Seils? Ist der unglückliche Träger eines Hirntumors ein "Konsument", der seine knappen Mittel fröhlich und freiwillig so verteilt, wie es seiner ganz persönlichen Vorstellung vom Grenzwertnutzen entspricht?
    Wo wandern die gigantischen Mittel aus den Versicherungsbeiträgen hin? Zu den Ärzten, wie hier insinnuiert wird? In die Krankenhäuser? Oder doch in die Pharmabilanzen??

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    Ein Großteil der Beiträge versandet leider in einem völlig aufgeblähtem Verwaltungsapparat. Da mußte der Beitragssatz um fast 2 Prozentpunkte
    steigen, nur um ein Monster namens Gesundheitsfond zu finanzieren.
    Im Gegenzug zum "Wettbewerbsstärkungsgesetz" das de facto den Wettbewerb zwischen den Kassen abschafft erkaufte sich "Tricky-Ulla",
    die sich weniger durch Fachkompetenz denn durch Intrigen einen Namen machte, das Stillhalten der AOK´s.
    Und wer zahlt die Zeche ? Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
    Nutzen ? Null
    Daher habe ich bei staatlicher Kontrolle des Gesundheitswesens so meine Bedenken.

    Ein Großteil der Beiträge versandet leider in einem völlig aufgeblähtem Verwaltungsapparat. Da mußte der Beitragssatz um fast 2 Prozentpunkte
    steigen, nur um ein Monster namens Gesundheitsfond zu finanzieren.
    Im Gegenzug zum "Wettbewerbsstärkungsgesetz" das de facto den Wettbewerb zwischen den Kassen abschafft erkaufte sich "Tricky-Ulla",
    die sich weniger durch Fachkompetenz denn durch Intrigen einen Namen machte, das Stillhalten der AOK´s.
    Und wer zahlt die Zeche ? Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
    Nutzen ? Null
    Daher habe ich bei staatlicher Kontrolle des Gesundheitswesens so meine Bedenken.

  4. Da wird ja mal wieder das populaere Lied gespielt, ganz der Politik und dem, was jeder hoeren will genehm: die boesen Aerzte, die mal wieder nur Geld wollen (und dabei eh schon genug haben), mehr Macht dem Staat (und Geld) und der arme Patient als Geisel aller.

    Schade dass das nicht so ganz der Wahrheit entspricht, die sehr viel komplizierter ist.

    Ein Gesundheitssystem, das seinen Leistungstraegern Respekt und Anerkennung aberkennt; Geld (und es ist genug im Pott) das oftmals fehlverteilt wird; eine Gesellschaft, die nicht erkennen kann, dass die Medizin nicht alles leisten kann und muss und fuer die Selbstverantwortlichkeit eine eher unbekannte Groesse ist und Politiker, die an ihren Machterhalt denken, somit potentielle Waehler = Patienten nicht veraergern wollen und dringend notwendige vernuenftige Reformen (und diese muessten drastisch und nicht rein politisch, sondern sehr stark medizinisch gepraegt sein) vermeiden, sind dabei die Eckpfeiler.

    Aber das alte Stueck mit dem Helden (der starke Staat), dem Boesewicht (der geldgierige Arzt) und dem armen Opfer (der unmuendige gegeisselte Patient) ist halt viel publikumswirksamer, stimmt schon.

  5. Der Ruf nach mehr Effizienz im Gesundheitswesen zeugt von einem grundlegenden Mißverständnis: Der Mensch, wie auch Lebewesen überhaupt, funktioniert nicht nach den Grundregeln der Effizienz, wie dies Maschinen tun, sondern lebt in einem komplexen Feld von Wechselwirkungen biologischer, geistiger, seelischer Faktoren und Einflüsse. Sicher mag es in bestimmten Fällen, vor allem der Unfall- und Intensivmedizin Therapien geben, die nach vorgegebenem Schema funktionieren (hier ersetzt zeitweise die medizinische Technik biologische Funktion), und ich bin froh, daß es diese Vorgehensweisen gibt. Doch zu Heil und Heilung gehört mehr als biologisches Funktionieren, im Allgemeinen, und dann noch für jeden Menschen im Besonderen auf unterschiedliche Weise.
    Standardtherapien nach Standardregeln führen hier nicht zu mehr Heil und Heilung, sondern zu mehr Bürokratie und Regelung.
    Wenn es ein Gegenmodell geben soll, das dem Einzelnen mehr Freiheit und mehr Hoffnung auf individuelle Heilung geben soll, muß es die Allgemeinheit eben ertragen, daß manche Methoden wählen, die nicht allgemein anerkannt sind.
    Es ist schade, daß der Ruf nach mehr Effizienz alternative Ansätze der Medizin unterdrückt und daß im Namen der Sparsamkeit die Vielfalt unterschiedlicher Ansätze unterdrückt wird, die nur durch ein System freier niedergelassener Ärzte gewährleistet werden kann - Gerne in Verbindung mit Medizinzentren - wer solche Zentren gründen will, soll das machen und auch ordentlich verdienen, wer neidet erfolgreichen Geschäftsleuten sonst ihren Erfolg!
    Wenn heute Mediziner weniger Chance auf Reichtum haben als Autohändler, läuft irgendetwas gründlich verkehrt.

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    • A.S.
    • 20.05.2009 um 22:15 Uhr

    Autohändlern wurde immer nachgesagt , dass sie Ihre Kunden betrügen und dadurch Ihr Geld verdienen. Es gibt auch einige Ärzte die so handeln und die bestimmt ein Vielfaches eines Autohändlers verdienen.
    Aber an sich finde ich Ihren Kommentar sehr richtig und bin der Meinung, dass sich viele Kosten einsparen ließen, wenn Patienten wieder individueller behandelt werden könnten und keine Fallpauschalen wären. Durch diese eingesparten Kosten könnten dann andere defizitäre Bereiche finanziert und alternative Bereiche gefördert werden.
    Setzt allerdings vorraus, dass nicht jeder Chefarzt seine Verdienstvorstellungen an denen eines Herrn Ackermann (oder wie auch immer) mißt, und das hirarchisch nach unten weitergibt.

    • A.S.
    • 20.05.2009 um 22:15 Uhr

    Autohändlern wurde immer nachgesagt , dass sie Ihre Kunden betrügen und dadurch Ihr Geld verdienen. Es gibt auch einige Ärzte die so handeln und die bestimmt ein Vielfaches eines Autohändlers verdienen.
    Aber an sich finde ich Ihren Kommentar sehr richtig und bin der Meinung, dass sich viele Kosten einsparen ließen, wenn Patienten wieder individueller behandelt werden könnten und keine Fallpauschalen wären. Durch diese eingesparten Kosten könnten dann andere defizitäre Bereiche finanziert und alternative Bereiche gefördert werden.
    Setzt allerdings vorraus, dass nicht jeder Chefarzt seine Verdienstvorstellungen an denen eines Herrn Ackermann (oder wie auch immer) mißt, und das hirarchisch nach unten weitergibt.

  6. 6. Nein

    Ein Großteil der Beiträge versandet leider in einem völlig aufgeblähtem Verwaltungsapparat. Da mußte der Beitragssatz um fast 2 Prozentpunkte
    steigen, nur um ein Monster namens Gesundheitsfond zu finanzieren.
    Im Gegenzug zum "Wettbewerbsstärkungsgesetz" das de facto den Wettbewerb zwischen den Kassen abschafft erkaufte sich "Tricky-Ulla",
    die sich weniger durch Fachkompetenz denn durch Intrigen einen Namen machte, das Stillhalten der AOK´s.
    Und wer zahlt die Zeche ? Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
    Nutzen ? Null
    Daher habe ich bei staatlicher Kontrolle des Gesundheitswesens so meine Bedenken.

    Antwort auf "comme toujours"
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    Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Der Staat ist der größte Kapitelvernichter, den wir haben. Oder wie kann es sein, dass bei ständig steigenden Beiträgen die Leistungen immer geringer werden? Dabei sind die Krankheitskosten selbst in den letzten beiden Jahrzehnten nicht signifikant gestiegen! Teurer geworden ist nur die Verwaltung! Der Staat zieht auf fast allen Gebieten immer mehr Aufgaben an sich, kann sie aber nicht erfüllen, es sei denn mit gewaltigen Kosten. Die Bundesrepublik leidet heute an der Krankheit, an der die DDR seinerzeit gestorben ist. Ich bin gottlob privat versichert, habe einen Vertrag, an den die Krankenkasse gebunden ist, kann mir den Arzt selbst aussuchen, spare mit die Praxisgebühr und bekomme bei Nichtinanspruchnahme auch noch eine Beitragsrückvergütung. Es sollte jeder krankenversicherungspflichtig sein, sich die Krankenkasse aber selbst aussuchen können. Das allein schafft den - auch von der Politik scheinheilig immer wieer geforderten - Wettbewerb und senkt die Kosten, nicht die Leristungen.

    der "aufgeblähte Verwaltungsapparat" sind wohl eher die Vorstände der unzähligen privaten Krankenkassen. Sogar der neoliberale Spiegel hat in einem selten gewordenen Anfall von Reflexionsfähigkeit bemerkt, dass dank gesetzlich geschützer Risikopickerei jeder Dummkopf eine private Krankenkasse führen kann. Es gehört ebenfalls zum System, dass die Medien den kleinbürgerlichen Krankenkassendarwinismus der Privatversicherten hätscheln und dass die aktuelle Politik mit pseudosozialer Phrasendrescherei das Spiel der Medizinkommerzialisierer und der Pharmakonzerne spielt - sei es mit vorsätzlichem Pfusch, wenn sich sonst nichts machen lässt.

    Das alles ändert wenig an den Grundübeln der gewollten Klassengesellschaft bei den Krankenversicherungen und lobbyistengesteuerten Fehlleitung der gewaltigen Beiträge direkt in die Pharmabilanzen.
    Verglichen mit ähnlich zivilisierten Ländern bezahlt Deutschland seine Ärzte und Krankenschwestern nämlich schändlich schlecht.

    Ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Der Staat ist der größte Kapitelvernichter, den wir haben. Oder wie kann es sein, dass bei ständig steigenden Beiträgen die Leistungen immer geringer werden? Dabei sind die Krankheitskosten selbst in den letzten beiden Jahrzehnten nicht signifikant gestiegen! Teurer geworden ist nur die Verwaltung! Der Staat zieht auf fast allen Gebieten immer mehr Aufgaben an sich, kann sie aber nicht erfüllen, es sei denn mit gewaltigen Kosten. Die Bundesrepublik leidet heute an der Krankheit, an der die DDR seinerzeit gestorben ist. Ich bin gottlob privat versichert, habe einen Vertrag, an den die Krankenkasse gebunden ist, kann mir den Arzt selbst aussuchen, spare mit die Praxisgebühr und bekomme bei Nichtinanspruchnahme auch noch eine Beitragsrückvergütung. Es sollte jeder krankenversicherungspflichtig sein, sich die Krankenkasse aber selbst aussuchen können. Das allein schafft den - auch von der Politik scheinheilig immer wieer geforderten - Wettbewerb und senkt die Kosten, nicht die Leristungen.

    der "aufgeblähte Verwaltungsapparat" sind wohl eher die Vorstände der unzähligen privaten Krankenkassen. Sogar der neoliberale Spiegel hat in einem selten gewordenen Anfall von Reflexionsfähigkeit bemerkt, dass dank gesetzlich geschützer Risikopickerei jeder Dummkopf eine private Krankenkasse führen kann. Es gehört ebenfalls zum System, dass die Medien den kleinbürgerlichen Krankenkassendarwinismus der Privatversicherten hätscheln und dass die aktuelle Politik mit pseudosozialer Phrasendrescherei das Spiel der Medizinkommerzialisierer und der Pharmakonzerne spielt - sei es mit vorsätzlichem Pfusch, wenn sich sonst nichts machen lässt.

    Das alles ändert wenig an den Grundübeln der gewollten Klassengesellschaft bei den Krankenversicherungen und lobbyistengesteuerten Fehlleitung der gewaltigen Beiträge direkt in die Pharmabilanzen.
    Verglichen mit ähnlich zivilisierten Ländern bezahlt Deutschland seine Ärzte und Krankenschwestern nämlich schändlich schlecht.

  7. Es ist schon wahr das die Ministerin Schmidt nur eine "Reform" durchsetzen wollte,ob Sinn oder nicht,leider haben die anderen Medizinexperten der
    Regierung auch keine vernünftigen Lösungen aufgezeigt.Man muss sie nicht gleich Tricky-Ulla nennen.
    Das System als solches ist ungerecht.Wir brauchen Regeln durch die Regierung,aber keine von denen man glaubt das Parlament wäre bestochen.Was ist denn so verwerflich daran zu fordern,die Ärzte sollten sich in Großpraxen zusammenschließen um auch rentabel fü das Gesundheitssystem zu werden.Natürlich müssen sie auch vernünftig bezahlt werden,aber sie müssen aber gebremstt werden sich ungehindert die Patienten zuzuschieben,wie das mit den Überweisungen ja üblich ist.Und dringend notwendig ist auch, die Pharmaindustrie zu hindern Preise zu diktieren.
    Ich persönlich habe in der vorigen Woche 3 Medikamente in Frankreich verschrieben bekommen für die ich insgesamt € 8,48 bezahlt habe und für die ich in Deutschland € 15.- zuzahlen müsste: Beispiel Bisoprolol 5mg
    28 Stck. für 3,31 !! Hier kostet es um die 14 Euros p.b.

    • A.S.
    • 20.05.2009 um 22:15 Uhr

    Autohändlern wurde immer nachgesagt , dass sie Ihre Kunden betrügen und dadurch Ihr Geld verdienen. Es gibt auch einige Ärzte die so handeln und die bestimmt ein Vielfaches eines Autohändlers verdienen.
    Aber an sich finde ich Ihren Kommentar sehr richtig und bin der Meinung, dass sich viele Kosten einsparen ließen, wenn Patienten wieder individueller behandelt werden könnten und keine Fallpauschalen wären. Durch diese eingesparten Kosten könnten dann andere defizitäre Bereiche finanziert und alternative Bereiche gefördert werden.
    Setzt allerdings vorraus, dass nicht jeder Chefarzt seine Verdienstvorstellungen an denen eines Herrn Ackermann (oder wie auch immer) mißt, und das hirarchisch nach unten weitergibt.

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