Nordkoreas Atomtest USA brauchen China als Vorauskommando
Die USA haben Nordkorea nach dem Atomtest ernste Konsequenzen angedroht. Doch was haben sie gegen Pjöngjang in der Hand? Der Hebel gegen Diktator Kim liegt in China
Nach dem nordkoreanischen Atomtest vom Montag hat China direkt bei Nordkorea protestiert. "Nach dem Test hat China seine Position in direkter Weise gegenüber der nordkoreanischen Seite zum Ausdruck gebracht", sagte ein Sprecher des Außenministeriums. China stehe in Kontakt mit allen Parteien des derzeitigen Konfliktes, einschließlich Nordkorea.
China forderte das Nachbarland erneut auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und von Aktivitäten abzusehen, die die Situation verschlimmerten. Nordkorea hatte zum zweiten Mal seit 2006 einen Atomwaffentest unternommen und zudem testweise mehrere Kurzstreckenraketen abgefeuert. Beides sorgte international für Empörung, der UN-Sicherheitsrat verurteilte das Land und will eine Resolution folgen lassen.
Wenn China nun aktiv wird, wird das den USA nicht unrecht sein. Die Regierung in Washington hat so gut wie keinen Einfluss auf die kommunistische Führung in Pjöngjang, hofft aber erneut darauf, dass die Chinesen Druck ausüben. China wiederum treibt die Sorge um, dass ihr international isolierter und bitterarmer Nachbar destabilisiert werden könnte.
Nordkorea-Experten, die sich schon als Mitarbeiter früherer Regierungen mit dem Land befasst haben, stimmen darin überein, dass Präsident Barack Obama die chinesische Karte spielen muss. Das dürfte sich indes als schwierig erweisen, sind doch die USA auf die chinesische Unterstützung in anderen Fragen wie dem Klimawandel oder der internationalen Finanzkrise angewiesen.
"Die Regierung muss nach neuen Wegen suchen, um China zum Handeln zu bewegen", rät Michael Green, der sich unter Obamas Vorgänger George W. Bush mit Nordkorea befasst hat. Um Nordkorea unter Druck zu setzen, müssten die USA Druck auf China ausüben.
Doch die chinesische Unterstützung wird nicht leicht zu bekommen sein, da die Führung in Peking einen Zusammenbruch Nordkoreas mit unabsehbaren Folgen befürchtet. Die Sorge vor einem Flüchtlingsstrom nach China wird durch Berichte über eine ernste Erkrankung des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il und Nachfolgekämpfe genährt. Experten gehen davon aus, dass Kim schwer erkrankt ist und seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un zum Kronprinzen bestimmt hat.
"Für die Chinesen ist das eine sehr komplizierte Situation", sagt Dennis Wilder, der bis zum Regierungswechsel im Januar als Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrats mit Nordkorea befasst war. Durch ihre vorsichtige und zurückhaltende Reaktion auf Kims Provokationen hätten sie ihm zu verstehen gegeben, dass sie die Absicht erkannt und akzeptiert hätten, die Position seines Sohnes zu festigen. "Die Frage lautet jetzt, ob sie ihm Raum geben, das Kräfteverhältnis in Nordasien zu verändern", überlegt Wilder. Ein dauerhaft atomar bewaffnetes Nordkorea könnte nämlich ein Wettrüsten mit Japan, Südkorea, China und möglicherweise auch Taiwan auslösen. Von diesen vier Ländern verfügt lediglich China über Atomwaffen.
Aus Sicht der Korea-Experten könnte Kim deshalb versucht sein, nicht nur die Stellung seines Jüngsten zu stärken, sondern sein Land auch als Atommacht zu etablieren. In Verhandlungen könnte er dann eine Begrenzung, nicht aber eine Abschaffung seiner Nuklearwaffen ins Gespräch bringen. "Er versucht, Fakten zu schaffen, um am Verhandlungstisch über Rüstungskontrolle, nicht aber über Abrüstung zu reden", sagt Wilder, der jetzt für die Brookings Institution arbeitet.
Der Schlüssel im Umgang mit Nordkorea liegt darum in China, sind sich die Experten einig. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat eine lange Grenze mit Nordkorea und treibt Handel mit dem ansonsten weltabgewandten Land. "Das ist wie Kartenspielen mit einem knallharten Mafiosi, der ein gutes Blatt in der Hand hat, obwohl er ein von Riesen umgebener Winzling ist", beschreibt Graham Allison von der Harvard University die Lage. "Wir können nur auf die Erkenntnis Chinas setzen, dass es nicht in seinem nationalen Interesse ist, ein schlechtes Verhältnis zu den USA zu haben."
(Arshad Mohammed und Paul Eckert, Reuters/dpa)
- Datum 04.09.2009 - 09:23 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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Wir können nur auf die Erkenntnis Chinas setzen, dass es nicht in seinem nationalen Interesse ist, ein schlechtes Verhältnis zu den USA zu haben.
Na, wenn das der einzige Trumpf ist, den die USA auf der Hand haben, dann sollte man sich nicht zu viel Hoffnung machen...
Anstatt "blamiert zu sein", wie es in einem anderen Kommentar heute hieß, kann sich China jetzt darin sonnen, von allen als einzige mögliche Lösung des Problems umworben zu werden.
Der Reflex ist bei uns zwar noch da, bei solchen Provokationen zuerst auf die Reaktion der USA zu schauen - langsam sollte man sich aber daran gewöhnen, dass die wichtigeren Akteure in vielen Fragen (und so auch dieser) in Beijing sitzen.
Es stellt sich wohl heraus, dass Chinas Einfluss auf die Entscheidungen der nordkoreanischen Führung recht gering ist.
Obwohl die Nuklearisierung der koreanischen Halbinsel nicht im Interesse Chinas steht, setzt Nordkorea seine Atomprogramme durch, auch wenn China Nordkorea diesbezüglich mehrmals gewarnt hat.Die Sechs-Nationen-Gespräche, die von China vorangetrieben wurden, waren gescheitert.Chinas Einfuss auf die nordkoreanische Führung scheint also gering zu sein.
Die nordkoreanische Regierung weiss ganz genau, dass die KPCh-Führung einen Zusammenbruch Nordkoreas sowieso niemals zulassen würde.Eine vereinigte koreanische Nation mit amerikanischen Truppen an der chinesischen Grenze wäre das letzte, was das KPCh-Regime sich wünscht.Ohne die Intervention der chinesischen Kommunistischen Truppen wäre Korea schon vor fast 60 Jahren vereinigt worden.Ohne die Nahrung-und Energieversorgung aus China wäre das nordkoreanische Regime wahrschienlich schon längst kollabiert.
Im Prinzip muß ich Ihnen, zumindest oberflächlich, leider zustimmen, andererseits ist China leider auch fast immer gleichzeitig als Ursache solcher Probleme zu sehen, da es als einziger Staat noch gerne Handel mit anderen Diktaturen wie Nordkorea und Myanmar betreibt und damit alle internationalen Bemühungen durch Sanktionen Druck aufzubauen karrikatiert...
Lustig, dass nun ausgerechnet die Ursache so vieler Probleme auch deren Lösung sein soll. Tut mir leid aber ich glaub nicht dran...
Der Reflex ist bei uns zwar noch da, bei solchen Provokationen zuerst auf die Reaktion der USA zu schauen - langsam sollte man sich aber daran gewöhnen, dass die wichtigeren Akteure in vielen Fragen (und so auch dieser) in Beijing sitzen.
Na, sie sind aber ein ganz schneller:D
Es stellt sich wohl heraus, dass Chinas Einfluss auf die Entscheidungen der nordkoreanischen Führung recht gering ist.
Obwohl die Nuklearisierung der koreanischen Halbinsel nicht im Interesse Chinas steht, setzt Nordkorea seine Atomprogramme durch, auch wenn China Nordkorea diesbezüglich mehrmals gewarnt hat.Die Sechs-Nationen-Gespräche, die von China vorangetrieben wurden, waren gescheitert.Chinas Einfuss auf die nordkoreanische Führung scheint also gering zu sein.
Die nordkoreanische Regierung weiss ganz genau, dass die KPCh-Führung einen Zusammenbruch Nordkoreas sowieso niemals zulassen würde.Eine vereinigte koreanische Nation mit amerikanischen Truppen an der chinesischen Grenze wäre das letzte, was das KPCh-Regime sich wünscht.Ohne die Intervention der chinesischen Kommunistischen Truppen wäre Korea schon vor fast 60 Jahren vereinigt worden.Ohne die Nahrung-und Energieversorgung aus China wäre das nordkoreanische Regime wahrschienlich schon längst kollabiert.
Im Prinzip muß ich Ihnen, zumindest oberflächlich, leider zustimmen, andererseits ist China leider auch fast immer gleichzeitig als Ursache solcher Probleme zu sehen, da es als einziger Staat noch gerne Handel mit anderen Diktaturen wie Nordkorea und Myanmar betreibt und damit alle internationalen Bemühungen durch Sanktionen Druck aufzubauen karrikatiert...
Lustig, dass nun ausgerechnet die Ursache so vieler Probleme auch deren Lösung sein soll. Tut mir leid aber ich glaub nicht dran...
Der Reflex ist bei uns zwar noch da, bei solchen Provokationen zuerst auf die Reaktion der USA zu schauen - langsam sollte man sich aber daran gewöhnen, dass die wichtigeren Akteure in vielen Fragen (und so auch dieser) in Beijing sitzen.
Na, sie sind aber ein ganz schneller:D
Es stellt sich wohl heraus, dass Chinas Einfluss auf die Entscheidungen der nordkoreanischen Führung recht gering ist.
Obwohl die Nuklearisierung der koreanischen Halbinsel nicht im Interesse Chinas steht, setzt Nordkorea seine Atomprogramme durch, auch wenn China Nordkorea diesbezüglich mehrmals gewarnt hat.Die Sechs-Nationen-Gespräche, die von China vorangetrieben wurden, waren gescheitert.Chinas Einfuss auf die nordkoreanische Führung scheint also gering zu sein.
Die nordkoreanische Regierung weiss ganz genau, dass die KPCh-Führung einen Zusammenbruch Nordkoreas sowieso niemals zulassen würde.Eine vereinigte koreanische Nation mit amerikanischen Truppen an der chinesischen Grenze wäre das letzte, was das KPCh-Regime sich wünscht.Ohne die Intervention der chinesischen Kommunistischen Truppen wäre Korea schon vor fast 60 Jahren vereinigt worden.Ohne die Nahrung-und Energieversorgung aus China wäre das nordkoreanische Regime wahrschienlich schon längst kollabiert.
Im Prinzip muß ich Ihnen, zumindest oberflächlich, leider zustimmen, andererseits ist China leider auch fast immer gleichzeitig als Ursache solcher Probleme zu sehen, da es als einziger Staat noch gerne Handel mit anderen Diktaturen wie Nordkorea und Myanmar betreibt und damit alle internationalen Bemühungen durch Sanktionen Druck aufzubauen karrikatiert...
Lustig, dass nun ausgerechnet die Ursache so vieler Probleme auch deren Lösung sein soll. Tut mir leid aber ich glaub nicht dran...
Es gibt vielleicht nur noch eine einzige Alternative die für alle beteiligten nationen voranbringen könnte, Es muss alles auf Politischer ebene daran gesetzt und getan werden das Korea sich wieder vereint, dadurch währe zumindest die bedrohung entschärft und es würde eine Reguläres system hergestellt werden.
[Entfernt, bitte verzichten Sie auf Mehrfachpostings und versuchen Sie vielmehr, zu einer sachlichen und konstruktiven Debatte beizutragen. Danke. /Die Redaktion pt.]
Der Reflex ist bei uns zwar noch da, bei solchen Provokationen zuerst auf die Reaktion der USA zu schauen - langsam sollte man sich aber daran gewöhnen, dass die wichtigeren Akteure in vielen Fragen (und so auch dieser) in Beijing sitzen.
Na, sie sind aber ein ganz schneller:D
Es gibt vielleicht nur noch eine einzige Alternative die für alle beteiligten nationen voranbringen könnte, Es muss alles auf Politischer ebene daran gesetzt und getan werden das Korea sich wieder vereint, dadurch währe zumindest die bedrohung entschärft und es würde eine Reguläres system hergestellt werden.
Wollen sie den Krieg?
Sie sollten wissen das 3000 deutsche Söldner keine 1 Billion starke Volksarmee besiegen koennen! Sie Traeumer:D
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