Osteuropa Osteuropa schreibt rote Zahlen
Die neuen EU-Mitglieder stürzen in der Krise ökonomisch katastrophal ab, die Populisten bestimmen das Straßenbild - und im Westen schaut keiner hin

© Wojtek Radwanski/AFP/Getty Images
In der polnischen Hauptstadt Warschau hinterlässt die ökonomische Krise bereits Spuren im Stadtbild
Am Sonntag wurde die EU-Haushaltskommissarin Dalia Grybauskaite neue Präsidentin Litauens. Dem einstigen Pariser Weltblatt Le Monde war dieses Ereignis gerade einmal neun Zeilen wert, so viel, wie man den flämischen Bürgermeistern vor der Europawahl reservierte. Einmal mehr zeigte sich: Wenn sich bei westlichen EU-Mitgliedern der Blick auf die östlichen Partner richtet, dann verengt sich dieser auch nach fünf Jahren der Gemeinsamkeit allzu oft auf einen winzigen Sehschlitz.
Vor zwanzig Jahren wurde dieses Europa mit dem Ende des Sowjetimperiums für Polen und Ungarn, Balten oder Bulgaren eine Chiffre für Freiheit, Offenheit, Zukunft. Und heute? Ein zerplatzter Traum.
Diese Entwicklung ist gewiss nicht allein der Gleichgültigkeit des alten Europas gegenüber dem Neuen anzukreiden. Manche Hoffnung war einfach überspannt, gleichzeitig verführten Wachstumszahlen in chinesischen Größenordnungen die Neulinge: Sie glaubten unverwundbar zu sein und wähnten sich auf der sicheren Siegerseite der Geschichte, endlich einmal, nach den Albträumen des 20. Jahrhunderts. Siebzig, sechzig, zwanzig, lautet zwischen Adria und Ostsee, zwischen Szczecin und Constanta der Zählreim der Erinnerung – vor siebzig Jahren der Überfall durch Nazideutschland, vor sechzig Jahren die eiserne Faust des Sowjetkommunismus, und dann vor zwanzig Jahren endlich Freiheit, Freiheit, und Europa.
Doch heute? Präsidentin Grybauskaite sieht ihr Land im freien Fall. Um voraussichtlich fast 14 Prozent wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr abstürzen. Wie bei anderen EU-Neulingen zieht sich im Sturm der Weltwirtschaftskrise das ausländische Kapital eiligst zurück, gemeinsame Vorhaben fallen wie die Kartenhäuser in sich zusammen. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), als EU-Bank zuständig für die Entwicklung der Erweiterungsländer, prognostiziert jetzt einen Wachstumsrückgang um durchschnittlich fünf Prozent, Anfang des Jahres hatten sich die Londoner Experten trotz Krise noch ein leichtes Wachstum erhofft.
Polen, Ungarn und Bulgaren würden deshalb lieber heute als morgen im vermeintlich sicheren Hafen des Euro Zuflucht suchen. Der Weltwährungsfonds in Washington bestärkt sie in ihrem Kurs. Andere warnen, es sei illusorisch, sich nur davon die Rettung vor Kapitalabflüssen, Massenarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung zu erhoffen.
Und vor den Europawahlen machen sich im Osten die Populisten begründete Hoffnung auf einen ganz starken Auftritt. In Ungarn, Tschechien, Slowakei, Bulgarien bestimmt der rechte Rand die Debatten (zugegeben, aus Österreich, den Niederlanden oder dem Vereinigten Königreich hört man auch markige Töne, aber davon ein andermal).
Verloren geht den Neulingen die Zuversicht, die Moral, und erst in zweiter Linie so mancher Wohlstandsgewinn der vergangenen Jahre. Vor allem die Mittelschicht, auch der agile Mittelstand hat – wie hierzulande, ach je – an der Börse investiert und sich dort verspekuliert. Ökonomen mögen sich und andere damit trösten, dass die Wirtschaftsstrukturen gerade dank der EU-Mitgliedschaft nachhaltig modernisiert worden sind und in der Krise zwar lädiert, aber wohl nicht zerstört werden: Die Wahrnehmung in unseren Partnerländern ist eine andere.
Und die Wahrnehmung diesseits von Oder und Eger ist eine gefährlich kurzsichtige. Dort wird noch allzu oft zwischen Wir und Die unterschieden. Dabei gibt diese Europäische Union nur noch als Gemeinschaft der 27, mitgegangen, mit gefangen. „Die“ sind auch wir, so sind die auf Solidarität der Eigeninteressen geeichten Spielregeln der EU nun einmal. Neun Zeilen über eine Welt hinter den sieben Bergen, von den sieben Zwergen sind daher ebenso ein Zeichen der Arroganz wie der Ignoranz. Wünschen wir Grybauskaite in unserem eigenen Interesse darum eine feste Hand, viel Glück und Erfolg.
- Datum 25.05.2009 - 09:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Nun wieder die "Betroffenheitskultur". Die hat sich überlebt.
Auch in dieser Krise gibt es dort keine "humanitäre Katastrophe", die Leute müssen "nur" den Gürtel enger schnallen. Wie hierzulande eh schon geraume Zeit. Es ist ein Unterschied ob es Leuten an Leib und Leben geht oder eben "nur" an Bequemlichkeit und Wohlstand. Lediglich bei Ersterem fühle ich mich als Mensch in der Pflicht anderen Menschen beizustehen. Das mal dazu.
Zum anderen, in den Jahren des Booms in Osteuropa haben dortige Regierungen und auch die öffentliche Meinung kaum noch laufen können vor stolz geschwellter Brust und die Westeuropäer regelmäßig verprellt und sich zB auf die Seite der Amerikaner geschlagen im Irak-Konflikt bzw. deren Vorgeplänkel. Wie man nicht erst in der Rückschau sehen kann ohne echte Gründe, es ging zugespitzt einfach darum jetzt mal "denen im Westen" (Westeuropa) zu zeigen dass "wir wieder jemand sind". Das fand ja auch seinen Niederschlag in dem schrillen Regierungsstil der Kaczynskis der konstant auf Konfrontation gemünzt war.
Gleiches beim Ökonomischen, man hat mit der Schulter gezuckt und sich hinter verschloßenen Türen diebisch darüber gefreut dass mit aus Westeuropa gezahlten EU-Hilfen die heimische Infrastruktur gepampert wurde - und damit vorbereitet wurde um westeuropäische Arbeitsplätze dorthin zu verlagern.
Solidarität ist keine Einbahnstraße. Es wäre auch etwas anderes wenn man in Osteuropa in den Jahren als man es nicht nötig gehabt hat im Dialog mit Westeuropa geblieben wäre, und sich auch in Solidarität mit hiesigen Arbeitern geübt hätte. Nicht erlaubt hätte dass die Großkonzerne die einzelnen europäischen Standorte gegeneinander ausspielen. Dies war aber nicht der Fall, nun müssen die auch selbst schauen wie sie klar kommen. Vor allem, es wird der Eindruck erweckt als ob dies wie ein Unwetter unerwartet und unverschuldet über Osteuropa käme. Das Gegenteil ist der Fall. Man hat heftig mitprofitiert und mitgezockt bei dem Casino zu dem die Welthochfinanz die letzten Jahre verkommen ist. In Ungarn war es zB schwer in Mode Konsumkredite in ausländischen Währungen aufzunehmen weil dies günstiger war als in der heimischen Währung. Diese Fremdwährungskredite fliegen denen jetzt im die Ohren, das war schlicht und einfach Gezocke und damit kann man nicht nur viel Geld machen sondern eben auch verlieren. Dafür nun die Westeuropäer in die Pflicht nehmen zu wollen ist, ich benutze dieses apodiktische Urteil selten, eine echte Unverschämtheit.
Lieber Herr Fritz-Vannahme, auf Ihr "vor siebzig Jahren der Überfall durch Nazideutschland" kann ich nur die Geschichte zitieren:
Dem Dreimächtepakt traten bei:
* Ungarn am 20. November 1940
* Rumänien am 23. November 1940
* Slowakei am 24. November 1940
* Bulgarien am 1. März 1941
* Kroatien am 15. Juni 1941
Soldaten aus diesen Ländern hielten die halbe Ostfront, bleiben Sie bitte bei der Wahrheit. Natürlich hört es sich gut an, wenn diese Länder endlich in der "Freiheit" angekommen sind, nur waren sie nicht die unschuldigen Opfer, sondern ebenfalls Faschistische Mittäter. Dass die Sowjetunion nach 20 Millionen Toten keine Nachsicht mit ihren Angreifern übte, kann jeder nachvollziehen. Wir könnten als weitere Verbündeten Finnland hinzufügen und den Fanatismus des Baltikums nennen. Erstaunlich, all diese Länder betrachten sich als Opfer, obwohl sie der Ursprung grausamster Verbrechen waren. Es reicht mit der Täter-Opfer Umkehr.
Die Menschen müssen wissen, dass es zwei Faktoren für die Erweiterung gibt: Militärische Expansion und Auslagerung von Arbeitsplätzen. Jeder NATO Beitritt hatte ebenfalls einen EU Beitritt zur Folge. Jede Erweiterung eine Auslagerung der Arbeitsplätze in die nun von der EU kontrollierten Gebiete. Militärstützpunkte und Produktionsstadorte treiben diese Erweiterung an. Bulgarien und Rumänien hätten die Aufnahmekriterien niemals erfüllt. Die Aufnahme dieser Länder in die NATO war Bnous genug, um die Defizite verschwinden zu lassen. Was uns zu einem einfachen Schluss führt: Aufnahmeentscheidungen in die EU sind sehr stark von Washington abhängig, nur dass dies auch gesagt sei. Kein Wunder bricht nun die Wirtschaft bei Kapitalrückzug zusammen, es wurde keine tragfähige Struktur aufgebaut. Der Profit fliesst gen Westen, billige Konsumgüter zu uns, kreditfinanzierte Konsumgüter in die Erweiterungsländer. Wenn man sich das dortige Angebot anschaut, dominieren die westlichen Produkte, die heimische Produktion ist gänzlich zum erliegen gekommen. Wie kann dies zu einer gesunden Wirtschaftsentwicklung führen, garnicht. Das sind die Wahrheiten und Tatsachen einer von Profit und Macht getriebenen Politik, die auch den hiesigen Arbeits- und Produktionsstandort erpressbar macht. Noch müssen wir lediglich mit dem Osteuropäischen Arbeiter konkurrieren, bald vielleicht gänzlich mit dem Chinesischen. Ob uns dann noch 1 Euro pro Tag reichen werden, wo wir doch schon bei 700 Euro in der Armutsfalle stecken. Das wären mal Themen die Sie erörtern könnten.
Ich danke dem Autor dieses Kommentars vielmals. Sie haben vollkommen Recht: Bei der Erweiterung von NATO und EU nach Osten/Südosten ging und geht es nur um die Erlangung von Vorteilen für das westeuropäische und us-amerikanische Großkapital. Alle anderweitigen Erklärungen sind der Versuch, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Und die großen Medien dieses Landes helfen kräftig dabei!
jeder Krieg is unrchet Egal von wenn er kommt! Kann man heute doch auch noch sehn! Weil die waffen loppi hat dich mehr ein fluss!
Waffen handel verbieten und unter strafe stellen! Nur das wrid nie pasieren, ein Politiker viel zu sehr mit drin hängen! Erst Waffen liefern lassen und dann schrein oh das geht nich, das müss bekämpft werden!
Die Waffen loppi hängt viel zu sehr in der Politik mit drinne!
Lieber Herr VertigoEchos. Ich finde es richtig, dass sie klargestellt haben, dass die von Ihnen aufgelisteten Statten an der Seite des dritten Reiches gekämpft haben, und somit als mittäter bezeichnet werden können. Wenn Sie allerdings so großen Wert auf historische Korrektheit legen dann sollten Sie auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass die Rote Arme Ihre hässliche fratze nicht erst gezeigt hat nachdem es zu den hahen opferzahlen kam. Frage: Was war zuerst? Der Überfall auf dei SU oder der Hitler Stalin Pakt? Die SU war kein Unschuldslamm und nicht erst die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs haben dazu geführt dass Kriegsverbrechen durch die Rote Arme ausgeübt wurden. Sie sprechen auch das fanatische Baltikum an, dass tatkräftig mit den deutschen Faschisten kooperiert hat. Haben sie sich schon mal gefragt woher das kommt. Russland und später die Su waren die Hegemonial Macht in dieser Region und haben die ansässigen Völker unterdrückt, also ist es naheliegend mit den Feinden der Unterdrücker zu kooperieren. den Blödsinn, dass die amerikaner die Strippen in Brüssel ziehen lasse ich mal unkommentiert.
Ich danke dem Autor dieses Kommentars vielmals. Sie haben vollkommen Recht: Bei der Erweiterung von NATO und EU nach Osten/Südosten ging und geht es nur um die Erlangung von Vorteilen für das westeuropäische und us-amerikanische Großkapital. Alle anderweitigen Erklärungen sind der Versuch, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Und die großen Medien dieses Landes helfen kräftig dabei!
jeder Krieg is unrchet Egal von wenn er kommt! Kann man heute doch auch noch sehn! Weil die waffen loppi hat dich mehr ein fluss!
Waffen handel verbieten und unter strafe stellen! Nur das wrid nie pasieren, ein Politiker viel zu sehr mit drin hängen! Erst Waffen liefern lassen und dann schrein oh das geht nich, das müss bekämpft werden!
Die Waffen loppi hängt viel zu sehr in der Politik mit drinne!
Lieber Herr VertigoEchos. Ich finde es richtig, dass sie klargestellt haben, dass die von Ihnen aufgelisteten Statten an der Seite des dritten Reiches gekämpft haben, und somit als mittäter bezeichnet werden können. Wenn Sie allerdings so großen Wert auf historische Korrektheit legen dann sollten Sie auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass die Rote Arme Ihre hässliche fratze nicht erst gezeigt hat nachdem es zu den hahen opferzahlen kam. Frage: Was war zuerst? Der Überfall auf dei SU oder der Hitler Stalin Pakt? Die SU war kein Unschuldslamm und nicht erst die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs haben dazu geführt dass Kriegsverbrechen durch die Rote Arme ausgeübt wurden. Sie sprechen auch das fanatische Baltikum an, dass tatkräftig mit den deutschen Faschisten kooperiert hat. Haben sie sich schon mal gefragt woher das kommt. Russland und später die Su waren die Hegemonial Macht in dieser Region und haben die ansässigen Völker unterdrückt, also ist es naheliegend mit den Feinden der Unterdrücker zu kooperieren. den Blödsinn, dass die amerikaner die Strippen in Brüssel ziehen lasse ich mal unkommentiert.
Was für eine Krise? Polen schrieb keine roten Zahlen.
Ich sehe keine seriöse Krise hier in Polen. Die letzte Mal hätte ich einen Artikel wie diesen gelesen, ging es um Spekulationen auf Zloty. Oder vielleicht unser Verwaltung versucht schon mehr Geld von EU zu bekommen um ihre Phantasie zu finanzieren.
Ich glaube, wir brauchen eine Krise hier. Vieleicht bekommen wir denn irgendwelche Veränderungen in disem Geselschaft.
Was brauchen wir in OstEuropa von Westens heutzutage ist neue wirtschaftliche Idee. Wenn ich von "Armut in DE" oder "Enteignung von Geld-Institute" höre, dann ist West-Kapitalism wirklich Tot.
Wir verlieren unsere Religion, weltveit ..
..leider ein wenig unpassend,stammt nämlich aus den Bauanfängen des neuen Stadions in Warschau für die Em 2012,hier Pfäler zur dessen Bodenbefestigung,und ist gerade über 3/4 Jahr alt,als das Credo der Wirtschaft "Konjunktur" war.
Übrigens geht es Polen wirtschaftlich, dank einer von vielen Seiten als vernünftig bescheinigten Wirtschaftspolitik, gar nicht schlecht, bitte ein wenig die die Wirtschaftsdaten vergleichen...
Es ist vielleicht ein Indiz für die gewagte These,dass es ein Land namens "Osteuropa" nicht gibt,viel mehr müsste man wohl ein wenig ins Detail gehen, anstatt nur die Erwartungen von Lesern vom Schlag des "Vertigoecho" zu befriedigen. Es gibt ein paar Leser, die gerne eine wirkliche und kompetente Analyse lesen würden. Dieses Oberflächlisieren und Wiederholen des bereits x-fach Gesagten verbreitet pure Langweile.
Ganz zu schweigen von den handwerklichen Fehlern...
Landburli mag ich ja teils zustimmen, wenn auch in anderem Ton, Vertigos Tenor aber doch heftig widersprechen.
ad 1) Landburli: Als Marktwirtschaftler muss uns doch die Grundidee gefallen, dass Produktion da hin wandert, wo sie effizienter, kostengünstiger stattfindet. Es ist ja nur die Frage der Rahmenumstände. An allen Ecken und Enden.
- Wir v.a. in Dtschld haben zu lange unsere Hausarbeiten nicht gemacht. Das sieht man weniger im Vgl mit Osteuropa sondern eher mit Österreich, Dk, Schweden...
- Etwas missverständlich fand ich Ihre Aussage zu der Solidarität mit den westeuropäischen Arbeitnehmern. Falls das auch auf osteuropäische Arbeitnehmer gemünzt war, so finde ich verständlich, dass die auch zu Arbeitsplätzen kommen wollen, ob durch (zeitweise) Migration oder in ihren Ländern.
Mit mir reden ließe ich, wenn es um absoluteste Dumpinggewerbesteuern in manchen EU-Empfängerländern geht. Möchte zwar keine Lafontainsche/Steinbrücksche Steuergleichmacherei in Europa, aber gewisse Spitzen könnten manche Länder nach dieser Krise unterlassen (und vernünftige Staatshaushalte entwerfen).
- Ja, @Landburli, die osteuropäischen Staaten sollten ganz i.A. auf der jetzigen Basis wieder auf die Beine kommen. Sicher keine Mrd-Schwemme zum Auffangen (die lehnen Merkel et al. ja auch ab. So what? Keine Angst haben...:-)). Aber sicher auch immer alles im Blick halten, IWF mit dabei und die allerbösesten Staatsbankrotte vermeiden (die so doch eher nicht kommen, btw).
- Die EU-Haushalte der letzten Jahrzehnte haben viel Ramsch hervorgbracht. Auf dem Agrarsektor, auch in manchem Strukturprogramm (Toll, wenn man das mal abstellen könnte, betrifft alle: SPA, Frkr, Ita, auch teils Ostdtschld). Andererseits hat der EU-Binnenmarkt uns tolle Absatzmärkte - richtig tolle im Vgl zu den 1960ern (Südeuropa) oder 80ern (Ost-) gebracht und die Förderung hat da zumindest etwas mitgeholfen.
- Zu Ihren politischen Erwägungen: Ohne die Kaczinskys, den V.Klaus o.ä. zu verteidigen (oh Gott, nein, die haben Sprüche gebracht, oh nee...), es gibt aber 'natürliche', traditionelle, von der jüngeren Geschichte geprägte Sensibilitäten.
Dass dieses oder jenes Land außenpolitisch anders tickt, als D oder F müssen wir auch weiterhin als deren gutes Recht ansehen. Auch moderate Politiker in Pl, CZ werden nicht so denken, wie dt oder frz. Politiker.
Übrigens: Beim Irak-Krieg machte Dk mit, Spanien, Italien, regierungsabhängig (so wie es in PL und CZ auch sehr viele Irak-Kriegsgegner gibt).
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@Vertigo: Also ich kann nicht sehen, dass etwa Finnen, Esten oder Ungarn heute in irgendeiner Weise Deutschland den WK 2 dauernd vorhalten würden.
Und in PL und CZ hat das deutlich auch seinen Hintergrund im wechselseitigen Dialog. Da gibt's von allen Seiten Störfeuer, auch von deutscher.
Wie sensibel Sie auch auf den einen Absatz von Fritz-Vannahme reagieren...tsts...
Sie können sicher sein: Von den genannten 'besonderen' Verhältnissen mit CZ und PL abgesehen, wiegt für alle anderen Länder die Erinnerungen an den Ostblock heutzutage schwerer (wobei, eigentlich ist das für viele Polen und Tschechen auch fast so). Also so schlimm ist die Sache nicht.
Ansonsten scheint Ihnen nicht bewusst zu sein, wieviele dt., große und mittlere Unternehmen in Osteuropa (Slowenien, Pl, RUM, CZ, SWK, ...) erfolgreich Teile ihrer Produktion haben. Auch wenn's keiner hören und glauben will: Das sichert tatsächlich die Unternehmen hier. Und die Arbeitsplätze.
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Dass Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien, etc. zur EU gehören, das können Sie sich versichert sein, ist nicht auf Washingtoner Mist gewachsen. Das gehört zur ureigensten Überzeugung vieler Menschen hier, u.a. mir.
Ich hätte gerne bei RUM und BUL Herrn Verheugen noch um einige Jahre gebremst, aber das ist eine andere Geschichte. Jeder Europäer hat sein eigenes Verständnis von Raum und Geschichte, ein Pole fände es mit der Ukraine gut, ich erstmal nicht, ein Spanier hat da vllt gar keine Vorstellung mehr von.
Alles legitim...
Ich danke dem Autor dieses Kommentars vielmals. Sie haben vollkommen Recht: Bei der Erweiterung von NATO und EU nach Osten/Südosten ging und geht es nur um die Erlangung von Vorteilen für das westeuropäische und us-amerikanische Großkapital. Alle anderweitigen Erklärungen sind der Versuch, den Bürgern Sand in die Augen zu streuen. Und die großen Medien dieses Landes helfen kräftig dabei!
um einen Kuhhandel gehen? Suche neue NATO-Mitglieder in bevorzugter Lage - biete EU-Mitgliedschaft nebst Subventionen?
Könnte es möglicherweise sein, daß der kalte Krieg nie beendet war sondern nur sein Gesicht umgeschminkt hat?
Aber, wenn dem so sein sollte, warum warten wir noch mit der Mongolei-Karte und verdödeln uns in Georgien? Die Mongolei liegt zwischen Russland und China und wäre doch eigentlich DER Traumkandidat für EU- und NATO-Erweiterungen!
Sollte es daran liegen, daß man zwischen Jurten und Pferdeherden schwer ein paar Geheimdienstler positionieren kann?
Man weiß es nicht...! Wir werden sehen, sprach der Blinde!
um einen Kuhhandel gehen? Suche neue NATO-Mitglieder in bevorzugter Lage - biete EU-Mitgliedschaft nebst Subventionen?
Könnte es möglicherweise sein, daß der kalte Krieg nie beendet war sondern nur sein Gesicht umgeschminkt hat?
Aber, wenn dem so sein sollte, warum warten wir noch mit der Mongolei-Karte und verdödeln uns in Georgien? Die Mongolei liegt zwischen Russland und China und wäre doch eigentlich DER Traumkandidat für EU- und NATO-Erweiterungen!
Sollte es daran liegen, daß man zwischen Jurten und Pferdeherden schwer ein paar Geheimdienstler positionieren kann?
Man weiß es nicht...! Wir werden sehen, sprach der Blinde!
Der vorliegende Kommentar von J. Fritz-Vannahme zur Wirtschaftslage in Mittel- und Osteuropa ist leider typisch für den seit Jahren immer raumgreifenderen Oberflächenjournalismus der "Zeit". Zum einen wird die Lage in Litauen kurzerhand mit der in ganz Mittel- und Osteuropa gleichgesetzt, zum anderen auch die Berichterstattung in "Le Monde" über die jüngste litauische Präsidentenwahl als repräsentativ für die gesamte westeuropäische Sicht auf die östliche Nachbarregion erklärt. Beides ist mehr als eine grobe Vereinfachung.
Tatsächlich stellt sich die aktuelle Situation in den "neuen" EU-Mitgliedstaaten sehr differenziert dar. Die baltischen Staaten müssen dabei 2009 vergleichsweise starke Rückgänge des BIP verkraften, während etwa Polen, Tschechien und die Slowakei wesentlich besser dastehen. Allerdings haben die Länder auch etwas Gemeinsames, was gerade in der aktuellen Krise wichtig ist: Die Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus und mit der schmerzhaften Systemtransformation Anfang der 90er Jahre. Vielleicht kommen sie deshalb sogar mental besser durch die Krise als die meisten westeuropäischen Länder, denen eine vergleichbare Erfahrung bekanntlich fehlt.
Auch der an Westeuropa gerichtete Vorwurf der Ignoranz gegenüber den neuen EU-Mitgliedern ist unhaltbar pauschal. Zumal unklar ist, ob es hier um die Sichtweise der breiten Bevölkerung oder diejenige der politischen Entscheidungsträger geht. In Schweden oder Finnland bestehen enge Bindungen an die baltischen Staaten, die auch ein entsprechendes Interesse an der Entwicklung in diesen Ländern mit sich bringen. Das gleiche gilt für Österreich mit Blick auf Tschechien, Ungarn oder die Slowakei. In Deutschland besteht ein hohes Interesse an der Region - weit über die unmittelbaren Nachbarstaaten hinaus. In Spanien gab es im letzten Jahrzehnt eine erhebliche Einwanderung aus Rumänien, in Großbritannien und Irland aus Polen und Litauen. In der Krise hat hier mit der Verschlechterung der Arbeitsmarktlage selbstverständlich eine Rückwanderung eingesetzt, gleichwohl dürfte in allen Zielländern ein Bewusstsein für die größer gewordene EU entstanden sein.
Mein Wunsch an die "Zeit" wäre, der beklagten Ignoranz im "Westen" durch fundierte, gut recherchierte Artikel über die einzelnen Länder in Mittel- und Osteuropa mit ihrer unterschiedlichen Kultur, ihren verschiedenen Wirtschaftssektoren und politischen Strukturen. Davon dürfte es in der deutschen Medienlandschaft in der Tat mehr geben - gerade auch in der "Zeit".
Menschen - und Völkerrechtsverletzungen ,z.B. Vertreibungen in osteuropäischen Ländern, wurden beim EU Beitritt nicht angesprochen. Als Folge dessen werden die Roma in Tschechien im EU Wahlkampf im Staatsfernsehen rassistisch diskrimiert. Viele suchen Asyl in England!
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