Um die Einzelhaft Öcalans zu beenden, plane die Regierung mehrere Inhaftierte auf die Insel zu verlegen, berichtete die türkischen Tageszeitung Hürriyet. Der Bau zusätzlicher Gebäude sei fast abgeschlossen.

Die Türkei reagiere damit auf Kritik aus der EU an den Haftbedingungen Öcalans, habe ein Mitarbeiter des türkischen Justizministeriums erklärt.

Öcalan solle die Möglichkeit bekommen, während des Freigangs andere Häftlinge zu treffen und mit ihnen zu sprechen, berichtete das Blatt.

Der ehemalige PKK-Führer war am 15. Februar 1999 in Kenia festgenommen und in die Türkei gebracht worden. Er wurde etwa vier Monate später zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde später auf internationalen Druck hin in eine lebenslange Haft abgemildert.

Öcalan verbüßt seitdem seine Haftstrafe auf Imrali, einer im Marmara-Meer gelegene Insel, in weitgehender Isolation. Einmal in der Woche darf er sich mit seinen Anwälten treffen.

Die PKK wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit 1984 für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee bereits mehr als 35.000 Menschen getötet.