20 Jahre Tiananmen "Wir müssen das Schweigen über Tiananmen brechen"

Sie sind die einzige Gruppe Chinas, die es wagt, das Blutbad am 4. Juni 1989 öffentlich zu thematisieren: Die "Mütter von Tiananmen" wollen Gerechtigkeit für die Opfer

Zhang Xianlings Sohn wurde in der Nacht zum 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz von einem Soldaten erschossen. Heute organisiert Zhang Hilfe für die Angehörigen der Opfer

Zhang Xianlings Sohn wurde in der Nacht zum 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz von einem Soldaten erschossen. Heute organisiert Zhang Hilfe für die Angehörigen der Opfer

Das Gesicht der 71-jährigen ist schmerzgezeichnet, doch sie steht ruhig und aufrecht: Zhang Xianling ist pensionierte Ingenieurin und wohnt in einer Wohnung im Norden Pekings. In ihren Händen hält sie einen roten Mofa-Helm. An dessen Rückseite ist das Plastik abgeblättert, Strähnen und Erde umranden ein nach innen gewölbtes Loch.

Zhang seufzt und schaut auf das gerahmte Foto ihres Sohnes im Wohnzimmer. Es zeigt einen strahlend lachenden jungen Mann mit glatt nach hinten gekämmten Haaren und einer großen Brille. Wang Nan war ein 19-jähriger Oberschüler als ihm ein Soldat bei dem Massaker am Tiananmen-Platz in der Nacht zum 4. Juni 1989 einen Schuss durch den Helm in den Hinterkopf setzte. "Den Helm zu zeigen kostet mich viel Kraft und Schmerz", sagt Zhang, "aber wir müssen das Schweigen über die Ereignisse in China brechen."

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Deshalb gibt Zhang zum 20. Jahrestag des Massakers ausländischen Journalisten täglich Interviews – trotz polizeilicher Überwachung und Warnungen. Die chinesische Führung will das Thema Tiananmen totschweigen. Für Chinas Medien ist das blutige Vorgehen der Armee gegen friedliche Studenten und Bürger, die gegen Korruption und für mehr Freiheit demonstrierten, ein Tabu.

Doch Zhang lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Als eine der beiden Gründerinnen des Netzwerks "Mütter von Tiananmen" kämpft sie seit rund 18 Jahren für die Aufarbeitung des Massakers. Es ist die einzige Gruppe innerhalb Chinas, die es wagt die Ereignisse um den 4. Juni öffentlich zu thematisieren. Sie vereint rund 127 Angehörige und Freunde von Schülern, Studenten und Bürgern, die in jener Nacht umkamen.

Die meist Fünfzig- bis Neunzigjährigen bezeichnen sich bewusst als lockeres Netzwerk oder Gruppe, um den Behörden nicht die Möglichkeit eines Verbots als Organisation zu geben. Sie sind keine oppositionelle Vereinigung, die auf einen Regierungsumsturz hinarbeitet. "Wir haben den Hass überwunden", sagt Zhang, "wir sind schon so alt, wir wünschen uns nur Gerechtigkeit". In ihren zahlreichen Offenen Briefen an die Regierung, in Petitionen und Essays fordern sie eine unabhängige Untersuchung und Offenlegung der Ereignisse, die Entschädigung der Opfer und Prozesse gegen die Verantwortlichen.

Leser-Kommentare
  1. Die jungen Soldaten waren auf Taianmen Platz nicht nur verbrannt, sondern verkohlt. Die Mütter wollen auch Gerechtigkeit, oder nicht?!

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    • hanni5
    • 03.06.2009 um 13:14 Uhr

    Der Adressat für die Forderung nach Gerechtigkeit ist aber auch in diesen Fällen das chinesische Regime! Und der in ihren Zeilen mitschwingende Vorwurf an die betroffenen Mütter der Demonstranten ist wohl an Idiotie und Schamlosigkeit nicht zu übertreffen!

    • hanni5
    • 03.06.2009 um 13:14 Uhr

    Der Adressat für die Forderung nach Gerechtigkeit ist aber auch in diesen Fällen das chinesische Regime! Und der in ihren Zeilen mitschwingende Vorwurf an die betroffenen Mütter der Demonstranten ist wohl an Idiotie und Schamlosigkeit nicht zu übertreffen!

    • hanni5
    • 03.06.2009 um 13:14 Uhr

    Der Adressat für die Forderung nach Gerechtigkeit ist aber auch in diesen Fällen das chinesische Regime! Und der in ihren Zeilen mitschwingende Vorwurf an die betroffenen Mütter der Demonstranten ist wohl an Idiotie und Schamlosigkeit nicht zu übertreffen!

  2. von den üblichen regimetreuen Propagandapostern. Mein Rat an die ZEIT-Community: Net amal ignorieren. Die Herrschaften haben wir in den diversen Dalai-Lama-Debatten hinreichend erlebt. Zu einer konstruktiven Diskussion ist da fast niemand bereit, dafür wird jede Menge selbstgefälliger Nationalismus ausgebreitet.
    Wann's schee macht...

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

  3. Kann mich meinen beiden Vorrednern nur anschliessen. Wird sich wohl nicht vermeiden lassen, hier wieder die üblichen regimetreuen Putzerfische rumschwimmen zu haben, die nach der Devise "auch KZ Wärter haben Mütter die um sie weinen" die Schuld bei den Opfern suchen und finden.

    Frage mich nur, warum manche Leute ihre Begeisterung für Repression, Folter und Unterdrückung nicht andere im SM-Keller ausleben können, sondern dafür unbedingt einem Regime wie dem in Beijing in den Hintern kriechen müssen......

  4. Was sich am.4. Juni 1989 in Tianmenplatz ereignete war Unterdrueckung der Studentenbewegung. Das ist scharf zu verurteilen, und kein Ausrede jeder Arten ist berechtigt.

    Ob es als Massaker bezeichnet werden kann ist eine Frage. Ein Massaker ist ein geplanter abgezielt massen Schlachten.

    Dieser Artikel hat aber praktische die uebertriebene Opferzahlen dementiert. Es geht nicht um tausende Toten, sondern bis 200.

    Wenn man mal schauen, welche Truppe damals in Einsatz gekommen waren, wird man zweifeln, ob die Soldaten einen Befehl zum Schlachten erhalten haben.

    Insofern tauchten die Namen von 30. Armee, 15. Armee auf, die fuer Amerikaner nur zu sehr vertraut waren. Sie haben in Koreakrieg Amerikaner geschlagen, und gehoerten zu staerksten und best geruesteten Truppe in China.

    Wenn sie den Befehl zum Schlachten kriegt haetten, wuerden auf dem Tianmenplatz kein einziger Studenten ueberleben.

    Man neigt zu glauben, dass die Militaer einen Befehl erhielte, die Studenten aus dem Platz zu vertreiben, bei gewaltigem Widerstand wurden ihnen erlaubt zu schiessen. Das entspricht nicht unbedingt die Definition eines Massakers.

    Was eigentlich damals passierte zu wissen muss man auf Offenlegung des Archives warten.

    Was sich am 2. Juni 1967 in Fall Kurras tatsaechlich begab erfahren Deutsche jetzt erst mehr Information, 42 Jahre danach. Und der Fall ist noch nicht ganz geklaert.

    Die Aufarbeitung der Geschicht benoetigt lange Zeit.

    http://kommentare.zeit.de...

    Anwaerter "Bundespreis fuer Online Literatur"
    Runzheim in Google

  5. Politik ist ein blutiges Geschäft, egal ob es in China oder in Deutschland ist.
    Es ist zu beobachten, wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen. Ich frage mich auch, WARUM? Sind die Chinesen so vergesslich? Wollen sie keine Demokratie und Freiheit? Nein!

    Können Sie, liebe Teilnehmer, die Frage beantworten und die Rätsel erklären?

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    • reven
    • 03.06.2009 um 16:28 Uhr

    Es ist zu beobachten, wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen.

    In den (festland)chinesischen Internetforen darf man doch nicht über dieses Thema reden.Begriffe wie "Der Vierte Juni", die das Massaker andeuten, sind zensiert.

    Sie meinen hier wahrscheinlich eher die chinesischsprachigen Internetforen außerhalb Chinas.Es ist wohl bekannt dass die meisten Chinesen, die seit 1979 nach Europa und Nordamerika zugewandert sind, aus der städtischen Mittelschicht oder aus der Oberschicht Chinas stammen und von der Politik der KPCh profitiert haben. Kinder hoher KPCh-Funktionäre werden auch gerne nach Neuseeland oder England geschickt, um sich dem enormen Leistungsdruck der chinesischen Schulen zu entziehen.

    Dass diese Auslandschinesen den Status Quo in China, also die Parteidikatur der KPCh, behalten wollen, ist doch klar.

    • reven
    • 03.06.2009 um 17:18 Uhr

    Wenn China demokratisch wäre, müssten die KPCh-Funktionäre samt ihren reichen Familienangehörigen und die städtischen Mittelständler ihre Privilegien verlieren.

    Wenn China demokratisch wäre, würden die Bauern und Landeinwohner Gleichberechtigungen fordern.

    Die Landeinwohner, also die Mehrheit der Chinesen, dürfen nicht mal Renten bekommen, auch wenn sie lebenslang gearbeitet haben.Sie haben kein Recht auf das Sozialsystem der Stadteinwohner.Sie können nahezu unmöglich ihre Bügerschaft zu Stadteinwohner wechseln, auch wenn sie jahrelang in den Städten gearbeitet haben.Ihre Kinder dürfen nicht in der Stadt zur Schule gehen, was deren Zukunftschancen wiederum verringert.(Das Leid der Wanderarbeiter/Bauernarbeiter)

    kein Wunder also, dass viele Privilegierten sich keine Demokratie wünschen.

    wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen.

    Die lieben Teilnehmer interessieren sich nicht für die Meinung der meisten Chinesen.

    • reven
    • 03.06.2009 um 16:28 Uhr

    Es ist zu beobachten, wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen.

    In den (festland)chinesischen Internetforen darf man doch nicht über dieses Thema reden.Begriffe wie "Der Vierte Juni", die das Massaker andeuten, sind zensiert.

    Sie meinen hier wahrscheinlich eher die chinesischsprachigen Internetforen außerhalb Chinas.Es ist wohl bekannt dass die meisten Chinesen, die seit 1979 nach Europa und Nordamerika zugewandert sind, aus der städtischen Mittelschicht oder aus der Oberschicht Chinas stammen und von der Politik der KPCh profitiert haben. Kinder hoher KPCh-Funktionäre werden auch gerne nach Neuseeland oder England geschickt, um sich dem enormen Leistungsdruck der chinesischen Schulen zu entziehen.

    Dass diese Auslandschinesen den Status Quo in China, also die Parteidikatur der KPCh, behalten wollen, ist doch klar.

    • reven
    • 03.06.2009 um 17:18 Uhr

    Wenn China demokratisch wäre, müssten die KPCh-Funktionäre samt ihren reichen Familienangehörigen und die städtischen Mittelständler ihre Privilegien verlieren.

    Wenn China demokratisch wäre, würden die Bauern und Landeinwohner Gleichberechtigungen fordern.

    Die Landeinwohner, also die Mehrheit der Chinesen, dürfen nicht mal Renten bekommen, auch wenn sie lebenslang gearbeitet haben.Sie haben kein Recht auf das Sozialsystem der Stadteinwohner.Sie können nahezu unmöglich ihre Bügerschaft zu Stadteinwohner wechseln, auch wenn sie jahrelang in den Städten gearbeitet haben.Ihre Kinder dürfen nicht in der Stadt zur Schule gehen, was deren Zukunftschancen wiederum verringert.(Das Leid der Wanderarbeiter/Bauernarbeiter)

    kein Wunder also, dass viele Privilegierten sich keine Demokratie wünschen.

    wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen.

    Die lieben Teilnehmer interessieren sich nicht für die Meinung der meisten Chinesen.

    • reven
    • 03.06.2009 um 16:28 Uhr

    Es ist zu beobachten, wenn man in einem chinesischen Forum über das Thema mitdiskutiert, merkt man sofort, dass über 90 % Teilnehmer kein Mitleid zeigen wollen.

    In den (festland)chinesischen Internetforen darf man doch nicht über dieses Thema reden.Begriffe wie "Der Vierte Juni", die das Massaker andeuten, sind zensiert.

    Sie meinen hier wahrscheinlich eher die chinesischsprachigen Internetforen außerhalb Chinas.Es ist wohl bekannt dass die meisten Chinesen, die seit 1979 nach Europa und Nordamerika zugewandert sind, aus der städtischen Mittelschicht oder aus der Oberschicht Chinas stammen und von der Politik der KPCh profitiert haben. Kinder hoher KPCh-Funktionäre werden auch gerne nach Neuseeland oder England geschickt, um sich dem enormen Leistungsdruck der chinesischen Schulen zu entziehen.

    Dass diese Auslandschinesen den Status Quo in China, also die Parteidikatur der KPCh, behalten wollen, ist doch klar.

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    Anbei ist ein Link zu diesem Thema als Beispiel direkt aus USA, der meines Wissens in China zensiert ist. Die Kommentare sind deshalb auf chinesische und englisch zusammengefasst.

    http://news.backchina.com...

    Anbei ist ein Link zu diesem Thema als Beispiel direkt aus USA, der meines Wissens in China zensiert ist. Die Kommentare sind deshalb auf chinesische und englisch zusammengefasst.

    http://news.backchina.com...

    • reven
    • 03.06.2009 um 17:18 Uhr

    Wenn China demokratisch wäre, müssten die KPCh-Funktionäre samt ihren reichen Familienangehörigen und die städtischen Mittelständler ihre Privilegien verlieren.

    Wenn China demokratisch wäre, würden die Bauern und Landeinwohner Gleichberechtigungen fordern.

    Die Landeinwohner, also die Mehrheit der Chinesen, dürfen nicht mal Renten bekommen, auch wenn sie lebenslang gearbeitet haben.Sie haben kein Recht auf das Sozialsystem der Stadteinwohner.Sie können nahezu unmöglich ihre Bügerschaft zu Stadteinwohner wechseln, auch wenn sie jahrelang in den Städten gearbeitet haben.Ihre Kinder dürfen nicht in der Stadt zur Schule gehen, was deren Zukunftschancen wiederum verringert.(Das Leid der Wanderarbeiter/Bauernarbeiter)

    kein Wunder also, dass viele Privilegierten sich keine Demokratie wünschen.

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    Eine nationale Demokratie und Freiheit oder eine internationale Demokratie und Freiheit? Die Demokratie und Freiheit sind nur Tools für Politiker, meinen Sie nicht so? Warum?

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