Es ist nur das grüne Glühen. Auf den ersten Blick unterscheiden sich normale Marmorsett-Äffchen nicht von Kei und Kou. Die Keikou (im Japanischen Fluoreszenz) sieht man erst, wenn die beiden Tiere unter UV-Beleuchtung durch ihr Gehege klettern.

Auf Kei, Kou und ihre Genossen warten die Wissenschaftler schon lange. Sie sind nicht die ersten Affen, die ein fremdes Gen in sich tragen. Aber die ersten, die einen genetischen Eingriff auf ihre Nachkommen vererben. Das macht die Geschöpfe der Genetikerin Erika Sasaki und ihrer Kollegen vom Central Institute for Experimental Animals in Kawasaki so begehrt.

Die transgenen Affen der japanischen Forscher tragen bislang nur ein Gen für das Green Fluorescent Protein (GFP) in ihrem Erbgut, doch die Forscher wollen künftig Erbanlagen übertragen, die aus den Affen taugliche Tiermodelle zur Erforschung einer Reihe schwerer Krankheiten machen.

Da sie fremde Gene vererben, können große Kolonien von Versuchstieren gezüchtet werden, vor allem für die Erkundung von Neuroleiden wie etwa Parkinson, der tödlichen Huntigton-Krankheit oder Amylotropher Lateralsklerose (ALS), an der der Physiker Stephen Hawking leidet. Gerade diese neurodegenerativen Krankheiten können in Mäusen nur schlecht untersucht werden.

Seit Jahren forschen Wissenschaftler daher an der Genübertragung in Primaten. Erst 2001 wurde der transgene Rhesusaffe "Andi" in den Labors der US-Forscher Gerald Schatten und Anthony Chan geboren. Auch er trug das GFP-Gen, wollte sich aber partout nicht paaren.