Gentechnik Grüne Affen
Erstmals ist es Forschern gelungen, Primaten Fluoreszens-Gene einzuschleusen, die sich vererben. Das könnte die Erforschung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer revolutionieren

© E. Sasaki et al 2009
Die neugeborenen Äffchen Kei (links) und Kou. Unter ultravioletten Licht leuchten ihre Fußsohlen grün
Es ist nur das grüne Glühen. Auf den ersten Blick unterscheiden sich normale Marmorsett-Äffchen nicht von Kei und Kou. Die Keikou (im Japanischen Fluoreszenz) sieht man erst, wenn die beiden Tiere unter UV-Beleuchtung durch ihr Gehege klettern.
Auf Kei, Kou und ihre Genossen warten die Wissenschaftler schon lange. Sie sind nicht die ersten Affen, die ein fremdes Gen in sich tragen. Aber die ersten, die einen genetischen Eingriff auf ihre Nachkommen vererben. Das macht die Geschöpfe der Genetikerin Erika Sasaki und ihrer Kollegen vom Central Institute for Experimental Animals in Kawasaki so begehrt.
Die transgenen Affen der japanischen Forscher tragen bislang nur ein Gen für das Green Fluorescent Protein (GFP) in ihrem Erbgut, doch die Forscher wollen künftig Erbanlagen übertragen, die aus den Affen taugliche Tiermodelle zur Erforschung einer Reihe schwerer Krankheiten machen.
Da sie fremde Gene vererben, können große Kolonien von Versuchstieren gezüchtet werden, vor allem für die Erkundung von Neuroleiden wie etwa Parkinson, der tödlichen Huntigton-Krankheit oder Amylotropher Lateralsklerose (ALS), an der der Physiker Stephen Hawking leidet. Gerade diese neurodegenerativen Krankheiten können in Mäusen nur schlecht untersucht werden.
Seit Jahren forschen Wissenschaftler daher an der Genübertragung in Primaten. Erst 2001 wurde der transgene Rhesusaffe "Andi" in den Labors der US-Forscher Gerald Schatten und Anthony Chan geboren. Auch er trug das GFP-Gen, wollte sich aber partout nicht paaren.
Im vergangenen Jahr gelangen Chen transgene Affen mit dem Gen für die gefürchtete Huntington-Krankheit. Die ersten Tiere wurden aber so schnell krank und starben, dass auch sie keine Nachkommen zeugten.
Grundsätzlich wären die Rhesusaffen besser als Versuchstiere geeignet – sie sind näher mit dem Menschen verwandt als Marmorsetten. Doch die Verwendung der kleinen Neuweltaffen habe auch Vorteile, meinen die lappischen Forscher: Sie lassen sich schneller und mit weniger Aufwand züchten.
Marmorsett-Äffchen werden in etwas mehr als einem Jahr geschlechtsreif, die Tragzeit ist kurz, und ein Weibchen kann bis zu 80 Junge gebären. Erika Sasakis Team und Forscher an anderen japanischen Instituten wollen nun die Erzeugung transgener Affen mit 600 Millionen Yen (4,5 Millionen Euro) staatlichen Fördermitteln weiter vorantreiben.
Mit dem Erfolg der Genforscher, warnt das Fachblatt Nature, das die Resultate in dieser Woche veröffentlicht, dürften aber auch die ethischen Probleme der Primatenforschung künftig noch stärker ins Rampenlicht geraten.
Wenn Affen per Gentransfer künstlich krankt gemacht werden, warnte das Blatt, könnten diese Forschungen schnell ins Visier militanter Tierversuchsgegner geraten, und riet den Wissenschaftlern weltweit zu größter Offenheit gegenüber den Bürgern.
Erika Sakaki selbst will die Versuche mit transgenen Affen ohnehin auf das Notwendige beschränkt sehen: "Was man in Zellkulturen oder in Mäusen erforschen kann, sollte man auch dort machen", sagte die Forscherin. Aber für Krankheiten wie Parkinson gebe es nun mal keine guten Tiermodelle.
Die glühenden Affen in ihrem Labor sind wohl erst die Vorhut für eine neue Generation von Versuchstieren.
- Datum 17.06.2009 - 14:25 Uhr
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- Serie Technologie
- Quelle ZEIT ONLINE, 28.5.2009 - 08:37 Uhr
- Kommentare 29
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Über transgene Primaten brauchen wir uns in Deutschland sowieso keine Sorgen zu machen. Das wird in hundert Jahren nicht genehmigt. Müssen deutsche Forscher eben in die entsprechenden ausländischen Labors abwandern. Hauptsache die Deutschen behalten ihre moralisch weiße Weste. Nur die aus der Forschung resultierenden Ergebnisse, die werden dann auch in Deutschland angewandt. So absolut ist die Moral dann doch nicht.
es geht ums Geld..
Bin mir nicht sicher aber ,ich behaubte mal,wen man Plazebos mit Eigenschaften verbinden könnte würde man eventuel den selben effekt erzielen.
tel aviv, wie der Franzose sagt
tel aviv, wie der Franzose sagt
Für jeden Mist, den es den Wissenschaftlern ins Hirn schneit, kriegen wir das Versprechen dass, die Heilung von Alzheimer näher rücke, oder Krebs, oder beides zusammen, oder gar revolutioniert werde.
Wer's glaubt, kriegt Alzheimer.
stattdessen sollten wir uns auf den Mist beschränken, den es den Kleingärtnern ins Hirn schneit.
Von Johann Friedrich Böttger haben wir ja auch das Versprechen gekriegt, dass er den Stein der Weisen findet. Gefunden hat er die Rezeptur für Porzellan. Wie kann er es wagen, nicht genau das zu erfinden, was er gesagt hat, dass er erfindet. Dafür haben wir nicht bezahlt. Wir können ja weiter von unseren Bleilasierten Tontellern essen. Ist viel gesünder. Und wehe diese "Wissenschaftler" kommen auf die Idee, ein Mittel gegen Diabetes zu finden, das würde nämlich direkt in den Mülleimer wandern und unser Geld würden wir zurück fordern. Man kann doch nicht einfach sagen, dass man ein Mittel gegen die eine schwere Krankheit finden möchte und stattdessen eine andere schwere Krankheit heilen. Da könnte ja jeder kommen.
stattdessen sollten wir uns auf den Mist beschränken, den es den Kleingärtnern ins Hirn schneit.
Von Johann Friedrich Böttger haben wir ja auch das Versprechen gekriegt, dass er den Stein der Weisen findet. Gefunden hat er die Rezeptur für Porzellan. Wie kann er es wagen, nicht genau das zu erfinden, was er gesagt hat, dass er erfindet. Dafür haben wir nicht bezahlt. Wir können ja weiter von unseren Bleilasierten Tontellern essen. Ist viel gesünder. Und wehe diese "Wissenschaftler" kommen auf die Idee, ein Mittel gegen Diabetes zu finden, das würde nämlich direkt in den Mülleimer wandern und unser Geld würden wir zurück fordern. Man kann doch nicht einfach sagen, dass man ein Mittel gegen die eine schwere Krankheit finden möchte und stattdessen eine andere schwere Krankheit heilen. Da könnte ja jeder kommen.
hat man hier ja schon so 1980 geklont, ein Weibchen, das wurde ironischerweise "Roth" getauft, und das "Fischer"-Männchen, das sich jetzt da irgendwo in USA in die Wildnis zurückgezogen hat. Tragisch, irgendwie.
Ich kann Tierschützer schon verstehen...
Ich selbst halte die Forschung an Affen zur Erforschung von Krankheiten für sehr wichtig... Allerdings sollte dann diesen Tieren, den wir ja irgendwo "dankbar" sein sollten, auch ein gewisser Respekt gezollt werden, ich will darauf hinaus, dass die Bedingungen unter denen sie gehalten werden, angemessen sein sollen für die Tiere. Ich habe da Bilder (zugegeben von Nerzfarmen) im Kopf da kommt einem das Grauen! Forschung ja, Tierquälerei nein!
Man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, im deutschen Tierschutzgesetz wirklich sehr streng reguliert sind. Ich finde es erschreckend, dass Wissenschaftler im Bewusstsein der Bevölkerung offensichtlich immer noch als kranke, durchgeknallte Gestalten gelten, deren Arbeit als eine Art sadistische Triebtäterschaft darterstellt wird.
Man sollte dazu einmal den Zustand der Nutztiere vergleichen, unter denen Nutztiere, die der unmittelbaren Befriedigung menschlicher Bedürfnissen zu dienen haben.
Jede Versuchsreihe an Tieren muss darüberhinaus extra von einer Ethikkommission genehmigt werden.
Natürlich muss man als Forscher eine gewisse Distanz zu jedem Tier entwickeln, an dem man gerade arbeitet, ganz so, wie ein Chirurg mit einer kühlen Präzision arbeiten, die durch die Anonymität des Patienten ermöglicht wird. Ich kann mir auch keinen Arzt vorstellen, der ohne Weiteres seine eigenen Kinder operieren würden.
Darasu aber eben dieses verzerrte Bild des mad scientist herzuleiten, finde ich unfair gegenüber den Wissenschaftlern.
Man muss der Ehrlichkeit halber sagen, dass die Bedingungen, unter denen die Tiere gehalten werden, im deutschen Tierschutzgesetz wirklich sehr streng reguliert sind. Ich finde es erschreckend, dass Wissenschaftler im Bewusstsein der Bevölkerung offensichtlich immer noch als kranke, durchgeknallte Gestalten gelten, deren Arbeit als eine Art sadistische Triebtäterschaft darterstellt wird.
Man sollte dazu einmal den Zustand der Nutztiere vergleichen, unter denen Nutztiere, die der unmittelbaren Befriedigung menschlicher Bedürfnissen zu dienen haben.
Jede Versuchsreihe an Tieren muss darüberhinaus extra von einer Ethikkommission genehmigt werden.
Natürlich muss man als Forscher eine gewisse Distanz zu jedem Tier entwickeln, an dem man gerade arbeitet, ganz so, wie ein Chirurg mit einer kühlen Präzision arbeiten, die durch die Anonymität des Patienten ermöglicht wird. Ich kann mir auch keinen Arzt vorstellen, der ohne Weiteres seine eigenen Kinder operieren würden.
Darasu aber eben dieses verzerrte Bild des mad scientist herzuleiten, finde ich unfair gegenüber den Wissenschaftlern.
tel aviv, wie der Franzose sagt
Leuchtende Affen? Und als nächstes Meeresfische mit Werbung drauf? Ist da dann auch kein Problem mehr.
Erschreckender ist dass die leuchtenden Affen bereits vor zwei Jahren angekündigt wurden. In NEXT von M. Crichton, übrigens im letzten Werk, das er zu Lebzeiten geschrieben hat. Richtig beklemmend wie schnell sein Geschriebenes Realität wurde. Da frage ich mich doch, ob der Rest seines Buches auch noch eintrifft. Na dann gute Nacht!
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