Medien Presserat rügt Berichterstattung über Amokläufer von Winnenden

Pietätlose Grafiken, fragwürdige Fotomontagen, reißerische Überschriften – der Deutsche Presserat hat die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung und von "Bild-Online" zum Amoklauf von Winnenden gerügt

Gesicherte Spuren in Winnenden: Für ihre Berichte über den Amoklauf erhielt die Bild-Zeitung Rügen

Gesicherte Spuren in Winnenden: Für ihre Berichte über den Amoklauf erhielt die Bild-Zeitung Rügen

Beanstandet wurde unter anderem die mehrseitige Berichterstattung der Bild unter den Überschriften "Seid ihr immer noch nicht tot?" sowie "Wie wurde so ein netter Junge zum Amokschützen?". Ein ganzseitiges Bild zeige den Amokläufer mit gezogener Waffe in einem Kampfanzug. Diese Fotomontage verbunden mit der Überschrift "Seid ihr immer noch nicht tot?" ist nach Ansicht des Beschwerdeausschusses des Presserates unangemessen sensationell. Sie stelle den Amoktäter in einer Heldenpose dar.

Als unangemessen sensationell bewertet der Ausschuss auch die Grafik, die eine Situation in einem Klassenzimmer darstellen soll. Die Redaktion zeichne nach, wie der Amokläufer - wieder als Fotomontage im Kampfanzug - eine Lehrerin erschießt. Diese Darstellung der Tötung, gezeigt durch das Nach-Hinten-Überkippen der Lehrerin, hält der Ausschuss mit Blick auf die Hinterbliebenen der Getöteten für eine unangemessen sensationelle Darstellung.

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Beanstandet hat der Beschwerdeausschuss auch einen Bericht im Internet. Bild-Online hatte unter der Überschrift "Diese jungen Leben hat er ausgelöscht" die vollen Vor- und Nachnamen mehrerer Opfer genannt. Der Ausschuss erkennt hierin einen Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und Hinterbliebenen. Hierdurch seien die Opfer auch im erweiterten Umfeld erkennbar dargestellt.

Der Presserat ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Presse in Deutschland. Wichtigste Aufgaben sind der Einsatz für die Pressefreiheit und die Bearbeitung von Beschwerden aus der Leserschaft.

 
Leser-Kommentare
    • aadam
    • 21.05.2009 um 16:59 Uhr

    Konsequenzen?
    Bzw. wen juckts?
    Bzw. ändert es etwas an den durch die sensationelle Berichterstattung generierten Mehreinnahmen?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Beispielsweise, ähm... ach lassen wir das. Sie müssen ja nicht alles wissen, Sie Pedant.
    Wichtig ist vor allem, daß... ja, hm, daß es eine Rüge gab! Das wird ja wohl reichen, oder?

    Beispielsweise, ähm... ach lassen wir das. Sie müssen ja nicht alles wissen, Sie Pedant.
    Wichtig ist vor allem, daß... ja, hm, daß es eine Rüge gab! Das wird ja wohl reichen, oder?

  1. Beispielsweise, ähm... ach lassen wir das. Sie müssen ja nicht alles wissen, Sie Pedant.
    Wichtig ist vor allem, daß... ja, hm, daß es eine Rüge gab! Das wird ja wohl reichen, oder?

    Antwort auf "Konsequenzen? Bzw. wen"
  2. Wie hieß es früher (zu meiner Zeit) so treffend:

    Bild bellt! Bald bunt, bald blöd!

    Manches ändert sich eben nicht!

    • Quint
    • 21.05.2009 um 18:18 Uhr

    Aber ohne seine LeserInnen gäbe es dieses Blatt nicht, falls man da überhaupt von 'lesen' sprechen kann.

    Vielleicht sollte man also mal eine Rüge an die Bild-Kundschaft richten.

  3. hat es aber eben keine. Eine saftige Geldstrafe z.B. wäre mal schick!

    "Diese Zustände werden wir nicht weiter hinnehmen - gegen diesen Haufen kann man sich ja kaum mehr auf der Straße blicken lassen!"

  4. Ich erinnere mich an einen Spruch des ehemaligen BILD-Chefredakteurs BOENISCH: "Wir schreiben, was unsere Leser wünschen!". Für mich ist dies sehr bezeichnend den Zustand unserer Medien - und damit meine ich nicht nur die Print-Medien. Kurz nach dem Amoklauf von Winnenden schrieb ich einen Beitrag (http://kommentare.zeit.de...). Diese Meinung vertrete ich immer noch.

    Herzliche Grüsse

    Klaus Metzger
    HILDESHEIM
    www.twitter.com/klmmetzger

  5. Die meisten Medien in Deutschland haben schon Bild Niveau. Es wird schlecht oder gar nicht recherchiert, Hauptsache es entstehen irgendwelche Sensationen. Von Neutraler Berichterstattung keine Spur, es wird gezielt die Meinung des Lesers manipuliert. Zeitungen wie Bild gehören verboten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • 1a2b3c
    • 21.05.2009 um 21:23 Uhr

    Ich halte rein gar nichts von der BILD Zeitung. Aber wer sollte darüber entscheiden dürfen, welche Zeitungen verboten werden? Zum Glück gibt es die Pressefreiheit.

    • 1a2b3c
    • 21.05.2009 um 21:23 Uhr

    Ich halte rein gar nichts von der BILD Zeitung. Aber wer sollte darüber entscheiden dürfen, welche Zeitungen verboten werden? Zum Glück gibt es die Pressefreiheit.

    • 1a2b3c
    • 21.05.2009 um 21:23 Uhr

    Ich halte rein gar nichts von der BILD Zeitung. Aber wer sollte darüber entscheiden dürfen, welche Zeitungen verboten werden? Zum Glück gibt es die Pressefreiheit.

    Antwort auf "Die meisten Medien in"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 17
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