Airbus-Unglück Von den Opfern fehlt jede Spur

Die Trauernden haben sich in der Pariser Kathedrale Notre-Dame zum Gedenken getroffen. In der Absturzregion entdeckte ein Suchtrupp ein sieben Meter großes Wrackteil

Französischer Suchtrupp im Einsatz über dem Atlantik

Französischer Suchtrupp im Einsatz über dem Atlantik

Für ihre Trauer bleibt vielen Hinterbliebenen der Absturz-Opfer nur die Erinnerung. Von den 228 Menschen, die mit dem Air-France-Flug AF 447 in der Nacht zu Pfingstmontag in den Atlantik gestürzt waren, ließ sich bisher keine Spur ausmachen, wie der brasilianische Verteidigungsminister Nelson Jobim sagte.

Die Trauernden trafen sich an Orten wie der Pariser Kathedrale Notre-Dame, wo Angehörige und Betroffene einen ökumenischen Gottesdienst feierten. In dem in Rio de Janeiro in Richtung Paris gestarteten Airbus 330-200 saßen Menschen aus 32 Ländern. Auch 26 Deutsche sind unter den Opfern, unter anderem eine fünfköpfige Familie aus Baden-Württemberg, Menschen, die nach Bayern wollten, nach Bremen, nach Sachsen, nach Berlin.

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Der Unglücks-Airbus hatte kurz vor seinem Absturz eine Fülle an technischen Problemen an die Zentrale der Fluglinie gefunkt. Um 4.10 Uhr deutscher Zeit am Montagmorgen habe das System gemeldet, die Crew habe den Autopiloten abgeschaltet, um das Flugzeug manuell zu steuern, sagte der Hamburger Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der Nachrichtenagentur dpa. Er bezog sich auf Informationen der Airline, die derzeit in Expertenkreisen erörtert würden. "Dann gab es zwei bis drei Minuten lang eine Flut von Fehlermeldungen: Das Navigationsgerät fiel aus, die Darstellung auf den Bordbildschirmen war weg und anderes." Die letzte Information kam demnach um 4.14 Uhr: "Der Kabinendruck fiel ab. Das war die letzte Meldung, die vom Flugzeug automatisch über Satellit an die Unternehmenszentrale gefunkt wurde." Dann stürzte der Jet ins Meer.

Ein erstes Schiff der brasilianischen Marine erreichte am Mittwoch das Absturzgebiet rund 1000 Kilometer nordöstlich der Küste Brasiliens. Das Patrouillenboot Grajaú sei bereits da, sagte Konteradmiral Sávio Nogueira.

Die brasilianische Luftwaffe sichtete etwa zehn Teile, die dem Flugzeug zuzuordnen sind. Auf dem Wasser schwimme auch ein Trümmerteil von etwa sieben Metern Durchmesser, sagte Luftwaffensprecher Jorge Amaral in Brasília. Die Suchtrupps machten zudem Öl- und Kerosinspuren aus, die sich auf einer Strecke von 20 Kilometern entlang der Flugroute hinstrecken. Diese neu entdeckten Hinweise fanden sich 90 Kilometer südlich der Zone, in der die Luftwaffe am Dienstag erste Trümmer entdeckt hatte, 640 Kilometer nordöstlich der brasilianischen Inselkette Fernando de Noronha.  Am Vortag hatten die Piloten Metallgegenstände, Kabel und einen auf dem Wasser treibenden Passagiersitz erblickt.

Das Wasser an der Absturzstelle ist etwa 28 Grad warm, doch es gilt als ausgeschlossen, dass jemand den Absturz überlebt haben könnte. Die Hoffnung, Passagiere lebend zu bergen, hat das brasilianische Militär dennoch nicht aufgegeben. "Die Marine geht immer davon aus, Überlebende zu finden", sagte Konteradmiral Nogueira.

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