Flugzeugkatastrophe Erste Hinweise auf Absturzstelle

Von der Air-France-Maschine fehlt weiterhin jede Spur, doch ein Pilot will brennende Teile im Atlantik gesehen haben. Unter den Passagieren waren vermutlich 26 Deutsche

Trauernde Angehörige in Rio de Janeiro: Keiner der 228 Menschen an Bord wird den Absturz der Maschine überlebt haben

Trauernde Angehörige in Rio de Janeiro: Keiner der 228 Menschen an Bord wird den Absturz der Maschine überlebt haben

Die Suche nach der seit mehr als 24 Stunden vermissten Passagiermaschine ist auch in der Nacht erfolglos geblieben. Trotz aller Bemühungen fanden Suchflugzeuge keine Spuren des Airbus A 330-200, der etwa auf halber Strecke zwischen der brasilianischen und der afrikanischen Küste abgestürzt sein soll. Für die 228 Menschen an Bord gibt es praktisch keine Hoffnung mehr. Es ist die schwerste Katastrophe in der Zivilluftfahrt seit 2001.

Die Zahl der deutschen Passagiere war am Dienstag zunächst ungewiss. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes (AA) sagte, gebe es noch keine Bestätigung, wie viele Deutsche auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris waren. Außenminister Frank- Walter Steinmeier (SPD) hatte am Montag lediglich bestätigt, dass Deutsche in der im Südatlantik verschollenen Maschine gewesen seien. Die betroffene Fluggesellschaft Air France hatte in der Nacht eine Liste veröffentlicht, nach der sich 26 Deutsche an Bord der Maschine waren.

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Das Flugzeug ist noch immer vermisst, doch ein Pilot der brasilianischen Fluglinie TAM will während seines Atlantik-Flugs möglicherweise brennende Teile auf der Meeresoberfläche gesehen haben. Ihm und seiner Mannschaft seien mitten im Ozean "orangefarbene, leuchtende Punkte auf hoher See" aufgefallen und zwar "auf dem Kurs zwischen Europa und Brasilien etwa 1300 Kilometer von der Insel Fernando de Noronha". Die Beobachtung könnte in etwa mit dem Zeitpunkt des vermuteten Absturzes zusammenfallen. Die Luftwaffe versucht nun herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Trümmerstücke des französischen Flugzeuges handelt.

Die Suche wurde inzwischen auf ein Gebiet von zehn Seemeilen eingegrenzt. Die brasilianische und französische Luftwaffe erhielt auch Unterstützung durch die USA, die ein eigenes Flugzeug entsendeten. Dabei hat Frankreich das Pentagon gebeten, auch mit Satellitendaten auszuhelfen. Seit Montagmorgen fahnden Rettungskräfte sowohl aus Frankreich als auch aus Südamerika nach dem verunglückten Airbus. Paris hat derzeit abwechselnd drei Flugzeuge im Einsatz, die in der senegalesischen Hauptstadt Dakar stationiert sind. Außerdem sind mehrere Schiffe der französischen Marine unterwegs zum mutmaßlichen Unfallort. Präsident Nicolas Sarkozy hat den Angehörigen angeboten, in die Zone zu reisen, in der das Flugzeug gesucht wird.

Über mögliche Ursachen des Unglücks und Verschwindens der Maschine wird noch immer spekuliert. Wie man bereits jetzt weiß, war das Flugzeug während des Nachtflugs in einem großen Unwettergebiet in schwere Turbulenzen geraten und hatte deshalb Probleme mit der Stromversorgung gemeldet. Aus diesem Grund hatte Air France recht früh einen Blitzeinschlag als eine wahrscheinliche Ursache genannt.

Unter Experten gilt es jedoch als unwahrscheinlich, dass dies der einzige Grund sein könnte. Flugzeuge sind bei Blitzeinschlägen ziemlich sicher. Zudem haben auch andere Flugzeuge diese Turbulenzen durchflogen – für einen erfahrenen Piloten wie den der Unglücksmaschine eigentlich kein Problem.

Offenbar ist die Katastrophe sehr schnell eingetreten. Das Flugzeug, das von Rio nach Paris unterwegs war, ist mit Sendern ausgestattet, die im Fall eines Absturzes normalerweise noch tagelang Signale aussenden. Doch keiner der drei Notfallsender sei vernommen worden. Laut Expertenmeinung könnten die Sender bei dem Unglück zerstört worden sein. Ein Terroranschlag gilt inzwischen als sehr unwahrscheinlich.

Für die Angehörigen ging die Ungewissheit damit weiter. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden sie von Psychologen betreut. Fernsehbilder zeigten einen Mann, der fassungslos die Hände vor das Gesicht hielt, und eine Frau mit rot geweinten Augen. Ein französisches Ehepaar in Rio war glücklich, dass es trotz intensiven Bemühens keinen Platz im ausgebuchten Flugzeug bekommen hatte.

Der Flug AF447 war gegen 0.30 Uhr (MESZ) in Rio mit Passagieren aus 32 Ländern gestartet. Dreieinhalb Stunden später gab es den letzten Kontakt mit der brasilianischen Flugkontrolle. Da war das Flugzeug schon 560 Kilometer von der Küste entfernt und flog in 11.000 Metern Höhe.

Air France zufolge wurde die Maschine erst im April 2005 in Dienst gestellt und hatte 18.870 Flugstunden hinter sich. Für die französische Fluggesellschaft wäre der Absturz der opferreichste in der 75-jährigen Firmengeschichte. Im Juli 2000 waren beim Absturz einer Concorde-Maschine der Airline bei Paris 113 Menschen ums Leben gekommen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ohne jetzt zu optimistisch sein zu wollen, aber könnten "orangefarbene, leuchtende Punkte auf hoher See" nicht auch Rettungsinseln sein?

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    • Krisse
    • 02.06.2009 um 10:22 Uhr

    Wären es Rettungsinseln, hätte das Flugzeug notwassern müssen. Dann hätten die Piloten auf jeden Fall die Zeit gehabt einen Notruf abzusetzen. Und selbst wenn die Funkreinrichtung des Flugzeugs durch irgendetwas beschädigt wäre, würden die Sender, die im Artikel erwähnt wurden, aktiviert werden. Auch die Rettungsinseln haben Sender.

    Zuletzt: Der Pilot, der die Lichter sah und als möglicherweise Flammen identifizierte, befand sich sicher in einer entsprechenden Höhe. Rettungsinseln, die mit Funksignalen und Blitzlichtern auf sich aufmerksam machen, hätten vermutlich anders ausgesehen.

    MfG Krisse

    • Krisse
    • 02.06.2009 um 10:22 Uhr

    Wären es Rettungsinseln, hätte das Flugzeug notwassern müssen. Dann hätten die Piloten auf jeden Fall die Zeit gehabt einen Notruf abzusetzen. Und selbst wenn die Funkreinrichtung des Flugzeugs durch irgendetwas beschädigt wäre, würden die Sender, die im Artikel erwähnt wurden, aktiviert werden. Auch die Rettungsinseln haben Sender.

    Zuletzt: Der Pilot, der die Lichter sah und als möglicherweise Flammen identifizierte, befand sich sicher in einer entsprechenden Höhe. Rettungsinseln, die mit Funksignalen und Blitzlichtern auf sich aufmerksam machen, hätten vermutlich anders ausgesehen.

    MfG Krisse

    • Krisse
    • 02.06.2009 um 10:22 Uhr

    Wären es Rettungsinseln, hätte das Flugzeug notwassern müssen. Dann hätten die Piloten auf jeden Fall die Zeit gehabt einen Notruf abzusetzen. Und selbst wenn die Funkreinrichtung des Flugzeugs durch irgendetwas beschädigt wäre, würden die Sender, die im Artikel erwähnt wurden, aktiviert werden. Auch die Rettungsinseln haben Sender.

    Zuletzt: Der Pilot, der die Lichter sah und als möglicherweise Flammen identifizierte, befand sich sicher in einer entsprechenden Höhe. Rettungsinseln, die mit Funksignalen und Blitzlichtern auf sich aufmerksam machen, hätten vermutlich anders ausgesehen.

    MfG Krisse

  2. Ohne jetzt zu hämisch sein zu wollen: Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass niemand unter den Rettungskräften und in den Medien an Rettungsinseln denkt, bis ein Leser der Zeit in einem Forum fragt? Solche Kommentare gehören mit Verlaub zu Twitter.

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    Ihren Kommentar finde ich etwas unangebracht. Diese Frage ist ja durchaus berechtigt, auch wenn sich schon viele andere Leute darüber Gedanken gemacht haben. Ich finde es auch nicht sooo schlimm, wenn man es hier nochmal fragt.
    Da müssen sie mal die anderen Kommentare zu dem Unglück lesen....da schreiben nur Flugzeugexperten und Flugkapitäne. Die geben sich keinen Millimeter!

    Ihren Kommentar finde ich etwas unangebracht. Diese Frage ist ja durchaus berechtigt, auch wenn sich schon viele andere Leute darüber Gedanken gemacht haben. Ich finde es auch nicht sooo schlimm, wenn man es hier nochmal fragt.
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  3. Nur mal so ein paar Ideen:

    - Warum kann man nicht jeglichen Funkverkehr und Gespräche aus dem Cockpit ab dem Zeitpunkt übertragen und speichern solange das Anschnallzeichen (fasten seat belts) leuchtet?

    - Warum setzen sich nicht SOFORT die Leute an den Bildschirm, die über Satelitenbilder verfügen bzw. Zugriff auf detaillierte Bilder aus diesem Gebiet haben? Kann man nicht heute schon aus dem All via Satelit Zeitungsüberschriften lesen? Da müsste doch auch ein Wrackteil von 1-2 m Größe erkennbar sein evtl. auch mit automatischen Scannern.

    - Warum kann ein Flug nicht mal abgesagt werden, wenn thunderstorms zu gewaltig sind, um über- oder unterflogen zu werden?

  4. Ihren Kommentar finde ich etwas unangebracht. Diese Frage ist ja durchaus berechtigt, auch wenn sich schon viele andere Leute darüber Gedanken gemacht haben. Ich finde es auch nicht sooo schlimm, wenn man es hier nochmal fragt.
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    Wo stehen diese anderen Kommentare???
    Können Sie bitte die Quellen oder Links nennen, Danke.

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    • carol
    • 02.06.2009 um 14:48 Uhr

    interessant wie die medien und user sich gedanken machen was passiert sein könnte.

    man weiss noch nicht mal wo die maschine ist, aber alles mögliche wird spekuliert.

    ich stelle auch gerne vermutungen an, aber eine maschine die so spurlos vom himmel fällt ist ungewöhnlich. deshalb warte ich einfach ein paar tage bevor ich meinen kleinen kopf unnötig beanspruche.

    __________________________________________________
    Christdemokraten: Für Alles zu haben, zu Nichts zu gebrauchen.

  5. Da müssen sie mal die anderen Kommentare zu dem Unglück lesen....da schreiben nur Flugzeugexperten und Flugkapitäne. Die geben sich keinen Millimeter!

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    Antwort auf "Leben und leben lassen"
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    dort schreibt ein Flugkapitän a. D. Interessantes zum Thema Turbulenzen, Einhalten von Flugplänen, knapp bemessenen Tankfüllungen, die ein Umfliegen solcher Turbulenzen heutzutage eher nicht mehr erlauben: Da hat man offenbar erheblich - "optimiert" nach dem Prinzip - ist doch bisher nix passiert. Da ich die Strecke oft fliege (nicht nur so zum Jux), interessiert mich zum Beispiel schon, wie das mit den Turbulenzen und Gewitterzonen und Tankfüllungen wirklich ist.

    Wenn hier nun - über die vielen Foren - eine Art Meinungsbildung stattfindet, vielleicht auch Druck auf Fluggesellschaften in Sachen Sicherheit, Verständnis für das Zustandekommen von Ticketpreisen aufgebaut wird, bevor das Interesse am Thema abflaut, kann ich das nicht ganz schlecht finden.

    Nach dieser Katastrophe werden Piloten sich wohl eher an Umfliegen als an Durchfliegen solcher Gewitterzonen entscheiden - ich kann mir nicht vorstellen, daß der Pilot des Air France Flugs lebensmüde war.

    Ich bin wirklich sehr erschrocken, als ich von dem Unglück las - mir war das Ausmaß der Gefahr gar nicht so klar, in der man sich befindet, wenn man "da oben" ein wenig "in den Schlaf geschaukelt wird". Ich hoffe nur, daß die Opfer des Unglücks nicht oder wenig gelitten haben.... (ich kann mir nicht recht vorstellen, was den Betroffenen eigentlich widerfährt: Werden die Körper zerrissen, explodiert da was, sind die Menschen verbrannt? Nicht, daß ich es wirklich gern wüßte!)

    Zu den Reisenden: Es sind nicht nur Luxusreisende und Topmanager auf der Strecke unterwegs, in der Holzklasse sitzen viele Südamerikaner(innen), die in Europa für einige Monate arbeiten oder die in Europa Verwandte besuchen (und da sind ganze Familien in der Luft - auch viele Kinder und Babies).

    dort schreibt ein Flugkapitän a. D. Interessantes zum Thema Turbulenzen, Einhalten von Flugplänen, knapp bemessenen Tankfüllungen, die ein Umfliegen solcher Turbulenzen heutzutage eher nicht mehr erlauben: Da hat man offenbar erheblich - "optimiert" nach dem Prinzip - ist doch bisher nix passiert. Da ich die Strecke oft fliege (nicht nur so zum Jux), interessiert mich zum Beispiel schon, wie das mit den Turbulenzen und Gewitterzonen und Tankfüllungen wirklich ist.

    Wenn hier nun - über die vielen Foren - eine Art Meinungsbildung stattfindet, vielleicht auch Druck auf Fluggesellschaften in Sachen Sicherheit, Verständnis für das Zustandekommen von Ticketpreisen aufgebaut wird, bevor das Interesse am Thema abflaut, kann ich das nicht ganz schlecht finden.

    Nach dieser Katastrophe werden Piloten sich wohl eher an Umfliegen als an Durchfliegen solcher Gewitterzonen entscheiden - ich kann mir nicht vorstellen, daß der Pilot des Air France Flugs lebensmüde war.

    Ich bin wirklich sehr erschrocken, als ich von dem Unglück las - mir war das Ausmaß der Gefahr gar nicht so klar, in der man sich befindet, wenn man "da oben" ein wenig "in den Schlaf geschaukelt wird". Ich hoffe nur, daß die Opfer des Unglücks nicht oder wenig gelitten haben.... (ich kann mir nicht recht vorstellen, was den Betroffenen eigentlich widerfährt: Werden die Körper zerrissen, explodiert da was, sind die Menschen verbrannt? Nicht, daß ich es wirklich gern wüßte!)

    Zu den Reisenden: Es sind nicht nur Luxusreisende und Topmanager auf der Strecke unterwegs, in der Holzklasse sitzen viele Südamerikaner(innen), die in Europa für einige Monate arbeiten oder die in Europa Verwandte besuchen (und da sind ganze Familien in der Luft - auch viele Kinder und Babies).

  6. dort schreibt ein Flugkapitän a. D. Interessantes zum Thema Turbulenzen, Einhalten von Flugplänen, knapp bemessenen Tankfüllungen, die ein Umfliegen solcher Turbulenzen heutzutage eher nicht mehr erlauben: Da hat man offenbar erheblich - "optimiert" nach dem Prinzip - ist doch bisher nix passiert. Da ich die Strecke oft fliege (nicht nur so zum Jux), interessiert mich zum Beispiel schon, wie das mit den Turbulenzen und Gewitterzonen und Tankfüllungen wirklich ist.

    Wenn hier nun - über die vielen Foren - eine Art Meinungsbildung stattfindet, vielleicht auch Druck auf Fluggesellschaften in Sachen Sicherheit, Verständnis für das Zustandekommen von Ticketpreisen aufgebaut wird, bevor das Interesse am Thema abflaut, kann ich das nicht ganz schlecht finden.

    Nach dieser Katastrophe werden Piloten sich wohl eher an Umfliegen als an Durchfliegen solcher Gewitterzonen entscheiden - ich kann mir nicht vorstellen, daß der Pilot des Air France Flugs lebensmüde war.

    Ich bin wirklich sehr erschrocken, als ich von dem Unglück las - mir war das Ausmaß der Gefahr gar nicht so klar, in der man sich befindet, wenn man "da oben" ein wenig "in den Schlaf geschaukelt wird". Ich hoffe nur, daß die Opfer des Unglücks nicht oder wenig gelitten haben.... (ich kann mir nicht recht vorstellen, was den Betroffenen eigentlich widerfährt: Werden die Körper zerrissen, explodiert da was, sind die Menschen verbrannt? Nicht, daß ich es wirklich gern wüßte!)

    Zu den Reisenden: Es sind nicht nur Luxusreisende und Topmanager auf der Strecke unterwegs, in der Holzklasse sitzen viele Südamerikaner(innen), die in Europa für einige Monate arbeiten oder die in Europa Verwandte besuchen (und da sind ganze Familien in der Luft - auch viele Kinder und Babies).

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