Opel-Krise Tochters Werk und Mutters Beitrag
Lange Jahre war "Opel" das Synonym für Zuverlässigkeit. Doch dann sorgten viele Fehlentscheidungen für den Sinkflug der Marke

© Opel
Mit Vollgas nach vorn: Zu Zeiten des Manta war Opel noch eine der erfolgreichsten deutschen Automarken
Ein Autobauer, der älter ist als das Auto an sich – das dürfte selten sein. Seit 147 Jahren existiert das Unternehmen Opel. Ob es seinen 150. Geburtstag noch erleben wird, darum wird im Moment erbittert gerungen.
Dabei war die Geschichte von Opel lange Zeit fast durchgängig von Erfolg gezeichnet. Mit Kadett, Rekord und Manta motorisierte man das Nachkriegs- und Wohlstandsdeutschland. Über Jahrzehnte waren die Rüsselsheimer die Einzigen, die in Deutschland dem Volkswagen-Konzern das Wasser reichen konnten.
Nähmaschinen waren Opels erstes Produkt. 1899, nach dem Tod des Gründers Adam Opel, folgte mit dem Patent-Motorwagen das erste Auto. Der Erfolg kam schnell: In den Zwanzigern war zeitweise fast jedes zweite in Deutschland verkaufte Auto ein Opel. Außerdem baute man Motorräder, Flugzeugmotoren und motorisierte Ackerpflüge. Im Jahr 1928 erreichte ein Opel-Versuchswagen auf der Avus 238 Stundenkilometer. Das war Rekord in jener Zeit.
1929 verkaufte die Opel-Familie dann 80 Prozent der Anteile an General Motors, später auch den Rest. Bis zum Kriegseintritt der USA hielt das deutsch-amerikanische Bündnis, das den US-Konzern ironischerweise an der Nazi-Rüstung verdienen ließ.
Nach dem Krieg entwickelte Opel unter der Regie von GM eine Fahrzeugpalette, die für alle Ansprüche und Finanzklassen etwas zu bieten hatte: Kapitän und Diplomat machten Mercedes Kunden abspenstig, in der Mittelklasse hatte man den Rekord anzubieten – und bei den Kompakten ab 1962 einen ganz großen Wurf: Der Kadett entwickelte sich zum ewigen Käfer- und Golf-Rivalen und war Jahrzehnte lang abonniert auf den zweiten Platz der deutschen Zulassungsstatistik.
"Opel der Zuverlässige" lautete damals der Werbespruch, dem die Käufer uneingeschränkt vertrauten. Opel-Technik war anspruchslos und, wenn es nötig wurde, leicht zu reparieren. Außerdem hatte man schon früh ein bisschen mehr Leistung zu bieten: Der Rallye-Kadett mit mattschwarzer Haube bot Jahre vor dem Golf GTI immerhin 90 PS, der GT nahm die Coke-Bottle-Formen der Corvette vorweg und ab 1970 wurde der Manta zum Traum aller Auszubildenden.
- Datum 03.07.2009 - 16:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Zitat: "Bis zum Kriegseintritt der USA hielt das deutsch-amerikanische Bündnis, das den US-Konzern ironischerweise an der Nazi-Rüstung verdienen ließ."
Bis 1941 bezahlte Deutschland brav für jeden Opel über die Schweiz mit Devisen. 1942 durfte GM die deutschen Werke steuerlich absetzen, nach dem Krieg wurden die Bombenschäden durch den amerikanischen Staat teilweise entschädigt.
D.h. für GM waren Nazis und 2.Weltkrieg mit Sicherheit kein Verlustgeschäft.
Und dass IBM den Holocaust tatkräftig unterstützt haben, ist ja inzwischen allgemein bekannt.
wir mal das jetzt niemand daraus den Schluss folgert, ein dritter Weltkrieg würde Opel oder gar uns alle aus der Finanzmisere wieder herausholen .......
wir mal das jetzt niemand daraus den Schluss folgert, ein dritter Weltkrieg würde Opel oder gar uns alle aus der Finanzmisere wieder herausholen .......
wir mal das jetzt niemand daraus den Schluss folgert, ein dritter Weltkrieg würde Opel oder gar uns alle aus der Finanzmisere wieder herausholen .......
Lasst doch die Vergangenheit ruhen und betrachtet die Gegenwart, denn für „gewesen“ gibt der Kaufmann nichts.
Und was ist die Gegenwart?
Vor einigen Jahren hatte ich einen Corsa A mit Dieselmotor gekauft, es war eine reine Sachentscheidung wegen des Verbrauchs, das Wort „Feinstaub“ war noch nicht erfunden.
Dann hat Herr CSU-Waigel ( kleine Abschweifung ) die Mineralölsteuer gespalten, um den Fuhrunternehmern an Brüssel vorbei eine stille Subvention von ( heute ) 20 Cent pro Liter verbrauchten Diesels zuzuschustern. So ein Diesel-Lkw verbraucht zwischen 20 und 30 Litern auf 100 km und fährt mehrere 100.000 km pro Jahr. Die Zeche haben alle Benzin-Tanker und die Dieselfahrer mit weniger als 15.000 km jährlicher Fahrstrecke bezahlt ( und tun es auch heute noch ).
Wie dem auch sei, an dem nagelneuen Auto leckte innerhalb von vielleicht 5 Jahren drei Mal der Nockenwellendichtring ( Techniker wissen, dass direkt davor der Zahnriemen … ), das erste Mal zahlte Opel 50% der Reparatur, die zwei weiteren Male zahlte ich allein. Ich habe jedes Mal bis in die höchsten Spitzen des Opel-Organisationsdickichts geschrieben, zum Schluss an Herrn Hendry ( wer weiß noch, wer das war? ) und der hat dann – ich zitiere aus dem Gedächtnis – geantwortet: Man hat schon festgestellt, dass die Qualität der Dichtringe nicht in Ordnung gewesen sei, aber nun sei das geändert, es würde nicht mehr passieren ( damit hatte er sogar Recht ), aber zahlen, nein, zahlen für die Vergangenheit wolle man natürlich nicht.
An meinem Omega ist bei einer gemächlichen Fahrt über Land die Heckscheibe zerplatzt, einfach so, ohne erkennbaren äußeren Anlass, das Auto war gerade mal 18 Monate zugelassen.
Nein, Gewährleistung käme nicht in Frage, das gäbe es nur bis maximal zwei Jahre nach Erstzulassung.
Gegenfrage: Aha, 18 ist mehr als 24?
Nein, natürlich nicht, aber es sind zu viele km mit dem Auto gefahren worden.
Gegenfrage: Ist denn bei einem Opel die Heckscheibe womöglich ein Verschleißteil?
Nein, natürlich nicht, aber die Gewährleistung greift nur bei sachgemäßem Gebrauch.
Gegenfrage: Ist es womöglich kein sachgemäßer Gebrauch, wenn ich mit dem Opel auf der Straße fahre?
Nein, nein, aber bisher sind die Heckscheiben nur bis zu 3 Monaten nach der Erstzulassung geplatzt, so kurz vor dem Ablauf der Gewährleistung sei das absolut ungewöhnlich, deshalb zahle man nicht.
Ich habe die Heckscheibe ( natürlich ) selbst bezahlt.
Noch Fragen, Opel?
sehr sachkundig geschriebener Artikel !
Da macht das Abtauchen in die Vergangenheit doch mal Spaß.
Nur "Hier und Jetzt" finde ich auch etwas eindimensional.
Was mein Vorkommentator P. zu berichten weiß, ist natürlich heftig. Aber irgendwie scheint ihm der Kampf mit GM ja auch Spaß gemacht zu haben, denn scheinbar ist er der Marke trotz Megatrouble und Beschiß treu geblieben.
Vielen Dank für diesen sachkundig geschriebenen Artikel mit vielen Hintergrundinformationen!
In der aufgeheizten Diskussion um Staatsgelder für die Rettung von Opel und Arcandor unterscheidet sich dieser Artikel positiv von denjenigen, die vorschnell einseitige Bewertungen und Zukunftsprognosen abgeben.
Zwei Fragen, deren Beantwortung ich jedoch immer noch in all der Berichterstattung zu Opel vermisse, sind:
1.) Wie steht nach der o.a. Schrumpfkur eigentlich die Produktivität von Opel im Vergleich zu VW dar? Wieviele Mitarbeiter braucht es bei dem einen oder bei dem anderen, um einen Astra oder Golf zu entwickeln, fertigen und zu verkaufen?
2.) Wieso wird die 20%ige Landesbeteiligung an Volkswagen in fast allen Presseberichten als positiv dargestellt während eine Staatsbeteiligung an Opel stets als Teufelswerk kolportiert wurde? Wird da nicht mit zweierlei Maß gemessen ...
Vielleicht schafft es ja die Zeit, meine Wissenslücken zu schliessen ;-)
LG, Caro
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