Fussball-Nationalelf "Ich bin Deutscher – das hört sich gut an"Seite 2/2

ZEIT ONLINE: Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit, einen Psychologen oder einen Joga-Trainer aufzusuchen. Machen Sie von diesen Angeboten Gebrauch?

Cacau: Bisher nicht, aber es war auch noch nicht viel Zeit.

ZEIT ONLINE: Und wenn Zeit gewesen wäre?

Cacau: Ich glaube, dass ich bis jetzt Gott sei Dank auch gut auskomme, ohne auf diese Angebote zurückzugreifen. Aber gut zu wissen, dass es diese Möglichkeiten gibt.

ZEIT ONLINE: Sitzen die Neulinge eigentlich beim Essen zusammen an einem Tisch?

Cacau: Nein, das mischt sich anders, aber dann bleibt es erst mal so.

ZEIT ONLINE: Mit wem sitzen Sie zusammen?

Cacau: Hitzlsperger, Lahm, Enke, Podolski, Huth, Schweinsteiger– das waren in Shanghai die Spieler an meinem Tisch.

ZEIT ONLINE: Gibt es, außerhalb des Spielfeldes, eine Hierarchie im Kader?

Cacau: Da gibt es nichts, was irgendwie vorgegeben wird, aber man spürt, dass auf Spieler, die lange dabei sind, wie Hitzlsperger, Schweinsteiger oder Friedrich auch außerhalb des Spielfeldes gehört wird.

ZEIT ONLINE: Gibt es für Neuankömmlinge eine Art Einführungsritual?

Cacau: Ja, das habe ich schon absolviert. Ich habe beim Essen nach dem Spiel eine Rede gehalten. Das machen alle nach ihrem ersten Länderspieleinsatz. Und dann später noch eine Runde ausgegeben.

ZEIT ONLINE: Welches Getränk haben Sie gereicht?

Cacau: Wir haben Cola getrunken.

ZEIT ONLINE: Und was haben Sie den Kollegen gesagt?

Cacau: Man bekommt ja nach dem ersten Länderspiel eine Medaille. Ich habe nicht so viel gesagt, mich kurz bedankt bei den Kollegen und dem Trainerteam.

ZEIT ONLINE: Mario Gomez, ihr bisheriger Sturmpartner in Stuttgart, hat gesagt, dass er ohne Sie im Verein nie so erfolgreich hätte sein können, wie er es war.
Cacau: Das freut mich sehr. Wir haben sehr gut harmoniert, gerade in letzter Zeit. Leider können wir uns jetzt, weil Mario nach München geht, nicht mehr gemeinsam besser werden.

ZEIT ONLINE: Bei ihrem Debüt am Freitag gegen China musste ausgerechnet Gomez vom Feld, als Sie eingewechselt wurden. War das nicht seltsam, angesichts des Spielstands von 1:1 und der Tatsache, dass Sie beide ein eingespieltes Team sind?

Cacau: Ich habe mich in diesem Augenblick nur gefreut, dass ich spielen darf. In dem Moment hat es mich weniger beschäftigt, dass Mario dafür vom Feld musste. Ich hätte es ja ohnehin nicht beeinflussen können.

ZEIT ONLINE: Nun fehlen im Kader für diese Asienreise viele Spieler, die normalerweise zum Stammpersonal der Nationalmannschaft gehören. Abgesehen von der Freude über das Länderspieldebüt: Fühlt man sich nicht doch ein wenig als Aushilfe?

Cacau: Nein. Der Bundestrainer hat uns Neuen gesagt, dass wir gute Chancen haben, bei der WM in Südafrika dabei zu sein. Wenn er das sagt, dann glaube ich ihm das.

Die Fragen stellte Moritz Müller-Wirth.

 
Leser-Kommentare
  1. Guter Mann, suboptimaler Künstlername.

    • Pangea
    • 01.06.2009 um 13:31 Uhr

    > suboptimaler Künstlername

    Auf jeden Fall leicht zu merken ;-) Es ist aber schön zu wissen, dass es auch Fußballspieler mit Köpchen gibt.

  2. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen? Ich wuerde sagen "Deutschland soll dankbar seine dass er fuer Deutschland Tore schiesst und sympatisches Multikulturelles Bild deutschlands in die Welt vermittlet. Der Satz gelingt sehr ueberheblich.

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