Weltweites Hochschulranking "Wir wollen den Blick hinter die Kulissen der Unis"

Harvard, Heidelberg oder Hongkong? Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) soll im EU-Auftrag ein globales Uni-Ranking prüfen. CHE-Geschäftsführer Ziegele im Interview

Das Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh und sechs Partner haben den Zuschlag der EU-Kommission für die Entwicklung eines weltweiten Hochschulrankings bekommen. Dafür erhalten die Forscher rund eine Million Euro für zwei Jahre. Sie sollen herausfinden, ob ein internationales Hochschulranking mit der CHE-Methodik machbar ist. Das CHE führt seit Langem ein deutschlandweites Hochschulranking durch. Dessen Ergebnisse werden im ZEIT Studienführer und auf ZEIT Online veröffentlicht.

ZEIT ONLINE: Herr Ziegele, es gibt schon internationale Rankings, zum Beispiel das Shanghai-Ranking oder das Times Higher World University Ranking. Wozu braucht man denn jetzt noch eins?

Frank Ziegele: Wir wollen die Defizite dieser Rankings vermeiden, die aus unserer Sicht mit teils fragwürdigen Methoden arbeiten.

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ZEIT ONLINE: Zum Beispiel?

Ziegele: Zum Beispiel werden dort ganze Universitäten verglichen: Uni eins landet dabei als Ganze auf Platz x, Uni zwei auf Platz z. Wir glauben, dass ein aussagekräftiger Vergleich nur innerhalb einzelner Fächer möglich ist. Und wie auch beim deutschen CHE-Hochschulranking wollen wir Aspekte wie die Qualität der Forschung oder die Güte der Lehre getrennt messen und ausweisen, um so einen genauen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Und schließlich werden wir auf die Scheingenauigkeit von Ranglisten, die suggerieren, dass der 18. besser ist als der 21., verzichten und stattdessen nach dem bewährten CHE-Ansatz eine Spitzen-, eine Mittel- und eine Schlussgruppe bilden.

ZEIT ONLINE: Schon die deutschen Hochschulen zu vergleichen ist nicht einfach. Gerade wenn sie differenziert rangehen, verheddert man sich doch schnell im Datenchaos, wenn das Ganze weltweit geschieht.

Ziegele: Wir wollen auch nicht alle Hochschulen miteinander vergleichen. Allein in Europa gibt es groben Schätzungen zufolge 4000 Hochschulen. Was soll es den Studenten bringen, die Lehrqualität beim Bachelor einer Uni aus der finnischen Provinz mit der einer griechischen Regionaluni zu vergleichen? Wir wollen etwas ganz anderes. Wir wollen erst einmal herausfinden, unter welchen Hochschulen welcher Vergleich spannend ist. Was sind die Äpfel, was die Birnen? Und dann vergleichen wir Äpfel mit Äpfeln und Birnen mit Birnen.

ZEIT ONLINE: Und was sind die Äpfel?

Leser-Kommentare
  1. Das Österreich das CHE "rausgeschmissen" hat stimmt nicht!

    Vielmehr hat das CHE selbst die Zusammenarbeit mit der AQA aufgekündigt.

    Hier die Darstellung des Sachverhaltes durch das CHE:
    http://derstandard.at/?ur...

    Im übrigen haben in diesem Jahr erstmals die österreichischen Fachhochschulen am CHE-HochschulRanking teilgenommen - sowie einige Universitäten.

  2. Es sollte doch auch der ZEIT langsam bekannt sein, daß die Eindimensionierung durch Rankings die Diversität von Bildung, Kultur und Wissenschaft nachhaltig schädigt, indem sie die Aufmerksamkeit (der Leser) fehllenkt.

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