Jahrestag Tiananmen Polizisten mischen sich unter die Touristen

Die Nervosität steigt: Zum 20. Jahrestag der Ausschreitungen am Platz des Himmlischen Friedens in Peking verstärkt die chinesische Führung ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Immer mehr Polizisten und Sicherheitskräfte mischen sich unter die Touristen auf dem Tainanmen. Am Rande der Verbotenen Stadt standen schwarze Polizeibusse bereit. Das Mausoleum von Mao Tse-tung in der Mitte des Platzes blieb geschlossen. Ein handgeschriebenes Schild verwies auf "Reparaturarbeiten", die noch bis Freitag andauern sollen.

"Das Geschäft läuft schlecht heute. Der Eindruck täuscht, dass die meisten Menschen Touristen sind. Es sind alles Sicherheitsleute in Zivil", sagte eine Souvenirhändlerin. Die Polizei hinderte in den vergangenen Tagen mindestens vier ausländische Fernsehteams daran, auf dem Tiananmen-Platz zu drehen. Am Dienstag sperrte die Regierung zudem vorübergehend mehrere Internet-Dienste wie Twitter, Hotmail und die Fotoplattform Flickr.

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Die Behörden in Hongkong haben einem Aktivisten der Demokratiebewegung die Einreise verweigert. Der in den USA im Exil lebende Mann wurde laut Medienberichten nach seiner Ankunft gleich wieder in ein Flugzeug zurück nach New York gesetzt. Xiang Xiaoji wollte abends in Hongkong an einer Gedenkveranstaltung teilnehmen. Auch drei weiteren Dissidenten, die in den USA leben, wurde den Angaben zufolge in Hongkong die Einreise verweigert.

Am Donnerstag jährt sich die Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Tiananmen-Platz zum 20. Mal. Die kommunistische Regierung hatte vor der Morgendämmerung am 4. Juni 1989 Panzer gegen protestierende Studenten eingesetzt. Eine offizielle Zahl der Toten gab sie nie bekannt. Bürgerrechtler sprechen von mindestens 195 Toten. Andere Schätzungen gehen von einer wesentlich höheren Opferzahl aus. Etwa 30 Aktivisten aus der Zeit befinden sich nach Angaben von Menschenrechtsgruppen noch in chinesischen Gefängnissen. Hunderte weitere leben weiterhin im Exil.

 
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