Lehman-Brothers-Geschädigte "Keine Entschädigung nach Gutsherrenart"
Die Interessengemeinschaft der Lehman-Brothers-Geschädigten lehnt das Angebot der Citibank ab, die einem Teil der Pleiteopfer 27 Millionen Euro zahlen will.
Diese "Entschädigung auf Gutsherrenart" diene vor allem der Bank, kritisierte die Gemeinschaft. Der Verkauf der inzwischen
wertlosen Lehman-Zertifikate solle stattdessen umfassend rückabgewickelt werden. Die 27 Millionen Euro seien vor allem für die Bank eine günstige Lösung. Sie entspreche nur knapp über fünf Prozent des geschätzten Gesamtschadens von 475 Millionen Euro.
Die Falschberatung von Anlegern und Sparern beim Verkauf von Lehman-Zertifikaten sei bei der Citibank weit verbreitet gewesen. Mit dem Angebot versuche die Citibank, die anhaltenden Demonstrationen und Mahnwachen vor ihren Filialen zu beenden, vermutete die
Initiative.
Die Citibank habe als weitaus größte Gläubigerin der schließlich zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers ein
starkes Eigeninteresse am Verkauf der Zertifikate der bereits 2007 stark angeschlagenen Investmentbank gehabt. Besonders Anlegern in Deutschland seien die nicht über die Einlagensicherung geschützten Zertifikate als sichere und konservative Anlageform empfohlen und verkauft worden. In den USA und vielen europäischen Ländern sei der Zertifikateverkauf an Privatkunden verboten.
Citibank-Chef Franz Josef Nick hatte am Donnerstag gesagt, lediglich 25 Prozent der Anleger könnten mit einer Zahlung rechnen, die im Schnitt bei 50 Prozent ihres ursprünglich investierten Betrages liegen dürfte. Das Institut habe dafür einen Gesamtbetrag von rund 27 Millionen Euro vorgesehen. "Das ist ein Kompromiss, wir hätten uns auch einen deutlich höheren Betrag vorstellen können", sagte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
Das Geldhaus und die Verbraucherzentrale hatten sich auf diese Lösung geeinigt, nachdem sich fast 1000 Bankkunden bei den Verbraucherschützern gemeldet und eine falsche Beratung beklagt hatten. Sie können nun bis zum Jahresende ihre Ansprüche bei dem Institut, das Ende 2008 in den Besitz der französischen Credit Mutuel gewechselt war, geltend machen.
- Datum 29.05.2009 - 13:21 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, sp, dpa
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