Computertomografie Von Kopf bis Fuß durchleuchtet
Beim Deutschen Röntgenkongress wurde über neuartige Ganzkörperaufnahmen diskutiert

© Matthew Simmons/Getty Images
In dieser Röhre entstehen dreidimensionale Röntgen-Bilder. So ein Magnetresonanztomograf (MRT) dient hauptsächlich zur Diagnose von Krankheiten
Kein Zweifel: Die junge Frau ist an Stichverletzungen gestorben. Ihre Leiche lag in Stoff eingehüllt im Magnetresonanztomografen (MRT) der Radiologischen Klinik. Die Frage: Kann mit Hilfe eines Ganzkörper-MRT unabhängig von einer Sektion ermittelt werden, woran sie gestorben ist?
Sie war einer von 30 Fällen, über die Martin Lorenzen, Radiologe am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der letzten Woche auf dem 90. Deutschen Röntgenkongress in Berlin berichtete. 14 Frauen und 16 Männer zwischen 22 und 81 Jahren wurden wenige Stunden nach ihrem Tod im MRT untersucht.
Zwei Radiologen bildeten sich dabei unabhängig voneinander und ohne die Leichen vorher angeschaut zu haben eine Meinung und legten sich auf eine Todesursache fest. Anschließend wurden die Leichen von Pathologen oder Rechtsmedizinern obduziert – wie es üblich ist, wenn Ärzte, Juristen und Angehörige sich Klarheit darüber verschaffen wollen, woran ein Mensch gestorben ist.
Üblich sein sollte, so würden viele lieber sagen. Denn seit Jahren wird kritisiert, dass zu wenige Sektionen stattfinden. Das liegt auch daran, dass Angehörige eine Obduktion ablehnen.
Vielleicht ist die moderne Bildgebung ein Ausweg, kommt sie doch ohne Einschnitte in den Körper aus. In der Hamburger Studie zeigte sich zumindest bei der häufigsten Todesursache hohe Übereinstimmung zwischen MRT- und Sektionsbefund: Die Radiologen nahmen in 21, die Pathologen in 25 Fällen eine Ursache im Bereich des Herzens an. Vier Mal erkannten die Ärzte allerdings bei der Sektion einen Herzinfarkt, der auf dem MRT auch im Nachhinein nicht zu erkennen war.
Auch bei nebensächlichen Befunden schnitt die Sektion deutlich besser ab. Blutungen aus Magengeschwüren oder Wasser in der Lunge wurden im MRT nicht gesehen. "Angesichts der hohen Übereinstimmung der Befunde bei den Krankheiten, die den Tod verursachten, halte ich das Ganzkörper-MRT trotzdem für eine praktikable Alternative zur Sektion", sagte Lorenzen.
Inzwischen sind Schnittbildverfahren wie MRT oder Computertomografie (CT) aus der Krebsmedizin nicht mehr wegzudenken. Sie bieten Informationen zur Ausbreitung des Krebsleidens im gesamten Körper. "Wir Radiologen begleiten Tumorpatienten oft über viele Jahre hinweg und liefern wichtige Informationen über das Ausbreitungsmuster der Erkrankung", sagte Kongresspräsident Claus Claussen von der Uniklinik Tübingen.
- Datum 28.05.2009 - 11:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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In der Überschrift ist die Rede von Computertomographie. Ein solches Gerät ist auch auf dem Foto abgebildet. In der Bildunterschrift heißt es jedoch, dass in einer solchen Röhre, einem Magnetresonanztomographen, dreidimensionale Röntgenbilder entstehen.
Das ist nicht richtig.
Es sind zwei verschiedene Untersuchungsverfahren, die auf physikalisch völlig unterschiedlichen Prinzipien fußen.
Einfach gesagt:
Im Computertomographen wird ein Körpervolumen mit Röntgenstrahlen exponiert, die in einer um den Körper rotierenden Röntgenröhre erzeugt werden.
Ein gegenüberliegender Detektor erfasst die entstehenden Schwächungswerte. Diese werden von einem Computer in ein dreidimensionales Bild umgerechnet.
Im Magnetresonanztomographen werden die im Köper vorkommenden Wasserstoffatome mithilfe eines extrem starken Magnetfeldes ausgelenkt, dann mit Radiowellen angeregt und die dadurch entstehende Kernresonanz mithilfe von Hochfrequenzempfängern registriert, verstärkt und mit einem Computer in dreidimensionale Volumina oder zweidimensionale Schnittbilder umgerechnet.
Der Begriff "Durchleuchtung" ist zudem im Zusammenhang mit der Computertomographie ebenfalls nicht zu gebrauchen. Eine Durchleuchtung ist eine weitere radiologisch-diagnostische Untersuchungsmethode, die auf einem anderen Prinzip beruht.
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