Partnerwahl Rollentausch mit Folgen Seite 2/2

Die Ergebnisse legten nahe, dass die Unterschiede in der Partnerwahl mit den Rollen zu tun haben, die Männer und Frauen bei den ersten Sekunden einer Begegnung einnehmen, sagt Finkel: "Der reine Vorgang des Sich-Annäherns an einen potenziellen Partner scheint unsere Leidenschaft für ihn zu steigern."

Einer der Gründe für dieses Verhalten sehen die beiden Forscher in der Tatsache, dass das "Ansprechen" eines Menschen das Selbstbewusstsein steigere – was zugleich aber auch die kritische Haltung dem Partner gegenüber senke. Wer aber wie die "Sitzenden" beim Speed-Dating fortwährend angesprochen werde, fühle sich begehrenswerter und werde dadurch wählerischer.

Die Hauptursache für die bisher immer festgestellte Zögerlichkeit der Frauen liegt nach Ansicht von Finkel und Eastwick aber daran, dass der berühmte "erste Schritt" in der Gesellschaft immer noch von Männern erwartet oder sogar gefordert wird. "Das klassische Rollenverhältnis beim Speed-Dating, das wir für unseren Versuch einfach umgedreht haben, ist nur ein Beispiel aus einer unendlichen Fülle an Normen, die die Anziehungskraft zwischen Mann und Frau beeinflussen", sagt Finkel.

Ob sich die Erkenntnisse der Forscher auf das künftige Dating-Verhalten auswirken werden, ist allerdings fraglich. Erwiesen ist nämlich auch: sitzen bleiben und abwarten ist auf jeden Fall der entspanntere Teil des Balzverhaltens.

 
Leser-Kommentare
    • Slink
    • 04.06.2009 um 15:03 Uhr

    Wir Zweibeiner lieben Stereotype, wie die imer wieder diskutierten aber ewig mysteriösen Gegensätze zwischen Frau und Mann, weil unser Verstand nun mal mit einfachen Unterscheidungsmerkmalen viel besser zurecht kommt. Die Diskussion lebt auch von Wertungen, das zeigt sich in allen Witzen zum Thema Geschlechter.
    Gerade in den letzten Jahrzehnten, wo es keine klar definierten Rollenbilder mehr gibt, wo die Männer in Mutterschaftsurlaub gehen, und Homosexualität beiderseits offen ausgelebt wird, sehnen wir uns immer noch nach einer klar definierten "Ordnung", die letztlich auch unser Dasein und Tun erklären könnte. Scheinbar wird aber alles noch unendlich komplexer... wie beim Mandelbrot-Fraktal.
    Sollte es jetzt auf die Perspektive ankommen, so erinnert das doch stark an die Quantenphysik, wo das Ergebnis ebenfalls entscheidend vom Blickwinkel abhängt: das Welle-Teilchen-Paradoxon, obwohl kaum zu verstehen, wird inzwischen unangefochten als"wahr" (,weil bewiesen,) betrachtet - und weil wir alle aus diesen kleinsten Teilchen bestehen... ..kommt es vielleicht auch hier, da die Unterschiede hinreichend klein sein mögen, eben immer auf die Perspektive der Betrachtung an.
    Damit sollten wir ganz gut leben können, denn wäre es nicht bald langweilig, wenn man das Handeln des Gegenübers schon aufgrund seines Geschlechtes vorhersehen könnte?

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    Wir Zweibeiner lieben Stereotype, ...

    guter anfang ;-)

    Wir Zweibeiner lieben Stereotype, ...

    guter anfang ;-)

  1. ich finds lustig, dass dieses den Versuch auch mal andersherum anwenden nicht zum standard Vorgehen gehört.

  2. 3. ;-)

    Wir Zweibeiner lieben Stereotype, ...

    guter anfang ;-)

  3. Eine Differenz von 48% zu 43% ist bei der bescheidenen Probandenzahl aber hart am statistischen Rauschen.

    Daher sollte man vorsichtig sein, voreilig daraus Schlüsse zu ziehen. Das fehlt noch die Bestätigung durch weitere Experimente unter gleichen Bedingungen.

    Im übrigen ist es abseits von Speed-Dating und Online-Dating in der Konstellation "Beide sind sich total fremd" eher nicht so, das der Mann den ersten Schritt macht.

    Vielmehr signalisiert die Frau dann durch direkten Augenkontakt ihren Wunsch angesprochen zu werden. Ignoriert Mann das, hat er sich den Korb schon fast sicher abgeholt.

    In der Regel vermeidet Frau bei der Partnersuche allerdings das Fremde und sucht bevorzugt an der Peripherie des eigenen sozialen Umfelds (Freund des Bruders der besten Freundin etc) wo sie entsprechend vorfühlen kann und sich sozial abgesicherte Kontakte leichter herstellen lassen.

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