Nationalmannschaft Deutschland spielt 1:1 gegen China
Keine gute Werbung für den deutschen Fußball: Ohne viele Stammspieler zeigt die Nationalelf eine schwache Leistung und schafft gegen China keinen Sieg. Spielbericht

© Joern Pollex/Bongarts/Getty Images
Glückwunsch zum Ausgleich: Bastian Schweinsteiger und Thomas Hitzlsperger gratulieren Lukas Podolski zum Tor
Das Rumpf-Team von Joachim Löw hätte sich im ersten Spiel der Asienreise fast blamiert. Lukas Podolski (8. Minute) verhinderte mit seinem 33. Länderspieltor, durch das er in der Bestenliste mit Fritz Walter gleichzog, immerhin eine Niederlage. Hao Junmin (5.) hatte die Chinesen vor etwa 25.000 Zuschauern in Shanghai in Führung gebracht.
Spielprägende Figuren wie Michael Ballack, Miroslav Klose und Per Mertesacker wurden beim EM-Zweiten spürbar vermisst. Bahnbrechende Erkenntnisse auf dem Weg zur WM 2010 in Südafrika konnte Löw in Fernost zudem nicht gewinnen. Nach den zahlreichen Absagen für den Asien-Trip konnte Löw immerhin seine Wunsch-Notelf aufbieten. Arne Friedrich meldete sich für einen Einsatz im Defensivzentrum neben Rückkehrer Robert Huth fit - als Dauerlösung empfahl sich das Duo aber nicht.
Erstmals seit der EM rückte Philipp Lahm wieder auf die rechte Abwehrseite - und trug dort in Abwesenheit von Ballack zudem die Kapitänsbinde. Auf links verteidigte Marcel Schäfer. Da Christian Gentner im defensiven Mittelfeld zum 25. Länderspiel-Debütanten unter Löw avancierte, standen gleich zwei Spieler vom VfL Wolfsburg in der Startformation.
Der Bundestrainer setzte auf ein 4-2-3-1-System. Die vielen Umstellungen und Personalveränderungen brachten jedoch keine positive Wirkung. Gerade das "Verschieben" von Lahm und Piotr Trochowski auf die rechte Spielseite zahlte sich nicht aus. Trochowski konnte seine gefährlichen Vorstöße nicht vortragen und dem früh verwarnten Lahm, der mit Jiang Ning erstaunliche Probleme hatte, drohte nach unkontrolliertem Einsteigen sogar ein Platzverweis.
In der riesigen - aber nur zu rund einem Viertel gefüllten - Betonschüssel sollte Werbung für den deutschen Fußball gemacht werden. Den ersten Glanzpunkt setzten aber die Hausherren. Zhao Xuri spielte Hao Junmin frei, der Huth in dessen ersten Länderspiel seit der WM 2006 schlecht aussehen ließ und aus spitzem Winkel zur Führung einschoss. Die Antwort der DFB-Elf ließ nur drei Minuten auf sich warten. Einem Pass von Bastian Schweinsteiger nahm Podolski dankend auf und schoss zum Ausgleich ein.
Zum Ende eines heißen Sommertages entwickelte sich ein lockeres Spielchen. Die leichtfüßigen Chinesen stellten dabei die deutsche Defensive vor manch unangenehme Situation und hatten überraschend viel Ballbesitz. Zhao Xuri (24.) prüfte Torwart Robert Enke mit einem Distanzschuss. Gao Lin bot sich eine Kopfball-Chance (37.). Der zusammengewürfelten deutschen Auswahl waren allerdings wie befürchtet die lange Saison und die strapaziöse Reise anzumerken – gelungene Angriffsversuche gab es kaum. Den überwiegend in deutschen Trikots gekleideten Besuchern war dies egal – sie ließen schon in der ersten Halbzeit eine La Olá kreisen.
- Datum 29.05.2009 - 16:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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