Deutschland - China Mario Gomez allein da vorn
Es wäre grob ungerecht, die deutsche Abwehr zum Sündenbock zu erheben: In der Partie gegen China zeigten alle Spieler deutlich, dass niemand zufrieden sein kann.

© OLIVER LANG/AFP/Getty Images
Mehr als 800 Minuten ohne Tor im Nationaltrikot: Mario Gomez
7200 Baustellen, so eine der jüngeren Statistiken, werden derzeit in der 20-Millionen-Metropole Schanghai gezählt. Am Freitagabend Ortszeit gab es für 90 Minuten eine mehr: die deutsche Abwehr. Zum Länderspiel gegen China hatte Joachim Löw eine Defensivformation aufgeboten, die vermutlich in dieser Zusammensetzung das letzte Mal in der Geschichte des DFB aufgelaufen ist.
Rechts Philipp Lahm, von Löw zum Kapitän gemacht: auf seiner Lieblingsposition. Zentral: Robert Huth, Rückkehrer aus Sommermärchenzeiten, mit allen alten Schwächen. Neben ihm: Arne Friedrich – auf seiner ihm in der Nationalmannschaft in der Regel verwehrten Lieblingsposition. Und links, erstmalig und vermutlich auch letztmalig: Marcel Schäfer aus Wolfsburgs Meistermannschaft.
Schon nach fünf Minuten war diese aus der Not geknüpfte Viererkette das erste Mal ausgespielt und überwunden: Mit einem feinen, aber nicht sonderlich komplizierten Doppelpass freigespielt, überwand der Chinese Hao Junmin den ansonsten fehlerfreien Robert Enke.
Drei Minuten später gelang der deutschen Mannschaft ein ebenso schöner Spielzug, den Lukas Podolski nach ambitionierter Vorarbeit von Bastian Schweinsteiger mit einem humorlosen Flachschuss abschloss. Eigentlich hätte man das Spiel zu diesem Zeitpunkt schon abpfeifen können – nicht nur, weil es bis zum Schluss bei dem Ergebnis blieb.
Bilanziert man die verbliebenen 82 Minuten, so wäre es grob ungerecht, die deutsche Abwehr zum Sündenbock zu erheben: Nein, in allen Mannschaftsteilen wurde deutlich, was Joachim Löw nach dem Spiel zutreffend bilanzierte: "Wir können mit diesem Spiel nicht wirklich zufrieden sein“.
Löw hatte dieses Match mit einem 4:2:3:1-System und den Neulingen Marcel Schäfer und Christian Gentner als ein Spiel zur Probe frei gegeben. Auch die Tatsache, dass Mario Gomez als einzige Spitze nominiert wurde, betrachtete Löw im Nachhinein als "Variation unseres bewährten 4:4:2-System". Normalerweise, so Löw, hätten die offensiven Mittelfeldspieler wie Schweinsteiger, Trochowski und Podolski "besser nachrücken müssen", so sei "der Mario doch manchmal etwas allein da vorn" gewesen.
Das chinesische Team, in dessen Kader 13 Neulinge standen, nutzte diese gewiss auch der Zeitumstellung geschuldete körperliche und mentale Langsamkeit geschickter aus, als das zu erwarten war. Die Mannschaft, die die WM-Qualifikation schon lange verpasst hat, steht mitten in einem Umbruchprozess und genießt in der Öffentlichkeit kein besonders hohes Ansehen. Wofür das nur zu einem Viertel gefüllte (20.000 Zuschauer) "Shanghai-Stadium" einen traurigen Beleg lieferte.
- Datum 01.06.2009 - 11:50 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Zum allerersten Länderspiel gegen China in der Geschichte des deutschen Fußballbundes hatte Joachim Löw eine Defensivformation aufgeboten, die vermutlich in dieser Zusammensetzung das letzte Mal in der Geschichte des DFB aufgelaufen ist.
Das ist falsch.
Richtig ist:
Zum allerersten Länderspiel gegen China in der Geschichte des deutschen Fußballbundes hatte Jürgen Klinsmann in Hamburg eine Defensivformation aufgeboten, die in dieser Zusammensetzung nicht das letzte Mal in der Geschichte des DFB aufgelaufen ist.
http://www.fussballdaten....
Eine Korrektur im Beitrag erwarte ich aber ohnehin nicht. Wäre ja noch schöner, wenn auch noch jemand vom Hause die Kommentare läse.
Den peinlichsten Fehler machen Sie doch schon, bevor der Artikel überhaupt richtig beginnt:
"...In der Partie gegen China zeigten alle Spieler deutlich, das niemand zufrieden sein kann."
Liebe Zeitredaktion,
das kann doch wohl nicht wahr sein. Wo, wenn nicht in Ihren Artikeln, kann ich denn noch erwarten, dass zwischen der Konjuktion "dass" und dem Pronomen "das" ein Unterschied gemacht wird!
Grüße
DT
"...In der Partie gegen China zeigten alle Spieler deutlich, dass niemand zufrieden sein kann." -- womit eigentlich?
_______________________________________________________
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
"...In der Partie gegen China zeigten alle Spieler deutlich, dass niemand zufrieden sein kann." -- womit eigentlich?
_______________________________________________________
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
"...In der Partie gegen China zeigten alle Spieler deutlich, dass niemand zufrieden sein kann." -- womit eigentlich?
_______________________________________________________
Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Freundschaftskicks bringen es schon lange nicht und so kurz nach dem Saison-Finale ist ja nun wirklich nichts zu erwarten.
Bin aber doch gespannt, wann Herr Loew mal eine Leistungssteigerung demonstrieren kann : er wird ja immer als der echte Trainer hingestellt (Klinsmann ist einfach nicht "in"), aber schon bei der EM war (fuer mich) null komma nix Verbesserung festzustellen gegenueber der WM - nun sind also 3 Jahre vorbei und was hat sich gebessert?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren