Von Bremen nach Turin Tschüss, Diego!
Diego Ribas da Cunha brachte dem deutschen Fußball etwas, was er lange nicht mehr hatte: Glanz. Nun verliert die Bundesliga ihren besten Spieler
Am Ende, als goldene Luftschlangen hoch in die Stadionluft knallten, als die Anhänger von Werder Bremen die obligaten Siegesschlager mitgrölten, da hatte er sein Trikot umgedreht, damit alle es sehen können: Ja, ich kann doch Pokale gewinnen, ich, Diego, die Nummer 10. Seine Mannschaft hatte Bayer Leverkusen besiegt, er den entscheidenden Pass gespielt. Diego Ribas da Cunha, vierundzwanzig Jahre alt, hatte endlich seinen ersten Titel gewonnen.
Nun geht er. Nach drei Jahren in Bremen wechselt er zu Juventus Turin. Das ist bekannt. Und es ist auch leidlich bekannt, wie hart, wie grausam Fußballfans sein können, wenn ein Spieler den Verein verlassen möchte. Dann pfeifen sie. Dann singen sie Schmählieder. Dann bemalen sie Plakate, auf denen vieles steht, aber selten Nettes. Doch im Berliner Olympiastadion war davon nichts zu hören oder zu sehen. Man war dankbar.
Dankbar, dass ein Spieler wie Diego überhaupt so lange bei einem Verein bleibt, der sich zwar jahrelang mit den besten Europas maß, aber nie auch nur den Hauch einer Chance hatte, dort etwas zu gewinnen. Diego kam aus Porto. Das war 2006. Dort hatte er die meiste Zeit auf der Ersatzbank verbracht, war frustriert, durfte nicht spielen.
Erinnern wir uns: Als zu Beginn der Saison 2006 die Nachricht Bremen erreichte, ein Brasilianer sei im Anmarsch, sechs Millionen Euro teuer, Bankspieler – zu diesem Zeitpunkt war vielen nicht klar, was Diego die kommenden drei Jahre bei Werder leisten würde. Immerhin galt es, die Lücke zu füllen, die zuvor Johan Micoud, dieses schlampige französische Genie, hinterlassen hatte. Er schaffte es. Mühelos.
Kurz die großen Fakten für die Sportschaugucker: fünf Mal Fußballer des Monats, Zweiter bei der Wahl zum Fußballer des Jahres, im Jahr 2007 schoss er aus gut sechzig Metern ein Tor gegen Alemannia Aachen, das Reinhold Beckmann dann als Tor des Jahres anmoderieren durfte. Das sind solche Momente. Aber es gab auch andere, kleine Beiläufigkeiten. Er brachte etwas in die Bundesliga, was man dort selten sieht, im Grunde fast gar nicht: Glanz.
- Datum 31.05.2009 - 16:36 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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ich fürchte, dem Autoren ist ein kleiner Fehler unterlaufen, der beste Spieler de Liga spielt (noch) in München und heißt Franck Ribery.
Frooonk wer? Sehr schöner Artikel und ganz ohne kleine Fehler.
Diego mag ein ordentlicher Spieler sein und kann auch mit dem Ball ganz ordentlich umgehen. Sicherlich ein überdurchschnittlicher Bundesligaspieler und meinetwegen sogar ein überdurchschnittlicher Bundesligaspielmacher.
Er ist jedoch insgesamt gesehen ein Leichtgewicht, der die ihm zugedachte Rolle keinesfalls ausfüllen kann.
Bremen konnte also nichts besseres passieren, ihn ziehen lassen zu müssen, für viel Kohle.;-)
"mit dem Ball ganz ordentlich umgehen..." Guter Witz. So oft kannst Du Diego ja auch noch nicht gesehen haben.
"mit dem Ball ganz ordentlich umgehen..." Guter Witz. So oft kannst Du Diego ja auch noch nicht gesehen haben.
"mit dem Ball ganz ordentlich umgehen..." Guter Witz. So oft kannst Du Diego ja auch noch nicht gesehen haben.
Wie kann man sich für Fußball interessieren. Was unwichtigeres gibt es (abgesehen von Radio und Fernsehen) ja eigentlich nicht mehr.
Wenn Fußball so unwichtig ist, warum verschwenden Sie dann Ihre Zeit mit dem Lesen und Kommentieren dieses Artikels? Fußball bringt Menschen zusammen, macht einfach Spaß und kann schön sein (ja, schön). Warum sollte das nicht wichtig sein?
Muss ja nicht jeder so sehen. Wer das nicht so sieht, muss aber auch nicht gleich so überheblich herummeckern.
Wenn Fußball so unwichtig ist, warum verschwenden Sie dann Ihre Zeit mit dem Lesen und Kommentieren dieses Artikels? Fußball bringt Menschen zusammen, macht einfach Spaß und kann schön sein (ja, schön). Warum sollte das nicht wichtig sein?
Muss ja nicht jeder so sehen. Wer das nicht so sieht, muss aber auch nicht gleich so überheblich herummeckern.
Wenn Fußball so unwichtig ist, warum verschwenden Sie dann Ihre Zeit mit dem Lesen und Kommentieren dieses Artikels? Fußball bringt Menschen zusammen, macht einfach Spaß und kann schön sein (ja, schön). Warum sollte das nicht wichtig sein?
Muss ja nicht jeder so sehen. Wer das nicht so sieht, muss aber auch nicht gleich so überheblich herummeckern.
Seine fußballerischen Qualitäten in spielerischer Hinsicht möchte ich überhaupt nicht in Abrede stellen, die sind unbestritten.
Jedoch ist für mich Diego aus Fair-Play-Hinsicht nicht so in Augenschein getreten, denn sobald irgendein Spieler es auch nur wagte, in seine Nähe zu kommen, hat er sich fallen lassen, zum Schiedsrichter geblickt und wieder und wieder einen Freistoß herausgeholt. Leider haben die Schiedsrichter in Deutschland da viel zu viel in seiner Richtung durchgehen lassen.
Von daher sollte er mal ein Jahr in England spielen, um sich nicht gleich bei jeder Kleinigkeit am Boden zu wälzen.
Mit Diego verlässt der beste Fussballspieler der letzten 20 Jahre die Bundesliga. Ich bin kein Werder Fan, und grundsätzlich auch gegen den ubertriebenen Starkult "a la Christiano Ronaldo" - aber mit 70 Scorerpunkten (38 tore, 32 Vorlagen) in 84 Bundesligaspielen als MIttelfeldspieler hat er sich beeindruckend gegen die Brutalo-Leichtathleten (Anti-Fussballer) durchgesetzt, die ihn Woche für Woche mit unfairen Mitteln versuchen vom Fussballspielen abzuhalten. Die Art und Weise wie er sich der ihm entgegengebrachten Härte erwehrt, und eine alles überragende Technik, gepaart mit Übersicht und Spielverständnis durchbringt, sowie der tiefe Körperschwerpunkt beim Drbbling erinnernn stark an den jungen (Vor-)namenspatron aus Argentinien. Bringen ihm die Trainer bei Juve und BRasilien genügend Vertrauen entgegen, wird Diego der Superstar der SerieA und auch der WM 2010. Sein wahres Potential wird durch bessere Mitspieler (Ibrahimovic, Trezeguet statt Rosenberg, Almeida), weitere persönliche Reife (er ist erst 24, trug bei Bremen aber immer die volle Verantwortung im Spiel, v.a. in kritischen Situationen) erst in den nächsten Jahren voll sichtbar werden. Diego sowie Barcas Messi und Iniesta - das sind die Namen, die den Romantiker weiterhin davon träumen lassen, dass Fussball ein Spiel bleibt und kein Kraft-Geschwindigkeits-Taktik Kampf-Projekt a la Klinsmann.
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