Für Lehmann zumindest klang das nach handfestem Ärger. Das sei "leider kein Scherz, sondern bitterer Ernst", wie er in einer E-Mail schreibt. Inzwischen ist er es, der Angst hat. Vor allem davor, für seine Idee viel Geld bezahlen zu müssen. Also entfernte er den Film wie gefordert fristgerecht "aus der Internet-Plattform YouTube". Auf seiner eigenen Seite aber ließ er ihn stehen, immerhin wurde deren Schließung nicht verlangt.

Das zeigt, wie wenig der Mandant, nennen wir ihn weiter Tante Elfriede, über das Internet weiß. Auch die Tatsache, dass der Film inzwischen von mehreren Seiten gespiegelt wurde um seine Entfernung zu verhindern, darunter von der Piratenpartei Deutschlands, hat den Anwalt Potthast erstaunt. Er rät nun zu Besonnenheit: "Ich habe meinem Mandanten geraten, abzuwarten, ob sich seine Befürchtungen konkretisieren und ihm empfohlen, jetzt nichts zu unternehmen", sagt er.

Wohl ein guter Rat. Immerhin müsste Tante Elfriede, wollte sie die angedrohte "gerichtliche Hilfe" in Anspruch nehmen, beweisen, dass sie tatsächlich Nachteile durch den Film hatte. Vielleicht hätte sie diesen Rat gar befolgen sollen, bevor sie ihren Anwalt einen Brief schreiben ließ. Denn Aufmerksamkeit ist dem Video und Tante Elfriede nun erst recht sicher.

Nachtrag: Alexander Lehmann, der zurzeit durch Nordamerika reist, hat per Mail auf die Frage geantwortet, wie er auf den bemängelten Namen kam. "In meinem Freundeskreis heißt jemand mit Nachnamen so und den wollte ich grüßen." Eine nett gemeinte Geste also. Im Übrigen habe er wegen des Films noch keine Schwierigkeiten bei Grenzkontrollen gehabt.