Opel-Übernahme Wer ist Frank Stronach?Seite 2/2
Wie ist er politisch vernetzt?
Seit seiner Rückkehr nach Österreich umgibt er sich mit einem Netzwerk einflussreicher Personen aus der heimischen Spitzenpolitik. So machte Stronach etwa den ehemaligen sozialdemokratischen Bundeskanzler Franz Vranitzky 1997 nach seinem Ausscheiden aus der Politik zum Aufsichtsrat von Magna International. Neben ihm arbeiten noch jede Menge andere Ex-Funktionäre der Sozialdemokratie für Magna. Aber auch für Politiker anderer Couleurs wurde Magna nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Politik zu einer Anlaufstelle – der ehemalige FPÖ-Finanzminister Karl-Heinz Grasser arbeitete genauso für Magna wie sein Parteifreund Peter Westenthaler. Aber auch konservative Politiker der ÖVP waren und sind bei Magna engagiert.
Stronach profitiert von diesem Netzwerk schon seit Längerem. So konnte Magna 1998 relativ billig die Mehrheit am staatsnahen Steyr-Puch-Konzern erwerben, mittlerweile ein integraler Bestandteil des Konzerns. Immer wieder kassierte Magna großzügige Förderungen von Bund und Ländern für Betriebsansiedlungen in Österreich. Und auch beim Wettbieten um Opel werden die guten Kontakte zur Spitzenpolitik kein Nachteil gewesen sein. Es ist kein Geheimnis, dass dabei jede Menge Kontakte über den Ex-Kanzler Vranitzky gelaufen sind. Er soll vor allem die Verbindung zu Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) aufgebaut haben.
Zu welchem politischen Lager Stronach in Österreich gehört, ist nicht so einfach zu sagen. Nur in Kanada ist seine Einstellung bekannt: Ende der 80er Jahre hatte er dort mit dem für ihn typischen Slogan "Let’s be Frank" – "Seien wir ehrlich" – für die Liberalen kandidiert. Relativ ungeniert hatte er damals Wahlveranstaltungen in seinen Betrieben abgehalten und Lieferanten um Wahlkampfspenden gebeten – durchaus mit dem Versprechen für zukünftige Aufträge. Im Wahlkampf scheiterte er dabei grandios gegen einen vermeintlich biederen Augenoptiker. Seine Tochter Belinda machte es da schon besser: Sie kandidierte zunächst für die kanadischen Konservativen und wurde dann von den Liberalen zur Ministerin für Staatspersonal berufen. Ihren Regierungssitz verlor sie zwar bei den darauffolgenden Wahlen, schaffte als liberale Kandidatin dann aber zumindest den Sprung ins Parlament.
Welche Verbindung hat er nach Russland?
Auf dem russischen Markt ist Frank Stronach schon seit 2001 aktiv. Aus eben dieser Zeit rührt auch die Freundschaft mit einem Mann, der sein Sohn sein könnte: Oleg Deripaska, 41 Jahre. Auch hier spielte Vranitzky eine wichtige Rolle, weil er Stronach gleich, als Putin 2000 russischer Präsident wurde, zum Einstieg in das Russlandgeschäft ermuntert hat. Deripaska hatte 2007 zwar 20 Prozent der Anteile von Stronachs Magna übernommen, musste sie jedoch nur knapp ein Jahr später wieder abstoßen. Noch im April 2008 vom US-amerikanischen Wirtschaftsmagazin Forbes mit einem geschätzten Privatvermögen von 40 Milliarden Dollar als reichster Mann Russlands gelistet, hatte er sich verzockt und ist auch durch die Finanzkrise hoch verschuldet. In eine bedenkliche Schieflage kam dabei auch Deripaskas Autohersteller GAZ in Nischni Nowgorod. Der Absatz brach bei GAZ allein in den ersten vier Monaten 2009 um fast 60 Prozent ein. Die Belegschaft – um die 70.000 Mitarbeiter – macht Kurzarbeit oder unbezahlten Urlaub.
Das könnte sich aber vielleicht bald ändern. An der Wolga sollen künftig Opel von den Montagebändern bei GAZ rollen. Denn Stronach will die Zukunft russischer Automobilbauer sichern. Das jedenfalls soll Stronach Premier Wladimir Putin erst Mitte Mai ausdrücklich zugesagt haben. Beide kennen sich und ihre Interessen ergänzen sich in geradezu idealer Weise. Stronach wird nachgesagt, er träume seit Langem den Traum von einer eigenen Automarke. Putin dagegen hat die Modernisierung der russischen Autoindustrie zur Chefsache erklärt und russische Unternehmen ausdrücklich zum Kauf europäischer Traditionsmarken ermuntert.
Da Deripaska selbst momentan kein Geld hat, holten er und Stronach die vom Staat kontrollierte Sberbank dazu. Sie ist die mit Abstand größte russische Bank und auch der wichtigste Gläubiger Deripaskas. Die Sberbank fuhr trotz Kreditausfall im vergangenen Jahr noch 2,5 Milliarden Euro Gewinn ein. Die Kurse ihrer Aktien haben an russischen Börsen inzwischen nahezu wieder das Niveau von September erreicht – auch dank der Verhandlungen um Opel. Die Sberbank müsse allerdings eine Kreditlinie von zumindest drei Milliarden Euro eröffnen, mutmaßen russische Experten, um den Deal zum Erfolg zu führen. Sberbank-Vorstandschef German Gref, der von 2000 bis 2007 russischer Wirtschaftsminister war und deutsche Vorfahren hat, soll sich dazu bei Putin bereits die Erlaubnis geholt haben.
- Datum 01.06.2009 - 14:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Frank Stronach hat die im Grunde einfachen Regeln kapitalistischer Wirtschaft verstanden, was sich am Ende bezahlt macht, als oberste Regel zielstrebig verfolgt.
Sein Erfolg kann ihn auch mit den Grenzen des Systems in Berührung bringen, das immer viele Menschen braucht, die bezahlen ohne zu verdienen und Ressourcen, die sich erneuern, ohne "übermäßige" Kosten zu verursachen.
"Ein Rücken kratzt den anderen", hoffentlich ist nun Opel in guten Händen!
Worauf gründet sich eigentlich die im ZEIT-ONLINE-Artikel aufgestellte Behauptung: Frank Stronach "hat jetzt Opel gerettet“?
Wie viele Milliarden hat Herr Stronach denn in Opel investiert? Wer bezahlt denn tatsächlich die sogenannte Opel-Rettung? Wie hoch ist denn Stronachs Firmenanteil am neuen Opel-Gebilde?
Mir scheint, viele der heutigen Journalisten schreiben ihre Texte noch bevor sie ihr Gehirn bemühen.
Und vielleicht sollte man auch erst mal abwarten, wie "gerettet" Opel jetzt eigentlich ist. Und wie gerettet Opel in einem oder 5 Jahren noch ist.
Und vielleicht sollte man auch erst mal abwarten, wie "gerettet" Opel jetzt eigentlich ist. Und wie gerettet Opel in einem oder 5 Jahren noch ist.
Und vielleicht sollte man auch erst mal abwarten, wie "gerettet" Opel jetzt eigentlich ist. Und wie gerettet Opel in einem oder 5 Jahren noch ist.
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