Überbrückungskredite Opel-Betriebsrat erwartet Bürgschaften aus dem Ausland

Europäische Staaten mit Opel-Werken werden sich nach Ansicht von Klaus Franz an der Rettung des Autobauers beteiligen. Er setzt große Hoffnungen auf Magna

Bei den Milliardenbürgschaften für den Autobauer Opel kann die Bundesregierung nach Angaben von Opel-Betriebsratschef Klaus Franz mit der Hilfe anderer EU-Länder rechnen. "Am Bürgschaftsrahmen von 4,5 Milliarden Euro werden sich in den nächsten Schritten auch die anderen europäischen Staaten mit Opel-Standorten beteiligen. Also kein Freibier auf Kosten Deutschlands", sagte Franz der ZEIT. Gleichzeitig wies Franz die Einschätzung zurück, Opel verliere zur Zeit jeden Tag drei Millionen Euro: "Die drei Millionen kann ich nicht bestätigen“, sagte er.

Franz sprach dem künftigen Opel-Mitbesitzer Magna und dessen Eigentümer Frank Stronach sein volles Vertrauen aus: „Ich habe Vertrauen, dass die richtig dickes Interesse an Opel haben. Es ist Frank Stronachs Traum, Miteigentümer einer Automarke zu sein.“ In persönlichen Gesprächen mit Stronach habe er gespürt, „mit welchem Herzblut die dabei sind“.

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Franz wies Aussagen zurück, wonach die künftigen russischen Opel-Mitbesitzer um die Sberbank nur an der Technologie der Rüsselsheimer interessiert seien. "Die Russen wissen, dass sie ihre nationale Automobilindustrie technologisch nicht ohne Firmen wie Opel auf Vordermann bringen können. Auf der anderen Seite öffnen sie für Opel nicht nur Russland, sondern auch die ehemaligen GUS-Staaten als Märkte mit Potenzial. Die Russen ziehen Opel nicht ab", sagte er.

Franz übte Kritik an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der sich gegen die Opel-Übernahme gestemmt hatte. "Zu Guttenberg hat die großen Risiken übersehen", sagte Franz und nannte als Beispiel die Pensionen. "Zu Guttenberg hat nur auf das Konkursausfall- und Arbeitslosengeld geschaut, aber  überhaupt nicht darauf, wie viele mittelständische Zulieferer mit untergegangen wären", sagte Franz.

Das vollständige Interview lesen Sie in der neuen Ausgabe der ZEIT. Ab Donnerstag am Kiosk.

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie sich Klaus Franz als Betriebsrat einsetzt. Er ist eigentlich das Gesicht von Opel in dieser Krise. Aber wo sind eigentlich die Herren Manager? Die einzigen Erwähnungen in der letzten Zeit hören sich ca. so an "ein Firmensprecher bestätigt die Aussagen von Klaus Franz / des Betriebsrates".

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