Drohende Insolvenz Neues Angebot soll GM-Gläubiger umstimmen

Die Regierung in Washington hat den GM-Kreditgebern ein verbessertes Angebot gemacht. Nehmen sie es an, könnte eine langwierige Insolvenz vermieden werden

Der schwer angeschlagene Autohersteller General Motors (GM) hat im Kampf um seine Zukunft einen wichtigen Teilerfolg errungen. Am Donnerstag einigte sich der US-Konzern mit dem Gläubigerausschuss auf eine Umschuldung von rund 27 Milliarden Dollar. Zwar kann eine Insolvenz noch immer nicht ausgeschlossen werden – die Umschuldung könnte aber dazu beitragen, dass GM nur kurze Zeit unter Gläubigerschutz arbeiten müsste.

Das überarbeitete Angebot sei gegenüber einem unsicheren und kostenträchtigen Insolvenzverfahren die bessere Alternative, hieß es in der Mitteilung des Gläubigerausschusses, der die Verhandlungen stellvertretend für alle Kreditgeber geführt hatte. Das neue Angebot "gibt den Anleiheinhabern die Chance, größere Teile ihrer ursprünglichen Investitionen zu retten", hieß es in der Erklärung. General Motors zufolge erhalten die Kreditgeber wie bislang geplant zehn Prozent an einem neu strukturierten GM-Unternehmen. Dazu kommen aber Bezugsrechte für weitere Aktien über 15 Prozent.

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Mit dem neuen Konditionen würden sich GMs Schulden den Angaben zufolge auf 17 Milliarden Dollar verringern. Im Gegenzug sagen die Gläubiger zu, im Rahmen eines schnellen Insolvenzverfahrens keinen Widerstand gegen einen Verkauf rentabler Teile an ein geplantes neues Unternehmen zu leisten.

Frist für Gläubiger bis Samstag

Dem neuen Angebot müssen laut New York Timesbis Samstag genügend Gläubiger zustimmen, sonst würden deren Anteile am Unternehmen "substanziell reduziert". Der Gläubigerausschuss empfiehlt allen Betroffenen, das nachgebesserte Angebot anzunehmen.

Noch in der Nacht zu Mittwoch hatten die Kreditgeber das bisherige Angebot eines zehnprozentigen Anteils als zu niedrig abgelehnt. Verhandlungskreisen zufolge waren nicht einmal zehn Prozent der Kreditgeber bereit, sich im Tausch für das geliehene Geld an einem restrukturierten GM-Konzern zu beteiligen.

Kommt es zu einer Insolvenz des Autobauers, soll GM zu 72,5 Prozent vom Staat übernommen werden. Die US-Regierung werde bei einem geplanten Rettungsverkauf fast drei Viertel der Anteile an einem neuen GM-Konzern erhalten, gab der Autohersteller am Donnerstag in einer Börsenmitteilung bekannt.

Neues Gipfeltreffen zu Opel am Freitag

Die Verhandlungen in Deutschland um die GM-Tochter Opel waren zuvor ins Stocken geraten. Die Gespräche zwischen der Bundesregierung, US-Regierungsvertretern, General Motors und Investoren in der Nacht zu Donnerstag über eine eigenständige Zukunft von Opel sind ohne Ergebnis geblieben.

GM hatte in einem mehr als elfstündigen Verhandlungsmarathon im Kanzleramt für die deutsche Tochter überraschend zusätzliche Gelder in Höhe von 300 Millionen Euro gefordert und für einen Eklat gesorgt. Somit droht dem Rüsselsheimer Autobauer parallel zur kriselnden US-Mutter weiter die Insolvenz. Allein in Deutschland wären 25.000 Beschäftigte betroffen.

Die Hoffungen ruhen nun auf einem nächsten Gipfeltreffen am Freitag. Die deutsche Regierung stellt der Regierung in Washington ein Ultimatum: Bis 14 Uhr am Freitagmittag muss sie die Fragen klären, die den Opel-Supergipfel hatten platzen lassen.

 
Leser-Kommentare
    • Seckel
    • 28.05.2009 um 17:36 Uhr

    Die Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Schwan, sprach jüngst von Handlungen im Bewusstsein, als Mensch flugunfähig zu sein, sich dennoch seine je eigenen, wie sie es bezeichnete, Halteseile zu durchtrennen und auf diese Weise den sozialen Tod insbesondere des Herrn Köhler und seit wenigen Tagen wiedergewählten Bundespräsidenten erzwingen zu wollen, der zuvor als Staatsoberhaupt sein Wort gab, keinen fallen zu lassen. Dieselben Handlungen, gegenseitige Abhängigkeiten (Luxemburg, R.: Die Industrialisierung Polens) zu projektieren, entwickeln offensichtlich Gläubiger von GM und sind dadurch doch nur belanglos kapitalistisch, d. h. entsprechend dem Code Civil, dass ihr erklärter Wille nichtig wurde und ihre betriebswirtschaftlichen Forderungen letztlich entfallen sind.

    • peto1
    • 28.05.2009 um 17:48 Uhr

    Achja jetzt versteht man besser das Teater spiel .GM wollte Zeit gewinnen und wird wahrscheinlich auch das Ultimatum für morgen versuchen auszusetzen.

  1. Anstelle mit Steuermilliarden Opel zu subventionieren sollte der Staat, wenn er unbedingt in der Wirtschaft aktiv sein will, Industrieparks fuer Zukunftstechnologien gruenden, in denen junge Unternehmen guenstig Flaechen mieten, steuerbefreit forschen und produzieren koennen: Bio-, Nano-, Gentechnologie...

    Stattdessen verbietet Deutschland Genmais und pumpt Milliarden in die Technik von Gestern ... ein Land ohne Zukunft.

  2. Hat der Hersteller Opel angesichts der Überkapazitäten in der Automobilindustrie langfristig überhaupt eine Zukunft?
    Ein paar Fragen vor dem Showdown:
    Besitzt die Marke Opel das Potential, um neben VW, Mercedes, BMW und Audi auch zukünftig zu bestehen?
    Glauben die Investoren wirklich an Opel – und müßten sie dann nicht in der Lage sein, auch ohne deutsche Steuergelder die erforderlichen Rettungs-Milliarden aufzubringen?
    Ist Opel systemrelevant oder nur wahlkampfrelevant?
    Kann man sich vorstellen, daß Steinmeier, Müntefering, Beck, Guttenberg, Koch und Rüttgers demnächst in einem Opel-Dienstwagen vorfahren?

    Nun?

    Das einzige, was jetzt wirklich helfen würde, wäre ein völlig neues Modell: der Opel Obama.

    • Zapp54
    • 29.05.2009 um 7:10 Uhr

    Bei Disputen gewinnt immer der Optimist (Hermann Hesse) *gg*

    Hier fliegen die Milliarden ohne Bodenhaftung durch den Orkus; ich schlage vor, das jeder Bürger en (P)OPEL auf Rezept "verordnet" bekommt bei schon leichter VW-Ritis oder endogenen Depris am BMW-SUV.

    Wir alle sind ja totaly systemrelevant; wir fahren schön Auto, sind etwas Blind (kein Geld für ne Brille), besitzen noch 4 Zähne und tragen Grandfathers OUTDOOR-Klamotten auf.

    Seit Monaten opelt es wie Schmitz-Katze in allen Medien; Mista Klaus Franz erinnert mich an Erwin Loddermann (Loriot) - unsere Polit-Kaste steht dermassen dämlich im Rampenlicht und faselt sinnlosen Sermon.

    Täglich werden Millionen Autos auf Halde produziert, roste es, was es wolle (siehe z.B. Terminal in Bremerhaven).
    Ich sage, Bravo, IHR habts begriffen.......*gg*

    Ich will mehr Autohalden sehn, denn die reflektieren die Sonne und schaffen ein erträgliches Klima.

    Wie lange werde ich mit dieser Comedy-Show NOCH gelangweilt ??

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