Zeitungskrise In der Dämmerung des Gutenberg-Zeitalters

Noch sind das Buch und die Zeitung sehr lebendig. Aber die digitale Ära wird die alte Print-Kultur verändern

Bald ein Auslaufmodell?: Die Zeitung

Bald ein Auslaufmodell?: Die Zeitung

Am 8. Mai 2009 gedachte das freitägliche Magazin der Süddeutschen Zeitung schon auf dem Titel einer epochalen Zäsur: "Das Internet macht Druck, die Auflagen schwanken, die Einnahmen sinken: Die klassischen Medien müssen sich der größten Sinnkrise ihrer Geschichte stellen." Also fragten die Autoren des Heftes: "Warum Zeitung?"

Auch im Fernseh- und Internetzeitalter sind die klassischen Medien noch immer die gedruckte Zeitung und das gedruckte Buch. Doch die großen Papiertiger sind erschüttert. Im letzten Jahr häuften sich die Meldungen über immer neue Gewitterzeichen bei internationalen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen. Am spektakulärsten dabei die Millionenverluste und Kürzungen beim Flaggschiff der amerikanischen Presse, der stolzen New York Times. Die Times musste sogar das eigene Haus im Zentrum von Manhattan verkaufen und von einem Investor zurückmieten. Eine Demütigung, ein Menetekel?

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Manche hielten das bis vor kurzem nur für eine Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise. Gewiss, sagten sie, gibt es seit Jahren das Onlineproblem. Zeitungen und Zeitschriften machen sich mit ihren immer besseren Internet-Portalen selber immer heftiger Konkurrenz, ohne damit wirklich Geld zu verdienen oder so nennenswert neue Leser auch für ihre gedruckten Hauptprodukte zu gewinnen. Hinzu kommt, dass die zu etwa 60 Prozent von ihren Anzeigenerlösen abhängigen Printmedien einen Teil der klassischen Einnahmen an die Internetmärkte verloren haben. Solche Sorgen aber hatten den Sinn der Zeitung nicht grundsätzlich infrage gestellt.

Die elektronischen Medien mögen schneller sein, doch sie gelten bislang auch als oberflächlicher. Hintergründe, tiefer schürfende Analysen, brillantere Kommentare, verbindliche Gewichtungen – das sind die angeblich unersetzlichen Vorzüge der Zeitung, und im kulturellen Kontext gilt dies umso mehr noch für das gedruckte Buch.

Zwar war auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2008 das E-Book mit seinem auch im Sonnenlicht flimmerfreien, angenehm zu lesenden Bildschirm ganz plötzlich das große Medienthema. Doch kaum jemand hat einen der Prototypen des digitalen Buchs, das im Taschenformat den Inhalt kleinerer Bibliotheken zu speichern weiß, schon leibhaftig in der Hand gehabt. In Frankfurt musste man es fernab der großen Hallen und Verlage an entlegensten Ständen suchen. Das wirkte bei der Leipziger Buchmesse im März 2009 schon anders. Das eben noch virtuelle Medium gilt nun als Realität, und die E-Book-Macher kommen der Simulation eines gedruckten Buchs immer näher, inzwischen gibt’s schon digitale Eselsohren zum Seiten-Markieren.

Die Dämmerung des fünfeinhalb Jahrhunderte währenden Gutenberg-Zeitalters ist so fortgeschritten. Der Brockhaus, in Deutschland einst Inbegriff der lexikalischen Buchkultur, erscheint künftig nur noch digital. Das war, das ist nur der Anfang. Kürzlich hat der Wissenschaftsjournalist und Darwin-Biograph Jürgen Neffe in einem Großaufsatz in der ZEIT das bevorstehende Ende der klassischen Druck-Kultur verkündet. Unterm Titel "Es war einmal" und mit dem evolutionären Zusatz "Kein Grund zur Trauer". Wovon Autoren wie er selber freilich künftig leben werden im schrankenlosen Reich des urheberrechtlich kaum zu kontrollierenden, gegen Raubkopien nie gefeiten Internets, das konnte auch Neffe nicht so recht erklären.

Nur für die Zeitungen, diese "vierte Gewalt" der Demokratie, hatte er eben jene Idee, die früher schon der Sozialphilosoph Jürgen Habermas ins Spiel gebracht hatte. Man müsse, sagt Neffe, bei einer so "systemrelevanten Branche" wie der freien Presse künftig über "öffentlich-rechtlichen Printjournalismus" nachdenken, zumindest über staatliche Subventionen wie beim Theater, bei Museen oder "Autobahnen". Radikaler sieht die Sache dagegen Sascha Lobo. Der 33-jährige Berliner Superblogger und Autor eines Schlüsselwerks über die "digitale Bohème" verkündete jüngst im Sonntags-Interview des Tagesspiegels zwar noch nicht allen von ihm so genannten "Holzmedien" den Untergang. Aber: "Den Tageszeitungen auf jeden Fall." Nur für besondere Magazine und Bücher werde es weiter "Nischen" geben. Dafür bringt er, wie Jürgen Neffe, den Vergleich mit der guten alten Schallplatte.

Diese Analogie indes trifft daneben. Beim Wechsel von Schellacks zu CDs und Chips, die allemal Tonträger sind, ging es nur um die technologische Verfeinerung des im Prinzip identischen Mediums. Wenn aus gedruckten Zeitungen und Büchern dagegen Bildschirmbotschaften werden, bleiben Schrift und Bild zwar erhalten, doch das Medium und die Lesekultur sind verschieden.

Leser-Kommentare
  1. Auf das traditionelle Buch wird sicherlich nie verzichtet werden, da es immer eine Nachfrage geben wird. Nur Die Preise dafür werden sich entsprechend verändern.

    Zeitungen die ein tägliches Verbrauchsgut darstellen sind meines Erachtens allein aus umweltpolitischer Sicht keine Option zu den Onlinemedien mehr.

    Onlineangebote werden geeignete Methoden finden um Ihre Arbeit zu finanzieren, jedoch eben nicht durch Werbung, sondern wahrscheinlich in Zukunft vielmehr durch kostenplichtige Abonements, jene wie wir sie für die Printausgaben eben kennen.

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    ...aus globaler Perspektive betrachtet ist online-Lesen durchaus fragwürdig, denn die ökologischen Kosten einer Onlineminute (Energieverbrauch daheim, für die Daten unterwegs, für den Betrieb des Servers, sowie bei der Herstellung der nötigen Hardware und bei der zu investierender Rechenleistung während der Entwicklung der nötigen Software) dürften deutlich höher liegen als die von Papierherstellung und Druck: Holzderivate können recyclet werden, verbrauchter Strom dagegen nicht.

    ...aus globaler Perspektive betrachtet ist online-Lesen durchaus fragwürdig, denn die ökologischen Kosten einer Onlineminute (Energieverbrauch daheim, für die Daten unterwegs, für den Betrieb des Servers, sowie bei der Herstellung der nötigen Hardware und bei der zu investierender Rechenleistung während der Entwicklung der nötigen Software) dürften deutlich höher liegen als die von Papierherstellung und Druck: Holzderivate können recyclet werden, verbrauchter Strom dagegen nicht.

  2. Ich möchte nur zwei Punkte ergänzen.

    Zum einen sorgt die extreme Aktualität der elektronischen Medien dafür, dass es oft auch schwieriger wird, sich zu informieren. Zuerst hatte ich diesen Eindruck beim Fernsehen, als mir auffiel, dass ich, wenn ich die ersten Berichte über ein wichtiges Ereignis verpasst habe, schon Stunden später der Fokus auf Kommentaren, Analysen, Folgeereignissen liegt. Über die Ausgangssituation erfahre ich kaum noch etwas.

    Und das zweite ist die Änderbarkeit der Inhalte im Internet. Wenn ich auf einen Artikel im Internet hin einen Kommentar in das Leserforum schreibe und etwa auf einen Fehler hinweise, kann jemand, der meinen Kommentar nach einer Korrektur liest, damit nichts mehr anfangen. Sehe ich im Internet eine Ursprungsfassung, oder wurde etwas geändert. Man stelle sich auch vor, man beteiligt sich an einer Unterschriftenaktion und nachträglich wird ein Rechtschreibfehler korrigiert, etwa das klassische "Erschießen nicht, Freilassen!" wird zu "Erschießen, nicht Freilassen!"

    Da haben gedruckte Medien Vorteile -- und selbst dort ist bei Quellenangaben die Angabe von zum Beispiel von Auflage/Erscheinungsjahr wichtig.

    Alles Gute
    Kai Hamann

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    Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    • LH
    • 31.05.2009 um 14:56 Uhr

    Es bleibt die Frage, was aus "Lügen wie gedruckt" werden soll? ;)

    Die Regeln im Internet sind übrigens ganz einfach: Jeder bezahlt für das, was er veröffentlicht haben will, dafür sind diese Kosten ziemlich niedrig. Anschließend steht es dem Veröffentlicher frei, die erhaltene Aufmerksamkeit zu vermarkten (auch politisch). Der Ausschluss vom Veröffentlichten mindert hierbei die erzeugte Aufmerksamkeit und damit das Vermarktungspotential. In der Konsequenz ist Veröffentlichung kein Geschäftsmodell mehr, sondern nur der Eintritt in die Möglichkeit anderer Geschäfte. Diese sind zu entwickeln, wenn der Journalismus ein Geschäft bleiben soll.

    Ganz praktisch könnte ich mir z.B. vorstellen, dass die Gruppen, deren Ansichten Herr Joffe in seinen Meinungen so vertritt, ihn auch für die Veröffentlichung bezahlen. Wenn er denen seine Arbeit kostenlos zur Verfügung stellt, dann ist das sein Problem und nicht meines. :P

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    • hamy
    • 31.05.2009 um 18:21 Uhr

    So wird es wohl kommen: Der Autor bezahlt einen kleinen Preis und wer will darf lesen (open access). Wer in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht erhält schon jetzt kaum ein Honorar. Warum soll es den Autoren der Wegwerfzeitungen besser gehen?

    • hamy
    • 31.05.2009 um 18:21 Uhr

    So wird es wohl kommen: Der Autor bezahlt einen kleinen Preis und wer will darf lesen (open access). Wer in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht erhält schon jetzt kaum ein Honorar. Warum soll es den Autoren der Wegwerfzeitungen besser gehen?

  3. Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    Antwort auf "Guter Kommentar"
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    "Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen."

    Die Theorie der Nachvollziehbarkeit war gestern lebensnah, ist es heute nur noch bedingt, und wird es in der Zukunft nur noch in Ausnahmefällen sein.

    Bei der (wachsenden!) Geschwindigkeit, mit der Informationen produziert, modifiziert, transportiert, kopiert, sowie wieder und wieder, an immer mehr Schnittstellen, teils sogar - nach menschlichen Maßstäben - simultan, diesen Prozessen unterworfen werden, wird eine Einzelfallprüfung immer aufwendiger und - ohne technisch-automatische(! Von Nichtexperten nicht mehr nachvollziehbare/überprüfbare) Mittel - kaum noch möglich, kaum noch finanzierbar, zeitlich kaum noch rentabel, gesellschafts-moralisch kaum noch zu rechtfertigen sein.

    Das wird zu einem neuen Schwarzweißdenken führen: Systemgläubige vs. Verschwörungstheoretiker.

    "Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen."

    Die Theorie der Nachvollziehbarkeit war gestern lebensnah, ist es heute nur noch bedingt, und wird es in der Zukunft nur noch in Ausnahmefällen sein.

    Bei der (wachsenden!) Geschwindigkeit, mit der Informationen produziert, modifiziert, transportiert, kopiert, sowie wieder und wieder, an immer mehr Schnittstellen, teils sogar - nach menschlichen Maßstäben - simultan, diesen Prozessen unterworfen werden, wird eine Einzelfallprüfung immer aufwendiger und - ohne technisch-automatische(! Von Nichtexperten nicht mehr nachvollziehbare/überprüfbare) Mittel - kaum noch möglich, kaum noch finanzierbar, zeitlich kaum noch rentabel, gesellschafts-moralisch kaum noch zu rechtfertigen sein.

    Das wird zu einem neuen Schwarzweißdenken führen: Systemgläubige vs. Verschwörungstheoretiker.

  4. Ich finde bezüglich der Finanzierung der Angebote gibt es einige interessante Möglichkeiten.
    Zum einen das Konzept der "premium Mitglieder" welche irgendwelche kleinen Vorteile (siehe last.fm) bekommen und dafür monatlich einen bestimmten Betrag zahlen können. Dabei empfiehlt es sich die Hürden möglichst gering zu halten, also keine Abos die man wieder kündigen muss oder so, einfach eine PayPal (oder ähnliches) Überweisung und man ist 3 Monate dabei.

    Eine andere Möglichkeit die mir noch komplett fehlt ist es einfach direkt einen beliebigen Betrag überweisen zu können (Donnte Button). Ich mag ZEIT Online und lese hier jeden Tag Artikel und Kommentare und ich möchte auch gerne was dafür bezahlen. Was ich nicht will ist mich irgendwie vertraglich zu binden. Ich glaube ich bin nicht der Einzige, der willig ist für das was ich bekomme auch eine Gegenleistung zu erbringen, auch wenn ich alles umsonst bekommen kann. Wenigstens als Experiment könnte man diese Möglichkeit ja mal einbinden und sehen was so ankommt.

  5. Mal eine kleien Geschichtlektion?
    .
    Fragen eines schreibenden Arbeiters:-))
    ==
    Abschreibende Mönche haben Bücher über die Jahrhunderte gerettet.
    .
    Das Buch oder den Inhalt? Wer bestimmte über diese Reproduktion?
    ==
    Gutenberg setzte bewegliche Lettern ein.
    .
    Veränderten sich die Inhalte oder die Auflage?
    ==
    Die Zensur wurde schrittweise abgeschafft.
    .
    War das eine technische Umwälzung?
    ==
    Maschinensatz und Rotation ermöglichten große tägliche Auflagen.
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    Wurden die Zeitungen da durch besser.
    ==
    Radio, Fernsehen und Film wurden erfunden.
    .
    Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?
    ==
    Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?
    #####
    Informationen, gute, durchdachte, sauber recherchierte werden immer gebraucht. Sie werden sich auch immer durchsetzen.
    .
    Was macht ein Journalist denn wirklich?
    .
    In der "Vor-Internetzeit" füllte er ein Werbeumfeld mit Schere und Kleber aus dem Ticker-Angebot. (Internet für wenige)
    .
    Setzte ein wenig Meinung (den Leitartikel schrieb der Chef) aus Seite 1/2.
    .
    War stolz wenn 10% des Blattes mit selbst gefundenen Beiträgen gefüllt werden konnte.
    .
    Und las nach Redaktionschluss Kisch's, Tucholskys.. "Gesammelte Werke" und träumte, "So etwas möchte ich auch mal machen!;-))"
    ###
    Die Veränderung des Medium wird Buch und Zeitung so wenig verändern wie der Sprung vom Pergament zum Holzschliffpapier.
    .
    Verändern werden sich die Geschäftmodelle.
    .
    Auch im Post-Druckmaschinen-Zeitalter wird der Leser einen Übersetzer/Vermittler brauchen, der Informationen überprüft, aufbereitet, verständlich macht.
    .
    Auch im Post-Druckmaschinen-Zeitalter wird der Leser/Hörer die Information/Unterhaltung... eines Buches (den Inhalt) zu schätzen wissen.
    .
    Das trifft auch auf Musik, Film. uva. zu.
    .
    #####

    Dafür wird er auch bezahlen! Mit Geld (Netz-Abo), mit Zeit (Werbung ansehen), vielleich mit einer Flat-rate.....
    .
    Was wegfallen wird sind die Gewinne aus dieser "alten"Produktion. Nicht mehr der Verleger, der Medienkonzern werden davon leben, sondern die wirklichen Produzenten. Die Journalisten,Musiker, Autoren.
    .
    Das wird sich ändern.
    .
    Und, noch etwas wird anders. Die Konkurrenzsituation wird schärfer.
    Wenn ich ein Buch eine Zeitung überall in jeder Sprache ins Netz stellen kann, konkuriere ich nicht mehr mit den 10-200 Titeln im Kiosk, den 50.000 Titeln im Buchhandel, sondern mit allen, weltweit.
    .
    Ich kann von halbfertigen, mässigem Schrott nicht mehr leben, weil, besseres ist nur einen Mausklick weiter.
    .
    #########################
    .
    Liebe Kollegen,
    ihr gebärdet euch wie die Zunftmeister im 18. Jahrhundert. Gewerbefreiheit, jeder darf... die Kultur des Abendlandes verschwindet damit.
    .
    Seht es doch einmal anders herum.
    .
    Man/Frau braucht keine Millionen mehr um eine Zeitung zu produzieren. Einige 10-100.000 Euro, ein gutes Team und 1-2 Jahre Zeit, Ihr seit dann eine Meinungsmacht, OHNE Verleger der von EURER Arbeit lebt. Ohne Zwänge der Werbekunden....
    .
    Spiegel-Status in jedem Regionalblatt. Endlich mal WIRKLICH Zeitung machen, nur der "Wirklichkeit, der Wahrheit ..."verpflichtet
    .
    "Nicht ist spannender als die einfache Wahrheit..." und die auch noch schreiben dürfen, weil der Vertriebsweg nur Cent-Bruchteile kostet und die Leser/Hörer das unterstützen.
    .
    Ist das nicht verlockend?

    Nutzt das Medium. lamentiert nicht.

    .
    Gruesse
    Sikasuu

    Ps. Auch aus der Innung, wohl wissend was er hier schreibt:-))
    Si

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
    .
    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    A 1:
    Der Klostervorsteher bestimmte, was Mönche schrieben. Er konnte 'seiner' Bibliothek bzw. Klosterschule so ein Profil geben, das sich von den Lehren im fernen Rom abhob...

    ---

    A 2:
    Der Buchdruck veränderte Inhalte (+ Politik, + technische Handbücher, + weltliche Philosophie) und Auflage; zusätzlich aber auch: Den Leserkreis (quantitativ: explosionsartiger Zuwachs + qualitativ: weltliche Leser, bürgerliche Leser)

    ---

    A 3:
    Abschaffung der Zensur war technisch bedingt, denn Komplettzensur war technisch unmöglich, da die Ttechnik der Produktions-&-Verbreitungssysteme fortgeschrittener war als die Technik der Zensursysteme; erstere konnten die öffentliche Meinung gegen letztere mobilisieren...

    ---

    A 4:
    Die Zeitungen wurden durch die Rotationsdrucktechnik
    (s. A 2 - bzw. analog dazu:)

    a) massenorientierter
    in Zielgruppen- und Themenwahl
    (gedruckt wird, was den größten Absatz verspricht)

    b) weitreichender verbreitet
    (mehr Leser + Leser in vielfältigeren Schichten/Berufsgruppen)

    ---

    A 5:

    1. Durch Radio

    wurden (unter Einfluss der Stimme bei passiven Hörern direkt ausgelöste)

    Empfindungen

    a) ein wichtigerer Einfluss auf die öffentliche Meinung
    (als langsames Verstehen aktiver Leser)

    b) uni-form-ierbarer
    (emotionale Massengleichschaltung von unkritischen Empfängern)

    2. Fernsehen und Film

    bewirkten Ähnliches im über

    a) Mimik und

    b) Abbilder von Ereignissen, die

    sogar aus dem Zusammenhang gerissen

    authentischer wirkten als ein schriftlicher Bericht mit Zusammenhang.

    "Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?"

    Nein, aber sie wurden für die öffentliche Meinung weniger wichtig.

    ---

    A 6:

    "Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?"

    Das kommt darauf an,

    a) ob genügend Konsumenten

    mindestens das erkennen, verinnerlichen und auf heutige & zukünftige Verhältnisse zu übertragen verstehen, was unter A 1 bis A 5 steht;

    b) ob genügend Multiplikatoren

    auf diese Entwicklungen hinweisen; und

    c) ob sich genügend bereitwillige Journalisten finden werden,

    die sich trotz der einfacheren Einflussnahmemöglichkeiten durch

    - Radio (gesteigerte Emotionalität, Massenmarkt)
    - TV (doppelt gesteigerte Emotionalität, Authentizitätsversprechen, Massenmarkt²)
    - Internet

    (fragwürdiges Schnelligkeitsprinzip,
    dadurch entstehender Aktualitätszwang,
    fragwürdiges Demokratieversprechen,
    Kommerzialisierung durch
    Massenmarkt³,
    Regelkreis-Selbstverstärkung von Netzwerken,
    im Gegensatz zu Print, Radio, TV massiv erhöhte Zensur-
    und vor allem Nutzer-Überwachungsmöglichkeiten,
    sei es zwecks Marktanalyse oder sozialer Reglementierung,
    sowie evtl. zukünftig auch gezielte Ausschlussmöglichkeiten von Nutzern)

    noch die Print-Tugenden zu wahren, sprich: sich eine

    nicht marktkonform auf die Zielgruppenerwartung zugeschnittene
    eigene, durchdachte, ethisch-moralische Position leisten werden,

    und ob sie darüberhinaus

    allen System-Sachzwängen zum Trotz riskieren werden,
    diese Denkposition in großem Stil zu äußern und vor allem auf
    eine mühe-, zeit- und kosten-aufwendige Recherche
    zu stützen wagen,

    selbst wenn sie das eine gewisse Zahl an emotionalisierten Konsumenten
    sowie systembedingten Widerstand seitens der Opportunisten kosten sollte.

    Man darf also äußerst skeptisch sein!

    Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
    .
    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    A 1:
    Der Klostervorsteher bestimmte, was Mönche schrieben. Er konnte 'seiner' Bibliothek bzw. Klosterschule so ein Profil geben, das sich von den Lehren im fernen Rom abhob...

    ---

    A 2:
    Der Buchdruck veränderte Inhalte (+ Politik, + technische Handbücher, + weltliche Philosophie) und Auflage; zusätzlich aber auch: Den Leserkreis (quantitativ: explosionsartiger Zuwachs + qualitativ: weltliche Leser, bürgerliche Leser)

    ---

    A 3:
    Abschaffung der Zensur war technisch bedingt, denn Komplettzensur war technisch unmöglich, da die Ttechnik der Produktions-&-Verbreitungssysteme fortgeschrittener war als die Technik der Zensursysteme; erstere konnten die öffentliche Meinung gegen letztere mobilisieren...

    ---

    A 4:
    Die Zeitungen wurden durch die Rotationsdrucktechnik
    (s. A 2 - bzw. analog dazu:)

    a) massenorientierter
    in Zielgruppen- und Themenwahl
    (gedruckt wird, was den größten Absatz verspricht)

    b) weitreichender verbreitet
    (mehr Leser + Leser in vielfältigeren Schichten/Berufsgruppen)

    ---

    A 5:

    1. Durch Radio

    wurden (unter Einfluss der Stimme bei passiven Hörern direkt ausgelöste)

    Empfindungen

    a) ein wichtigerer Einfluss auf die öffentliche Meinung
    (als langsames Verstehen aktiver Leser)

    b) uni-form-ierbarer
    (emotionale Massengleichschaltung von unkritischen Empfängern)

    2. Fernsehen und Film

    bewirkten Ähnliches im über

    a) Mimik und

    b) Abbilder von Ereignissen, die

    sogar aus dem Zusammenhang gerissen

    authentischer wirkten als ein schriftlicher Bericht mit Zusammenhang.

    "Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?"

    Nein, aber sie wurden für die öffentliche Meinung weniger wichtig.

    ---

    A 6:

    "Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?"

    Das kommt darauf an,

    a) ob genügend Konsumenten

    mindestens das erkennen, verinnerlichen und auf heutige & zukünftige Verhältnisse zu übertragen verstehen, was unter A 1 bis A 5 steht;

    b) ob genügend Multiplikatoren

    auf diese Entwicklungen hinweisen; und

    c) ob sich genügend bereitwillige Journalisten finden werden,

    die sich trotz der einfacheren Einflussnahmemöglichkeiten durch

    - Radio (gesteigerte Emotionalität, Massenmarkt)
    - TV (doppelt gesteigerte Emotionalität, Authentizitätsversprechen, Massenmarkt²)
    - Internet

    (fragwürdiges Schnelligkeitsprinzip,
    dadurch entstehender Aktualitätszwang,
    fragwürdiges Demokratieversprechen,
    Kommerzialisierung durch
    Massenmarkt³,
    Regelkreis-Selbstverstärkung von Netzwerken,
    im Gegensatz zu Print, Radio, TV massiv erhöhte Zensur-
    und vor allem Nutzer-Überwachungsmöglichkeiten,
    sei es zwecks Marktanalyse oder sozialer Reglementierung,
    sowie evtl. zukünftig auch gezielte Ausschlussmöglichkeiten von Nutzern)

    noch die Print-Tugenden zu wahren, sprich: sich eine

    nicht marktkonform auf die Zielgruppenerwartung zugeschnittene
    eigene, durchdachte, ethisch-moralische Position leisten werden,

    und ob sie darüberhinaus

    allen System-Sachzwängen zum Trotz riskieren werden,
    diese Denkposition in großem Stil zu äußern und vor allem auf
    eine mühe-, zeit- und kosten-aufwendige Recherche
    zu stützen wagen,

    selbst wenn sie das eine gewisse Zahl an emotionalisierten Konsumenten
    sowie systembedingten Widerstand seitens der Opportunisten kosten sollte.

    Man darf also äußerst skeptisch sein!

  6. Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
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    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    • Zel
    • 31.05.2009 um 18:17 Uhr

    Das Problem der schwindenden Abonnentenzahlen hat meines Erachtens kaum etwas mit den Onlinemedien zu tun.
    Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich!) und in der oft mangelnden Qualität.

    Gerade die "großen Tageszeitungen und Magazine" glänzen doch vermehrt nur noch dadurch, dass sie über andere Medienprodukte oder Artikel "berichten". So wie das Fernsehen immer öfter Youtubevideos verwurstet, verwursten die "Leitmedien" sich gegenseitig.

    Auch findet "investigativer Journalismus" so gut wie überhaupt nicht mehr statt. Hin und wieder mal gibts ein Skandälchen, aber es wird nicht mehr aufgeklärt. Das ist ja nicht erst seit dem die Onlineportale professioneller wurden so. Schon zu Zeiten von schwarzen Koffern, Leuna und so weiter, da wurde nie zu Ende recherchiert, von "dritter Gewalt" kann man da einfach nicht mehr sprechen.

    Ausserdem sind die Medien online wie offline durchsetzt von Werbung. Man kann nicht mehr unterscheiden, was wirklich Nachricht ist und was nur Produktwerbung. Da wurde die Trennung aufgehoben und der Leser kann nichts mehr ernst nehmen und fühlt sich ständig verschaukelt-gerade dann, wenn ihm die Zeitungen regelmäßig ein X für ein U vormachen wollen, Stichwort "gefühlte Preissteigerungen" und so weiter.

    Ich bezweifele, dass man ohne jedes Niveau in zehn bis zwanzig Jahren überhaupt noch Abonnenten findet, offline wie online. Eher machen die Leute ihre Nachrichten einfach selber, hat doch jeder ne Handycam, wenn irgendwo was passiert wirds eben aufgenommen und ins Netz gestellt. Diskutiert wird dann in den Kommentaren zum Artikel, wo auch Neuigkeiten und Hintergründe einfließen.

    Das zeichnet sich ja jetzt schon ab, wenn in Kommentaren andere Artikel verlinkt werden. Amüsant ist lediglich, dass die Medien solche Leserlinks immer mit Verweis auf "Urheberrechte" sofort löschen, aber selber munter aus allen Quellen schöpfen. Es ist wohl weniger das Urheberrecht, als verletzte Eitelkeit, wenn die eigenen Leser per Link nachweisen, dass der Artikel völlig substanzlos oder gar völlig falsch gewesen ist.

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    "Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich",
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    weil sie das Geld dafür bereits für ein Kabel-TV oder Premiere-Abo oder für drei Mal pro Woche ins Kino Gehen, für jeden Monat ein neues PC-Spiel oder für eine Internetflatrate daheim nebst dem ein oder anderen Online-Abo verplant haben - oder weil sie es sich wirklich, selbst beim besten Willen, nicht leisten könnten?
    .
    Ich denke, dass es sich bei der Masse der Aborückgänge eher um eine Verlagerung der Prioritäten handelt.
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    Die Qualität des Journalismus spielt dabei aber sicherlich eine Rolle:
    Warum sollte man sich eine Zeitung kaufen, wenn sie einem keinen Mehrwert bietet?
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    Einen Mehrwert bietet die Zeitung jedoch immer:
    Permanenz der gebotenen Information. Fragt sich nur, ob die gebotene Information es auch wert ist, dauerhaft verfügbar zu bleiben, oder ob sie inhaltlich zum gleichen Querlesen-und-Wegklicken-Verhalten einlädt wie die meisten flachen Radio-, TV- und Netz-Beiträge. Wenn Redakteure nicht dem spezifischen Pfund IHRES* Mediums wuchern, machen sie sich selbst überflüssig!
    .
    In puncto Aktualität kann die Zeitung mit schnellen Ausstrahlungs-Medien nicht mithalten.
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    Also sollte sie Schwerpunkte dort setzen, wo sie als permanentes Medium ihre Meldungen (im Gegensatz zu Ausstrahlungsmedien) eben nicht sofort wieder VER-strahlt:
    - Auswahl von Relevantem aus der Breite der Informationsflut
    (der Zeitungs-Leser dankt der Zeitung die Filterfunktion, denn Zeit bedeutet nicht nur Geld sondern auch Erholung von nervendem Informationsmüll, den er von anderswo bereits kennt oder womöglich gar nicht kennenlernen möchte. Der auf andere Medien fokussierte Nicht-Zeitungsleser wird auch ohne diese Filterfunktion das Zeitungslesen ohnehin nicht mehr anfangen...)
    - hintergründige Berichterstattung in die Tiefe der Materie
    - gründliche Recherche
    - methodisch nachvollziehbare Analysen
    - differenziertes Aufbereiten von Meinungskontroversen
    - ehrliche Unterscheidung zwischen Eigenrecherche, Agenturkolportage, persönlichem Thesen und Meinungen, sowie Werbung.
    .
    Dafür - und NUR dafür - werden Zeitungen auch in Zukunft noch Geld verlangen können; vom einzelnen Leser vermutlich sogar mehr Geld als heutzutage; denn echte journalistische Qualität zu finden, das fällt im modernen Massengezwitscher, wo einerseits jeder Trottel sich zu Wort meldet, andererseits etablierte Informationsfilterinstanzen sich zunehmend selbstgleichschalten, tatsächlich immer schwerer.
    .
    .
    * P.S.:
    Bei der ZEIT als broadsheet paper böte sich - neben, nicht anstelle(!), der von mir immer wieder angemahnten journalistischen Qualität - etwa auch die Möglichkeit zu komplexen aber in ihrer Komplexität noch nachvollziehbaren Strukturgrafiken, die die Maße eines Computerbildschirms locker überschreiten. So könnte man beispielsweise Verflechtungen in Politik und Wirtschaft auf landkartenähnliche Weise veranschaulichen, wie dies im Internet ohne wüste, den Überblick beeinträchtigende Scroll- und Zoom-Orgien überhaupt nicht möglich wäre. Bislang liegt dieses Potential erstaunlicherweise brach.

    "Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich",
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    weil sie das Geld dafür bereits für ein Kabel-TV oder Premiere-Abo oder für drei Mal pro Woche ins Kino Gehen, für jeden Monat ein neues PC-Spiel oder für eine Internetflatrate daheim nebst dem ein oder anderen Online-Abo verplant haben - oder weil sie es sich wirklich, selbst beim besten Willen, nicht leisten könnten?
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    Ich denke, dass es sich bei der Masse der Aborückgänge eher um eine Verlagerung der Prioritäten handelt.
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    Die Qualität des Journalismus spielt dabei aber sicherlich eine Rolle:
    Warum sollte man sich eine Zeitung kaufen, wenn sie einem keinen Mehrwert bietet?
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    Einen Mehrwert bietet die Zeitung jedoch immer:
    Permanenz der gebotenen Information. Fragt sich nur, ob die gebotene Information es auch wert ist, dauerhaft verfügbar zu bleiben, oder ob sie inhaltlich zum gleichen Querlesen-und-Wegklicken-Verhalten einlädt wie die meisten flachen Radio-, TV- und Netz-Beiträge. Wenn Redakteure nicht dem spezifischen Pfund IHRES* Mediums wuchern, machen sie sich selbst überflüssig!
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    In puncto Aktualität kann die Zeitung mit schnellen Ausstrahlungs-Medien nicht mithalten.
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    Also sollte sie Schwerpunkte dort setzen, wo sie als permanentes Medium ihre Meldungen (im Gegensatz zu Ausstrahlungsmedien) eben nicht sofort wieder VER-strahlt:
    - Auswahl von Relevantem aus der Breite der Informationsflut
    (der Zeitungs-Leser dankt der Zeitung die Filterfunktion, denn Zeit bedeutet nicht nur Geld sondern auch Erholung von nervendem Informationsmüll, den er von anderswo bereits kennt oder womöglich gar nicht kennenlernen möchte. Der auf andere Medien fokussierte Nicht-Zeitungsleser wird auch ohne diese Filterfunktion das Zeitungslesen ohnehin nicht mehr anfangen...)
    - hintergründige Berichterstattung in die Tiefe der Materie
    - gründliche Recherche
    - methodisch nachvollziehbare Analysen
    - differenziertes Aufbereiten von Meinungskontroversen
    - ehrliche Unterscheidung zwischen Eigenrecherche, Agenturkolportage, persönlichem Thesen und Meinungen, sowie Werbung.
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    Dafür - und NUR dafür - werden Zeitungen auch in Zukunft noch Geld verlangen können; vom einzelnen Leser vermutlich sogar mehr Geld als heutzutage; denn echte journalistische Qualität zu finden, das fällt im modernen Massengezwitscher, wo einerseits jeder Trottel sich zu Wort meldet, andererseits etablierte Informationsfilterinstanzen sich zunehmend selbstgleichschalten, tatsächlich immer schwerer.
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    * P.S.:
    Bei der ZEIT als broadsheet paper böte sich - neben, nicht anstelle(!), der von mir immer wieder angemahnten journalistischen Qualität - etwa auch die Möglichkeit zu komplexen aber in ihrer Komplexität noch nachvollziehbaren Strukturgrafiken, die die Maße eines Computerbildschirms locker überschreiten. So könnte man beispielsweise Verflechtungen in Politik und Wirtschaft auf landkartenähnliche Weise veranschaulichen, wie dies im Internet ohne wüste, den Überblick beeinträchtigende Scroll- und Zoom-Orgien überhaupt nicht möglich wäre. Bislang liegt dieses Potential erstaunlicherweise brach.

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