Zeitungskrise In der Dämmerung des Gutenberg-ZeitaltersSeite 3/3

Eben dies berührt freilich auch einen medien- und bildungspolitisch entscheidenden Punkt. Mit zu viel Informationen droht für gewöhnlichere Geister so etwas wie ein "weißes Rauschen". Eine Informationsgesellschaft ist noch keine Wissensgesellschaft, das erkennt man bereits an jener Internet-Generation, die statt in Bücher und Zeitungen fast nur noch auf Bildschirme schaut.

Das Haptische eines Buchs oder einer Zeitung wird nun oft beschworen. Wie deren letztes, sinnlich-sinnhaftes Privileg. Das trifft zu beim Blättern, bei der individuellen Bearbeitung und Aneignung, bei der Wahrnehmungsästhetik einer (Doppel-)Seite oder eines Kunstdrucks. Dagegen ist das Internet unschlagbar im Aktuellen, beim Googeln von Sachinformationen; auch das E-Book ist mit all seiner im Handformat gespeicherten (Sekundär-)Literatur ein immenser Vorteil für Studenten, Forscher und Sachbuchleser. Wo es aber nicht um zweckgerichtete Lesearbeit geht, sondern um Poesie, Kunst und Genusslektüre, da bleibt die Elektronik dem gedruckten Papier materiell und spirituell unterlegen.

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Das gilt in der Essenz auch für die Zeitung. Online bedeutet im Tagesjournalismus: die gleichförmige, gleichzeitige, grenzenlose Flut des Geschehenen, des unaufhörlich Neuen. Gute Online-Portale sortieren, gewichten, kommentieren das auch. Trotzdem liegt dem Medium mit seiner hintereinander geschalteten Abfolge der nie endenden Aktualität etwas potentiell Unbegrenztes, letztlich Undefiniertes zu Grunde. In der Wertung und Gewichtung, in der auf jeder Zeitungsseite schon visuell zu Tage tretenden Hierarchie der Themen und Argumente, nicht im möglichst besseren Text, sondern erst im Kontext, liegen die medialen Stärken der Zeitung.

Sie ist immer von gestern. Aber sie hält die Zeit auch mit jeder neuen Ausgabe symbolisch fest; man nimmt sich als Leser die Zeit mit der Zeitung – anders als beim Dauerdurchlauf im Internet. Die Vermutung ist: Bürger einer Wissensgesellschaft brauchen trotz aller aktuellen Online-Information eben dieses "Es war einmal". Sie brauchen Geschichten wie Kinder Märchen. Wobei das Gestrige in der Zeitung zugleich ins Präsens gehoben wird ("Merkel erklärt", "Hertha gewinnt", "Vulkan bricht aus"). Die Zeitung verkörpert jene imaginäre Gegenwart, die in der Echtzeit online oder im Fernsehen immerzu flüchtig ist. Dabei steigen die Auflagen der Zeitungen gerade dann, wenn am Vortag etwas geschehen ist, über das die anderen, aktuelleren Medien schon besonders viel berichtet haben (eine Wahl, ein Verbrechen, ein Endspiel).

Kein Wunder – oder vielleicht gerade ein Wunder: Wer selber bei einem Ereignis dabei war oder über eine allgemeine Sensation schon vermeintlich alles erfahren hat, sucht häufig genau das am nächsten Tag noch einmal in der Zeitung: als gegenwärtige Reflexion des Gestrigen, des "Es war einmal". Erst wenn es auch in der Zeitung steht, war es wohl wirklich.

Der Text erschien im gedruckten Tagesspiegel vom 31. Mai 2009.

 
Leser-Kommentare
  1. Auf das traditionelle Buch wird sicherlich nie verzichtet werden, da es immer eine Nachfrage geben wird. Nur Die Preise dafür werden sich entsprechend verändern.

    Zeitungen die ein tägliches Verbrauchsgut darstellen sind meines Erachtens allein aus umweltpolitischer Sicht keine Option zu den Onlinemedien mehr.

    Onlineangebote werden geeignete Methoden finden um Ihre Arbeit zu finanzieren, jedoch eben nicht durch Werbung, sondern wahrscheinlich in Zukunft vielmehr durch kostenplichtige Abonements, jene wie wir sie für die Printausgaben eben kennen.

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    ...aus globaler Perspektive betrachtet ist online-Lesen durchaus fragwürdig, denn die ökologischen Kosten einer Onlineminute (Energieverbrauch daheim, für die Daten unterwegs, für den Betrieb des Servers, sowie bei der Herstellung der nötigen Hardware und bei der zu investierender Rechenleistung während der Entwicklung der nötigen Software) dürften deutlich höher liegen als die von Papierherstellung und Druck: Holzderivate können recyclet werden, verbrauchter Strom dagegen nicht.

    ...aus globaler Perspektive betrachtet ist online-Lesen durchaus fragwürdig, denn die ökologischen Kosten einer Onlineminute (Energieverbrauch daheim, für die Daten unterwegs, für den Betrieb des Servers, sowie bei der Herstellung der nötigen Hardware und bei der zu investierender Rechenleistung während der Entwicklung der nötigen Software) dürften deutlich höher liegen als die von Papierherstellung und Druck: Holzderivate können recyclet werden, verbrauchter Strom dagegen nicht.

  2. Ich möchte nur zwei Punkte ergänzen.

    Zum einen sorgt die extreme Aktualität der elektronischen Medien dafür, dass es oft auch schwieriger wird, sich zu informieren. Zuerst hatte ich diesen Eindruck beim Fernsehen, als mir auffiel, dass ich, wenn ich die ersten Berichte über ein wichtiges Ereignis verpasst habe, schon Stunden später der Fokus auf Kommentaren, Analysen, Folgeereignissen liegt. Über die Ausgangssituation erfahre ich kaum noch etwas.

    Und das zweite ist die Änderbarkeit der Inhalte im Internet. Wenn ich auf einen Artikel im Internet hin einen Kommentar in das Leserforum schreibe und etwa auf einen Fehler hinweise, kann jemand, der meinen Kommentar nach einer Korrektur liest, damit nichts mehr anfangen. Sehe ich im Internet eine Ursprungsfassung, oder wurde etwas geändert. Man stelle sich auch vor, man beteiligt sich an einer Unterschriftenaktion und nachträglich wird ein Rechtschreibfehler korrigiert, etwa das klassische "Erschießen nicht, Freilassen!" wird zu "Erschießen, nicht Freilassen!"

    Da haben gedruckte Medien Vorteile -- und selbst dort ist bei Quellenangaben die Angabe von zum Beispiel von Auflage/Erscheinungsjahr wichtig.

    Alles Gute
    Kai Hamann

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    Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    • LH
    • 31.05.2009 um 14:56 Uhr

    Es bleibt die Frage, was aus "Lügen wie gedruckt" werden soll? ;)

    Die Regeln im Internet sind übrigens ganz einfach: Jeder bezahlt für das, was er veröffentlicht haben will, dafür sind diese Kosten ziemlich niedrig. Anschließend steht es dem Veröffentlicher frei, die erhaltene Aufmerksamkeit zu vermarkten (auch politisch). Der Ausschluss vom Veröffentlichten mindert hierbei die erzeugte Aufmerksamkeit und damit das Vermarktungspotential. In der Konsequenz ist Veröffentlichung kein Geschäftsmodell mehr, sondern nur der Eintritt in die Möglichkeit anderer Geschäfte. Diese sind zu entwickeln, wenn der Journalismus ein Geschäft bleiben soll.

    Ganz praktisch könnte ich mir z.B. vorstellen, dass die Gruppen, deren Ansichten Herr Joffe in seinen Meinungen so vertritt, ihn auch für die Veröffentlichung bezahlen. Wenn er denen seine Arbeit kostenlos zur Verfügung stellt, dann ist das sein Problem und nicht meines. :P

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    • hamy
    • 31.05.2009 um 18:21 Uhr

    So wird es wohl kommen: Der Autor bezahlt einen kleinen Preis und wer will darf lesen (open access). Wer in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht erhält schon jetzt kaum ein Honorar. Warum soll es den Autoren der Wegwerfzeitungen besser gehen?

    • hamy
    • 31.05.2009 um 18:21 Uhr

    So wird es wohl kommen: Der Autor bezahlt einen kleinen Preis und wer will darf lesen (open access). Wer in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht erhält schon jetzt kaum ein Honorar. Warum soll es den Autoren der Wegwerfzeitungen besser gehen?

  3. Punkt 1 stimme ich Ihnen zu. Punkt 2 würde, wenn die Nachverfolgung von Änderungen sichtbar gemacht werden würde, sich möglicherweise erübrigen. Das scheitert wohl eher an der Tatsache, das alles immer perfekt aussehen muss. Meine Kommentare kann ich nachträglich auch nicht korrigieren, hier bin ich auf folgende Kommentare die gröbere Fehler berichtigen angewiesen. Rechtschreibfehler die den Sinn verändern sollten hervorgehoben korrigiert dargestellt werden und ggfls durch einfachere Formulierungen nachverfolgbar ersetzt werden.

    Es verhält sich ähnlich wie beim E-Mail Verkehr. Dieser hat den klassischen Brief auch nicht verdrängt, aber den geschäftlichen Briefverkehr revolutioniert. Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen.

    Der Vorteil der gedruckten Medien ist sicherlich groß. Entwickelt sich die Onlinewelt jedoch in die richtige Richtung um genau diese möglichen Missverständnisse zu minimieren, dann werden wir in Zukunft eine noch bessere, und nachvollziehbarere Berichterstattung mit Meinungen erhalten.
    Im gleichen Zug haben die gedruckten Medien einen genausogroßen Nachteil, das in Ihnen der Verweis auf neuere Erkenntnisse fehlt und somit längst veraltetes als neu aufgenommen wird.

    Der Gedanke die Onlinemedien auf selbe Art und Weise wie die gedruckten zu gestalten und weiterzuentwickeln ist etwas Eindimensional. Es sollten vielmehr die Möglichkeiten die es jetzt schon gibt ausgenutzt werden um eben derartige Missverständnisse zu vermeiden.

    Für den privaten Gebrauch wird der neue Dienst Wave von Google wohl erste Eindrücke dafür bereit halten.?

    Antwort auf "Guter Kommentar"
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    "Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen."

    Die Theorie der Nachvollziehbarkeit war gestern lebensnah, ist es heute nur noch bedingt, und wird es in der Zukunft nur noch in Ausnahmefällen sein.

    Bei der (wachsenden!) Geschwindigkeit, mit der Informationen produziert, modifiziert, transportiert, kopiert, sowie wieder und wieder, an immer mehr Schnittstellen, teils sogar - nach menschlichen Maßstäben - simultan, diesen Prozessen unterworfen werden, wird eine Einzelfallprüfung immer aufwendiger und - ohne technisch-automatische(! Von Nichtexperten nicht mehr nachvollziehbare/überprüfbare) Mittel - kaum noch möglich, kaum noch finanzierbar, zeitlich kaum noch rentabel, gesellschafts-moralisch kaum noch zu rechtfertigen sein.

    Das wird zu einem neuen Schwarzweißdenken führen: Systemgläubige vs. Verschwörungstheoretiker.

    "Wird die Historie des Schriftwechsels beibehalten ist immer alles schön nachzuvollziehen."

    Die Theorie der Nachvollziehbarkeit war gestern lebensnah, ist es heute nur noch bedingt, und wird es in der Zukunft nur noch in Ausnahmefällen sein.

    Bei der (wachsenden!) Geschwindigkeit, mit der Informationen produziert, modifiziert, transportiert, kopiert, sowie wieder und wieder, an immer mehr Schnittstellen, teils sogar - nach menschlichen Maßstäben - simultan, diesen Prozessen unterworfen werden, wird eine Einzelfallprüfung immer aufwendiger und - ohne technisch-automatische(! Von Nichtexperten nicht mehr nachvollziehbare/überprüfbare) Mittel - kaum noch möglich, kaum noch finanzierbar, zeitlich kaum noch rentabel, gesellschafts-moralisch kaum noch zu rechtfertigen sein.

    Das wird zu einem neuen Schwarzweißdenken führen: Systemgläubige vs. Verschwörungstheoretiker.

  4. Ich finde bezüglich der Finanzierung der Angebote gibt es einige interessante Möglichkeiten.
    Zum einen das Konzept der "premium Mitglieder" welche irgendwelche kleinen Vorteile (siehe last.fm) bekommen und dafür monatlich einen bestimmten Betrag zahlen können. Dabei empfiehlt es sich die Hürden möglichst gering zu halten, also keine Abos die man wieder kündigen muss oder so, einfach eine PayPal (oder ähnliches) Überweisung und man ist 3 Monate dabei.

    Eine andere Möglichkeit die mir noch komplett fehlt ist es einfach direkt einen beliebigen Betrag überweisen zu können (Donnte Button). Ich mag ZEIT Online und lese hier jeden Tag Artikel und Kommentare und ich möchte auch gerne was dafür bezahlen. Was ich nicht will ist mich irgendwie vertraglich zu binden. Ich glaube ich bin nicht der Einzige, der willig ist für das was ich bekomme auch eine Gegenleistung zu erbringen, auch wenn ich alles umsonst bekommen kann. Wenigstens als Experiment könnte man diese Möglichkeit ja mal einbinden und sehen was so ankommt.

  5. Mal eine kleien Geschichtlektion?
    .
    Fragen eines schreibenden Arbeiters:-))
    ==
    Abschreibende Mönche haben Bücher über die Jahrhunderte gerettet.
    .
    Das Buch oder den Inhalt? Wer bestimmte über diese Reproduktion?
    ==
    Gutenberg setzte bewegliche Lettern ein.
    .
    Veränderten sich die Inhalte oder die Auflage?
    ==
    Die Zensur wurde schrittweise abgeschafft.
    .
    War das eine technische Umwälzung?
    ==
    Maschinensatz und Rotation ermöglichten große tägliche Auflagen.
    .
    Wurden die Zeitungen da durch besser.
    ==
    Radio, Fernsehen und Film wurden erfunden.
    .
    Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?
    ==
    Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?
    #####
    Informationen, gute, durchdachte, sauber recherchierte werden immer gebraucht. Sie werden sich auch immer durchsetzen.
    .
    Was macht ein Journalist denn wirklich?
    .
    In der "Vor-Internetzeit" füllte er ein Werbeumfeld mit Schere und Kleber aus dem Ticker-Angebot. (Internet für wenige)
    .
    Setzte ein wenig Meinung (den Leitartikel schrieb der Chef) aus Seite 1/2.
    .
    War stolz wenn 10% des Blattes mit selbst gefundenen Beiträgen gefüllt werden konnte.
    .
    Und las nach Redaktionschluss Kisch's, Tucholskys.. "Gesammelte Werke" und träumte, "So etwas möchte ich auch mal machen!;-))"
    ###
    Die Veränderung des Medium wird Buch und Zeitung so wenig verändern wie der Sprung vom Pergament zum Holzschliffpapier.
    .
    Verändern werden sich die Geschäftmodelle.
    .
    Auch im Post-Druckmaschinen-Zeitalter wird der Leser einen Übersetzer/Vermittler brauchen, der Informationen überprüft, aufbereitet, verständlich macht.
    .
    Auch im Post-Druckmaschinen-Zeitalter wird der Leser/Hörer die Information/Unterhaltung... eines Buches (den Inhalt) zu schätzen wissen.
    .
    Das trifft auch auf Musik, Film. uva. zu.
    .
    #####

    Dafür wird er auch bezahlen! Mit Geld (Netz-Abo), mit Zeit (Werbung ansehen), vielleich mit einer Flat-rate.....
    .
    Was wegfallen wird sind die Gewinne aus dieser "alten"Produktion. Nicht mehr der Verleger, der Medienkonzern werden davon leben, sondern die wirklichen Produzenten. Die Journalisten,Musiker, Autoren.
    .
    Das wird sich ändern.
    .
    Und, noch etwas wird anders. Die Konkurrenzsituation wird schärfer.
    Wenn ich ein Buch eine Zeitung überall in jeder Sprache ins Netz stellen kann, konkuriere ich nicht mehr mit den 10-200 Titeln im Kiosk, den 50.000 Titeln im Buchhandel, sondern mit allen, weltweit.
    .
    Ich kann von halbfertigen, mässigem Schrott nicht mehr leben, weil, besseres ist nur einen Mausklick weiter.
    .
    #########################
    .
    Liebe Kollegen,
    ihr gebärdet euch wie die Zunftmeister im 18. Jahrhundert. Gewerbefreiheit, jeder darf... die Kultur des Abendlandes verschwindet damit.
    .
    Seht es doch einmal anders herum.
    .
    Man/Frau braucht keine Millionen mehr um eine Zeitung zu produzieren. Einige 10-100.000 Euro, ein gutes Team und 1-2 Jahre Zeit, Ihr seit dann eine Meinungsmacht, OHNE Verleger der von EURER Arbeit lebt. Ohne Zwänge der Werbekunden....
    .
    Spiegel-Status in jedem Regionalblatt. Endlich mal WIRKLICH Zeitung machen, nur der "Wirklichkeit, der Wahrheit ..."verpflichtet
    .
    "Nicht ist spannender als die einfache Wahrheit..." und die auch noch schreiben dürfen, weil der Vertriebsweg nur Cent-Bruchteile kostet und die Leser/Hörer das unterstützen.
    .
    Ist das nicht verlockend?

    Nutzt das Medium. lamentiert nicht.

    .
    Gruesse
    Sikasuu

    Ps. Auch aus der Innung, wohl wissend was er hier schreibt:-))
    Si

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
    .
    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    A 1:
    Der Klostervorsteher bestimmte, was Mönche schrieben. Er konnte 'seiner' Bibliothek bzw. Klosterschule so ein Profil geben, das sich von den Lehren im fernen Rom abhob...

    ---

    A 2:
    Der Buchdruck veränderte Inhalte (+ Politik, + technische Handbücher, + weltliche Philosophie) und Auflage; zusätzlich aber auch: Den Leserkreis (quantitativ: explosionsartiger Zuwachs + qualitativ: weltliche Leser, bürgerliche Leser)

    ---

    A 3:
    Abschaffung der Zensur war technisch bedingt, denn Komplettzensur war technisch unmöglich, da die Ttechnik der Produktions-&-Verbreitungssysteme fortgeschrittener war als die Technik der Zensursysteme; erstere konnten die öffentliche Meinung gegen letztere mobilisieren...

    ---

    A 4:
    Die Zeitungen wurden durch die Rotationsdrucktechnik
    (s. A 2 - bzw. analog dazu:)

    a) massenorientierter
    in Zielgruppen- und Themenwahl
    (gedruckt wird, was den größten Absatz verspricht)

    b) weitreichender verbreitet
    (mehr Leser + Leser in vielfältigeren Schichten/Berufsgruppen)

    ---

    A 5:

    1. Durch Radio

    wurden (unter Einfluss der Stimme bei passiven Hörern direkt ausgelöste)

    Empfindungen

    a) ein wichtigerer Einfluss auf die öffentliche Meinung
    (als langsames Verstehen aktiver Leser)

    b) uni-form-ierbarer
    (emotionale Massengleichschaltung von unkritischen Empfängern)

    2. Fernsehen und Film

    bewirkten Ähnliches im über

    a) Mimik und

    b) Abbilder von Ereignissen, die

    sogar aus dem Zusammenhang gerissen

    authentischer wirkten als ein schriftlicher Bericht mit Zusammenhang.

    "Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?"

    Nein, aber sie wurden für die öffentliche Meinung weniger wichtig.

    ---

    A 6:

    "Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?"

    Das kommt darauf an,

    a) ob genügend Konsumenten

    mindestens das erkennen, verinnerlichen und auf heutige & zukünftige Verhältnisse zu übertragen verstehen, was unter A 1 bis A 5 steht;

    b) ob genügend Multiplikatoren

    auf diese Entwicklungen hinweisen; und

    c) ob sich genügend bereitwillige Journalisten finden werden,

    die sich trotz der einfacheren Einflussnahmemöglichkeiten durch

    - Radio (gesteigerte Emotionalität, Massenmarkt)
    - TV (doppelt gesteigerte Emotionalität, Authentizitätsversprechen, Massenmarkt²)
    - Internet

    (fragwürdiges Schnelligkeitsprinzip,
    dadurch entstehender Aktualitätszwang,
    fragwürdiges Demokratieversprechen,
    Kommerzialisierung durch
    Massenmarkt³,
    Regelkreis-Selbstverstärkung von Netzwerken,
    im Gegensatz zu Print, Radio, TV massiv erhöhte Zensur-
    und vor allem Nutzer-Überwachungsmöglichkeiten,
    sei es zwecks Marktanalyse oder sozialer Reglementierung,
    sowie evtl. zukünftig auch gezielte Ausschlussmöglichkeiten von Nutzern)

    noch die Print-Tugenden zu wahren, sprich: sich eine

    nicht marktkonform auf die Zielgruppenerwartung zugeschnittene
    eigene, durchdachte, ethisch-moralische Position leisten werden,

    und ob sie darüberhinaus

    allen System-Sachzwängen zum Trotz riskieren werden,
    diese Denkposition in großem Stil zu äußern und vor allem auf
    eine mühe-, zeit- und kosten-aufwendige Recherche
    zu stützen wagen,

    selbst wenn sie das eine gewisse Zahl an emotionalisierten Konsumenten
    sowie systembedingten Widerstand seitens der Opportunisten kosten sollte.

    Man darf also äußerst skeptisch sein!

    Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
    .
    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    A 1:
    Der Klostervorsteher bestimmte, was Mönche schrieben. Er konnte 'seiner' Bibliothek bzw. Klosterschule so ein Profil geben, das sich von den Lehren im fernen Rom abhob...

    ---

    A 2:
    Der Buchdruck veränderte Inhalte (+ Politik, + technische Handbücher, + weltliche Philosophie) und Auflage; zusätzlich aber auch: Den Leserkreis (quantitativ: explosionsartiger Zuwachs + qualitativ: weltliche Leser, bürgerliche Leser)

    ---

    A 3:
    Abschaffung der Zensur war technisch bedingt, denn Komplettzensur war technisch unmöglich, da die Ttechnik der Produktions-&-Verbreitungssysteme fortgeschrittener war als die Technik der Zensursysteme; erstere konnten die öffentliche Meinung gegen letztere mobilisieren...

    ---

    A 4:
    Die Zeitungen wurden durch die Rotationsdrucktechnik
    (s. A 2 - bzw. analog dazu:)

    a) massenorientierter
    in Zielgruppen- und Themenwahl
    (gedruckt wird, was den größten Absatz verspricht)

    b) weitreichender verbreitet
    (mehr Leser + Leser in vielfältigeren Schichten/Berufsgruppen)

    ---

    A 5:

    1. Durch Radio

    wurden (unter Einfluss der Stimme bei passiven Hörern direkt ausgelöste)

    Empfindungen

    a) ein wichtigerer Einfluss auf die öffentliche Meinung
    (als langsames Verstehen aktiver Leser)

    b) uni-form-ierbarer
    (emotionale Massengleichschaltung von unkritischen Empfängern)

    2. Fernsehen und Film

    bewirkten Ähnliches im über

    a) Mimik und

    b) Abbilder von Ereignissen, die

    sogar aus dem Zusammenhang gerissen

    authentischer wirkten als ein schriftlicher Bericht mit Zusammenhang.

    "Starben gute Gedanken, Bücher, Zeitungen damit aus?"

    Nein, aber sie wurden für die öffentliche Meinung weniger wichtig.

    ---

    A 6:

    "Das "Internet" kann für kleines Geld JEDEM zum Sender von Informationen machen.
    .
    Ist das der Tod von Qualitätsjournalismuss?"

    Das kommt darauf an,

    a) ob genügend Konsumenten

    mindestens das erkennen, verinnerlichen und auf heutige & zukünftige Verhältnisse zu übertragen verstehen, was unter A 1 bis A 5 steht;

    b) ob genügend Multiplikatoren

    auf diese Entwicklungen hinweisen; und

    c) ob sich genügend bereitwillige Journalisten finden werden,

    die sich trotz der einfacheren Einflussnahmemöglichkeiten durch

    - Radio (gesteigerte Emotionalität, Massenmarkt)
    - TV (doppelt gesteigerte Emotionalität, Authentizitätsversprechen, Massenmarkt²)
    - Internet

    (fragwürdiges Schnelligkeitsprinzip,
    dadurch entstehender Aktualitätszwang,
    fragwürdiges Demokratieversprechen,
    Kommerzialisierung durch
    Massenmarkt³,
    Regelkreis-Selbstverstärkung von Netzwerken,
    im Gegensatz zu Print, Radio, TV massiv erhöhte Zensur-
    und vor allem Nutzer-Überwachungsmöglichkeiten,
    sei es zwecks Marktanalyse oder sozialer Reglementierung,
    sowie evtl. zukünftig auch gezielte Ausschlussmöglichkeiten von Nutzern)

    noch die Print-Tugenden zu wahren, sprich: sich eine

    nicht marktkonform auf die Zielgruppenerwartung zugeschnittene
    eigene, durchdachte, ethisch-moralische Position leisten werden,

    und ob sie darüberhinaus

    allen System-Sachzwängen zum Trotz riskieren werden,
    diese Denkposition in großem Stil zu äußern und vor allem auf
    eine mühe-, zeit- und kosten-aufwendige Recherche
    zu stützen wagen,

    selbst wenn sie das eine gewisse Zahl an emotionalisierten Konsumenten
    sowie systembedingten Widerstand seitens der Opportunisten kosten sollte.

    Man darf also äußerst skeptisch sein!

  6. Manchmal wundere ich mich, warum das Kalb den Metzger verteidigt, der Hund seinen Futternapf...
    .
    Verstehen kann ich es wohl, begreifen nicht.
    .
    Selbst im oeffedlich rechtlichen Bereichen, wo doch (da der kommerzielle Druck fehlt) verzweifele ich immer wieder, wenn ich sehe/erfahre, wie wenig dieser Rahmen genutzt wird, um jounalistische Qualität, neue spannende interessante Information/Unterhaltung zu produzieren.
    .
    Ist der Futternapf so lähmend?
    .
    Provokante Fragen. ich weiß, aber jedes Medium hat den Rezipienten den es sich selbst erzieht.

    Gruss Sikasuu

    Ps. Wir haben uns beim Start der "Lindenstrasse" die Köpfe eingeschlagen bei der Diskussion uber den Verfall von Unterhaltung/Kultur.
    .
    Heute ist diese Sendung fast ein "Glanzlicht" im Medienalltag.
    .
    Hat das vielleicht etwas mit den Mut, dem Denken, der Ideenvielfalt/ -einfalt der Akteure zu tun?
    Si.

    • Zel
    • 31.05.2009 um 18:17 Uhr

    Das Problem der schwindenden Abonnentenzahlen hat meines Erachtens kaum etwas mit den Onlinemedien zu tun.
    Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich!) und in der oft mangelnden Qualität.

    Gerade die "großen Tageszeitungen und Magazine" glänzen doch vermehrt nur noch dadurch, dass sie über andere Medienprodukte oder Artikel "berichten". So wie das Fernsehen immer öfter Youtubevideos verwurstet, verwursten die "Leitmedien" sich gegenseitig.

    Auch findet "investigativer Journalismus" so gut wie überhaupt nicht mehr statt. Hin und wieder mal gibts ein Skandälchen, aber es wird nicht mehr aufgeklärt. Das ist ja nicht erst seit dem die Onlineportale professioneller wurden so. Schon zu Zeiten von schwarzen Koffern, Leuna und so weiter, da wurde nie zu Ende recherchiert, von "dritter Gewalt" kann man da einfach nicht mehr sprechen.

    Ausserdem sind die Medien online wie offline durchsetzt von Werbung. Man kann nicht mehr unterscheiden, was wirklich Nachricht ist und was nur Produktwerbung. Da wurde die Trennung aufgehoben und der Leser kann nichts mehr ernst nehmen und fühlt sich ständig verschaukelt-gerade dann, wenn ihm die Zeitungen regelmäßig ein X für ein U vormachen wollen, Stichwort "gefühlte Preissteigerungen" und so weiter.

    Ich bezweifele, dass man ohne jedes Niveau in zehn bis zwanzig Jahren überhaupt noch Abonnenten findet, offline wie online. Eher machen die Leute ihre Nachrichten einfach selber, hat doch jeder ne Handycam, wenn irgendwo was passiert wirds eben aufgenommen und ins Netz gestellt. Diskutiert wird dann in den Kommentaren zum Artikel, wo auch Neuigkeiten und Hintergründe einfließen.

    Das zeichnet sich ja jetzt schon ab, wenn in Kommentaren andere Artikel verlinkt werden. Amüsant ist lediglich, dass die Medien solche Leserlinks immer mit Verweis auf "Urheberrechte" sofort löschen, aber selber munter aus allen Quellen schöpfen. Es ist wohl weniger das Urheberrecht, als verletzte Eitelkeit, wenn die eigenen Leser per Link nachweisen, dass der Artikel völlig substanzlos oder gar völlig falsch gewesen ist.

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    "Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich",
    .
    weil sie das Geld dafür bereits für ein Kabel-TV oder Premiere-Abo oder für drei Mal pro Woche ins Kino Gehen, für jeden Monat ein neues PC-Spiel oder für eine Internetflatrate daheim nebst dem ein oder anderen Online-Abo verplant haben - oder weil sie es sich wirklich, selbst beim besten Willen, nicht leisten könnten?
    .
    Ich denke, dass es sich bei der Masse der Aborückgänge eher um eine Verlagerung der Prioritäten handelt.
    .
    Die Qualität des Journalismus spielt dabei aber sicherlich eine Rolle:
    Warum sollte man sich eine Zeitung kaufen, wenn sie einem keinen Mehrwert bietet?
    .
    Einen Mehrwert bietet die Zeitung jedoch immer:
    Permanenz der gebotenen Information. Fragt sich nur, ob die gebotene Information es auch wert ist, dauerhaft verfügbar zu bleiben, oder ob sie inhaltlich zum gleichen Querlesen-und-Wegklicken-Verhalten einlädt wie die meisten flachen Radio-, TV- und Netz-Beiträge. Wenn Redakteure nicht dem spezifischen Pfund IHRES* Mediums wuchern, machen sie sich selbst überflüssig!
    .
    In puncto Aktualität kann die Zeitung mit schnellen Ausstrahlungs-Medien nicht mithalten.
    .
    Also sollte sie Schwerpunkte dort setzen, wo sie als permanentes Medium ihre Meldungen (im Gegensatz zu Ausstrahlungsmedien) eben nicht sofort wieder VER-strahlt:
    - Auswahl von Relevantem aus der Breite der Informationsflut
    (der Zeitungs-Leser dankt der Zeitung die Filterfunktion, denn Zeit bedeutet nicht nur Geld sondern auch Erholung von nervendem Informationsmüll, den er von anderswo bereits kennt oder womöglich gar nicht kennenlernen möchte. Der auf andere Medien fokussierte Nicht-Zeitungsleser wird auch ohne diese Filterfunktion das Zeitungslesen ohnehin nicht mehr anfangen...)
    - hintergründige Berichterstattung in die Tiefe der Materie
    - gründliche Recherche
    - methodisch nachvollziehbare Analysen
    - differenziertes Aufbereiten von Meinungskontroversen
    - ehrliche Unterscheidung zwischen Eigenrecherche, Agenturkolportage, persönlichem Thesen und Meinungen, sowie Werbung.
    .
    Dafür - und NUR dafür - werden Zeitungen auch in Zukunft noch Geld verlangen können; vom einzelnen Leser vermutlich sogar mehr Geld als heutzutage; denn echte journalistische Qualität zu finden, das fällt im modernen Massengezwitscher, wo einerseits jeder Trottel sich zu Wort meldet, andererseits etablierte Informationsfilterinstanzen sich zunehmend selbstgleichschalten, tatsächlich immer schwerer.
    .
    .
    * P.S.:
    Bei der ZEIT als broadsheet paper böte sich - neben, nicht anstelle(!), der von mir immer wieder angemahnten journalistischen Qualität - etwa auch die Möglichkeit zu komplexen aber in ihrer Komplexität noch nachvollziehbaren Strukturgrafiken, die die Maße eines Computerbildschirms locker überschreiten. So könnte man beispielsweise Verflechtungen in Politik und Wirtschaft auf landkartenähnliche Weise veranschaulichen, wie dies im Internet ohne wüste, den Überblick beeinträchtigende Scroll- und Zoom-Orgien überhaupt nicht möglich wäre. Bislang liegt dieses Potential erstaunlicherweise brach.

    "Die Gründe dürften eher im Preis liegen (eine normale Tageszeitung im Abo ist für viele heutzutage nicht mehr ohne weiters erschwinglich",
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    weil sie das Geld dafür bereits für ein Kabel-TV oder Premiere-Abo oder für drei Mal pro Woche ins Kino Gehen, für jeden Monat ein neues PC-Spiel oder für eine Internetflatrate daheim nebst dem ein oder anderen Online-Abo verplant haben - oder weil sie es sich wirklich, selbst beim besten Willen, nicht leisten könnten?
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    Ich denke, dass es sich bei der Masse der Aborückgänge eher um eine Verlagerung der Prioritäten handelt.
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    Die Qualität des Journalismus spielt dabei aber sicherlich eine Rolle:
    Warum sollte man sich eine Zeitung kaufen, wenn sie einem keinen Mehrwert bietet?
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    Einen Mehrwert bietet die Zeitung jedoch immer:
    Permanenz der gebotenen Information. Fragt sich nur, ob die gebotene Information es auch wert ist, dauerhaft verfügbar zu bleiben, oder ob sie inhaltlich zum gleichen Querlesen-und-Wegklicken-Verhalten einlädt wie die meisten flachen Radio-, TV- und Netz-Beiträge. Wenn Redakteure nicht dem spezifischen Pfund IHRES* Mediums wuchern, machen sie sich selbst überflüssig!
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    In puncto Aktualität kann die Zeitung mit schnellen Ausstrahlungs-Medien nicht mithalten.
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    Also sollte sie Schwerpunkte dort setzen, wo sie als permanentes Medium ihre Meldungen (im Gegensatz zu Ausstrahlungsmedien) eben nicht sofort wieder VER-strahlt:
    - Auswahl von Relevantem aus der Breite der Informationsflut
    (der Zeitungs-Leser dankt der Zeitung die Filterfunktion, denn Zeit bedeutet nicht nur Geld sondern auch Erholung von nervendem Informationsmüll, den er von anderswo bereits kennt oder womöglich gar nicht kennenlernen möchte. Der auf andere Medien fokussierte Nicht-Zeitungsleser wird auch ohne diese Filterfunktion das Zeitungslesen ohnehin nicht mehr anfangen...)
    - hintergründige Berichterstattung in die Tiefe der Materie
    - gründliche Recherche
    - methodisch nachvollziehbare Analysen
    - differenziertes Aufbereiten von Meinungskontroversen
    - ehrliche Unterscheidung zwischen Eigenrecherche, Agenturkolportage, persönlichem Thesen und Meinungen, sowie Werbung.
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    Dafür - und NUR dafür - werden Zeitungen auch in Zukunft noch Geld verlangen können; vom einzelnen Leser vermutlich sogar mehr Geld als heutzutage; denn echte journalistische Qualität zu finden, das fällt im modernen Massengezwitscher, wo einerseits jeder Trottel sich zu Wort meldet, andererseits etablierte Informationsfilterinstanzen sich zunehmend selbstgleichschalten, tatsächlich immer schwerer.
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    * P.S.:
    Bei der ZEIT als broadsheet paper böte sich - neben, nicht anstelle(!), der von mir immer wieder angemahnten journalistischen Qualität - etwa auch die Möglichkeit zu komplexen aber in ihrer Komplexität noch nachvollziehbaren Strukturgrafiken, die die Maße eines Computerbildschirms locker überschreiten. So könnte man beispielsweise Verflechtungen in Politik und Wirtschaft auf landkartenähnliche Weise veranschaulichen, wie dies im Internet ohne wüste, den Überblick beeinträchtigende Scroll- und Zoom-Orgien überhaupt nicht möglich wäre. Bislang liegt dieses Potential erstaunlicherweise brach.

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