Nationalmannschaft "Natürlich will ich die Nummer eins werden"

Der Torhüter Manuel Neuer steht während der Asien-Reise erstmals im Aufgebot der Nationalmannschaft. Ein Gespräch über Popularität, die WM 2010 und seinen ersten Einsatz

ZEIT ONLINE: Herr Neuer, während Kollegen von Ihnen hier auf der Asien-Reise von kreischenden Fans bei Namen gerufen und mit Transparenten begrüßt werden, können Sie nach dem öffentlichen Training völlig unbehelligt den Platz verlassen. Schmerzt das?

Manuel Neuer: Nein, im Gegenteil. Auf Schalke, wenn wir trainieren, bin ich ja, mit einigen anderen Spielern, mit am gefragtesten, wenn es um Autogramme geht. In sofern genieße ich es fast, hier nicht so im Rampenlicht zu stehen.

Anzeige

ZEIT ONLINE: Klingt ganz schön abgeklärt für Ihr Alter. Irgendwann sollte sich das doch auch aus Ihrer Sicht in der Nationalmannschaft einmal ändern, nicht wahr?

Neuer: Ja, natürlich ist es mein Ziel, in der Nationalmannschaft die Nummer eins zu werden. Sonst hätte ich ja wohl meinen Beruf verfehlt. Als Nationaltorwart würde natürlich meine Popularität automatisch steigen. Da hätte ich nichts dagegen.

ZEIT ONLINE: Sie sind das erste Mal mit im Kader der A-Nationalelf. Worin bestehen die größten Unterschiede zur Trainingsarbeit im Verein bei Schalke 04?

Neuer: Die Methoden sind nicht so unterschiedlich. Klar ist, dass hier viel präziser, schneller gearbeitet werden muss, weil wir eben nicht so viel Zeit haben, gerade im taktischen Bereich einige Dinge über Tage oder Wochen einzuüben.

ZEIT ONLINE: Es heißt ja immer wieder: „Der Torhüter muss mit der Abwehr eingespielt sein“. Wie ist das in der kürze der Zeit überhaupt möglich?

Neuer: Man muss versuchen, sich in der kurzen Zeit möglichst offen zu geben, mit den Abwehrspielern zu reden, damit sie wissen, wie ich reagiere. Kommt er raus? Bleibt er auf der Linie? Wie reagiert er? Was ruft er? Es muss sich schnell ein Vertrauensverhältnis bilden. In sofern wäre es schön, wenn Heiko Westermann, mein Kollege von Schalke, am Dienstag spielen würde, da besteht dieses Verhältnis ja schon. Aber auch die anderen Spieler werden es nicht schwer haben mit mir.

ZEIT ONLINE: Unterscheidet sich das Torwart-Training?

Neuer: Und wie! Aber auch hier nicht wesentlich in den Methoden. Aber die Tatsache, dass ich hier mit Robert Enke nur zu zweit bin, ist ein enormer Vorteil für das konzentrierte Arbeiten. Das tut mir sehr gut. Bei Schalke sind wir vier Torhüter, da bleibt für jeden von uns nur 25 Prozent des individuellen Trainings.

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service