Gaza-Krieg UNO untersucht mögliche Kriegsverbrechen

Die UNO will klären ob Israel und die Hamas bei der kriegerischen Auseinandersetzung Anfang des Jahres Kriegsverbrechen begangen haben.

Dazu traf ein UN-Expertenteam in dem Palästinensergebiet ein. Das Team, das von dem südafrikanischen Richter und ehemaligen UN-Chefankläger Richard Goldstone geleitet wird, kam von Ägypten aus in das Palästinensergebiet und wird sich dort rund eine Woche aufhalten.

Israel hat eine Zusammenarbeit mit dem UN-Team abgelehnt, weil es dies nicht für objektiv hält. Hamas-Sprecher Fausi Barhum kündigte hingegen eine umfassende Kooperation seiner Organisation mit den Experten an.

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Unterdessen lehnte Israels rechtsorientierter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den von Obama gefordeten Siedlungsstop ab. Er geht damit auf klaren Konfrontationskurs zu Israels Hauptverbündetem USA.

 
Leser-Kommentare
  1. Der ganze Gaza ist doch ein Verbrechen. Wie soll in diesem eingepferchten Gebilde jemals normales Leben stattfinden. 90 Prozent der 1,3 Millionen Menschen im Gazastreifen ist auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Bekommen aber statistisch gesehen die meisten Kinder (Herr Sarrazin lässt grüßen).

    Mein Vorschlag: Den Gazastreifen räumen, die Bewohner dürfen ihr neues Heimatland selber wählen. Dann im Gaza sämtliche Gebäude einebnen, mit frischer Erde bedecken. Ein solarbetriebenes Uno-Camp (entworfen von Rem Koolhaas) aufbauen, wo sich israelische und arabische Jugendliche stets für einige Wochen treffen, um hier biologisch-dynamische Landwirtschaft zu betreiben, am Abend zusammen kochen und singen.

    Statt dessen aber beruhigt sich Weltgemeinde damit 4,5 Milliarden in den Wiederaufbau zu stecken. Um in die Lage versetzt zu werden, weiter die Israelis mit selbst gebastelten Raketen zu nerven. Manchmal ist es echt blöd, das Europa Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts die Führung über weite Teile der Welt aufgegeben hat. Es würde niemanden schlechter gehen als zuvor, dafür vielen besser.

  2. Wenn man sich in Erinnerung ruft, von welchen Kräften und Grundsätzen das Abstimmungsverhalten der UNO bei wesentlichen Entscheidungen zum Nahost-Konflikt beeinflusst bzw. bestimmt wird (und überhaupt zu wessen Gunsten bzw. Ungunsten), dann drängt sich die Frage auf, wem diese Untersuchung nützen soll.

    Allein das Thema Vetorecht...

    Oder kann sich jemand erinnern, dass seit 1967 Israel jemals vom Sicherheitsrat für sein expansives Vorgehen verurteilt, geschweige mit irgendwelchen Sanktionen bedacht wurde?

  3. dass in beide Richtungen untersucht wird:

    "Die UNO will klären ob Israel und die Hamas bei der kriegerischen Auseinandersetzung Anfang des Jahres Kriegsverbrechen begangen haben."

    Wer das nun kritisiert mit der Behauptung, dass die Klärenden nicht unparteiisch sind, nun, die lade ich ein, sich vor Ort als "wahrhaft Unabhängige" selbst ein BIld zu verschaffen und dann -untermauert mit den Fakten eines wahrhaft unabhängigen Gremiums- wie sagt man auf Neudeutsch? ... hier dann wieder aufzuschlagen.

    • eras
    • 02.06.2009 um 18:16 Uhr

    so sehr ich sie prinzipiell begrüsse, hat ihre problematischen Seiten. Zum Einen ist inzwischen so viel Wasser den Jordan runtergeflossen, dass beide Seiten in aller Ruhe Fakten schönen bzw. zurechtfälschen konnten. Und ich bin mir sehr sicher, das haben sie auch getan. Zum anderen sind alle Augenzeugen, die von der UN befragt werden können, deutlich propalästinensisch. Denn an wen werden sich die Untersuchenden wenden? An das UN-Personal vor Ort und an palästinensische Quellen (in vielen Fällen sind die Mitarbeiter der UN selbst Palästinenser). Sonst ist ja keiner da. Dabei werden sie dann logischerweise kaum mit unabhängigen Darstellungen versorgt. Im Report finden sich dann am Ende jede Menge Fehler, die von der israelischen Seite genüsslich zerpflückt werden. Und am Ende sind alle wieder so schlau wie zuvor.

    Wahrscheinlich käme man der Wahrheit näher, wenn man jeweils den Mittelwert der untertriebenen israelischen und der übertriebenen palästinensischen Darstellung nimmt.

  4. Geht doch. Ich hoffe, dass sie bei ihrer Untersuchung genau hinschauen werden und die israelischen Kriegsverbrecher endlich bestrafen werden. Warum ist Hamas bereit für eine Untersuchung aber das "zivilisierte" Israel nicht? Ich dachte die haben die "moralischste Armee" der Welt? Oder haben die was zu befürchten?

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    • eras
    • 02.06.2009 um 20:34 Uhr

    ...das Hamas schlicht nichts zu befürchten hat. Denn die UN hat sich da bisher nie durch besonderen Verfolgungseifer hervorgetan. Deshalb spielen die auch mit. Die Genfer Konvention definiert gezielte Angriffe auf Zivilisten als Kriegsverbrechen. Allein die ständigen Raketenabschüsse auf Wohngebiete in Israel sind also schon mal eines, hinzu kommen Selbstmordbomber sowie Folter und Mord an Einwohnern von Gaza, die entweder Christen oder politisch oppositionell sind. In diesen klar belegten Fällen hat die UN nie auch nur einen Finger krumm gemacht.

    Ganz nebenbei: In der anstehenden Untersuchung gegen Israel werden die Aussagen von UNRWA-Mitarbeitern sicher besonders prominent vertreten sein. Und was liest man auf deren Webpage: "UNRWA employs some 29,000 staff, of whom more than 99 per cent are locally-recruited Palestinians, almost all of them Palestine refugees." Das ist genau das Problem, das ich bereits weiter oben erwähnt habe: Die UN hat kaum neutrale Kräfte vor Ort.

    • eras
    • 02.06.2009 um 20:34 Uhr

    ...das Hamas schlicht nichts zu befürchten hat. Denn die UN hat sich da bisher nie durch besonderen Verfolgungseifer hervorgetan. Deshalb spielen die auch mit. Die Genfer Konvention definiert gezielte Angriffe auf Zivilisten als Kriegsverbrechen. Allein die ständigen Raketenabschüsse auf Wohngebiete in Israel sind also schon mal eines, hinzu kommen Selbstmordbomber sowie Folter und Mord an Einwohnern von Gaza, die entweder Christen oder politisch oppositionell sind. In diesen klar belegten Fällen hat die UN nie auch nur einen Finger krumm gemacht.

    Ganz nebenbei: In der anstehenden Untersuchung gegen Israel werden die Aussagen von UNRWA-Mitarbeitern sicher besonders prominent vertreten sein. Und was liest man auf deren Webpage: "UNRWA employs some 29,000 staff, of whom more than 99 per cent are locally-recruited Palestinians, almost all of them Palestine refugees." Das ist genau das Problem, das ich bereits weiter oben erwähnt habe: Die UN hat kaum neutrale Kräfte vor Ort.

    • eras
    • 02.06.2009 um 20:34 Uhr

    ...das Hamas schlicht nichts zu befürchten hat. Denn die UN hat sich da bisher nie durch besonderen Verfolgungseifer hervorgetan. Deshalb spielen die auch mit. Die Genfer Konvention definiert gezielte Angriffe auf Zivilisten als Kriegsverbrechen. Allein die ständigen Raketenabschüsse auf Wohngebiete in Israel sind also schon mal eines, hinzu kommen Selbstmordbomber sowie Folter und Mord an Einwohnern von Gaza, die entweder Christen oder politisch oppositionell sind. In diesen klar belegten Fällen hat die UN nie auch nur einen Finger krumm gemacht.

    Ganz nebenbei: In der anstehenden Untersuchung gegen Israel werden die Aussagen von UNRWA-Mitarbeitern sicher besonders prominent vertreten sein. Und was liest man auf deren Webpage: "UNRWA employs some 29,000 staff, of whom more than 99 per cent are locally-recruited Palestinians, almost all of them Palestine refugees." Das ist genau das Problem, das ich bereits weiter oben erwähnt habe: Die UN hat kaum neutrale Kräfte vor Ort.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, cl, dpa
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  • Schlagworte Kriegsverbrechen | Benjamin Netanjahu | Israel | USA | Ägypten
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