Parteiaustritte Die Linke sucht die Mitte
Schon wieder hat ein Abgeordneter die Linkspartei verlassen, aus Zorn über die Sektierer im Westen. Die Reformer in der Partei wollen nun in die Offensive gehen
Lothar Bisky ist nicht erfreut, dass er nach den Austritten des Berliner Haushälters Carl Wechselberg und der Europaabgeordneten Sylvia-Yvonne Kaufmann schon wieder einen Abgang zu kommentieren hat. „Ich habe Ronald Weckesser als Fachmann geschätzt und dabei bleibt es“, sagt er über den Austritt des sächsischen Landtagsabgeordneten. „Ich ärgere mich nur, wenn gute Mitglieder von einst einen schweren Fehler machen, wenn sie die Linke verlassen.“
Die Entwicklung im Fall Weckesser mag „absehbar“ gewesen sein, wie Fraktionschef Gregor Gysi hinzufügt. Doch Bisky und Gysi wissen beide: Unter Druck geraten vor allem die Reformer, die sich schon beim Parteitag Anfang des Jahres bei der Aufstellung der Liste für das Europarlament ausgebootet fühlten.
Begleitet wurden die Abgänge mit scharfer Kritik an dem wachsenden Einfluss von Sektierern vor allem in den westdeutschen Landesverbänden. Warum diese sich gerade in den Westverbänden seiner Partei tummeln, dafür hat Gysi eine Erklärung parat: „Sie kommen aus Zusammenhängen, die über Jahre ausgegrenzt wurden“, sagt er. Aber, so versichert Gysi, in den alten Bundesländern gebe es auch viele gute Leute. „Schritt für Schritt wird sich Vernunft durchsetzen“, prophezeit er.
Viele im Reformerlager sind nicht ganz so optimistisch. Erst vergangene Woche warnten führende Politiker aus dem Reformerlager in einem Brandbrief, es brauche eine „neue Kultur des Wettstreits der Ideen für unsere Politik“. Über die Parteiaustritte sei man „traurig, empört oder enttäuscht“. Die Unterzeichner appellieren an alle Genossen, die sich mit Austrittsgedanken tragen, gemeinsam in der Linken nach Antworten zu suchen. Denn: „Was Linke bei der Linken vermissen, dürften sie bei der SPD nicht finden.“ Veränderung beginne mit Opposition, aber sie dürfe nicht dort enden.
Auch der stellvertretende Partei- und Fraktionschef Klaus Ernst rät: „Wir müssen uns mehr darum kümmern, die Lage der Menschen zu verbessern als die Beschlusslage der Partei.“ Ernst klagt, dass die Linke in der letzten Zeit zu stark durch parteiinterne Strömungen dominiert werde, die vor allem um ihre eigenen Positionen kämpften. Doch die Frage, wie man Millionen Arbeitnehmern in der Krise die Existenz sichern könne, sei wichtiger als der Streit um die Ausgestaltung des Sozialismus. Der IG- Metall-Funktionär aus Bayern will nun daran arbeiten, dass in seiner Partei „ein Zentrum“ entsteht, an dem pragmatische Politiker aus Ost und West mitwirken.
„Wenn wir über unsere Programmatik diskutieren, brauchen wir ein Zentrum der Partei, das Mehrheiten hinter sich sammeln kann. So ein Zentrum gibt es noch nicht“, sagt der Landesvorsitzende aus Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn. Noch sei die Linke in ihrer Findungsphase. „Wir müssen aufpassen, dass wir Minderheiten nicht aus der Partei drängen. Das ist auch eine Frage der Kultur, wie man miteinander umgeht“, mahnt Landespolitiker Höhn.
Höhn fordert nun seine Mitstreiter aus dem Reformerlager auf, in der Partei wieder um Mehrheiten zu kämpfen. „Wir haben nicht mehr die Mehrheiten wie zu PDS-Zeiten. Deswegen die Partei zu verlassen, macht aber auch keinen Sinn“, sagt er.
Der Sprecher des Reformerflügels, der Berliner Vizefraktionschef Stefan Liebich, jedenfalls ist zuversichtlich, dass es auf dem Parteitag im Juni in Berlin, auf dem das Programm für die Bundestagswahl beschlossen werden soll, einem großen Teil der Delegierten nicht mehr darum gehen werde, wer als Sieger aus dem Rennen geht – die ehemalige PDS oder die WASG. Und auch Bundestagsfraktionschef Gysi hofft, dass der Parteitag einer mit Aufbruchsstimmung wird – und nicht ein „Parteitag der ideologischen Selbstbestätigung“.
- Datum 31.08.2009 - 17:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, 3.6.2009 - 13:59 Uhr
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Es findet eine Konsolidierung statt, wie sie jede Partei alle Jahre mitmacht.
Wenn Ideen zu Dogmen werden und Idealisten zu Radikalen jeder Coleur, entstehen gewaltige Spannungen. Diese können auf unterschiedliche Art und Weise abgebaut werden. Durch Unterwerfung, Austritt oder notwendiger, der gegenwärtigen Situation entsprechender programmatischer Neuausrichtung der Partei.
Entscheidend für den Erfolg der Konsolidierung sind weniger ideelle Differenzen als persönliche Befindlichkeiten. Egoismen müssen einfach hinten an gestellt werden, wenn die äußeren Umstände persönliche Anliegen und Ideen nicht realisierbar machen.
Das Kernthema von Die Linke ist soziale Gerechtigkeit und diese lässt sich im Moment nur dadurch erreichen, indem man die Gruppe der Bevölkerung stärker finanziell belastet, welche als einzige am vorhergehenden Aufschwung profitiert hat.
Derzeit hat Die Linke mit zwei radikalen Reformelementen zu kämpfen.
Die Linke sollte aber nicht den gleichen Fehler begehen, wie die SPD all die Jahre vorher, soziale Kernkompetenzen für konservative Werte oder gar Wirtschaftsliberalismus teilweise aufzugeben.
Es ist aber genauso falsch auf einen "Sozialismus" zu setzen. Sozialismus ist eine gesellschaftstheoretische Utopie, welche jedesmal am Menschen gescheitert ist und scheitern wird.
Dazwischen liegt die soziale Kernkompetenz einer Marktwirtschaft mit menschlichem Antlitz und eines starken Staates, welcher günstige Rahmenbedingungen sowohl für Unternehmer als auch für Arbeitnehmer schafft. Ein starker Staat, der darüber wacht, dass Gewinne bei allen ankommen und Krisen auch von allen geschultert werden. Ein staatliches Element, welches alle Teile der Bevölkerung verbindet, durch sichernde Grundversorgung, gerechte Löhne für anständige Arbeit und dem untrennbaren Verbinden von Ökologie und Ökonomie. Egal ob dieser Staat Deutschland oder Vereinigtes Europa heißt.
Vertrauen in die eigenen Mtglieder und Fähigkeiten und deren Förderung hat bisher jede Partei stark gemacht. Geschwächt wird sie dagegen, wenn man allzu viel Verantwortung und Kompetenz an wenigen fest macht. Dies fördert die Bildung von basisfremden Eliten, welche sich weniger an den Bedürfnissen der Menschen, die die Partei verttritt, orientiert. Dann wird die Partei zum Instrument von persönlichen Befindlichkeiten.
Wenn jetzt enttäuschte Reformer die Partei verlassen, so mag man es bedauern aber nicht betrauern. Man möge ihnen für ihre Arbeit und ihren Beitrag danken, doch dann heißt es den Blick wieder nach vorne zu richten. Kluge und moralische Köpfe gibt es überall, auch unter denen die aufrücken, wenn einer geht.
entweder: "Die Linke sucht die Mitte" oder: "Die Linken suchen die Mitte", alles andere ist kein Deutsch, selbst wenn vom Inhalt des, sagen wir mal sehr dünnen, Artikels überhaupt ein Bezug zur Überschrift herstellbar wäre.
Ja, die Überschrift war Murks, wir haben sie geändert. Herzlichen Dank für den Hinweis.
Grüße, Markus Horeld
ZEIT ONLINE
Ja, die Überschrift war Murks, wir haben sie geändert. Herzlichen Dank für den Hinweis.
Grüße, Markus Horeld
ZEIT ONLINE
Nach der nächsten Bundestagswahl werden reichlich Sektierer der Linken über die Wahllisten in den Bundestag einziehen, darunter DKP'ler, Stalinisten , Maoisten, Kommunisten und was weiss ich nicht noch alles.
Zum einen bestätigt sich hier der Grund warum die Linke vom Verfassungsschutz beobachtet wird, eigentlich selbstverständlich wenn man solche Personen als Parteimitglieder hat. Zum anderen ist dies auch wieder ein guter Grund für die Abschaffung der Wahllisten zu plädieren.
Mir ist es allerdings schleierhaft wie man Personen wie der Wagenknecht ihren Amtseid glauben soll ...... 'zum Wohle des DEUTSCHEN Volkes' , aus dem Munde von Kommunisten ist wohl ziemlich lächerlich.
Ja, die "Sektierer", die sind unkontrollierbar.
Komisch, die herrschenden "Marktliberalen"-Sekte, die haben Sie vergessen! Da gibt es die Lobbyisten von Microsoft, der Deutschen Bank, der Energie-Oligarchie, der Groß-Agraristen. Kennen Sie die? Es gibt ein Krebsgeschwür, das die herrschenden Parteien durchzieht. Und es gibt dazu noch eine riesige und sehr erfolgreiche Volksverdummungsmaschinerie, schon gewußt?
Frage, welche Sektierer richten gerade jetzt unseren Staat zu Grunde?
Ich bin weder Maoist noch Kommunist, aber Realist.
Für Sie:
[...]
[Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ja, die "Sektierer", die sind unkontrollierbar.
Komisch, die herrschenden "Marktliberalen"-Sekte, die haben Sie vergessen! Da gibt es die Lobbyisten von Microsoft, der Deutschen Bank, der Energie-Oligarchie, der Groß-Agraristen. Kennen Sie die? Es gibt ein Krebsgeschwür, das die herrschenden Parteien durchzieht. Und es gibt dazu noch eine riesige und sehr erfolgreiche Volksverdummungsmaschinerie, schon gewußt?
Frage, welche Sektierer richten gerade jetzt unseren Staat zu Grunde?
Ich bin weder Maoist noch Kommunist, aber Realist.
Für Sie:
[...]
[Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ja, die "Sektierer", die sind unkontrollierbar.
Komisch, die herrschenden "Marktliberalen"-Sekte, die haben Sie vergessen! Da gibt es die Lobbyisten von Microsoft, der Deutschen Bank, der Energie-Oligarchie, der Groß-Agraristen. Kennen Sie die? Es gibt ein Krebsgeschwür, das die herrschenden Parteien durchzieht. Und es gibt dazu noch eine riesige und sehr erfolgreiche Volksverdummungsmaschinerie, schon gewußt?
Frage, welche Sektierer richten gerade jetzt unseren Staat zu Grunde?
Ich bin weder Maoist noch Kommunist, aber Realist.
Für Sie:
[...]
[Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ja, die Überschrift war Murks, wir haben sie geändert. Herzlichen Dank für den Hinweis.
Grüße, Markus Horeld
ZEIT ONLINE
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren