Rede in Kairo "Obama muss alte Wunden heilen"Seite 2/2
Das Gespräch führte Martin Gehlen.
- Datum 31.08.2009 - 15:48 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel, 3.6.2009 - 14:17 Uhr
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





"Er könnte sich an die Israelis wenden und sagen: Ich kann euch Frieden verschaffen mit der gesamten muslimischen Welt – ich habe das Ansehen dazu. Das wäre ein neues Instrument in der amerikanischen Diplomatie. Daran arbeitet Obama – das will er ausbauen."
Bei allen Hoffnungen, die man (auch ich) mit Obamas Politik im Nahen- und Mittleren Osten verbindet, sollte man nie vergessen, dass es in vielen der Nachbarstaaten Israels nicht aussenpolitische, sondern vor allem innenpolitische Motive sind, die verbale Attacken gegen Israel bedingen. Das Feindbild des jüdischen Staates (und der USA) lenkt ab von den Unfreiheiten und Mißständen in diesen, größtenteils diktatorisch regierten Ländern. Ein Friedensschluss mit Israel (und den USA) würde Länder wie Syrien und Iran innenpolitisch destabilisieren. Das Interesse der Führung dieser Länder an einer Beilegung des Konfliktes sollte man also nicht überschätzen.
Die Bevölkerung dort hingegen ist an hohle Versprechungen gewöhnt und deshalb schon aus reiner Gewohnheit skeptisch. Sie warten nicht nur auf Worte, sondern auch auf Taten, auf eine substanzielle Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.
Schaden kann die Rede Obamas allerdings in keinem Fall. Er könnte zumindest für ein wenig Bewegung im ideologisch festgezurrten Korsett der Konfliktparteien sorgen. Und das wäre schon mehr, als jeder seiner Vorgänger geschafft hat. Selbst ein klein wenig "Change" ist besser als gar keine Veränderung...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren