Opel & Magna Die Opel-Rettung ist ein großes WagnisSeite 2/2
Ohnehin ändert der Einstieg von Magna am Kernproblem des Unternehmens wenig. Opel baut Mittel- und Kleinwagen für einen Markt, auf dem die Konkurrenz groß ist und die Überkapazitäten hoch sind. Weder durch den Einstieg von Magna noch durch eine Standortgarantie wird auch nur ein einziges Auto mehr verkauft.
Vielmehr schaden die Bürgschaften der Konkurrenz. Werden Arbeitsplätze bei Opel geschützt, gefährdet der Staat Jobs bei Volkswagen oder Ford, die eben nicht über die gleichen Hilfen wie Opel verfügen. Geht der Plan von Magna schief, muss außerdem der Staat und damit am Ende der Steuerzahler haften. Viel Geld könnte verloren gehen.
Darüber hinaus wird in den kommenden Tagen ein weiteres, vielleicht noch viel größeres Problem sichtbar werden. Indem die Bundesregierung ein Unternehmen rettet, dass keinesfalls unverschuldet in die Krise geraten ist, schafft sie einen Präzedenzfall. Andere Unternehmen – der angeschlagene Arcandor-Konzern etwa – werden ebenfalls um Hilfe bitten und haben nun ein schlagkräftiges Argument: Warum sind euch 25.000 Opelaner wichtiger als 50.000 Arcandor-Mitarbeiter?
Hierauf gibt es keine überzeugende Antwort mehr. Schon jetzt fordert der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, Arcandor müsse ebenfalls mit Staatsbürgschaften geholfen werden. Weitere Unternehmen werden bis zur Bundestagswahl im Herbst Fürsprecher finden. Was ist mit Schaeffler, wo 28.000 Menschen arbeiten? Was mit Porsche?
Die Koalition, vor allem die SPD, mag die Opel-Rettung als kurzfristigen Erfolg verbuchen. Langfristig wird sie diese Aktion ständig zu neuen Rettungstaten zwingt, stets verbunden mit gefährlichen Belastungen für den Bundeshaushalt.
Nicht nur deshalb wäre die Insolvenz von Opel der schmerzhaftere, aber bessere Weg gewesen. Sicher: Die Risiken wären ebenso groß. Viele Menschen hätten ihre Arbeit verloren, lediglich kleine Teile von Opel hätten am Ende überlebt. Das wäre bitter geworden, nicht aber eine Bedrohung für das "System", wie es in der Politik zwischenzeitlich hieß. Auch nach einer Opel-Insolvenz wären weiter Autos gebaut worden, womöglich stünde die Konkurrenz danach besser da. Die gut gemeinte Rettungsaktion wird nicht nur ihre Krise verlängern, sondern im schlimmsten Falle auch jene von Opel.
- Datum 29.06.2009 - 08:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Das Opel Dilemma ist bezeichnend für die Sackgasse, in der wir uns befinden. Natürlich sind Arbeitsplätze wünschenswert, doch zu welchem Preis? Global befeuern wir den Glutofen mit Ausnahmeregelung für die Automobilbranche und schützen damit eine Art von Technologie, die ihren Zenit bereits lange überschritten hat. Nur immense Lobbyarbeit und politische Seilschaften sichern ihr Überleben. Dies ist ein enormer Rückschritt für eine umweltverträgliche Technologieentwicklung. So lange nicht die Gesamtkosten wirtschaftlicher Tätigkeit den Verursachern angelastet werden, wird es in dieser Frage nur sehr wenige Fortschritte geben. Vernunftorientiertes Handeln sieht anders aus. Diese Medizin tötet den Patienten.
worum es hier wirklich geht:
"Guttenberg habe hervorragende Arbeit bei der Vorbereitung der Lösung geleistet und trage das Ergebnis auch mit, sagte Merkel. Sie komme allerdings zu einer anderen Risikobewertung als der CSU-Minister, der bis zuletzt eine Insolvenz nicht ausschließen wollte. Für sie sei entscheidend gewesen, "dass die Risiken einer Alternative politisch absolut nicht verantwortbar sind", betonte sie."
quelle: sueddeutsche
also...staatliche garantie auf einen arbeitsplatz, zumindest wenn es politisch gerade gut passt. jetzt muss man noch herausbekommen welche wirtschaftszweige politisch interessant sind und sollten da probleme auftauchen, braucht man eigentlich nur noch eine ueberbrueckungsfinanzierung bis zur naechsten bundestagstagswahljahr.
innerhalb dieses ordnungsrahmens laesst es sich doch ganz gut wirtschaften...
ohne sozialismusgeschrei...das ist keine politik, das ist schwachsinn.
Der Artikel bringt die wesentlichen Fakten über das Treiben unserer Politiker.. ...das Volk ist also informiert, und keiner kann später mehr sagen, er habe das Ausmaß dieses Wahnsinns nicht erkannt. Die Zukunft wird schon zeigen, wer von Deals alla Opel wirklich profitiert.
Trotzdem fürchte ich, werden unsere Politiker weiterhin mit Staatsgeldern Roulette spielen, denn es ist schließlich Wahljahr, und keiner wird sie dafür momentan zur Rechenschaft ziehen. Die billigen Versuche, die enorme Staatsverschuldung mit einem "Gesetz gegen die wachsende Staatsverschuldung" einzugrenzen sind durchsichtig, verlogen und eine Ohrfeige für die Demokratie, denn sie zeigen, dass man im Namen des Volkes seine Untertanen willkürlich ausplündern kann. Schließlich gilt für Gesetze: "was kümmert mich mein Geschwätz von gestern" ..siehe Bundeshaushalt / Staatsverschuldung.
Genauso wie manche Politiker lautstark fordern, dass Manager zur Rechenschaft gezogen gehören, sollen sie diese Übernahme von Verantwortung gefälligst mal selbst für sich anwenden. Und wir Wähler würden gut daran tun, sie nach ihren Taten und nicht nach ihren versprechungen zu bemessen.
bei allem Mitgefühl für alle Opelaner: hier werden des Kaisers neue Kleider gestrickt.
russischen Oel-Gas-Lobby mitten in die deutsche Autobranche. Das Versprechen, Autos für Russland zu bestellen, läuft auf eine grössere Abhängigkeit hinaus.
Der deutsche Staat hätte das Geld wohl besser selber investiert und neue Abhängigkeiten vom Ausland vermieden.
und die Abhänigkeit davon kommen schon seit Jahren auf staatliche Veranlassung nach Deutschland, und zwar auf Wegen, denen man es zunächst gar nicht ansieht:
Wieso, glauben Sie, daß ausgerechnet Gazprom in Westeuropa mehr (staatlich subventionierte) Windkraftanlagen (WKA) haben will? Weil für jede Leistungseinheit aus WKA eine Leistungseinheit Gas vorgehalten werden muß ...
Wie sagte Gustav Landauer dermaleinst so treffend? Wer vom Staat ißt, kommt daran um.
und die Abhänigkeit davon kommen schon seit Jahren auf staatliche Veranlassung nach Deutschland, und zwar auf Wegen, denen man es zunächst gar nicht ansieht:
Wieso, glauben Sie, daß ausgerechnet Gazprom in Westeuropa mehr (staatlich subventionierte) Windkraftanlagen (WKA) haben will? Weil für jede Leistungseinheit aus WKA eine Leistungseinheit Gas vorgehalten werden muß ...
Wie sagte Gustav Landauer dermaleinst so treffend? Wer vom Staat ißt, kommt daran um.
und die Abhänigkeit davon kommen schon seit Jahren auf staatliche Veranlassung nach Deutschland, und zwar auf Wegen, denen man es zunächst gar nicht ansieht:
Wieso, glauben Sie, daß ausgerechnet Gazprom in Westeuropa mehr (staatlich subventionierte) Windkraftanlagen (WKA) haben will? Weil für jede Leistungseinheit aus WKA eine Leistungseinheit Gas vorgehalten werden muß ...
Wie sagte Gustav Landauer dermaleinst so treffend? Wer vom Staat ißt, kommt daran um.
...auf Gustav Landauer beziehen, finde ich amüsant. ;-))
Die Opelbeteiligung ist also nichts neues. Trotzdem sehe ich die Transaktionen bei europäischen Traditionsfirmen (Sulzer) nicht gerne. In der Schweiz wird zudem massiv in Immobilien investiert - wer steckt dahinter, was wollen sie damit erreichen ?
Gerade Russland stellt für mich ein Risiko dar, weil hinter Banken, Oelfirmen und Oligarchen oft der Staat lauert, man sehe das Vorgehen bei Energiekrisen. Moskau hat kürzlich den Westen aufgefordert, die Rechnungen der Ukraine zu zahlen, damit die Gaslieferungen nicht unterbrochen würden. Das ist einfach nicht seriös.
...auf Gustav Landauer beziehen, finde ich amüsant. ;-))
Die Opelbeteiligung ist also nichts neues. Trotzdem sehe ich die Transaktionen bei europäischen Traditionsfirmen (Sulzer) nicht gerne. In der Schweiz wird zudem massiv in Immobilien investiert - wer steckt dahinter, was wollen sie damit erreichen ?
Gerade Russland stellt für mich ein Risiko dar, weil hinter Banken, Oelfirmen und Oligarchen oft der Staat lauert, man sehe das Vorgehen bei Energiekrisen. Moskau hat kürzlich den Westen aufgefordert, die Rechnungen der Ukraine zu zahlen, damit die Gaslieferungen nicht unterbrochen würden. Das ist einfach nicht seriös.
... fehlt mir lediglich der entsprechende wirtschaftliche Background, mir aber leuchtet kaum ein, warum Opel einzig und allein über einen ausländischen (!) Investor, der dann noch diverser Stützen bedarf, gerettet werden kann bzw. konnte - warum hat der deutsche Staat nicht einfach Opel aus GM herausgekauft bzw. vom US-amerikanischen Mutterkonzern losgelöst und das Unternehmen dann in die SELBSTSTÄNDIGKEIT entlassen (unter der Auflage, die geleistete finanzielle Unterstützung nach Möglichkeit eines Tages an den Staat zurückzuzahlen)?
Opel könnte doch prinzipiell genausogut alleine agieren, also OHNE mehr oder minder spartenfremde Investoren, die dann - warum auch immer - massiv subventioniert werden vom Staat?
Es wäre doch weit sinnvoller, ein rein-deutsches Unternehmen massiv zu subventionieren, als Kanadiern bzw. Russen dabei zu helfen, dieses zu übernehmen?
Aber der Staat (also im Grunde wir alle) darf doch kein Unternehmer sein, hat er doch niemalsnienicht gemacht. Es wurden ja noch niemalsnienicht Subventionen bezahlt. *Ironie aus*
Die Möglichkeit, Opel gemeinsem vielleicht mit Saab in die Selbstständigkeit zu entlassen, ist ja Anfangs für kurze Zeit durch die Nachrichten getrieben worden. Allerdings wären die Risiken noch größer gewesen, als jetzt. Opel alleine ist einfach zu klein, um im Kleinwagen und Mittelklasse-Segment dauerhaft bestehen zu können. Eine solche Selbstständigkeit hätte Opel sehr wahrscheinlich nicht überlebt und die Steuergelder wären verbrannt worden.
Was nicht heißt, dass der Magna-Deal funktionieren muss, aber er scheint zumindest nicht das Größte aller möglichen Übel zu sein. Die andere Alternative wäre gewesen, GM insolvent werden zu lassen und Opel aus der Insolvenzmasse herauszulösen. Wirtschaftlich wäre das sicherlich die sinnvollere Methode gewesen. Allerdings hätte auch das enorme Risiken beinhaltet und der Fortbestand der Marke Opel wäre alles andere als sicher gewesen.
Ob jetzt die Opel GmbH überhaupt fortbestehen soll, und damit "wichtiger" ist als Arcandor, Schaeffler etc, ist freilich eine andere Frage, die der Steuerzahler/Wähler im Herbst beantworten sollte. Ich wünsche Opel das Beste. Aber ein Unternehmen, dass wirtschaftlich nicht mehr alleine überlebt, kann in der Regel auch mit Steuergeldern bestenfalls noch zwangsbeatmet werden, bevor der endgültige Tod eintritt (siehe Holzmann). Im Falle Opel wäre das sicherlich besonders bitter, weil die entscheidenden Fehler auf der anderen Seite des Atlantiks gemacht worden sind, aber ändert jetzt leider auch nichts mehr.
Aber der Staat (also im Grunde wir alle) darf doch kein Unternehmer sein, hat er doch niemalsnienicht gemacht. Es wurden ja noch niemalsnienicht Subventionen bezahlt. *Ironie aus*
Die Möglichkeit, Opel gemeinsem vielleicht mit Saab in die Selbstständigkeit zu entlassen, ist ja Anfangs für kurze Zeit durch die Nachrichten getrieben worden. Allerdings wären die Risiken noch größer gewesen, als jetzt. Opel alleine ist einfach zu klein, um im Kleinwagen und Mittelklasse-Segment dauerhaft bestehen zu können. Eine solche Selbstständigkeit hätte Opel sehr wahrscheinlich nicht überlebt und die Steuergelder wären verbrannt worden.
Was nicht heißt, dass der Magna-Deal funktionieren muss, aber er scheint zumindest nicht das Größte aller möglichen Übel zu sein. Die andere Alternative wäre gewesen, GM insolvent werden zu lassen und Opel aus der Insolvenzmasse herauszulösen. Wirtschaftlich wäre das sicherlich die sinnvollere Methode gewesen. Allerdings hätte auch das enorme Risiken beinhaltet und der Fortbestand der Marke Opel wäre alles andere als sicher gewesen.
Ob jetzt die Opel GmbH überhaupt fortbestehen soll, und damit "wichtiger" ist als Arcandor, Schaeffler etc, ist freilich eine andere Frage, die der Steuerzahler/Wähler im Herbst beantworten sollte. Ich wünsche Opel das Beste. Aber ein Unternehmen, dass wirtschaftlich nicht mehr alleine überlebt, kann in der Regel auch mit Steuergeldern bestenfalls noch zwangsbeatmet werden, bevor der endgültige Tod eintritt (siehe Holzmann). Im Falle Opel wäre das sicherlich besonders bitter, weil die entscheidenden Fehler auf der anderen Seite des Atlantiks gemacht worden sind, aber ändert jetzt leider auch nichts mehr.
In diesem Artikel wird schon ganz gut beschrieben wie es weiter gehen wird/könnte.
Es werden immer mehr Unternehmen nach Staatshilfen schreien und wer will es ihnen verdenken?!
Es wäre an der Zeit gewesen ein Zeichen zu setzen und Opel in die Insolvenz gehen zu lassen. Aber welcher von unsern tollen Politikern würde das jetzt schon machen?! ... es stehen ja Wahlen an, da will man ja ne Weiße Weste wahre!
Wie lange wird das noch gut gehen mit diesen sich aneinanderreihenden unverantwortlichen Entscheidungen?
Alles geregelt! Putin hat die Sache in Ordnung gebracht und Opel eine weitere Existenz verschafft. Die große Befriedigung über diese gute Tat des Hintermannes Putin konte man dem Gesicht des Herrn Steinmeier schon in der Nacht ansehen. Obama hat in der Sache auf ganzer Linie versagt.
Putin hat mir der Sache so viel zu tun wie eine Kuh mit dem Pfingstmontag. Mal sich ein wenig mit Russland befassen, bevor solches Geschwätz in die Öffentlichkeit gesetzt wird, würde ich empfehlen.
Putin hat mir der Sache so viel zu tun wie eine Kuh mit dem Pfingstmontag. Mal sich ein wenig mit Russland befassen, bevor solches Geschwätz in die Öffentlichkeit gesetzt wird, würde ich empfehlen.
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