Privatfernsehen Ein unmoralisches Angebot
"Erwachsen auf Probe", "DSDS", die Klum-Show: Das Privatfernsehen verdirbt Kinder und Jugendliche – und benutzt sie allein für seine ökonomischen Interessen.
Es lebe die Heuchelei! Denn sie ist ja auch die Verbeugung des Lasters vor der Tugend. Das Privatfernsehen ist auf der Jagd nach Quote darauf angewiesen, die Dosis immer wieder zu steigern, mit der sich Aufmerksamkeit erzielen lässt. Als pädagogisches Projekt verkauft RTL die neue Dokusoap Erwachsen auf Probe, bei der Säuglinge ans Fernsehen ausgeliehen werden. Diese Verlogenheit hat endlich Kinderschutzverbände, Psychologen, die Familienministerin auf den Plan gerufen.
Bisher haben die Verfechter dieser Sendungen ja immer nur behauptet, sie müssten sich mit ihren innovativen Ideen gegen eine Welt der erhobenen Zeigefinger durchsetzen. Ein kommunikativer Bluff, ähnlich dem der Finanzwelten, die den Sparkassendirektor so lange zu einem beschränkten Spießer erklärt haben, bis auch er der hohen Rendite nachgelaufen ist.
Für die Macher des Privatfernsehens, von Erwachsen auf Probe und ähnlichen Sendungen, ist die Quote der Indikator des ökonomischen Erfolgs. Es geht ums Geld. Dagegen wäre zunächst nichts zu sagen, und auch nicht dagegen, dass dabei unter anderem banale Unterhaltung, Kitsch und billiger Klamauk produziert werden. Menschen mögen Klatsch, ob also die Übernahme von ausgesprochenen Gossipformaten ins öffentlich-rechtliche Fernsehen richtig ist oder ob es nicht besser wäre, den mühsam erkämpften bürgerlichen Zaun zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten zu verteidigen, gut, darüber soll das Feuilleton streiten. Der mündige Bürger kann zusehen oder abschalten.
Frappierend ist hingegen, dass eine Gesellschaft, die eigentlich verinnerlicht hat, dass jede und gerade die ökonomische Macht begrenzt werden muss, seit Jahren hinnimmt, wie im privaten Fernsehen Grenzen niedergerissen werden und kommerzielle Interessen in Bereiche eindringen, die nach allgemeinem Verständnis als besonders schutz- und verantwortungsbedürftig gelten. Die Ausweitung der Kampfzone auf die unmündigen Bürger ist nie einer grundsätzlichen Kritik unterzogen worden. Doch Dieter Bohlens Superstars, Heidi Klums Supermodels, Oliver Geissens Nachmittagsshows und verwandte Formate sind nichts anderes als der brachiale Versuch, die Träume, Hoffnungen und Verführbarkeiten von Heranwachsenden zum Hebel ökonomischer Interessen zu machen.
Kinder und Jugendliche sind auch in Wohlstandsgesellschaften Objekte ökonomischer Begierde, siehe Werbewirtschaft. Doch dort hat sich der Erfolg immer umso mehr eingestellt, je niedlicher, süßer, gewitzter unsere Kleinen dargeboten wurden. Und das Kind als Konsument ist bis jetzt eine umkämpfte Zone, in der Eltern, Lehrer, Verbraucherschützer ihre Stellung zu behaupten versuchen.
Das Tauschgeschäft, das Klum, Bohlen und die Trashformate jungen Menschen seit geraumer Zeit als Modell andienen, war der Öffentlichkeit hingegen keine ernsthafte Debatte wert. Und vielleicht war es gerade nicht der Verzicht auf jede Art von subtiler Wirkung, sondern der unverhohlene Einsatz der Brechstange, der Eltern in Sprachlosigkeit und die Öffentlichkeit in eine verblüffte Bewunderung versetzt, wie sie einmal dem Kaiser in den neuen Kleidern zuteil wurde. Erfolg oder Abnutzung der Quote interessierten die Medien- und Feuilletonseiten mehr als die Frage, was in diesen Sendungen eigentlich geboten wird.
Die Menschen in Big Brother oder im Dschungelcamp waren grotesk anders, bereit zu freiwilligen Selbstentblößungen, die jeden Begriff von Anstand oder Peinlichkeit so massiv unterlaufen haben, dass man beinah glauben musste, es gebe eben keine Maßstäbe mehr dafür. Unsere geistreichen Kulturkritiker wurden erst laut, als ein Rapper mit einem schwulenfeindlichen Text Furore macht; der gleiche, nur brutal mädchenfeindliche Rap in den Charts wurde jahrelang einfach überhört. In den Nachmittagsshows können Moderatoren junge Leute unausgesetzt der Lächerlichkeit preisgeben und diese Art der Berufsausübung gilt nicht als fragwürdig oder verächtlich, sondern wird hofiert, solange die Quote stimmt.
Als "Unterschichtenfernsehen" hat Harald Schmidt die einschlägigen Formate in den privaten Sendern einmal treffend bezeichnet. Und mit dem elektronischen Getto erlaubt sich unsere Gesellschaft die gleiche gefährliche Mischung aus Unkenntnis, Gleichgültigkeit und Zynismus wie mit den realen Menschen, die an den Rand geraten sind. Das mag noch hingehen, wenn es um Erwachsene geht – nie und nimmer aber darf es widerspruchslos bleiben, wenn Kinder und Jugendliche herhalten müssen, um den voyeuristischen Kitzel auszulösen, der die Quoten steigert.
Regelmäßig, ja systematisch, lautet die Botschaft dieser Sendungen: Wer den kurzen Ruhm will, muss die Erniedrigung hinnehmen. Auf dieses Geschäft lassen sich die als Akteure ein, deren reales Leben nur schlechtere Alternativen bietet. Als Zuschauer partizipieren praktisch alle Jugendlichen, darunter auch solche, die den inszenierten Charakter der Sendungen durchschauen. Mein Sohn und seine Freunde rechtfertigen ihr Voyeursvergnügen intelligent mit dem Satz: "Mama, du bist einfach altmodisch. Weiß doch jeder, dass im Fernsehen alles nur 'fake' ist."
Das ist halb wahr – und deshalb genauso problematisch wie das Argument Erwachsener, bei Klum und Bohlen würde von Jugendlichen immerhin verlangt, dass man für Erfolg erst einmal Leistung bringen muss. Das jugendliche und das erwachsene Argument sind in Wahrheit nur Selbstrechtfertigungen für die falsche Toleranz gegenüber einer Sache, die man für sich selbst nicht akzeptieren muss.
Über Bohlen, Klum und Co. hat sich eingeschlichen, dass wir zweierlei Maß gelten lassen für die "Würde", die doch unantastbar sein soll. Erwachsene, die sich für zwei Minuten Ruhm der Lächerlichkeit preisgeben, müssen die Folgen selbst verantworten. Aber der einfache Anstand gebietet, Kinder und Jugendliche vor solchen Verführungen zu schützen – und sei es nur durch deutlichen Widerspruch gegen die Botschaften von Bohlen oder Klum, Hartz IV oder Promi – vor dieser Wahl stehen ihre jugendlichen Akteure. Ein schäbiges Angebot, das zurückzuweisen eigentlich die Aufgabe der "staatlichen Gemeinschaft" sein müsste, unter deren Schutz das Grundgesetz alle Kinder stellt.
Wer will denn die eigene Tochter in einer Fernsehshow sehen, in der vier junge Frauen locker anpreisen, wie sie in alten und neuen Sexberufen (Prostitution, Internet-Striptease, Telefonsex) gut verdienen? Und wenn die fünfte sagt, dass Sex für sie doch irgendetwas mit Liebe zu tun hat, dann sieht der Moderator schmunzelnd zu, wenn die anderen sie zur letzten Spießerin aus dem 19. Jahrhundert erklären. Kann man sich sein Kind in einer Show vorstellen, in der jungen Müttern Vaterschaftstests präsentiert werden oder vier aufgemotzte junge Frauen eine Teenagermutter lauthals als "Schlampe" beschimpfen? Aber das alles, und Schlimmeres läuft nachmittags auf unseren Bildschirmen.
Mit welchem "Menschenbild" schicken wir unsere Kinder in die Welt, wie den kaum mündigen Daniel Küblböck, der sich nach seiner Karriere bei Bohlen im Dschungelcamp in Insekten wälzen lässt – und mit welchem die Jugendlichen, die solche Darbietungen als Vergnügen kennenlernen, dem aus der Erwachsenwelt allenfalls ihre Eltern oder Lehrer Einsprüche entgegensetzen? Es ist höchste Zeit, dass die Öffentlichkeit so widerspricht, wie Herz und gesunder Menschenverstand es doch wissen: Ja, es nimmt Schaden an seiner Seele, wer sich selbst klein machen lässt, um etwas zu erreichen, und auch, wer nicht lernt, dass in der ungehinderten Schadenfreude über andere eine Selbsterniedrigung steckt.
- Datum 01.03.2010 - 17:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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... ist ein ökonomischer Zweig, dem es ums Geld geht wie allen anderen privatwirtschaftlichen ökonomischen Zweigen. Solange es kein Pay-TV ist, kommt es dabei auf Werbeeinnahmen an. Da diese Werbeeinnahmen nur dann fließen, wenn die Werbung denen nutzt, die sie bezahlen sollen, wenn sich also Werbung rentiert, ist das Privatfernsehen Zeit seines Lebens ein Motor der Wirtschaft. Aus diesem Grunde existiert es überhaupt: Es bietet Werbebombardement in beinahe jedem Haushalt.
Ich persönlich würde es wegen seiner Inhalte verbieten. Dass die politische Klasse bei uns wenig gegen quotenstarke Sendungen unternimmt, hat die eben benannten Gründe. Leider kratzt der Artikel nur an der moralischen Oberflächlichkeit des Themas und verkommt so zu dem, was vielerorts zu lesen ist: Zum Appell.
Mein Fernsehempfang ist abgeschafft. Seit Monaten.
es ist aber nicht aufgabe des staates, meinen medienkonsum (oder den meiner kinder sofern ich welche hätte) zu lenken. deswegen wäre auch ein verbot (wie bei fast allen medienformaten) der falsche weg.
die moralische instanz für medien sind die konsumenten, nicht der "staat", deswegen ist der aufschrei von verbänden und öffentlichkeit genau richtig.
hier sollte es heißen: abschalten, aber freiwillig.
da viele, vorallem zuschauer privater fernsehsender, womöglich dazu nicht in der lage sind, oder aus ermangelung von alternativen lieber vor dem fernseher sitzen, muss man wohl anfangen bildung fairer gestalten.. ;)
es ist aber nicht aufgabe des staates, meinen medienkonsum (oder den meiner kinder sofern ich welche hätte) zu lenken. deswegen wäre auch ein verbot (wie bei fast allen medienformaten) der falsche weg.
die moralische instanz für medien sind die konsumenten, nicht der "staat", deswegen ist der aufschrei von verbänden und öffentlichkeit genau richtig.
hier sollte es heißen: abschalten, aber freiwillig.
da viele, vorallem zuschauer privater fernsehsender, womöglich dazu nicht in der lage sind, oder aus ermangelung von alternativen lieber vor dem fernseher sitzen, muss man wohl anfangen bildung fairer gestalten.. ;)
trotz der wunderschön niedergeschriebenen Wahrheit, dieser Artikel leider nur die erreichen wird, die diese Fakten sowieso schon realisiert und reflektiert haben.
Ich denke dieser Schneeball der Verdummung ist nicht mehr aufzuhalten.
"Vicarious" von Tool wäre dazu ein sehr passender Song.
Wir besitzen ebenfalls keinen Fernsehanschluss mehr.
Man kann der Autorin leider nur zu 100% Recht geben, was die Einschätzung und Anprangerung dieser Mißstände anbelangt, die Frage ist aber, warum konnte das so ausarten?
Die Forderung, dass es höchste Zeit wäre, dass "die Öffentlichkeit" widerspräche wird aber wohl im Nichts verhallen, denn
1. wir leben augenscheinlich in einer dekadenten Phase, die an das Ende des Römischen Reiches erinnert, das auch jede Scham abgeschafft hatte: Brot und Spiele - der Kitzel kann nicht groß genug sein, von der eigenen Leere abzulenken;
2. wir Deutschen sind wohl eher Mitmacher, Schlucker, Wegducker, und Flüchter. Es fehlt an Gemeinschaftssinn und Zivilcourage, wenns um den eigenen Vorteil geht (z.B. billiges Fleisch / billige Milch / ..) nimmt man den Nachteil / das Leid der anderen in Kauf.
Warum geht es mit der Moral bergab? Vielleicht auch, weil wir keine Vorbilder mehr haben. Wer sind die wichtigsten Vorbilder für Heranwachsende?: Eltern, Staatsmänner, Sportler, Wissenschaftler u. Wirtschaftslenker?? Stars! - da haben wir schon den Salat..
Vor allem der Vergleich mit dem römischen Reich ist sehr passend .
Als Begründung für dieses Verhalten täte ich die menschliche Tendenz sehen , nie den Hals voll kriegen zu können .
Völlig egal ob in der Wirtschaft ( Wachstumszwang) , im sexuellen Bereich (immer mehr Toleranz bis hin zu geduldeter Pädophilie) , beim Sport (höher, weiter , schneller zur Not eben mit Doping) oder beim Konsum (alles hat gefälligst immer und billig zur Verfügung zu stehen) .
Am Ende gingen Gesellschaften , welche dies so oder vergleichbar praktizierten fast unter und die Reste wandten sich übertrieben gefügig hierarchischen Religionen mit strikten Regeln zu (im römischen Fall das frühe Christentum) .
Tendenzen zu dieser wieder aufflammenden Religiosität sind mit den Kreationisten auch schon erkennbar , denn im Zweifelsfall bieten die Religionen fundamentalistisch ausgeprägt eine scheinbare moralische Stütze und Sicherheit .
Schaut man sich das allerdings auch so an , zweifelt man zumindest beim Menschen an der Evolutionstheorie .
Bei mir ist das Fernsehgerät auch schon seit zwei Jahren Geschichte , hauptsächlich wegen der Werbung , welche mir definitiv zu penetrant wurde .
MfG Katana
Die Frage warum das so ausarten konnte haben Sie sich doch wunderbar selbst beantwortet - Brot und Spiele für das Volk ! Ob es nun Gladiatorenkämpfe,Ritterspiele waren,öffentliche Folterungen und Hinrichtungen,zur Schaustellung geistig und körperlich Behinderter(nicht unähnlich manch einer Nachmittagstalkshow oder Container-WG's)- Voyeurismus , Schadenfreude, Nervenkitzel hat es schon immer gegeben , so scheint der Homo sapiens leider genetisch gestrickt zu sein.Nur manche können halt kritischer mit den Amuse gueules umgehen die ihnen in der heutigen Zeit von den Medien serviert werden,und manche weniger .Und da spielt meiner Meinung nach ganz klar die "Erziehung" und Sozialisierung eine große Rolle.Also,Eltern- formt aus Euren Kindern mündige und kritische Konsumenten.
Auch hier gibt es übrigens keinen Fernseher mehr.
...deren Beginn von HIstorikern üblicherweise mit dem Jahr 313 (Konstantinische Wende) angesetzt wird, war das Christentum bereits die zunehmend dominierende (und seit Kaiser Theodosius I. ab 380 die einzige legale) Religion im Reich, was zur Folge hatte, dass die meisten Auswüchse "heidnischer Dekadenz" wie Tierhetzen, Gladiatorenkämpfe oder auch Götterkulte mit promisken Orgien verschwanden (allerdings nicht die Wagenrennen, die sich auch im christlichen Byzanz noch großer Beliebtheit erfreuten). Die Hoch-Zeit der "spätrömischen Dekadenz" war viel eher das 2. und vor allem 3. nachchristliche Jahrhundert, die Zeit der sogenannten Soldatenkaiser, solcher bizarrer Herrschergestalten wie Heliogabal und der reichsweiten Christenverfolgungen z. B. unter Kaiser Diokletian. An der Dekadenz lag es wohl weniger, dass Westrom unterging...
Vollkommen meine Meinung seit vielen Jahren - wir erleben die Neuauflage des römischen Reiches.
Aus dem intergalaktischen Bericht des Jahres 28.379: "Die Entwicklung der haarlosen Affen auf dem Planeten Terra zu einem höheren geistreichen Wesen dauert an."
Vor allem der Vergleich mit dem römischen Reich ist sehr passend .
Als Begründung für dieses Verhalten täte ich die menschliche Tendenz sehen , nie den Hals voll kriegen zu können .
Völlig egal ob in der Wirtschaft ( Wachstumszwang) , im sexuellen Bereich (immer mehr Toleranz bis hin zu geduldeter Pädophilie) , beim Sport (höher, weiter , schneller zur Not eben mit Doping) oder beim Konsum (alles hat gefälligst immer und billig zur Verfügung zu stehen) .
Am Ende gingen Gesellschaften , welche dies so oder vergleichbar praktizierten fast unter und die Reste wandten sich übertrieben gefügig hierarchischen Religionen mit strikten Regeln zu (im römischen Fall das frühe Christentum) .
Tendenzen zu dieser wieder aufflammenden Religiosität sind mit den Kreationisten auch schon erkennbar , denn im Zweifelsfall bieten die Religionen fundamentalistisch ausgeprägt eine scheinbare moralische Stütze und Sicherheit .
Schaut man sich das allerdings auch so an , zweifelt man zumindest beim Menschen an der Evolutionstheorie .
Bei mir ist das Fernsehgerät auch schon seit zwei Jahren Geschichte , hauptsächlich wegen der Werbung , welche mir definitiv zu penetrant wurde .
MfG Katana
Die Frage warum das so ausarten konnte haben Sie sich doch wunderbar selbst beantwortet - Brot und Spiele für das Volk ! Ob es nun Gladiatorenkämpfe,Ritterspiele waren,öffentliche Folterungen und Hinrichtungen,zur Schaustellung geistig und körperlich Behinderter(nicht unähnlich manch einer Nachmittagstalkshow oder Container-WG's)- Voyeurismus , Schadenfreude, Nervenkitzel hat es schon immer gegeben , so scheint der Homo sapiens leider genetisch gestrickt zu sein.Nur manche können halt kritischer mit den Amuse gueules umgehen die ihnen in der heutigen Zeit von den Medien serviert werden,und manche weniger .Und da spielt meiner Meinung nach ganz klar die "Erziehung" und Sozialisierung eine große Rolle.Also,Eltern- formt aus Euren Kindern mündige und kritische Konsumenten.
Auch hier gibt es übrigens keinen Fernseher mehr.
...deren Beginn von HIstorikern üblicherweise mit dem Jahr 313 (Konstantinische Wende) angesetzt wird, war das Christentum bereits die zunehmend dominierende (und seit Kaiser Theodosius I. ab 380 die einzige legale) Religion im Reich, was zur Folge hatte, dass die meisten Auswüchse "heidnischer Dekadenz" wie Tierhetzen, Gladiatorenkämpfe oder auch Götterkulte mit promisken Orgien verschwanden (allerdings nicht die Wagenrennen, die sich auch im christlichen Byzanz noch großer Beliebtheit erfreuten). Die Hoch-Zeit der "spätrömischen Dekadenz" war viel eher das 2. und vor allem 3. nachchristliche Jahrhundert, die Zeit der sogenannten Soldatenkaiser, solcher bizarrer Herrschergestalten wie Heliogabal und der reichsweiten Christenverfolgungen z. B. unter Kaiser Diokletian. An der Dekadenz lag es wohl weniger, dass Westrom unterging...
Vollkommen meine Meinung seit vielen Jahren - wir erleben die Neuauflage des römischen Reiches.
Aus dem intergalaktischen Bericht des Jahres 28.379: "Die Entwicklung der haarlosen Affen auf dem Planeten Terra zu einem höheren geistreichen Wesen dauert an."
diese umstände mögen wahr sein, sind jedoch nicht einen buchstaben wert, darüber zu schreiben.
niemand wird gezwungen, sich diese sendungen anzusehen, genauso wird niemand gezwungen, diese sender mit gebühren zu bezahlen und zu unterstützen.
es steht jedem frei, den fernseher abzuschaffen, andere info-quellen zu nutzen bzw. sich für die cineastische unterhaltung eine dvd reinzuziehen.
doch das zauberwort in diesem artikel heißt "mündig", was die vorraussetzung für die entscheidung über den eigenen konsum ist.
wie man Kinder vor all diesem Sch***dreck schützen kann.
Kinder lassen sich nun mal von Natur aus von allem verlocken, was laut, bunt, süß usw. ist.
Dürfen wir unsere Kinder diesem Sch***dreck aussetzen?
wie man Kinder vor all diesem Sch***dreck schützen kann.
Kinder lassen sich nun mal von Natur aus von allem verlocken, was laut, bunt, süß usw. ist.
Dürfen wir unsere Kinder diesem Sch***dreck aussetzen?
Vor allem der Vergleich mit dem römischen Reich ist sehr passend .
Als Begründung für dieses Verhalten täte ich die menschliche Tendenz sehen , nie den Hals voll kriegen zu können .
Völlig egal ob in der Wirtschaft ( Wachstumszwang) , im sexuellen Bereich (immer mehr Toleranz bis hin zu geduldeter Pädophilie) , beim Sport (höher, weiter , schneller zur Not eben mit Doping) oder beim Konsum (alles hat gefälligst immer und billig zur Verfügung zu stehen) .
Am Ende gingen Gesellschaften , welche dies so oder vergleichbar praktizierten fast unter und die Reste wandten sich übertrieben gefügig hierarchischen Religionen mit strikten Regeln zu (im römischen Fall das frühe Christentum) .
Tendenzen zu dieser wieder aufflammenden Religiosität sind mit den Kreationisten auch schon erkennbar , denn im Zweifelsfall bieten die Religionen fundamentalistisch ausgeprägt eine scheinbare moralische Stütze und Sicherheit .
Schaut man sich das allerdings auch so an , zweifelt man zumindest beim Menschen an der Evolutionstheorie .
Bei mir ist das Fernsehgerät auch schon seit zwei Jahren Geschichte , hauptsächlich wegen der Werbung , welche mir definitiv zu penetrant wurde .
MfG Katana
Ein kleiner Teil ihres Beitrags gefällt mir überhaupt nicht:
"im sexuellen Bereich (immer mehr Toleranz bis hin zu geduldeter Pädophilie)"
Sie sprechen über Sexualität, also gäbe es eine absteigende Werteskala, ganz oben der sittliche eheliche Sex, und ganz unten die Pädophilie. Sollte nicht die Pädophilie iegentlich das einzige Tabu sein und alle anderen, einvernehmlichen Formen von Sex nach dem Grundsatz, dass doch bitte jeder nach seiner Fasson glücklich werden soll, hingenommen werden?
Ein kleiner Teil ihres Beitrags gefällt mir überhaupt nicht:
"im sexuellen Bereich (immer mehr Toleranz bis hin zu geduldeter Pädophilie)"
Sie sprechen über Sexualität, also gäbe es eine absteigende Werteskala, ganz oben der sittliche eheliche Sex, und ganz unten die Pädophilie. Sollte nicht die Pädophilie iegentlich das einzige Tabu sein und alle anderen, einvernehmlichen Formen von Sex nach dem Grundsatz, dass doch bitte jeder nach seiner Fasson glücklich werden soll, hingenommen werden?
es ist aber nicht aufgabe des staates, meinen medienkonsum (oder den meiner kinder sofern ich welche hätte) zu lenken. deswegen wäre auch ein verbot (wie bei fast allen medienformaten) der falsche weg.
die moralische instanz für medien sind die konsumenten, nicht der "staat", deswegen ist der aufschrei von verbänden und öffentlichkeit genau richtig.
hier sollte es heißen: abschalten, aber freiwillig.
da viele, vorallem zuschauer privater fernsehsender, womöglich dazu nicht in der lage sind, oder aus ermangelung von alternativen lieber vor dem fernseher sitzen, muss man wohl anfangen bildung fairer gestalten.. ;)
Ich warte immer noch auf die Sendung in der es darum geht wer als letzter am Leben ist. Sowas wie in "The Running Man" - zumindest wäre das der einzige Grund warum ich jemals wieder TV sehen würde
Die Frage warum das so ausarten konnte haben Sie sich doch wunderbar selbst beantwortet - Brot und Spiele für das Volk ! Ob es nun Gladiatorenkämpfe,Ritterspiele waren,öffentliche Folterungen und Hinrichtungen,zur Schaustellung geistig und körperlich Behinderter(nicht unähnlich manch einer Nachmittagstalkshow oder Container-WG's)- Voyeurismus , Schadenfreude, Nervenkitzel hat es schon immer gegeben , so scheint der Homo sapiens leider genetisch gestrickt zu sein.Nur manche können halt kritischer mit den Amuse gueules umgehen die ihnen in der heutigen Zeit von den Medien serviert werden,und manche weniger .Und da spielt meiner Meinung nach ganz klar die "Erziehung" und Sozialisierung eine große Rolle.Also,Eltern- formt aus Euren Kindern mündige und kritische Konsumenten.
Auch hier gibt es übrigens keinen Fernseher mehr.
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