Medienkonzern Time Warner trennt sich von AOL
Es war eine der größten Hochzeiten der Medienbranche – nach acht Jahren wird die Ehe nun wieder geschieden. Time Warner will sich vom Onlinedienst AOL lösen

© Spencer Platt/Getty Images
AOL und Time Warner: Die gemeinsame Geschichte der beiden Medienkonzerne war nicht besonders lang und vor allem wenig erfolgreich
"Die Trennung ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Neugestaltung von Time Warner", teilte Time-Warner-Chef Jeff Bewkes am Donnerstag mit. Time Warner sei danach besser in der Lage, sich auf seine Kerngeschäfte mit Medieninhalten zu konzentrieren. AOL solle eine unabhängige börsennotierte Gesellschaft werden.
Im dritten Quartal wolle Time Warner zunächst die fünfprozentige AOL-Beteiligung des Internetgiganten Google kaufen, teilte der Medienkonzern weiter mit. Derzeit besitzt Time Warner die restlichen 95 Prozent der AOL-Anteile. Danach wolle sich Time Warner von AOL über eine Abspaltung trennen, die bis Jahresende geplant sei. Das Vorhaben müsse noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.
Schlechte Zahlen zum Jahresauftakt
Bei Time Warner hatte die krisengeplagte Internetsparte AOL den Gewinn zum Jahresauftakt unter dem Strich deutlich gedrückt. Der Überschuss fiel im ersten Quartal um 14 Prozent auf 661 Millionen Dollar (500 Mio. Euro). Der Umsatz sank auch aufgrund der Werbekrise um sieben Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar.
Der Konzern hatte sich bereits im März von seiner schon zuvor börsennotierten Kabel-Tochter Time Warner Cable getrennt. Anschließend hatte Konzernchef Jeff Bewkes angekündigt, bald eine Entscheidung zur Zukunft von AOL zu treffen. Angesichts der Medienkrise baut der seit 2008 amtierende Bewkes den Gesamtkonzern massiv um und streicht Jobs.
Bei AOL brach im ersten Quartal der operative Gewinn erneut um fast 50 Prozent auf 150 Millionen Dollar ein. Der Umsatz fiel um knapp ein Viertel auf 867 Millionen Dollar.
Mit seinen Zahlen hatte Time Warner die Erwartungen der Analysten aber übertroffen. Im fortgeführten Geschäft legte der Gewinn zudem leicht zu. Die Aktie stieg zum US-Handelsauftakt deutlich.
- Datum 28.05.2009 - 15:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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der kauf war ja auch ein fehlentscheidung -- schon damals war abzusehen, dass das modell aol tot ist.
und da sich tw als mediengigant auf die gleiche verschanzungstaktik im kampf um die moderner medienwirtschaft verlegt hat, wie sie auch der rest der medienbranche predigt (falschbehauptungen[1], rechtsbeugung[2] und drinegn auf strafbewehrten schutz ihres geschäftsmodells), war auch absehbar, dass sie nicht in der lage sein werden, aol in einen relevanten geschäftsbereich umzuwandeln.
[1] die "raubkopierer sind verbrecher"-kampagnen
[2] die klagewellen gegen angebliche raubkopierer ohne beweise, nur auf behauptung hin, die durch die absurd hohen streitwerte funktionierten, die den beschuldigten die möglichkeit zur gegenwehr nehmen sollten. die rechtsmissbräuchlichen abmahnungen und überschwemmungen der staatsanwaltschaften mit unfundierten klagen. das drängen auf überwachung und grundrechtseinschränkung (wobei die sich da spätestens ab 2001 mit willfärigen verfassungsfeinden trafen). der fakt, dass vertreter der medienindustrie bei hausdurchsuchungen, die auf ihre klage hin veranlasst wurden, dabei sein durften -- und dann auch noch die rechner auswerten und "unabhängige" gutachten für den prozess verfassen.
sind die wesentlichen Akteure wohl auf und geniessen ihren Wohlstand waehrend die TimeWarner Aktionaere nur wehmuetig ihrem versickerten Vermoegen nachtrauern koennen. Gerald Levin sollte auf einer Galeere einmal zum Mond und zurueck rudern.
Nein, nicht Kauf von AOL, sondern Übernahme von Time Warner durch AOL mittels Aktientausch. Genial. Aber das sind nur Details, wie alle wesentlichen Inhalte, die das Verstehen von Geschehnissen ermöglichen würden.
Jetzt macht's Time Warner auch ohne ihn. Erstaunlich.
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