Außenpolitik Kuba stimmt neuen Gesprächen mit Amerika zu
Annäherung nach mehr als 50 Jahren Handelsembargo: Kuba will mit den USA reden, unter anderem über ein Einwanderungsabkommen
Die USA und Kuba wollen nach Angaben von US-Regierungsvertretern wieder direkte Gespräche über ein Einwanderungsabkommen aufnehmen. Die Regierung Kubas habe dem zugestimmt. Geplant sind auch Gespräche über eine Wiederaufnahme des direkten Briefverkehrs zwischen beiden Ländern, der seit Jahrzehnten unterbrochen ist. Die Kubaner hätten zudem Interesse an einer Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Drogenhandel und Terrorismus sowie beim Katastrophenschutz bei Hurrikans signalisiert. Einen Termin für die Verhandlungen gibt es noch nicht.
"Bessere Beziehungen können zu einer besseren, freieren Zukunft für das kubanische Volk führen", sagte Außenministerin Hillary Clinton in El Salvador zu Beginn einer dreitägigen Lateinamerika-Reise. "Diese Gespräche sind im Interesse der USA und im Interesse des kubanischen Volkes."
Der amerikanische Präsident Barack Obama hat seit seinem Amtsantritt im Januar mehrfach deutlich gemacht, dass er einen Neuanfang in den Beziehungen zur kommunistischen Regierung in Havanna sucht. Kürzlich ließ er bereits Reiseerleichterungen für Exilkubaner in ihre Heimat und andere Lockerungen in der Kuba-Politik verkünden. Allerdings stellte Obama auch klar, dass "eine längere Reise" notwendig sei, um Jahrzehnte des Misstrauens zwischen beiden Ländern zu überwinden. Er fordert mehr Demokratie und mehr Freiheiten auf der Karibikinsel.
Seit der kommunistischen Machtübernahme auf Kuba sind die Beziehungen zwischen Havanna und Washington gespannt. Es gibt keine vollen diplomatischen Beziehungen, zudem verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo. Indes bekräftigte Clinton, die USA würden keinem Wiedereintritt Kubas in die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zustimmen, solange sich der kommunistische Staat nicht die demokratischen Ziele der OAS zu eigen mache. Clinton wird am Dienstag an einem OAS-Treffen in Honduras teilnehmen. Es wird erwartet, dass eine Mehrheit der lateinamerikanischen OAS-Mitglieder sich dort für eine Wiederaufnahme Kubas in die Organisation einsetzt.
Kuba war 1962 aus der Organisation ausgeschlossen worden, da die Revolution Fidel Castros als unvereinbar mit den OAS-Zielen angesehen wurde. Das Land hat erklärt, kein Interesse an einem Wiedereintritt zu haben.
- Datum 01.06.2009 - 19:06 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, cl, dpa, Reuters
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